Geschichtswissenschaft

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Die Geschichtswissenschaft ist die methodisch gesicherte Erforschung von Aspekten der Geschichte auf der Basis kritisch geprüfter Überlieferung unter einer spezifischen Fragestellung.

Definition und Aufgaben[Bearbeiten]

Die Geschichtswissenschaft ist eine Geisteswissenschaft, die sich mit der Geschichte von Menschen und menschlichen Gemeinschaften beschäftigt, während die Naturgeschichte zu den einzelnen Naturwissenschaften gehört. Heute gilt die Geschichtswissenschaft, insbesondere mit entsprechenden Fragestellungen (Historische Anthropologie), daher auch als ein Sonderbereich der Anthropologie.

Die Geschichtswissenschaft zeichnet sich durch eine kritische Methode aus, das heißt, ihre Voraussetzungen, Methoden, Gedankengänge und Ergebnisse sind nachprüfbar (also verifizierbar oder falsifizierbar), und man geht stets prüfend und mit dem Streben nach weitgehender Objektivität vor (siehe Historisch-kritische Methode). Die Grundlage bilden historische Quellen, die im Rahmen einer Recherche gesammelt und dann nach den Regeln des Faches ausgewertet werden. Hierbei stehen die schriftlichen Zeugnisse im Mittelpunkt. Eng verwandt ist die Geschichtswissenschaft auch mit der Archäologie, die aber hauptsächlich nicht-schriftliche Quellen auswertet, und der Politikwissenschaft. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Texten und Hermeneutik für die historische Forschung gibt es daneben auch Berührungspunkte mit der Literaturwissenschaft.

In der Geschichtswissenschaft geht es weniger darum, das vorhandene Wissen über die Vergangenheit des Menschen nur zu wahren und zu verbreiten, sondern vor allem darum, es zu mehren. Der historische Stoff und das historische Material sind prinzipiell unendlich, da immer neue Quellen und Sichtweisen auf die Vergangenheit entstehen. Vor allem Letzteres sorgt dafür, dass durch veränderte Fragestellungen auch in Hinblick auf weit zurückliegende Epochen immer wieder neue Erkenntnisse erzielt werden. Die Quellen – schriftliche wie materielle – bedürfen in diesem Zusammenhang stets zwingend der Interpretation, sie sprechen nicht für sich selbst. Dabei sind methodische Regeln zu beachten, die die moderne Geschichtswissenschaft im Verlauf von zwei Jahrhunderten formuliert hat, um plausible und logisch zulässige von unzulässigen Interpretationen trennen zu können.

Erforschen, Interpretieren, Verknüpfen und Vertiefen stehen im Vordergrund der Arbeit von Historikern. Stets geht der Forscher

  • mit einem bestimmten Erkenntnisinteresse, einer Fragestellung, an seinen Gegenstand heran,
  • sammelt und sichtet dann die verfügbaren Quellen,
  • interpretiert diese nach den methodischen Regeln des Faches
  • und stellt zuletzt seine Ergebnisse dar, um sie in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.

Wie in jeder Wissenschaft besteht Erkenntniszuwachs dabei auch in dem Versuch, Irrtümer und Einseitigkeiten früherer Forscher aufzudecken und zu korrigieren (Forschungsgeschichte). Die Fragen, die an die Vergangenheit gestellt werden, ändern sich im Laufe der Zeit. Oft hängen sie mit neuen sozialwissenschaftlichen Theorien zusammen, in deren Licht sich die Quellen und Zusammenhänge anders deuten lassen.

Geschichtswissenschaftler werden Historiker genannt (von altgr. Historie/Historia = „Erkundung, Erforschung“). Ein Teilgebiet der Geschichtswissenschaft, das sich mit den Grundlagen des Fachs Geschichte befasst, ist die Historik. Das Fach wird weltweit vornehmlich an Universitäten sowie an spezialisierten Instituten betrieben, zudem an größeren und lokalen Museen. Es gibt auch viele Menschen, die sich außerhalb ihres Berufes auf wissenschaftlichem Niveau historisch betätigen, z. B. in der Regional- und Lokalgeschichte. Hinzu kommen zahlreiche historisch interessierte Laien, die zwar mitunter wichtige Beiträge leisten, denen aber aufgrund methodischer Mängel nicht selten auch gravierende Irrtümer unterlaufen.

