Dossenheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dossenheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dossenheim
Dossenheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dossenheim hervorgehoben
49.4491666666678.6722222222222153Koordinaten: 49° 27′ N, 8° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 153 m ü. NHN
Fläche: 14,14 km²
Einwohner: 12.049 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 852 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 69215–69221
Vorwahl: 06221
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
69221 Dossenheim
Webpräsenz: www.dossenheim.de
Bürgermeister: Hans Lorenz (CDU)
Lage der Gemeinde Dossenheim im Rhein-Neckar-Kreis
Bayern Hessen Rheinland-Pfalz Heidelberg Heilbronn Landkreis Heilbronn Landkreis Karlsruhe Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Eberbach Altlußheim Angelbachtal Bammental Brühl (Baden) Dielheim Dossenheim Eberbach Eberbach Eberbach Edingen-Neckarhausen Edingen-Neckarhausen Epfenbach Eppelheim Eschelbronn Gaiberg Heddesbach Heddesheim Heiligkreuzsteinach Helmstadt-Bargen Hemsbach Hirschberg an der Bergstraße Hockenheim Ilvesheim Ketsch Ladenburg Laudenbach (Bergstraße) Leimen (Baden) Leimen (Baden) Lobbach Malsch (bei Wiesloch) Mauer (Baden) Meckesheim Mühlhausen (Kraichgau) Neckarbischofsheim Neckargemünd Neidenstein Neulußheim Nußloch Oftersheim Plankstadt Rauenberg Reichartshausen Reilingen Sandhausen St. Leon-Rot Schönau (Odenwald) Schönbrunn (Baden) Schriesheim Schwetzingen Schwetzingen Sinsheim Spechbach Waibstadt Walldorf (Baden) Weinheim Weinheim Wiesenbach (Baden) Wiesloch Wilhelmsfeld ZuzenhausenKarte
Über dieses Bild
Dossenheim von Westen

Dossenheim ist eine Gemeinde mit rund 12.500 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis im nordwestlichen Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Naturraum[Bearbeiten]

Dossenheim liegt fünf Kilometer nördlich von Heidelberg an der Badischen Bergstraße am Fuß des Odenwaldes in der Metropolregion Rhein-Neckar. Im Westen der Gemarkung beginnt die Oberrheinische Tiefebene. Der Ort besitzt Grenzen zu den Städten Heidelberg, Ladenburg und Schriesheim.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 1416 Hektar. Davon sind 17,4 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 32,1 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 44,2 Prozent sind bewaldet.[2] Im Westen der Gemarkung fließt der Neckar. Beim Weiler Schwabenheim überwindet eine Neckarschleuse eine Höhendifferenz von 8,7 Metern. Vom Odenwald her kommen Mühl-, Brenken- und Mantelbach.

Der Ölberg ist geprägt von durch Gesteinsabbau entstandenen Terrassen, Felswänden und Schutthalden. Die vielfältige Biotopstruktur bietet Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten und steht daher seit 1998 unter Naturschutz. Das Waldgebiet auf dem Ölberg ist als Schonwald eingestuft. Die Gemarkung östlich der B 3 ist Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald. Fast alle unbebauten Flächen des Naturparks gehören zum Landschaftsschutzgebiet Bergstraße-Mitte.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören außer Dossenheim selbst, der Weiler Schwabenheim, die Orte OEG Bahngebäude und Turmgasthaus zum „Weißen Stein“ und die Häuser Bärenstein. Im Gemeindegebiet liegt die abgegangene, 801 erwähnte Ortschaft Bernhardteshusen, die möglicherweise mit dem 1298 erwähnten Wilre identisch ist.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Dossenheim und Umgebung 1907

Frühe Besiedlung[Bearbeiten]

