Wooly Bully

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Wooly Bully ist der Titel eines Nonsens-Songs, der im Jahre 1965 in der Fassung von Sam the Sham & the Pharaohs zum Millionenseller wurde.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Sam the Sham & The Pharaohs war eine in arabische Gewänder mit Turban gekleidete Band aus Texas unter Führung von Sam Samudio. Sie fuhren 1964 für Plattenaufnahmen nach Memphis, wo sie einige Lieder für verschiedene Plattenfirmen aufnahmen.

Als die Band im September 1964 mit Sam Samudios Komposition Hully Gully in das Studio von Sun Records kam, wurde ihr deutlich gemacht, dass diese Phrase nicht genutzt werden konnte, weil es bereits Tanz-Songtitel mit diesem Namen aus dem Jahr 1959 gab. Spontan entschied sich Samudio als Ersatz für den Namen seiner Katze, titulierte den Song Wooly Bully („tyrannisches Wollknäuel“) und passte den Text entsprechend an. Genau so spontan war auch das Anzählen im Tex-Mex-Dialekt. „Uno, dos, one, two, tres, quatro“ war beim ersten Take zu hören, bei den anderen zwei Takes hingegen nicht mehr. Samudio wollte es herausschneiden lassen, doch beließ der Produzent Stan Kesler das erste Take in seiner aufgenommenen Form.

Der Text ist ebenso Nonsens wie der Titel; er handelt von einem Dialog zwischen einer gewissen „Hattie“ und „Matty“ über das amerikanische Bison und das Erfordernis, geschickt tanzen zu können. Ein simples Orgel-Riff auf einer Farfisa unterstützt den auf einer 12-taktigen Blues-Sequenz basierenden Rhythmus des Songs, während das Solo des Tenor-Saxophons in C-Dur von Paul "Butch" Gibson das eigentliche Charakteristikum des Stückes darstellt. Bei der Aufnahme wirkten außerdem David A. Martin (Bassgitarre/Gesang), Ray Stinnet (Gitarre) und Jerry Patterson (Schlagzeug) mit. Als B-Seite wurde Ain’t Gonna Move (komponiert von Stacy Davidson und Produzent Stan Kesler) ausgesucht und kam zunächst als XL 906 Ende 1964 auf den Markt.

Erfolg[Bearbeiten]

Sam the Sham & The Pharaohs - Wooly Bully

Die Platte blieb ebenso ohne Resonanz wie die vorangegangene Single. Erst als MGM Records das Masterband erwarb und die Single erneut im Februar 1965 als MGM K 13322 veröffentlichte, reagierten die Fachpresse und das Publikum. Einige Radiosender spielten Wooly Bully jedoch nicht, weil ihnen der schwer verständliche Text wegen zweideutiger Worte verdächtig vorkam. Nach seiner Veröffentlichung erreichte er den zweiten Rang der Billboard-Pophitparade und verkaufte 2 Millionen Exemplare in den USA und 1 Million weltweit.[1] Damit wurde sie zur meistverkauften Single des Jahres 1965, und Billboard kürte sie zur besten Single des Jahres. Der Song war der erste amerikanische Millionenseller während der British Invasion von Beatbands des Jahres 1965. Während der Titel in Großbritannien lediglich auf Platz elf notierte, erreichte er in Deutschland einen zweiten Rang. Er erhielt eine Goldene Schallplatte[2] und wurde in die Rock and Roll Hall of Fame-Liste der 500 Songs, die den Rock and Roll am meisten geprägt haben, aufgenommen. Er wurde mit einem BMI-Award ausgezeichnet. Insgesamt sind 51 Coverversionen des Songs registriert.[3] Es gibt auch eine deutsche Version von Schmitti aus dem Jahr 2006 unter dem Titel Wooly Bully – Volle Pulle.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Murrells: Million Selling Records. From the 1900s to the 1980s. New York 1985, ISBN 0-668-06459-5, S. 213.
  2. Billboard-Magazin vom 25. September 1965, S. 6. Abgerufen am 21. Oktober 2012.
  3. Coverinfo-Eintrag von Wooly Bully. Abgerufen am 21. Oktober 2012.
  4. Schmitti aus Kall mit Mickie Krause und Tim Toupet auf CD. Artikel im Rundblick Schleiden, 21. Dezember 2007. Abgerufen am 21. Oktober 2012.