In einer Grauzone zur Geschichtswissenschaft stehen populärwissenschaftliche Darstellungen, die sich ohne genaue Belege an ein breiteres Publikum richten. Dabei kann es vorkommen, dass sie die Geschichte zu sehr vereinfachen oder (absichtlich oder unabsichtlich) gar verfälschen. Mitunter ist bei populärwissenschaftlichen Arbeiten die Grenze zur Pseudowissenschaft fließend, die auf methodisch unzulässige Weise arbeitet und so wissenschaftlich unhaltbare Ergebnisse produziert. Gute populärwissenschaftliche Werke hingegen verbreiten historisches Wissen außerhalb der Fachwelt. Im Idealfall können sie einer breiteren Öffentlichkeit auch verdeutlichen, dass das aktuelle Bild von der Vergangenheit stets eine mehr oder weniger plausible (Re-)Konstruktion und Interpretation ist. Manche Historiker wie Golo Mann sind sogar der Auffassung, gute Geschichtsschreibung sei eher eine literarische Kunst als eine Wissenschaft, allerdings eine Kunst, die auf den Erkenntnissen der Wissenschaft aufbaut.[1]

Geschichte der Geschichtswissenschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Geschichtswissenschaft

Die Geschichtswissenschaft hat ihre eigene Geschichte. In der Geschichte der Geschichtsschreibung geht es um frühere Historiker, um deren Werke, teilweise um die Umstände, unter denen früher Geschichtsschreibung betrieben wurde, und auch darum, wie sich die Interessen und Fragestellungen gewandelt haben. Herodot gilt als der Vater der Geschichtsschreibung. Die seine folgte allerdings noch nicht den Regeln moderner Forschung, sondern verstand sich als literarisch-philosophisches Kunstwerk. Schon in der Antike hat die Geschichtsschreibung zwar mit Autoren wie Thukydides manche Maßstäbe gesetzt, auf die Giambattista Vico in der Neuzeit zurückgegriffen hat. Aber erst im 19. Jahrhundert (Historismus) begannen Geschichtsforscher in Europa, sich verstärkt unter Beachtung wissenschaftlicher Kriterien (Heuristik, Quellenkritik, Textkritik, Objektivität) mit der Geschichte zu befassen.

Historik, Geschichtsdidaktik und -methoden[Bearbeiten]

Historik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Theorie der Geschichte

Die Theorie der Geschichte (Historik) befasst sich auf theoretischer Ebene mit den Grundlagen des Fachs, vor allem mit der Frage, wie historisches Wissen möglich ist, wie es zustande kommt und wozu es dient. Durch das Erkennen seiner eigenen, oft unbewussten Vorannahmen, kann ein Historiker Fehler vermeiden.

Geschichtsdidaktik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichtsdidaktik

Die Geschichtsdidaktik gehört zur Geschichtswissenschaft, nicht zur Pädagogik, weil die Belehrung der Zeitgenossen über die Geschichte das ursprüngliche Anliegen der Historiker gewesen ist. Sie befasst sich vor allem mit der Weise, wie das Geschichtsbewusstsein in schulischen und außerschulischen Bildungsprozessen sowie in der Geschichtskultur mit Geschichte umgeht.

Methoden der Geschichtswissenschaft[Bearbeiten]

Die historisch-kritische Methode wurde in Auseinandersetzung mit den schriftlichen Quellen im 18. und 19. Jahrhundert entwickelt und verfeinert. Nach wie vor stehen Texte klar im Zentrum der Geschichtswissenschaft. Für viele historische Sachverhalte fehlen aber Schriftquellen.

Über sie hinaus gehen sozialwissenschaftliche Methoden (wozu insbesondere auch die Statistik zählt), die auch Massenphänomene quantitativ erfassen können. Des Weiteren ergänzen naturwissenschaftliche Methoden – z. B. die C14-Methode, die Dendrochronologie und die DNA-Analyse (insbesondere für Grabfunde) – zunehmend die geschichtswissenschaftliche Methodik. Neue und/oder verbesserte Datenanalysen wurden zudem mit der Erfindung und stetigen Weiterentwicklung des modernen Computers möglich.

Das Gebiet der verschiedenen angewendeten Methoden der Geschichtswissenschaft ist dabei nicht zu verwechseln mit der Geschichtsmethodik, die eine Teildisziplin der Geschichtsdidaktik darstellt.