Die Bergstraße ist sehr altes Siedlungsgebiet. Auf der Gemarkung von Dossenheim weisen Funde auf die Anwesenheit von Menschen bereits zur Altsteinzeit hin. Menschliche Besiedlung ist durch Ackergerät und Bestattungen spätestens für die Jungsteinzeit nachgewiesen. Jüngere Funde aus Bronze- und Hallstattzeit sowie aus der Zeit der Kelten und der Germanen belegen eine gewisse Siedlungskontinuität auf Dossenheimer Gebiet. Spätestens zur Zeit der Römer entwickelte sich die von Norden nach Süden am Gebirgsfuß verlaufende platea montium, die heutige Bergstraße. Am Weg zum Schwabenheimer Hof wurden die Fundamente einer Villa rustica gefunden, die sich dort im Hinterland des Limes und im Schutz des Neuenheimer Kastells befand. Das nahe Ladenburg war als Lopodunum ein wichtiger römischer Verwaltungssitz. Nach dem Rückzug der Römer nahmen die Alamannen ab dem 3. Jahrhundert die vormals römischen Gebiete am Rhein ein. Von ihnen gibt es nur wenige Siedlungsspuren. [5]

Germanische Siedlungsgründung[Bearbeiten]

Mit den Germanen ab dem Ende des 5. Jahrhunderts beginnt dann die sich bis in die Gegenwart fortsetzende Geschichte des heutigen Dossenheim. Zu den frühen germanischen Funden zählt der Dossenheimer Schädel einer um 520 bestatteten Frau, der künstliche Missbildungen aufweist.[6] Der älteste Siedlungskern von Dossenheim liegt am Ausgang des Mühltals, auf dem angehäuften Schuttkegel von Brenkenbach und Mühlbach, wo die Siedlung geschützt und am Wasser lag. Den topographischen Gegebenheiten bildete sich die Siedlung als Haufendorf aus.[7]

Zugehörigkeit zum Kloster Lorsch[Bearbeiten]

Die erste Nennung der Siedlung findet sich zum Jahr 766 im Lorscher Codex, als der Verkauf eines Weinbergs in Dossenheim durch den Mönch Segwin an das Kloster Lorsch beurkundet wurde. Der Name des Ortes variierte in Urkunden bis in die frühe Neuzeit. Schreibweisen sind Tossenheim (786), Dohssenheim (1033), Dussinheim (1206), Tussenheim (1273), Dosanaw (1504) usw. Die Forschung ist uneins, ob sich der Ortsname auf einen Personennamen mit -heim („Heim des Dosso“) oder auf eine alte Bezeichnung für Kiefern („Dossen“) bezieht.[8] Zwischen 766 und 877 wurden insgesamt 41 Besitzübergänge in Dossenheim an Lorsch beurkundet, darunter 23 Weinberge. Die umliegenden Orte Schwabenheim, Handschuhsheim, Ladenburg und Schriesheim wurden ebenfalls um 760 erstmals urkundlich erwähnt.[9] Das 763 erstmals erwähnte Schwabenheim umfasste im Hochmittelalter nur noch eine einzelne Hofsiedlung.

Herrschaft Schauenburg[Bearbeiten]

Das 764 gegründete Kloster Lorsch entwickelte sich bis zum hohen Mittelalter zu einer bedeutenden Territorialherrschaft am Neckar. Innerhalb des Klosterbesitzes zählte Dossenheim zur Herrschaft Schauenburg, deren Herrensitz sich auf der oberhalb des Ortes am Südwesthang des Ölbergs liegenden Schauenburg befand. Die Herrschaft umfasste die Orte Dossenheim und Handschuhsheim sowie zeitweise Seckenheim und Neuenheim. Die Burg Schauenberg und das dortige Adelsgeschlecht wurden um 1100 erstmals urkundlich erwähnt. Wenig später, um 1130, gelangte die Oberlehenshoheit an das Bistum Speyer. Die Familie von Schauenberg stellte mit Siegfried von Speyer einen Speyrer Bischof und konnte durch Heirat mit einer Erbtochter der Grafen von Lauffen ihren Besitz bedeutend erweitern, starb jedoch schon im späten 13. Jahrhundert aus. [10]

Im Interesse von Kurmainz und Kurpfalz[Bearbeiten]

Die Schauenburg-Erben Herren von Magenheim verkauften die Schauenburg 1303 an die Pfalzgrafen von Heidelberg. Bischof Siboto von Speyer vergab das Lehen jedoch 1320 an Kurmainz, was eine lange Zeit der Rivalität zwischen Kurmainz und der Kurpfalz zur Folge hatte. Innerhalb von Kurmainz bildete die Schauenburg mit ihrem Zubehör das Amt Schauenburg. Friedrich der Siegreiche eroberte die Herrschaft 1460 gewaltsam. Die Schauenburg wurde zerstört, der halbe Ort Dossenheim niedergebrannt, Handschuhsheim geplündert.[11] Innerhalb der Kurpfalz zählte Dossenheim künftig zum Oberamt Heidelberg.[12]

