Brasília

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Dieser Artikel behandelt die Hauptstadt Brasiliens. Zu anderen Bedeutungen siehe Brasilia (Begriffsklärung).
Brasília
-15.8-47.851200Koordinaten: 15° 48′ S, 47° 51′ W
Karte: Distrito Federal do Brasil
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Brasília

Brasília auf der Karte des Bundesdistrikts

Basisdaten
Staat BrasilienBrasilien Brasilien
Bundesdistrikt Distrito Federal do BrasilDistrito Federal do Brasil Distrito Federal do Brasil
Stadtgründung 21. April 1960
Einwohner 2.606.885 (2007)
   – im Ballungsraum 3.506.967
Stadtinsignien
Brasão do Distrito Federal (Brasil).svg
Bandeira do Distrito Federal (Brasil).svg
Detaildaten
Fläche 5802 km²
Bevölkerungsdichte 422 Ew./km²
Höhe 1200 m
Postleitzahl 70000–70999
Vorwahl (+55) 61
Zeitzone UTC-3
Stadtvorsitz Agnelo dos Santos Queiroz Filho
Website www.brasilia.df.gov.br
Brasília
Brasília

Brasília ist die Hauptstadt Brasiliens. Sie liegt im Distrito Federal do Brasil (Bundesdistrikt), der 2,6 Millionen Einwohner (2009)[1] auf einer Fläche von 5.802 Quadratkilometern hat.

Nach dem brasilianischen Bundesamt für Statistik und Geographie (IBGE) gibt es im Distrito Federal nur eine Gemeinde (município): Brasília. Der Bundesdistrikt stellt jedoch kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern ist – mit seiner recht geringen Bevölkerungsdichte und den dominierenden Agrarflächen – eher mit einem kleinen Bundesstaat vergleichbar.

Die Kernstadt (Verwaltungsregion Brasília) hat 205.030 Einwohner (2010) und eine Fläche von 472,12 Quadratkilometern. In der Metropolregion Brasília, die bis in die Bundesstaaten Goiás und Minas Gerais hineinreicht, leben rund 3,5 Millionen Menschen (2007) auf einer Fläche von 55.570 Quadratkilometern.[2]

Vier Definitionen von Brasília[Bearbeiten]

Der Name Brasília hat vier unterschiedliche Bedeutungen:

  • Die Verwaltungsregion Brasília: Administrativ ist Brasília nur eine der 19 Verwaltungsregionen (regiões administrativas) des Bundesbezirks (Distrito Federal). Die Verwaltungsregion Brasília besteht aus der Innenstadt des Plano Piloto sowie Asa Norte (Nordflügel) und Asa Sul (Südflügel).
  • Der Plano Piloto: Weiterhin ist Brasília alles, was im ursprünglichen städtischen Plan (Plano Piloto) enthalten war. Das sind drei Verwaltungsregionen: Brasília, Lago Norte (Nord-See) und Lago Sul (Süd-See).
  • Plano Piloto und Cruzeiro: Für viele der Einwohner gehört zu Brasília als vierte Verwaltungsregion auch Cruzeiro dazu (bestehend aus den vier Bereichen Cruzeiro Velho, Cruzeiro Novo, Octogonal und Sudoeste). Für sie ist Cruzeiro keine Satellitenstadt. Allerdings rechnen einige Einwohner nur Octogonal und Sudoeste zu Brasília, obwohl alle vier Bereiche angrenzen.
  • Städte im ganzen Bundesdistrikt: Die Bezeichnung Brasília wird auch zusammenzufassend für den Plano Piloto und alle Satellitenstädte verwendet. In diesem Fall wären die überwiegend etwa 20 bis 50 Kilometer von Brasília entfernt liegenden städtischen Kerne aller Verwaltungsregionen des Bundesbezirks enthalten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Hauptstadt befindet sich auf dem zentralen Hochplateau des Landes in 1158 Metern Höhe nahe der Wasserscheide zwischen den Flüssen, die einerseits nach Norden zum Amazonas und andererseits nach Süden zum Río de la Plata fließen, in der Mitte Brasiliens, aber weit entfernt von den anderen Zentren wie São Paulo (872 km), Rio de Janeiro (930 km), Recife (1653 km) und Belém (1600 km).

Die Metropolregion Brasília (Região Metropolitana de Brasília) hat eine Fläche von 55.570 Quadratkilometern und umfasst neben dem Distrito Federal do Brasil 19 Gemeinden im Bundesstaat Goiás (Abadiânia, Água Fria de Goiás, Águas Lindas de Goiás, Alexânia, Cabeceiras, Cidade Ocidental, Cocalzinho de Goiás, Corumbá de Goiás, Cristalina, Formosa, Luziânia, Mimoso de Goiás, Novo Gama, Padre Bernardo, Pirenópolis, Planaltina,Santo Antônio do Descoberto, Valparaíso de Goiás und Vila Boa) sowie zwei Gemeinden im Bundesstaat Minas Gerais (Buritis und Unaí).[3]

Klima[Bearbeiten]

