Wolfgang Musculus
Wolfgang Musculus, eigentlich Müslin (* 8. September 1497 in Dieuze (Duß), Lothringen; † 30. August 1563 in Bern), war ein reformierter Theologe und Reformator.
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Leben und Wirken [Bearbeiten]
Musculus war der Sohn eines Küfners und besuchte in Rappoltsweiler, Colmar und Schlettstadt die dortigen renommierten Humanistenschulen. 1512 trat er in das Benediktinerkloster von Lixheim in Deutschlothringen ein, wo er seine Kenntnisse der lateinischen Klassiker vertiefte, ferner sich intensiv mit Theologie und Musik befasste. Eine Wende stellte für den Mönch die Auseinandersetzung mit den Schriften von Martin Luther, ab 1518, dar. Als 'lutherischer Mönch' sowie beliebter und bekannter Prediger blieb Wolfgang Musculus noch zehn Jahre im Kloster Lixheim, welches er schließlich 1527 verließ. Er übersiedelte nach Straßburg, heiratete die Magd Margareha Barth, mit der er neun Kinder hatte, und betätigte sich wenige Monate als Weberlehrling. 1528 wurde er an der Seite von Matthäus Zell Diaconus am Straßburger Münster. Dort begegnete er auch dem berühmten Prediger Martin Bucer, mit dem er lebenslang in freundschaftlicher Verbindung stand.
1531 ging er nach Augsburg:
- Hier verhalf er durch praktisches Handeln und Entwicklung grundlegender theoretischer Positionen als Prediger in Hl. Kreuz bzw. im Dom, Theologe und Teilnehmer an wichtigen Gesandtschaften in zentraler Position der Reformation... zum Durchbruch[1].
Nach 17-jähriger Wirksamkeit verließ er unter scharfem Protest die Stadt wegen der Einführung des Augsburger Interims, um nach einer teilweise dramatischen Flucht in Bern Aufnahme zu finden. Dort erhielt er 1549 eine Professur für Theologie an der 'Hohen Schule'.
Hauptwerk [Bearbeiten]
- Loci communes in usus sacrae theologiae candidatorum parati. Hervagiana, Basel 1560.
Literatur [Bearbeiten]
- Henning Reinhardt: Das Itinerar des Wolfgang Musculus (1536). In: Archiv für Reformationsgeschichte. Bd. 97, 2006, ISSN 0003-9381, S. 28–82.
- Reinhard Bodenmann: Wolfgang Musculus. (1497–1563). Destin d'un autodidacte lorrain au siècle des Réformes. Etude basée sur la biographie établie par son fils, la correspondance personnelle et de nombreux autres documents d'époque (= Travaux d'Humanisme et Renaissance. Bd. 343). Droz, Genf 2000, ISBN 2-600-00455-6 (Zugleich: Bern, Universität, Habilitations-Schrift, 1999).
- Rudolf Dellsperger, Rudolf Freudenberger, Wolfgang Weber (Hrsg.): Wolfgang Musculus (1497–1563) und die oberdeutsche Reformation (= Colloquia Augustana. Bd. 6). Akademie-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-003204-9.
- Reinhard Bodenmann: Musculus, Wolfgang im Historischen Lexikon der Schweiz
- Rudolf Dellsperger: Musculus, Wolfgang. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 627 f. (Digitalisat).
- Hartmut Lohmann: Musculus (Müslin, Mäuslin), Wolfgang (Dusanus). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 6, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1, Sp. 381–383.
- Blösch: Musculus, Wolfgang. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 95–97.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Wolfgang Musculus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Karte der Reise von Musculus während seiner Augsburger Zeit
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Hans Frei/Barbara Beck: Lebensbilder. Geschichte und Kunst in Bildnissen aus Schwaben. Oberschönenfeld 2002, S. 114
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Musculus, Wolfgang |
| ALTERNATIVNAMEN | Müslin, Wolfgang; Mäuslin, Wolfgang |
| KURZBESCHREIBUNG | reformierter Theologe |
| GEBURTSDATUM | 8. September 1497 |
| GEBURTSORT | Dieuze, Lothringen |
| STERBEDATUM | 30. August 1563 |
| STERBEORT | Bern |