Im Landshuter Erbfolgekrieg verwüstete der hessische Landgraf 1504 Dossenheim. Während des Dreißigjährigen Kriegs plünderten und zerstörten vor allem 1622 Tillys Truppen den Ort. Nach der Einnahme der Residenzstadt Heidelberg wurde Dossenheim für kurze Zeit wieder kurmainzisch, gelangte aber im Bergsträßer Rezess 1650 zurück zur Pfalz. Mainz erklärte erst 1714 seinen endgültigen Verzicht an Dossenheim. Im Holländischen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg zündeten französische Truppen 1674, 1689 und 1693 zahlreiche Gebäude an.

1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst und Dossenheim wurde badisch.

Aufschwung des Ortes durch die Steinhauerei[Bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann die bis heute den Ort prägende landschaftliche Gestaltung der östlich des Ortes liegenden Berge durch den massiven Abbau von Porphyr zu Straßenbauzwecken längs der Bergstraße. Die Gemeinde Dossenheim hatte ab 1813 Einnahmen durch Wegegeld zu den Steinbrüchen und begann 1834, weiteres aufgeschlossenes Gelände in kommunaler Verwaltung zum Gesteinsabbau zu verpachten. Die Steinhauerei sowie die anhängigen Furbetriebe erlebten in den Folgejahren einen starken Aufschwung, während die Landwirtschaft einen Rückgang zu verzeichnen hatte. Selbst Wanderarbeiter aus Österreich, Italien und der Schweiz zog es nach Dossenheim. Zwischen 1800 und 1900 vervierfachte sich die Einwohnerzahl ungefähr von etwa 800 auf über 3000. Obwohl die Steinhauerei florierte, war die Selbstverwaltung des Gesamtbetriebs durch die Stadt eher unglücklich. Innovationen wurden lange Zeit erschwert, die soziale Betreuung der Arbeiter vernachlässigt. Vielfach wurden Wirtshausexzesse und sonstiger ungehemmter Alkoholkonsum gerügt. 1908 wurden die Gemeindesteinbrüche in staatliche Verwaltung überführt und die Verhältnisse besserten sich. 1913 war Dossenheim mit einer Jahresproduktion von 184.000 Kubikmeter das größte Porphyrwerk in Baden.[13]

Mit dem Aufschwung der Steinhauerei ab dem frühen 19. Jahrhundert vermehrte sich die Zahl der Häuser in Schwabenheim wieder und der Ort entwickelte sich zu einem Straßendorf. 1925 wurde Schwabenheim eingemeindet.

Private Konkurrenz zu den Gemeindesteinbrüchen waren die Brüder Leferenz mit ihrem Dossenheimer Steinbruch unterhalb des Hohen Nistlers, die 1882 eine Nebenbahn nach Heidelberg errichteten.[14] Der badische Staat verpachtete die staatlichen Steinbrüche hingegen 1927 an Hans Vatter. Vatter und Leferenz haben die Steinbruchbetriebe bis zum Ende 1985 bzw. 2002 über mehrere Generationen fortgeführt.

Strukturwandel ab den 1920er Jahren[Bearbeiten]

Außer den traditionellen dörflichen Berufen wie Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Schreiner, Flaschner, Gemischtwarenhändler und Gastwirt usw. gab es bis zum Ersten Weltkrieg in Dossenheim lediglich die Steinhauerei als Erwerbsmöglichkeit. Nach 1920 kamen zu den Steinbrüchen weitere Industrien in den Ort. Die Zahl der ortsansässigen Betriebe verdoppelte sich von 50 Betrieben 1904 auf etwa 100 im Jahr 1939. Von besonderer Bedeutung waren mehrere Füllhalterbetriebe, u.a. ein Zweigwerk von Faber-Castell sowie eine anhängige Degussa-Goldfedernschleifabteilung. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den der Ort nahezu unbeschadet überstand, nahm auch die Konservenfabrik Ingelfinger einen raschen Aufstieg. In den 1950er Jahren kamen größere Elektro- und Verfahrenstechnikbetriebe hinzu.[15]