Räumliche und zeitliche Abschnitte[Bearbeiten]

Räumlich-geografisch kann man die Geschichte gliedern in die Weltgeschichte und Geschichte einzelner Erdteile (Europas, Amerikas, Asiens, Afrikas, Australiens). Darunter stehen zahllose Nationalgeschichten, Regionalgeschichten und Lokalgeschichten sowie Migrationsgeschichten wie die Völkerwanderung oder die Ostsiedlung.

Zeitlich gliedert sich Geschichte in Epochen.

  • Die Ur- und Frühgeschichte umfasst den Zeitraum zwischen den ersten bewusst hergestellten Steingeräten vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis zu den ersten schriftlichen Aufzeichnungen. Erst bei Vorliegen von Schriftdokumenten spricht man von Geschichte im engeren Sinne. Das Ende der Urgeschichte liegt in jeder Kultur zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt, je nach dem, wann die Schrift eingeführt bzw. entwickelt wurde. Heutige steinzeitliche Kulturen befinden sich also noch in der Phase der Urgeschichte.
  • Erste Schriftdokumente finden sich in der Phase der Hochkulturen ab ca. 4000 v. Chr.
  • Seit Christoph Cellarius (16381707) wird die Geschichte Europas und des Mittelmeerraums in die Zeiträume der Alten Geschichte, der Mittelalterlichen Geschichte und der Neueren Geschichte unterteilt. Diese europäische Periodisierung in Altertum, Mittelalter und Neuzeit (aus ursprünglich protestantischer Sicht) ist heute umstritten und lässt sich nicht ohne weiteres anwenden auf außereuropäische Hochkulturen, etwa auf die chinesische Geschichte oder auf die Japans, Indiens oder Mittel- und Südamerikas.

Die drei großen Epochen der europäischen Geschichte sind

  • Alte Geschichte (Griechen, Römer und ihre Nachbarvölker) (bis ca. 600 n. Chr.),
  • Mittelalterliche Geschichte (ca. 500/600 bis ca. 1500 n. Chr.) und
  • Neuzeit (seit ca. 1500). Die Neuzeit wird wiederum eingeteilt in die Abschnitte

Entsprechend spezialisiert sich die Geschichtswissenschaft.

Teildisziplinen[Bearbeiten]

Weltgeschichte bedeutet den Versuch, die Menschheitsgeschichte in Gänze jenseits nationaler oder sektoraler Beschränkungen darzustellen. Allerdings ist die konkrete Darstellung immer nach Zeit und Raum gegliedert (siehe unten). Ein aktueller Versuch für das 19. Jahrhundert liegt vor bei Jürgen Osterhammel.[2]

Von allgemeiner Geschichte wird gesprochen, wenn die Geschichte ohne thematische Aufteilung gemeint ist.

Wichtige Teilgebiete sind:

Die Themen sind oft zugleich Gegenstand einer Fachwissenschaft, so gehört die Wirtschaftsgeschichte auch zur Wirtschaftswissenschaft. Oft hängt es von der Tradition ab, ob ein Gebiet eher bei der Geschichtswissenschaft vertreten ist (z. B. Sozialgeschichte) oder bei der Fachwissenschaft (Sozialwissenschaft). Besonders die Zeitgeschichte kann kaum von der Politikwissenschaft getrennt werden.

Die Archäologie, Volkskunde und die Kunstgeschichte erfordern für ihre Gegenstände – nicht-schriftliche Zeugnisse – andere Methoden, ihre Ergebnisse können aber von der Geschichtswissenschaft aufgegriffen werden.

Sachbereiche:

Unterschiedliche Herangehensweisen sind

Regionen und Kulturen:

Historische Hilfswissenschaften:

Grundlagen des Faches:

Verwandte Bereiche:

Quellen, Sekundärliteratur und Hilfsmittel[Bearbeiten]

Quellen sind die Schnittstelle zwischen den Ereignissen, über die ein Historiker forscht, und der Geschichtswissenschaft. Deren Produkte wiederum beeinflussen einander und letztlich auch popularisierende Werke. (Die Pfeile im Schaubild beschreiben nur die hauptsächlichen Informationswege.)

