Wolfgang Ullrich (Kunsthistoriker)

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Wolfgang Ullrich 2012 bei der Tagung "Image!" in Marburg

Wolfgang Ullrich (* 1967 in München) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Ullrich studierte Philosophie und Kunstgeschichte und promovierte 1994. Zwischen 1997 und 2003 war er Dozent an der Akademie der Bildenden Künste München, seither folgten Gastprofessuren an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er nahm zahlreiche Lehraufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz wahr. Seit 2006 ist er Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, seit 2014 Prorektor für Forschung.

In seinen Schriften befasst er sich mit Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, mit bildsoziologischen Fragen sowie Konsumtheorie. Vor allem beschäftigt ihn die Aufrüstung des Begriffs von Kunst, wodurch deren Rolle in der Moderne überschätzt worden sei. Er diagnostiziert die daraus erwachsenden Überforderungen von Künstlern sowie Kunstrezipienten und plädiert dafür, die Werke der Kunst nüchterner zu betrachten. In seinen Publikationen behandelt Ullrich Kunst methodisch gleichrangig mit anderen visuellen Phänomenen, z. B. mit Bildern aus der Werbung, dem Fotojournalismus oder der Propaganda.

Werke[Bearbeiten]

  • Der Garten der Wildnis. Eine Studie zu Martin Heideggers Ereignis-Denken. Fink, München 1996 (Zugleich Dissertation an der Universität München 1994).
  • Uta von Naumburg. Eine deutsche Ikone. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1998 (Taschenbuchausgabe 2005).
  • Mit dem Rücken zur Kunst, Die neuen Statussymbole der Macht. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2000.
  • Die Geschichte der Unschärfe. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2002 (japanische Übersetzung 2006, bulgarische Übersetzung 2012) (Taschenbuchausgabe 2009).
  • Tiefer hängen. Über den Umgang mit der Kunst. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2003 (japanische Übersetzung 2008).
  • Was war Kunst? Biographien eines Begriffs. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16317-5.
  • Bilder auf Weltreise. Eine Globalisierungskritik. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2006.
  • Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur? S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006.
  • Gesucht: Kunst! Phantombild eines Jokers. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2007.
  • Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2009.
  • Wohlstandsphänomene. Eine Beispielsammlung. Philo Fine Arts, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86572-581-3.
  • An die Kunst glauben. Wagenbachs Taschenbücherei Nr. 673. Wagenbach, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-2673-3.
  • Alles nur Konsum. Kritik der warenästhetischen Erziehung. Wagenbach, Berlin 2013, ISBN 978-3-8031-2699-3.
  • Des Geistes Gegenwart. Eine Wissenschaftspoetik. Wagenbach, Berlin 2014.
Als Herausgeber
  • mit Sabine Schirdewahn: Stars. Annäherungen an ein Phänomen, Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-15266-6.
  • mit Juliane Vogel: Weiß, Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15758-7.
  • Verwindungen. Arbeit an Heidegger. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15860-5.
  • Harald Falckenberg: Aus dem Maschinenraum der Kunst. Aufzeichnungen eines Sammlers. Philo Fine Arts, Hamburg 2008.
  • Hubert Burda: Mediale Wunderkammern. Wilhelm Fink Verlag, München 2009.
  • Macht zeigen. Kunst als Herrschaftsstrategie. Ausstellungskatalog Deutsches Historisches Museum, Berlin 2010.
  • Walter Grasskamp: Ein Urlaubstag im Kunstbetrieb. Bilder und Nachbilder. Philo Fine Arts, Hamburg 2010.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Preise / Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]