Der Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Gemeinde vor große Herausforderungen, da der Wohnraum bereits zu Friedenszeiten äußerst knapp gewesen war. Bis 1950 zählte die Gemeinde neben den 4600 Altbürgern 855 Neubürger und 392 Evakuierte. Die landwirtschaftlichen und industriellen Betriebe des Ortes konnten den Bedarf nach Arbeitsplätzen nicht mehr decken, so dass sich Dossenheim in den 1950er Jahren zunehmend zu einer Wohngemeinde für Pendler in die umliegenden Städte und Gemeinden entwickelte.[16]

1988 hatte Dossenheim erstmals mehr als 10.000 Einwohner.

Dossenheim in der Gegenwart[Bearbeiten]

2002 wurde der Steinbruch des Unternehmens H. Vatter als letzter Dossenheimer Steinbruch geschlossen, in der Folgezeit die Bahnanlagen zum Werk demontiert und die Fabrikanlagen an der B 3 abgerissen. An Stelle des Fabrikgeländes entstand 2008 das Wohngebiet Am Rebgarten.[17]

Am 20. August 2013 ereignete sich der sogenannte Amoklauf von Dossenheim, bei dem drei Menschen starben und fünf weitere teilweise schwer verletzt wurden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1577 1727 1800 1818 1852 1905 1925 1950 1965 2000 2005 2010
Dossenheim 560 788 1106 1517 2921
Schwabenheim 91 126 102
Gesamt 757 1197 1643 3023 3839 5847 7826 11640 11663 12507

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Dossenheim hat neben dem vorsitzenden Bürgermeister 22 Mitglieder und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die Sitzverteilung stellt sich nach der Kommunalwahl 2009 wie folgt dar:

Rathaus
Gemeinderat 2009
Partei Stimmenanteil Sitze
CDU 28,6 % (-7,4) 7 (-2)
GRÜNE 23,4 % (+3,5) 5 (+1)
FW Dossenheim 21,4 % (+3,0) 5 (+1)
SPD 15,8 % (-1,9) 3 (-1)
FDP 10,8 % (+2,8) 2 (+1)
Wahlbeteiligung: 60,72 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Gegenwärtiger Amtsinhaber ist Hans Lorenz (CDU).

Bürgermeister seit 1946:

  • 1946–1948 Hermann Böhler (1946 bis 1948 kommissarisch)
  • 1950–1951 Georg Riedling (Bürgermeister-Stellvertreter)
  • 1951–1963 Karl Miltner
  • 1963–1979 Heinrich Schumacher
  • 1979–1995 Peter Denger
  • seit 1995 Hans Lorenz (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber drei blaue Trauben (1:2) an einer grünen Ranke mit vier grünen Blättern.

Das Wappen geht zurück auf Gerichtssiegel aus dem Jahr 1495, auf dem bereits eine Weinranke zu sehen war. Es wurde 1901 vom Generallandesarchiv offiziell verliehen.

Die Flagge ist Grün-Weiß. Seit wann sie geführt wird, ist nicht bekannt.[18]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Dossenheim unterhält seit 1982 partnerschaftliche Beziehungen zu Le Grau du Roi in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aussichtsturm Weißer Stein
Steinbrecher-Denkmal von Robert Heckl

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mit den Ruinen der Schauenburg und der Kronenburg sowie mit dem so genannten Mauersechseck befinden sich mehr oder weniger bedeutende Reste von drei mittelalterlichen Wehranlagen auf der Gemarkung Dossenheims.

Der 552 Meter hohe Weiße Stein ist der Hausberg von Dossenheim. Er dient als Treffpunkt von Radfahrern und Wanderern. Markantestes Merkmal des Weißen Steins sind sein aus Sandstein erbauter Aussichtsturm und sein an ein Ufo erinnernder Fernsehturm.

Die Evangelische Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Die neobarocke St.-Pankratius-Kirche der Katholiken stammt aus dem Jahr 1926.

Die Steinbrüche in Dossenheim stellen ein weiteres lohnendes Ausflugsziel dar, besonders der Steinbruch Leferenz, der seit einigen Jahren durch einen Wanderweg begehbar ist. Teile der alten Förderanlage zeugen von dem einstigen Abbau des Porphyrsteines. Mehrere Male im Sommer ist der Steinbruch direkt begehbar. Neuerdings werden hier auch Theater- und Konzertaufführungen gegeben.