Grundlage für die Arbeit eines Historikers sind Quellen; aus dieser Beschäftigung kommt neues Wissen. Seine Forschungsergebnisse veröffentlicht man in Monografien und Artikeln in Fachzeitschriften, das heißt als Sekundärliteratur („Darstellungen“). Drittens verwendet man Hilfsmittel. Zu den Nachschlagewerken gehören:

Siehe auch: Liste bedeutender historischer Fachzeitschriften

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Geschichte – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Geschichte

Literatur[Bearbeiten]

  • Egon Boshof / Kurt Düwell / Hans Kloft: Grundlagen des Studiums der Geschichte. Eine Einführung. 5. Aufl. Köln/Weimar/Wien 1997 (Böhlau-Studien-Bücher). ISBN 3-412-15296-X [Einstiegsliteratur mit zahlreichen weiterführenden Literaturhinweisen.]
  • Gunilla Budde, Dagmar Freist, Hilke Günther-Arndt (Hrsg.), Geschichte. Studium – Wissenschaft – Beruf, Akademie Verlag, Berlin 2008 ISBN=978-3-05-004435-4 Akademie Studienbücher – Geschichte Basisbuch.
  • Joachim Eibach / Günther Lottes (Hrsgg.): Kompass der Geschichtswissenschaft. Ein Handbuch. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2002 (UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher, Bd. 2271) ISBN 3-8252-2271-3.
  • Ulrich Enderwitz: Kritik der Geschichtswissenschaft. Der historische Relativismus, die Kategorie der Quelle und das Problem der Zukunft in der Geschichte. Ça Ira, 1988, ISBN 3-925789-09-X.
  • Christoph Cornelißen (Hrsg.): Geschichtswissenschaften. Eine Einführung. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, ²2000 (Fischer-Taschenbuch, Bd. 14566) ISBN 3-596-14566-X.
  • Hans-Jürgen Goertz (Hrsg.): Geschichte. Ein Grundkurs. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, ²2001 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55576) ISBN 3-499-55576-X.
  • Hans-Werner Goetz: Moderne Mediävistik. Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1999.
  • Bettina Hitzer, Thomas Welskopp (Hrsgg.): Die Bielefelder Sozialgeschichte. Klassische Texte zu einem geschichtswissenschaftlichen Programm und seinen Kontroversen. Bielefeld 2010. ISBN 978-3-8376-1521-0.
  • Peter Lambert / Phillip Schofield (Hrsgg.): Making History: An Introduction to the History and Practices of a Discipline. Routledge 2004, ISBN 0-415-24255-X.
  • Paul Nolte: Wozu Geschichtswissenschaft? In: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte. Frankfurt am Main/New York 2003 ISBN 3-593-37336-X.
  • Lutz Raphael: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München: C.H. Beck 2003
  • Pietro Rossi (Hrsg.): Theorie der modernen Geschichtsschreibung. Frankfurt am Main 1987.
  • Theodor Schieder: Geschichte als Wissenschaft. Eine Einführung. 2. Aufl. München/Wien 1968.
  • Winfried Schulze (Hrsg.): Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 60, 2009/3 (Themenheft zur Einheit der Geschichte).

Teildisziplinen[Bearbeiten]

  • Volker Depkat / Matthias Müller / Andreas Urs Sommer (Hrsgg.): Wozu Geschichte(n)? Geschichtswissenschaft und Geschichtsphilosophie im Widerstreit. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2004, ISBN 3-515-08419-3.
  • Andrea Griesebner: Feministische Geschichtswissenschaft. Eine Einführung. Wien: Löcker 2005, ISBN 3-85409-410-8.
  • Bernd-Ulrich Hergemöller, Einführung in die Historiographie der Homosexualitäten, Tübingen: edition diskord 1999, ISBN 3-89295-678-2.
  • Gabriele Lingelbach / Harriet Rudolph: Geschichte studieren. Eine praxisorientierte Einführung für Historiker von der Immatrikulation bis zum Berufseinstieg. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14557-6.
  • Lutz Raphael: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München: C.H. Beck 2003, ISBN 3-406-49472-2.

