Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
| Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe | |
|---|---|
| Gründung | 15. April 1992 |
| Ort | Karlsruhe |
| Bundesland | Baden-Württemberg |
| Staat | Deutschland |
| Rektor | Peter Sloterdijk |
| Studenten | 400 |
| Website | www.hfg-karlsruhe.de |
Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) ist eine 1992 gegründete staatliche Kunsthochschule in Karlsruhe. Die Schwerpunkte sind Medienkunst, Design, Szenografie und Kunstwissenschaft mit Augenmerk auf Interdisziplinarität zwischen den Fachbereichen. Die Hochschule hat etwa 400 Studierende, Rektor ist seit 2001 Peter Sloterdijk.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe wurde am 15. April 1992 als Reformhochschule eröffnet. Sie wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe während der Jahre 1989 bis 1992 von Heinrich Klotz gegründet.
Als erste deutsche Kunsthochschule lag der Schwerpunkt bei medialen Kunstformen, klassische Formen wie Malerei waren nur mit einer Professur bis 2004 vertreten. Das Modell der Schule ist ebenfalls neu, die Zusammenführung der Medienkunst, Kunsttheorie und Produkt- und Grafikdesign soll interdisziplinäres Arbeiten ermöglichen. Lebenslange Professuren wie an Akademien üblich gab es an der HfG Karlsruhe nicht. Normalerweise werden Zeitprofessuren von drei oder sechs Jahren vergeben, um zu gewährleisten, dass die Lehre unmittelbar aus dem aktuellen Kunstdiskurs heraus stammt. Mittlerweile sind einige Professuren entfristet.
Diese einmalige Verbindung von Lehr- und Forschungsstätten entspricht der neuen künstlerischen und pädagogischen Aufgabe, die traditionellen Künste auf die Medientechnologie und die elektronischen Herstellungsverfahren zu beziehen.
An der HfG Karlsruhe werden keine Bachelor-/Master-Studiengänge angeboten, da ab dem ersten Semester das Projektstudium mit Inhalten, die nicht modularisiert werden können, praktiziert wird. Der Abschluss in den Praxisstudiengängen der Kunst- und Design-Fachbereiche bleibt das Diplom. Es entspricht einem international anerkannten Masterabschluss. Das Studium im Fachbereich Kunstwissenschaft kommt seinem Aufbau nach dem Magisterstudiengang an den wissenschaftlichen Hochschulen gleich und umfasst auch ein Postgraduiertenstudium mit der Möglichkeit zur Promotion (Dr.phil.). Die internationale Bologna-Kompatibilität der HfG-Abschlüsse ist gewährleistet. Im Jahr 2008 bescheinigte der Wissenschaftsrat in seinem Evaluationsgutachten der HfG ein „ausgezeichnetes Ausbildungskonzept“.
HfG Forschungsinstitut [Bearbeiten]
Das HfG Forschungsinstitut versammelt seit 2006 nach dem Vorbild der angelsächsischen Institutes for Advanced Studies herausragende Wissenschaftler und exzellente Nachwuchsforscher räumlich und ideell unter einem Dach, wo sie sich auf selbstgewählte Forschungsprojekte konzentrieren und über disziplinäre Grenzen hinweg miteinander in Austausch treten können; u.a. wird im 3D-Labor „Expanded 3 Digital Cinema Laboratory“ an der Zukunft des 3D-Fernsehens und -Kinos geforscht. Zudem wird am 2010 gegründeten Gamelab an der Erweiterung des Spielbegriffs geforscht.
„Der professionalisierte Bürger“ [Bearbeiten]
Unter dem Titel „Der professionalisierte Bürger“ bietet die HfG seit Sommersemester 2010 kostenlose Ausbildungsangebote für Diplom-Rezipienten, Diplom-Patienten, Diplom-Konsumenten, Diplom-Bürger und Diplom-Gläubige für Bürger aller Altersgruppen an. Im Zentrum der Studiengänge steht die Förderung von Allgemeinbildung im Sinne der Wiederaneignung von bürgerlichen Kompetenzen.[1]. Das Studium Generale wurde von Bazon Brock initiiert.[2]. Referenten sind unter anderem Peter Sloterdijk, Wolfgang Ullrich (Kunsthistoriker), Jochen Hörisch und Manfred Schlapp. Seit Dezember 2011 findet "Der professionalisierte Bürger" in der Denkerei in Berlin Kreuzberg eine Ergänzung. Das Angebot läuft zum Sommersemester 2012 aus, wurde über Drittmittel finanziert und die Verbindung zur Hochschule war für die Studierendenschaft der HfG immer zweifelhaft. Herr Brock hat zur Eröffnung des Sommersemesters 2012 die Ehrendoktorwürde erhalten.