Museen[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum wurde 1978 eingerichtet und 2002 neu konzipiert. Es befindet sich im 1890 errichteten alten Rathaus, das als solches bis 1955 genutzt wurde. Das Museum zeigt Funde der Frühgeschichte, das Leben im Steinbrecherdorf Dossenheim, die Beziehungen zu Schauenburg, Fliehburg und Kronenburg und beinhaltet eine museumspädagogische Werkstatt. Es ist jeden dritten Sonntag im Monat geöffnet.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

In Dossenheim gibt es zahlreiche Sportvereine, denen vier Sporthallen mit insgesamt acht Feldern und Außenanlagen sowie ein ganzjährig geöffnetes Hallenbad mit 25-m-Bahn zur Verfügung stehen. Es gibt auch zahlreiche Tennisfelder und ganz in der Nähe einen kleinen Bikepark. Für Skater gibt es seit einigen Jahren ein Gelände mit Halfpipe, Funbox etc. Das Sportangebot wurde 2009 um einen Bogensportverein mit Gelände im alten Steinbruch Leferenz erweitert.

Natur[Bearbeiten]

Dossenheim hat durch seine topographische Lage in der Rheinebene und am Fuße des Odenwaldes einen hohen Naherholungswert. Sowohl die ebenen gärtnerisch genutzten Kulturflächen der Rheinebene als auch die steil ansteigenden Wälder des Odenwaldes bieten eine abwechslungsreiche Flora und Fauna. Insbesondere das Waldgebiet, das von 110 m.ü.NN bis auf 558 m.ü.NN beim Weißen Stein ansteigt, verfügt über ein gut ausgezeichnetes Wanderwegenetz. Dieses Wanderwegenetz führt auch an der nördlich gelegenen Ruine Schauenburg vorbei. Bei guter Sicht eröffnet sich der Blick über die Türme des Speyerer Doms bis hin zum Hambacher Schloss im Pfälzer Wald, über die Städte Mannheim und Ludwigshafen bis hin im Süden nach Karlsruhe. Typisch und Wahrzeichen sind die weit sichtbaren, rot-gelb leuchtenden ehemaligen Porphyrsteinbrüche, die wie Wunden in das bewaldete Gebiet eingeschnitten sind. Als schönste Jahreszeit gilt in Dossenheim das Frühjahr mit der Obstbaumblüte. Weiß und rosa ist in dieser Zeit der Fuß des Odenwaldes um den Ort herum durch die Blüten der zahlreichen Obstbäume farbenprächtig gezeichnet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jeweils am Wochenende des dritten Sonntags im September findet die traditionelle Dossenheimer Kerwe (Kirchweih) statt. Dossenheimer Brauchtum, Straßenfest und Rummelplatz sind dabei vereint. Die Dossenheimer Brauchtumskerwe ist für ihren Holzäpfeltanz und das Bannweidgericht bekannt.

Jährlich im Mai findet der traditionelle Dossenheimer Sommertagszug statt.

Jährlich im Dezember findet der Weihnachtsmarkt auf dem Kronenburger Hof am 3.Advent (Samstag und Sonntag) statt. In der Scheuer und im Haus des Anwesens Staiger präsentieren Dossenheimer Kunsthandwerker und Künstler aus der Umgebung ihre handgefertigten Unikate.

Seit 1984 veranstaltet die TSG Germania 1899 Dossenheim jeweils am zweiten Samstag im November einen anspruchsvollen Berglauf vom "Waldfrieden" hinauf zum Weißen Stein. Auf einer Strecke von ca. 5,4 Kilometer sind dabei 350 Höhenmeter zu überwinden.

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Dossenheim liegt an zwei bedeutenden touristischen Straßen:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick von der A 5 auf den Steinbruch am Sporenberg

Wirtschaft[Bearbeiten]

Dossenheim ist im Wesentlichen eine Wohngemeinde. Sie ist aufgrund der Nähe zu Heidelberg insbesondere für dort beschäftigte Personen attraktiv. 2006 waren 89 Prozent der Dossenheimer Auspendler.[19] Industrie und Gewerbe gibt es nur in geringem Umfang.

