Zumbi

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Büste von Zumbi in Brasilien. Aufschrift: „Zumbi von Palmares, der schwarze Anführer aller Rassen“

Zumbi (* 1655; † 20. November 1695), auch bekannt als Zumbi von Palmares, war der letzte Anführer des autonomen Königreichs Palmares von entflohenen und frei geborenen Sklaven im heutigen Staat Alagoas, Brasilien.

Palmares[Bearbeiten]

Palmares war eine Siedlung von geflohenen afrikanischen Sklaven, die erfolgreichen Widerstand gegen die portugiesischen Kolonialregierungen und holländischen Kolonisatoren leisteten. Geflohene Sklaven gingen oft zu ihren alten Plantagen zurück, um ihren ehemaligen Mitgefangenen zur Flucht zu verhelfen. So wuchs die Siedlung auf ungefähr 30.000 Menschen heran. Darunter waren auch brasilianische Ureinwohner, Araber und von der Kolonialregierung unterdrückte Europäer. Durch die Kampfkunst Capoeira konnten zwischen 1654 und 1678 über zwanzig Angriffe der Sklavenhalternationen abgewehrt werden.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Zumbi wurde 1655 in Freiheit in Palmares geboren, aber im Alter von etwa sechs Jahren von den Portugiesen gefangen und dem Missionar Antonio Melo übergeben. Als Francisco getauft wurde er in die Sakramente eingeweiht und lernte Portugiesisch und Latein. Mit 15 flüchtete er in seine Geburtsstätte. Seine Kampfkraft und Gewandtheit sowie militärisches Geschick machten ihn zu einem respektierten Strategen in seinen frühen Zwanzigern.

Anführer der Siedlung Palmares[Bearbeiten]

Im Jahre 1678 suchte der portugiesische Gouverneur der Provinz Pernambuco, Pedro Almeida das Gespräch mit dem Anführer Ganga Zumba. Sein Angebot war, den Bewohnern von Palmares die Freiheit zu schenken, wenn sich die Siedlung portugiesischer Gewalt ergeben würde. Ganga Zumba neigte dazu, zu akzeptieren, aber Zumbi traute den Portugiesen nicht. Außerdem weigerte er sich, die Freiheit anzunehmen, während andere versklavt blieben. Um den Widerstand gegen die portugiesische Unterdrückung fortzusetzen, lehnte er das Angebot Almeidas ab, stellte damit Ganga Zumbas Führerschaft in Frage und wurde der neue Anführer von Palmares.

Fünfzehn Jahre nachdem Zumbi den Thron von Palmares bestieg und seine Krieger bis vor die Tore von Recife führte, starteten die Portugiesen einen Kanonenangriff von drei Seiten, dem die Kämpfer von Palmares nicht gewachsen waren. Nach 67 Jahren erfolglosen Krieges gegen Palmares zerstörten die Portugiesen am 6. Februar 1694 mit Cerca do Macaco dessen zentrale Siedlung. Zumbi wurde verletzt.

Tod[Bearbeiten]

Zwar konnte er entkommen und den Widerstand noch fast zwei Jahre lang fortsetzen, doch wurde letztendlich sein Versteck von einem gefangenen Mitstreiter verraten. Zumbi wurde am 20. November 1695 geköpft. Sein Kopf musste in Recife öffentlich ausgestellt werden, um die afrikanischen Sklaven von seinem Tod zu überzeugen, die Zumbi mittlerweile für unsterblich hielten wie einen Halbgott. Dennoch wurde der Kampf noch hundert Jahre nach seinem Tod weitergeführt.

Heutige Bedeutung[Bearbeiten]

In Brasilien wird der 20. November als Tag des Schwarzen Selbstbewusstseins (Dia da Consciência Negra) gefeiert. Zumbi wurde zum Held der afro-brasilianischen Menschenrechtsbewegung des zwanzigsten Jahrhunderts sowie zum Nationalhelden.

Erinnerungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • R. N. Anderson: The quilombo of Palmares: a new overview of a maroon state in seventeenth- century Brazil. In: Journal of Latin American Studies. Band 28, 1996, S. 545–566.
  • P. P. A Funari: The archaeology of Palmares and its contribution to the understanding of the history of African-American culture. In: Historical Archaeology of Latin America. Band 7, 1995, S. 1–41.
  • C. E. Orser Jr.: The archaeology of the African diaspora. In: Annual Review of Anthropology. Band 27, 1998, S. 63–82.
  • C. E. Orser Jr.: In search of Zumbi: preliminary archaeological research at the Serra da Barriga, State of Alagoas, Brazil. Midwestern Archaeological Research Centre, Illinois State University.

Weblinks[Bearbeiten]