Fachbereiche [Bearbeiten]
- Medienkunst
- Neue Medien
- Digitale Medien/3D
- Fotografie
- Sounddesign
- Film/Video
- Produktdesign
- Kommunikationsdesign (früher Grafikdesign)
- Ausstellungsdesign und Szenografie
- Szenografie
- Mediale Ausstellungsgestaltung
- Architektur/Öffentlicher Raum
- Ausstellungsdesign/kuratorische Praxis
Außerdem werden folgende Magisterstudiengänge eines Theoriefachs angeboten:
- Kunstwissenschaft und Medientheorie
- Kunst- und Medienphilosophie (seit dem Wintersemester 2012/13[3]
Neben den Hauptfächern (Studiengänge) kommen folgende Grundlagenfächer hinzu:
- Architektur
- Philosophie und Ästhetik
Professoren [Bearbeiten]
- Volker Albus (Produktdesign)
- Michael Bielicky (Medienkunst/Digitale Medien)
- Ines Kaag und Désirée Heiss (Designduo Bless) (Produktdesign)
- Michael Clegg (Fotografie)
- Stefan Diez (Produktdesign)
- Thomas Heise (Medienkunst/Film)
- Isaac Julien (Medienkunst)
- Wilfried Kühn (Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis)
- Urs Lehni (Kommunikationsdesign)
- Chris Rehberger (Kommunikationsdesign)
- Armin Linke (Fotografie)
- Peter Sloterdijk (Philosophie) Rektor
- Andrei Ujica (Medienkunst/Film)
- Wolfgang Ullrich (Kunstwissenschaft und Medientheorie)
- Beat Wyss (Kunstwissenschaft)
- Heike Schuppelius (Szenographie)
Ehemalige Professoren [Bearbeiten]
- Beatrix von Pilgrim (Szenografie)
- Werner Aisslinger (Produktdesign)
- Hans Beller (Film)
- Hans Belting (Kunstwissenschaft) em.
- Martin Bohus (Medienkunst/Film)
- Didi Danquart (Medienkunst/Film)
- Louis-Philippe Demers (Mediale Ausstellungsgestaltung)
- Elger Esser (Medienkunst/Fotografie)
- Günther Förg (Malerei)
- Chup Friemert (Designtheorie und Designgeschichte)
- Ludger Gerdes † (Malerei)
- Siegfried Gohr (Kunstwissenschaft und Medientheorie)
- Markus Grob (Architektur)
- Götz Großklaus (Mediengeschichte)
- Boris Groys (Philosophie und Medientheorie)
- Candida Höfer (Medienkunst/Fotografie)
- Anna Jermolaewa (Kunst der Neuen Medien)
- Dietmar Kamper † (Medientheorie, Soziologie und Philosophie)
- Dieter Kiessling (Medienkunst)
- Mischa Kuball (Medienkunst)
- Wilfried Kuehn (Ausstellungsdesign und Kuratorische Praxis)
- Marie-Jo Lafontaine (Plastik und Multimedia)
- Uwe Laysiepen Ulay (Medienkunst)
- Daniel Libeskind (Architektur)
- Hansjerg Maier-Aichen (Produktdesign)
- Christian Möller (Ausstellungsdesign)
- Marcel Odenbach (Medienkunst)
- Dietrich Oertel (Architektur)
- Jai Young Park (Plastik und Multimedia)
- Tania Prill (Kommunikationsdesign)
- Gunter Rambow (Visuelle Kommunikation)
- Edgar Reitz (Medienkunst/Film)
- Lois Renner (Medienkunst/Fotografie)
- Michael Saup (Medienkunst/Digitale Medien)
- Michael Schirner (Kommunikationsdesign)
- Helmut Schuster † (Malerei)
- Johannes Schütz (Szenografie)
- Michael Simon (Szenografie)
- Lothar Spree (Medienkunst/Film)
- Thomas Struth (Medienkunst/Fotografie)
- Klaus vom Bruch (Medienkunst)
- Stephan von Huene † (Medienkunst)
- Sven Voelker (Kommunikationsdesign)
- Peter Voß (Medien)
- Penelope Wehrli (Szenografie)
- Hannes Wettstein † (Produktdesign)
- Byung-Chul Han (Philosophie und Medientheorie)
- Florian Pfeffer (Kommunikationsdesign)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ offizielle Website "Der professionalisierte Bürger"
- ↑ Interview mit Bazon Brock
- ↑ Philosophie der HFG bald als Hauptfach studierbar
Weblinks [Bearbeiten]
- Website
- Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe im Stadtwiki Karlsruhe
- Thierry Geoffroy / Colonel lecturing at ZKM in 2011
49.0016666666678.3838888888889Koordinaten: 49° 0′ 6″ N, 8° 23′ 2″ O