Bibliografien[Bearbeiten]

  • Historical Abstracts – erfasst seit 1955 erschienene, überwiegend englischsprachige Literatur
  • Historische Bibliographie
    • Druckausgabe: Jahrbuch der historischen Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, seit 1974
    • online: Historische Bibliografie und Jahrbuch der historischen Forschung online

Geschichtsschreibung[Bearbeiten]

  • Horst W. Blanke: Zum Verhältnis von Historiographiegeschichte und Historik. Eine Analyse der Tagungsbände „Theorie der Geschichte“ und „Geschichtsdiskurs“. In: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte, 29, 2000, S. 55–84.
  • Michel de Certeau: Das Schreiben der Geschichte. Frankfurt am Main: Campus 1991.
  • Eduard Fueter: Geschichte der neueren Historiographie. Zürich 1985 (Reprint der dritten Auflage von 1936).
  • Hayden White: Das Problem der Erzählung in der modernen Geschichtstheorie. In: Pietro Rossi (Hrsg.): Theorie der modernen Geschichtsschreibung. Frankfurt 1987
  • Giambattista Vico: Prinzipien einer neuen Wissenschaft über die gemeinsame Natur der Völker. Bde. 1 und 2, Scienza nuova, (Ersterscheinung 1721) Übersetzt und herausgegeben von Vittorio Hösle und Christoph Jermann, PhB Sonderausgabe. 2009. XVIII, 628 Seiten, ISBN 978-3-7873-1932-9.

Geschichtsschreibung in Deutschland[Bearbeiten]

  • Nicolas Berg: Der Holocaust und die westdeutschen Historiker. Erforschung und Erinnerung. Göttingen, Wallstein Verlag 2003.
  • Karl Christ: Hellas: griechische Geschichte und deutsche Geschichtswissenschaft. München, Beck, 1999.
  • Ulrich Enderwitz: Kritik der Geschichtswissenschaft. Der historische Relativismus, die Kategorie der Quelle und das Problem der Zukunft in der Geschichte. Berlin, R. Matzker, 1988.
  • Ernst Engelberg: Theorie, Empirie und Methode in der Geschichtswissenschaft. Gesammelte Aufsätze, Berlin 1980.
  • Daniel Fulda: Wissenschaft aus Kunst. Die Entstehung der modernen deutschen Geschichtsschreibung 1760–1860. Berlin/New York, de Gruyter, 1996.
  • Imanuel Geiss: Deutsche Geschichtswissenschaft. Eine Kritik der traditionellen Geschichtsauffassung von Herder bis zur Gegenwart. 3. Auflage, Wien, Köln, Weimar, Böhlau, 1997.
  • Ulrich Pfeil (Hrsg.): Die Rückkehr der deutschen Geschichtswissenschaft in die ›Ökumene der Historiker‹. Ein wissenschaftsgeschichtlicher Ansatz. München, Oldenbourg, 2008 ISBN 978-3-486-58795-1 Online auf perpsectivia.net.
  • Martin Sabrow: Das Diktat des Konsens. Geschichtswissenschaft in der DDR 1949–1969. (Ordnungssysteme. Studien zur Ideengeschichte der Neuzeit Band 8), Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2001 ISBN 3-486-56559-1.
  • Winfried Schulze: Deutsche Geschichtswissenschaft nach 1945. München, Oldenbourg, 1989.
  • Wienfried Schulze u. a. (Hrsg.): Deutsche Historiker im Nationalsozialismus. Frankfurt am Main, Fischer-Taschenbuch-Verlag, 2000.
  • Wolfgang Weber: Priester der Klio: histor.-sozialwiss. Studien zu Herkunft u. Karriere dt. Historiker u. zur Geschichte der Geschichtswissenschaft 1800–1970. Frankfurt am Main [u. a.], Lang, 2. Auflage 1987.

Geschichtsschreibung in Frankreich[Bearbeiten]

  • Lingelbach, Gabriele: Klio macht Karriere. Die Institutionalisierung der Geschichtswissenschaft in Frankreich und in den USA in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Göttingen 2003.
  • Raphael, Lutz: Die Erben von Bloch und Febvre: Annales-Geschichtsschreibung und nouvelle histoire in Frankreich. 1945–1980, Stuttgart: Klett-Cotta, 1994
  • Philippe Poirrier: Aborder l’histoire. Paris: Seuil, 2000.
  • Philippe Poirrier: Les enjeux de l’histoire culturelle. Paris: Seuil, 2004.
  • Arnd Hoffmann: Zufall und Kontingenz in der Geschichtstheorie. Mit zwei Studien zu Theorie und Praxis in der Sozialgeschichte. Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-465-03369-1.

