Wolf 359

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Stern
Wolf 359 (CN Leonis)
Wolf359.jpg
Amateuraufnahme des Sternfelds mit Wolf 359 (der auffallend rote Stern etwas oberhalb der Bildmitte)
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Löwe
Rektaszension 10h 56m 29s
Deklination +07° 00′ 52″
Scheinbare Helligkeit 13,54 mag
Typisierung
Spektralklasse M6,5 Ve
B−V-Farbindex +2,01 
U−B-Farbindex +1,54 
Veränderlicher Sterntyp UV-Ceti-Stern
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit +14,9 km/s
Parallaxe (425 ± 7) mas
Entfernung (7,78 ± 0,04) Lj
(2,39 ± 0,01) pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis +16,6 mag
Eigenbewegung 
Rek.-Anteil: −3.842 mas/a
Dekl.-Anteil: −2.725 mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse 0,09 M
Radius 0,16 R
Leuchtkraft

0,001009 L

Oberflächentemperatur 2800 K
Rotationsdauer 24 Stunden
Alter 100 bis 400 Mio. a
Andere Bezeichnungen
und Katalogeinträge
Weitere Bezeichnungen GJ 406 • LHS 36 • G 45-20
Aladin previewer

Wolf 359 ist ein Roter Zwerg im Sternbild Löwe. Mit einer Entfernung von ca. 7,8 Lichtjahren ist er der unserem Sonnensystem fünftnächste Stern. Dennoch ist Wolf 359 wegen seiner geringen Helligkeit nicht mit bloßem Auge zu sehen. Der Stern wurde erst 1918 mittels Astrofotografie vom deutschen Astronomen Max Wolf entdeckt und im Rahmen eines von ihm veröffentlichten Sternkatalogs benannt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Wolf 359 ist einer der am schwächsten leuchtenden Sterne, die bisher bekannt sind. Mit rund 10 Prozent der Sonnenmasse ist er ein Grenzfall zwischen einem Braunen und einem Roten Zwerg. Seine Kerntemperatur hat nur knapp dazu ausgereicht, eine Kernfusion von Wasserstoff zu Helium zu starten und daraus Energie zu gewinnen.

Als extremer Roter Zwerg des Spektraltyps M6 leuchtet der Stern dunkelrot. Wolf 359 neigt zu unregelmäßigen Ausbrüchen, bei denen seine Helligkeit für kurze Zeit stark ansteigt. Diese Eigenschaft ist für viele Rote Zwerge typisch, daher wird dieser Typ auch als Flare-Stern bezeichnet. Als veränderlicher Stern trägt Wolf 359 die Bezeichnung CN Leonis.

Ein hypothetischer Planet mit flüssigem Wasser müsste Wolf 359 in nur 628.000 km Abstand umkreisen (weniger als die doppelte Distanz Erde–Mond), die Folge wäre eine gebundene Rotation. Ein „Wolf-Jahr“ würde demnach nur rund acht Stunden dauern.

Visuelle Beobachtung[Bearbeiten]

Sternbild Löwe mit der Position von Wolf 359

Wolf 359 ist knapp unterhalb des Sternbilds Löwe recht einfach aufzufinden. Dazu kann der auffallend rot leuchtende, 5,8 mag helle Stern 56 Leonis als Orientierung dienen. Wolf 359 befindet sich 50 Bogenminuten nördlich davon.

Wolf 359 ist allerdings derart lichtschwach, dass er nur in einem größeren Instrument ab 35 cm Durchmesser zu erkennen ist. In kleineren Instrumenten ist eine visuelle Beobachtung kaum möglich.

Erwähnung in der Science Fiction[Bearbeiten]

  • Im Star Trek-Universum ist Wolf 359 der Schauplatz einer vernichtenden Niederlage der Föderation gegen die Borg, auf welche in späteren Episoden, Serien, Filmen und Spielen Bezug genommen wird.
  • Im Computerspiel Freespace ist eine terranische Flotte bei Wolf 359 stationiert. Eine Versetzung dorthin wird nur bei Strafen für fehlgeschlage Missionen erwähnt.
  • Im Roman Chindi von Jack McDevitt wird Wolf 359 als Ziel der zweiten interstellaren Reise der Menschheit erwähnt.
  • Im Roman Der Zusammenbruch (Band 1 der Reihe Die Nanokriege) von John Ringo findet bei Wolf 359 ein größeres Terraforming-Projekt statt.
  • Im Roman Der rote Nebel (1979) aus der Science-Fiction-Reihe um die Figur des Commander Perkins (Franz Schneider Verlag) wird die Erde durch einen roten Nebel bedroht, der mit Hilfe des Dimensionsbrechers vom achten Planeten der Sonne Wolf 359 zur Erde transportiert wird.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]