Dossenheim ist als Steinbrecherdorf bekannt. In Dossenheim gab es ehemals zwei große Steinbrüche. Der abgebrochene Porphyrstein wurde mit Seilbahnen zur inzwischen abgerissenen Umladestation transportiert. Die Steine wurden vor allem als Wasserbausteine und als Straßenunterbau verwendet. Beide Steinbrüche sind inzwischen stillgelegt. Die Abbruchstellen sind aber bis weit in die Rheinebene hinein zu sehen.

Kurpfalzschule

Bildung[Bearbeiten]

Im Ort gibt es die Neubergschule (Grundschule), sowie die Kurpfalzschule (Grundschule mit Hauptschule und Werkrealschule). Die Freie Schule LernZeitRäume ist eine private Grund- und Realschule und Aufbaugymnasium. Sie arbeitet reformpädagogisch auf der Basis des Jenaplans.

Eine Gemeindebücherei steht den Einwohnern im Gemeindeamt zur Verfügung. Sie ist die einzige Gemeindebibliothek der Metropolregion Rhein-Neckar, die im Bibliotheksindex 2012 eine Top-Bewertung in allen vier Bewertungskategorien erhielt.[20] Des Weiteren gibt es eine Volkshochschule im Ort.

Verkehr[Bearbeiten]

Dossenheim liegt an der Bundesautobahn 5 sowie an der Bundesstraße 3. Die von der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) betriebene Oberrheinische Eisenbahn (OEG) verbindet Dossenheim im 10-Minuten-Takt mit den umliegenden Ballungszentren Mannheim, Heidelberg und Weinheim. Speziell für ältere Mitbürger bietet Dossenheim ein Gemeindetaxi an, das an Werktagen diverse Haltestellen im Ort anfährt. Ähnlich gelagert, aber speziell für junge Leute, ist das Angebot eines Nacht-Taxis von Heidelberg nach Dossenheim.

Behörden und Institutionen[Bearbeiten]

Sendetürme[Bearbeiten]

  • Einstiger Mittelwellensender des SWR: In Dossenheim betrieb der SWR bis 2004 einen Mittelwellensender. Als Antennenträger kam ein gegen Erde isolierter, fußpunktgespeister, abgespannter 51 Meter hoher Rohrmast zum Einsatz. Die Anlage wurde inzwischen abgebaut.
  • Fernmeldeturm Weißer Stein

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Dossenheim hat einmal die Ehrenbürgerwürde verliehen. Die Auszeichnung erhielt 1948 der in Dossenheim geborene Missionsbischof Augustin Olbert (1895–1964).

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Philipp Leferenz (* 1888), Unternehmer und Mitinhaber der Fa. Gebr. Leferenz in Dossenheim

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Conzelmann: Dossenheim. Die Geschichte einer 1200jährigen Bergstraßengemeinde, Dossenheim 1966
  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968
  • Christoph Bühler: Burgen der Kurpfalz. Bergstraße und Neckartal. Heidelberger Verlagsanstalt, Heidelberg 1990. S. 61 ff. ISBN 3-89426-012-2
  • Sarah Leon: Dossenheimat. Reihe Sehenswürde. Fotobildband. DossenVerlag, Dossenheim 2011. ISBN 978-3-942909-02-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 31. Dezember 2008
  3. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 348–350
  5. Conzelmann 1966, S. 11–14.
  6. Conzelmann 1966, S. 15/16.
  7. Conzelmann 1966, S. 11–16.
  8. Conzelmann 1966, S. 17/18.
  9. Conzelmann 1966, S. 19.
  10. Conzelmann 1966, S. 23–25.
  11. Conzelmann 1966, S. 28/29.
  12. Conzelmann 1966, S. 41/42.
  13. Conzelmann 1966, S. 159–167.
  14. Conzelmann 1966, S. 168.
  15. Conzelmann 1966, S. 195–201.
  16. Conzelmann 1966, S. 175/176.
  17. themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de
  18. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4
  19. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 30. Juni 2006
  20. http://www.m-r-n.com/start/forschen-studieren/aktuelles/detail/artikel/uni-bibliotheken-heidelberg-und-mannheim-top.html?tx_ttnews[backPid]=70&cHash=00b996f9963291ed3a91f7f3e222eb49

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dossenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Dossenheim – Reiseführer