Geschichtsschreibung in Großbritannien[Bearbeiten]

  • Roger Charles Richardson: The debate on the English Revolution. 3. ed., Manchester [u. a.] : Manchester Univ. Press, 1998.

Geschichtsschreibung in Lateinamerika[Bearbeiten]

  • Mark Thurner: YET ANOTHER HISTORY OF HISTORY. In: Latin American Research Review, Vol. 41, No. 3, Oktober 2006, pp.164–174.

Geschichtsschreibung in der Schweiz[Bearbeiten]

  • Boris Schneider (Hrsg.): Geschichtsforschung in der Schweiz: Bilanz und Perspektiven. Basel: Schwabe, 1992.

Geschichtsschreibung in den USA[Bearbeiten]

  • Peter Novick, That Noble Dream: The „Objectivity Question“ and the American Historical Profession. Cambridge: Cambridge University Press, 1988.
  • The state of U.S. history, ed. by Melvyn Stokes, Oxford [u. a.] : Berg, 2002.
  • Eric Foner: Who owns history? : rethinking the past in a changing world. New York, NY: Hill and Wang, 2002.
  • Dirk Hoerder: From National History to Many Texts: Deprovincialized / Transcultural / Internationalized Historiographies of the United States. In: Amerikastudien / American Studies 48.1 (2003) 11-32.
  • Michael Wachholz: Entgrenzung der Geschichte: eine Untersuchung zum historischen Denken der amerikanischen Postmoderne. Heidelberg: Winter 2005
  • Gerard Serrade: Leere Zeiten – oder: Das abstrakte Geschichtsbild. Logos, Berlin 1998, ISBN 3-89722-016-4.
  • John Higham/Leonard Krieger/Felix Gilbert: History, Englewood Cliffs 1965.

Geschichtsschreibung in Japan[Bearbeiten]

  • Hans Martin Krämer/Tino Schölz/Sebastian Conrad (Hrsg.): Geschichtswissenschaft in Japan. Themen, Ansätze und Theorien. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006. ISBN 978-3-525-36297-6.

Feministische Geschichtsschreibung[Bearbeiten]

  • Gisela Bock: Geschichte, Frauengeschichte, Geschlechtergeschichte. In: Geschichte und Gesellschaft 14 (1988), S. 364–391.
  • Andrea Giesebner: Feministische Geschichtswissenschaft. Eine Einführung. Wien: Löcker 2005, ISBN 3-85409-410-8.
  • Karin Hausen: Geschichte als patrilineare Konstruktion und historiographisches Identifikationsangebot. Ein Kommentar zu Lothar Gall, Das Bürgertum in Deutschland, Berlin 1989, In: L’Homme. Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft. 8. Jg. /Heft 2,1997, 109–131.
  • Joan W. Scott: Gender. Eine nützliche Kategorie der historischen Analyse. In: Nancy Kaiser, SELBST BEWUSST Frauen in den USA. Leipzig: Reclam 1994, S. 27–75.
  • Mary Spongberg: Writing women’s history since the Renaissance. Basingstoke [etc.] : Palgrave Macmillan, 2002.

Jüdische Geschichtsschreibung[Bearbeiten]

  • Jüdische Geschichte lesen : Texte der jüdischen Geschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert, Hrsg. und kommentiert von Michael Brenner, München: Beck 2003.
  • Historikerstreit in Israel. Die 'neuen’ Historiker zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, Hrsg. von Barbara Schäfer, Frankfurt am Main [u. a.] : Campus-Verlag, 2000.
  • Jüdische Geschichtsschreibung heute: Themen, Positionen, Kontroversen, Hrsg. von Michael Brenner und David N. Myers, München: Beck 2002.
  • Michael Brenner: Propheten des Vergangenen: jüdische Geschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert, München: Beck, 2006.
  • Yosef Hayim Yerushalmi: Zachor: Erinnere Dich! : Jüdische Geschichte und jüdisches Gedächtnis, Berlin : Wagenbach, 1988.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Golo Mann: Plädoyer für die historische Erzählung, in: Theorie der Geschichte, Bd. 3, Theorie und Erzählung in der Geschichte, hg. v. Jürgen Kocka und Thomas Nipperdey, München 1979, S. 40–56
  2. Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. München 2009; Weltgeschichte: Von der Universität in den Unterricht. In: Geschichte für heute. 3/2009, S. 5–13.