Zeitalter der Entdeckungen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Zeitalter der Entdeckungen

Als das Zeitalter der Entdeckungen bezeichnet man populärwissenschaftlich den Zeitraum etwa vom 15. bis zum 18. Jahrhundert; er wird zur Frühen Neuzeit gerechnet. In der Geschichtswissenschaft bevorzugt man heute den Begriff Zeitalter der europäischen Expansion.

Begriff[Bearbeiten]

'Zeitalter der Entdeckungen' ist ein Arbeitsbegriff zur Periodisierung der Entdeckungsgeschichte als Teilgebiet der Weltgeschichte, genauer genommen der europäischen Geschichte.

Nicht selten kommt es bei der Verwendung des Begriffes zu einer Verengung auf das Zeitalter der Renaissance. Dabei bezieht man sich besonders auf die europäische Expansion nach Übersee, die durch die Weltreisen von Bartolomeu Diaz, Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan, Jacques Cartier und Francis Drake begonnen hatte. Ohne Frage wurde das Bild von der Erde hiervon maßgeblich beeinflusst. Dabei gerät in den Hintergrund, dass gerade auch die Entdeckungen im 18. Jahrhundert unter anderem durch die Weltreisen von James Cook dazu geführt haben, dass sich das Weltbild und die Vorstellung von der Gestalt der Erde sehr wandelten. Nicht zuletzt gehören in diese Zeit auch archäologische Entdeckungen, die das Bild der klassischen Antike maßgeblich beeinflussten. Besondere Bedeutung hat hierbei die Entdeckung von Pompeji (Beginn der Grabungen 1748). Johann Joachim Winckelmann (1717 - 1768) gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und der Kunstgeschichte.

Die Entdeckungen führten auch zu Fortschritten zum Beispiel

Vorstellungen vom Zeitalter der Entdeckungen[Bearbeiten]

Die Vorstellung vom Zeitalter der Entdeckungen ist geprägt von den Seefahrten und den Entdeckungen in Übersee. Es umfasst inhaltlich aber auch die Astronomie, die mit den Namen unter anderem von Tycho Brahe, Nikolaus Kopernikus, Isaac Newton und Johannes Kepler verbunden ist. Auch Giordano Bruno und Galileo Galilei gehören hierzu. Nicht nur die Seefahrer mit ihren Entdeckungen, sondern auch sie bewirkten Veränderungen des Weltbildes.

Voraussetzungen[Bearbeiten]

Heckruder europäischer Segelschiffe im Zeitalter der Entdeckungen

Die Entdeckungen hatten eine Reihe von Motiven und Voraussetzungen. Zunächst waren durch den Bau hochseefähiger Schiffe die technischen Möglichkeiten gegeben. Auch die Verbesserung nautischer Instrumente trug hierzu bei. Auch tragbare Uhren wie das berühmte Nürnberger Ei zählen darunter, deren Erfindung (wohl fälschlich) Peter Henlein zugeschrieben wurde. Zu den Motiven gehören fraglos wirtschaftliche. Es kam zur Herausbildung von einem Welthandel (siehe auch: Frühkapitalismus). Die Handelskompanien waren dessen Träger. Der Seehandel hatte den größten Anteil hierbei, der Fernhandel über Landwege wie die alte Seidenstraße einen kleineren.

Manche Motive waren religiöse, so z.B. dass das Christentum in der Neuen Welt verbreitet werden sollte (Missionierung). Auch erwarteten die europäischen Großmächte zugleich eine Erweiterung ihres politischen Einflussbereiches. Das wird deutlich an den überseeischen Kolonien unter anderen der Spanier, Portugiesen, Engländer, Holländer und Franzosen. Ein Beispiel gibt hierfür auch der Vertrag von Tordesillas aus dem Jahre 1494. Er regelte die Verteilung der entdeckten Länder zwischen Portugal und Spanien. Die weitere Entwicklung zeigte jedoch dessen praktische Unwirksamkeit, da andere Großmächte keineswegs gewillt waren, am Gewinn aus den Entdeckungen nicht beteiligt zu sein. Die Gründung der Handelskompanien zeigte deren wirtschaftliches Interesse an der Nutzung der Ressourcen der entdeckten Gebiete. Der Vertrag von Madrid war die letztendliche Konsequenz des gegenstandslos gewordenen Vertrags von Tordesillas.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Beck (Hrsg.): 1492, die Welt zur Zeit des Kolumbus. Ein Lesebuch. Beck, München 1992, ISBN 3-406-34052-0 (Beck'sche Reihe; 460).
  • Urs Bitterli: Alte Welt - neue Welt. Formen des europäisch-überseeischen Kulturkontakts vom 15. bis zum 20. Jahrhunderts. Dtv, München 1992, ISBN 3-423-04569-8.
  • Daniel J. Boorstin: Entdeckungen, Das Abenteuer des Menschen, sich und die Welt zu erkennen („The discoverers“). Pawlak Verlag, Herrsching 1991, ISBN 3-88199-823-3 (Nachdr. d. Ausg. Basel 1985).
  • Hartmut Elsenhans: Geschichte und Ökonomie der europäischen Welteroberung. Vom Zeitalter der Entdeckungen zum I. Weltkrieg. Universitas-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86583-192-7 (zugl. Habilitationsschrift, FU Berlin 1975).
  • Walter Krämer: Neue Horizonte: das Zeitalter der großen Entdeckungen. 4. Aufl. Urania-Verlag, Leipzig 1978 (Geschichte der Entdeckungen unserer Erde; 3).

Eberhard Schmitt (Hgb.) : Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion . München (Beck) 1984 ff. (mehrbändiges Quellenwerk)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeitalter der Entdeckungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien