Zlín Z-XII

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Zlín Z-XII
Zlín Z-XII
Typ: Sportflugzeug
Entwurfsland: TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
Hersteller: Zlín
Erstflug: April 1935[1]
Stückzahl: 201 Z-XII
58 Z-212

Die Zlín Z-XII war ein zweisitziges Sportflugzeug aus der ČSR und der erste große Erfolg des Zlínská Letecká Akciová Společnost-Betriebes nach seiner Neugründung in Otrokovice nach Übernahme durch den Baťa-Konzern.

Entwicklung[Bearbeiten]

Zlin Z-XII im Luftfahrtmuseum Kbely

Entwickelt wurde dieser Tiefdecker ab 1934 von Jaroslav Lonek, der sie gänzlich aus Holz projektierte. Es entstanden zwei Prototypen. Der erste (Kennung: OK-BTA) war mit einem „Continental“-Antrieb mit 27 kW/36 PS ausgerüstet und absolvierte seinen Erstflug im April 1935. Später wurde ein Persy I eingebaut. Der zweite Prototyp (Kennung: OK-BTB) wurde mit Walter-Mikron- Motor (45 kW/60 PS) erprobt.

Nach dem Ende der Flugerprobung ging die Z-XII mit einem Persy-II-Motor ausgestattet in Serie. Eine verbesserte Ausführung mit Walter-Mikron-Triebwerk wurde als Z-212 bezeichnet. Ausgeliefert wurde sie entweder mit offenem Cockpit oder mit Kabinenhaube. Sie war ein sehr beliebtes Sportflugzeug und wurde nach ihrer öffentlichen Präsentation auf dem Pariser Aerosalon von 1938 auch in verschiedene Länder, so Ägypten, Frankreich, Italien, Japan, Jugoslawien, Rumänien und Südafrika, exportiert.

1937 konnten mit der Z-XII zwei Rekorde aufgestellt werden, einer mit 113,845 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit auf 100 km und ein weiterer mit 109,433 km/h über 1000 km.

Nach der deutschen Okkupation lief die Produktion der Z-212 unter deutscher Aufsicht weiter. Bei der Luftwaffe wurde die Z-XII/Z-212 bis 1943 eingesetzt, etwa 20 Z-XII gingen an die Slowakei. Eine Z-212 wurde bei Kriegsende von den Amerikanern erbeutet und eine Zeitlang mit amerikanischen Hoheitszeichen versehen für Rundflüge verwendet. Eine Z-XII überstand in Einzelteile zerlegt in Otrokovice den Zweiten Weltkrieg, wurde wieder aufgebaut und flog mit der Kennung OK-ZJD. Die letzte bekannte Z-XII wurde in Italien 1965 außer Dienst gestellt.

Insgesamt wurden 201 Z-XII und 58 (nach anderen Quellen 51) Z-212 gebaut. Der Konstrukteur Jaroslav Lonek wurde 1943 wegen Sabotageverdachts von den deutschen Besatzern ermordet.[2] Ein Z-XII-Nachbau (OK-TBX) kann im Flugzeugmuseum Prag-Kbely besichtigt werden.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Britisch-IndienBritisch-Indien Britisch-Indien
Jugoslawien Konigreich 1918Jugoslawien Jugoslawien
  • Königlich jugoslawische Luftwaffe: 1 Exemplar
Slowakei 1939Slowakei Slowakei
  • Slowakische Luftwaffe
Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Tschechoslowakei

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Konzeption    Sportflugzeug
Konstrukteur(e)    Jaroslav Lonek
Hersteller    Zlínská letecká akciová společnost
Baujahr(e)    1935–?
Flügelspannweite    10,00 m
Länge    7,80 m
Höhe    2,75 m
Flügelfläche    12,0 m²
Antrieb    ein Persy II
Leistung    33 kW / 45 PS
Höchstgeschwindigkeit    155 km/h (Z-212: 165 km/h)
Reisegeschwindigkeit    135 km/h (Z-212: 140 km/h)
Steigzeit    3 min auf 370 m Höhe
Dienstgipfelhöhe    3.800 m (Z-212: 4.000 m)
Reichweite    300 km
Leergewicht    290 kg
Startgewicht    520 kg
Besatzung    2

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Barry Ketley, Mark Rolfe: Luftwaffe Fledglings 1935–1945. Luftwaffe Training Units and their Aircraft. (Hikoki Publications, Aldershot 1996, S. 11)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Mau: Tschechoslowakische Flugzeuge. transpress, Berlin 1987, ISBN 3-344-00121-3, S. 84.
  2. Ulrich Langer: Die Luftfahrtindustrie der ČSSR. Flieger-Jahrbuch 1981, S. 71