Brasília liegt in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur der Stadt beträgt 20,7 °C, die Jahresniederschlagssumme 1552 mm. Die monatlichen Durchschnittswerte der Temperatur unterscheiden sich kaum. So beträgt der Mittelwert für den wärmsten Monat September 21,7 °C und der Durchschnittswert für den kältesten Monat Juli 18,5 °C. Die Unterschiede zwischen den Höchstwerten am Tag und den Tiefstwerte in der Nacht betragen im Monatsmittel jedoch bis zu 10 °C, so dass die Nächte im Juni/Juli durchaus als kühl empfunden werden können.[4]

Der meiste Niederschlag fällt während der Regenzeit zwischen Oktober und April mit etwa 100 bis knapp über 200 mm im Monatsmittel, der wenigste in der Trockenzeit zwischen Mai und September mit unter 50 mm im monatlichen Durchschnitt.

Brasília
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
241
 
27
17
 
 
215
 
27
17
 
 
189
 
27
18
 
 
124
 
27
17
 
 
39
 
26
15
 
 
8.8
 
25
13
 
 
12
 
25
13
 
 
13
 
27
15
 
 
52
 
28
16
 
 
172
 
28
17
 
 
238
 
27
18
 
 
249
 
26
18
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: World Weather Information Service; wetterkontor.de
Temperatur und Niederschlag im langjährigen Mittel (1961–1990)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 26,9 26,7 27,1 26,6 25,7 25,2 25,1 27,3 28,3 27,5 26,6 26,2 Ø 26,6
Min. Temperatur (°C) 17,4 17,4 17,5 16,8 15,0 13,3 12,9 14,6 16,0 17,4 17,5 17,5 Ø 16,1
Niederschlag (mm) 241,4 214,7 188,9 123,8 39,3 8,8 11,8 12,8 51,9 172,1 238,0 248,6 Σ 1.552,1
Sonnenstunden (h/d) 5,1 5,6 5,8 6,7 7,6 8,4 8,6 8,5 6,8 5,4 4,8 4,5 Ø 6,5
Regentage (d) 19 16 16 9 5 3 3 4 6 14 18 20 Σ 133
Luftfeuchtigkeit (%) 76 77 76 75 68 61 56 49 53 66 75 79 Ø 67,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
26,9
17,4
26,7
17,4
27,1
17,5
26,6
16,8
25,7
15,0
25,2
13,3
25,1
12,9
27,3
14,6
28,3
16,0
27,5
17,4
26,6
17,5
26,2
17,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
241,4
214,7
188,9
123,8
39,3
8,8
11,8
12,8
51,9
172,1
238,0
248,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Plan Brasílias mit dem Plano Piloto
Brasília aus dem Weltall aufgenommen von der ISS
Palácio do Planalto

Ursprünglich war das heutige Salvador da Bahia die Hauptstadt von Brasilien – seit der Stadtgründung im Jahr 1549 und für mehr als 200 Jahre. 1763 wurde Rio de Janeiro die Hauptstadt und behielt diesen Status fast 200 Jahre lang.

Planung[Bearbeiten]

1891 wurde der Beschluss, eine neue Hauptstadt für Brasilien zu bauen, in der Verfassung verankert. Anlass war der Wunsch nach einer neutralen föderalen Hauptstadt. Durch die Lage nahe dem geografischen Zentrum des brasilianischen Staatsgebiets sollte zudem die Entwicklung der Infrastruktur des Binnenlandes gefördert werden. 1893 grenzte man ein 14.400 Quadratkilometer großes Gebiet für die künftige Hauptstadt ab. Am 7. September 1922 fand die Grundsteinlegung für Brasília in der Nähe der Stadt Planaltina statt. Der weitere Ausbau der Stadt wurde durch den Präsidenten Getúlio Vargas (1930–1954) angeordnet.

Im Jahr 1956 befand sich die Gegend noch weitab von der Zivilisation. Die Stadt Belém liegt 1600 Kilometer entfernt und Rio de Janeiro 930 Kilometer. Die nächste Eisenbahnstation lag 125 Kilometer weg, der nächste Flugplatz 190 Kilometer und die nächste befestigte Straße 640 Kilometer. Sand und Kies waren zwar verfügbar, aber Bauholz musste aus 1200 Kilometern und Baustahl aus 1600 Kilometern Entfernung geholt werden.

Verantwortlicher Stadtplaner war Lúcio Costa. Der Architekt Oscar Niemeyer trug als Chef des staatlichen Bauamtes die Verantwortung für das Projekt Brasília und entwarf die öffentlichen Gebäude.

Als Grundriss für die Stadt wurde die Form eines Kreuzes gewählt, das als Symbol der Landmarkierung auf einer Landkarte gesehen werden sollte, dessen eine Achse wegen der landschaftlichen Gegebenheiten gebogen wurde. Sie wird architektonisch von der Kathedrale und dem Parlamentsgebäude geprägt. Die Unterlagen Costas zum städtebaulichen Wettbewerb trugen damals den Namen Plano Piloto, was in etwa mit „Leitplan“ zu übersetzen ist, da Costa kaum die geforderten Unterlagen wie beispielsweise Bedarfsberechnungen beibrachte, sondern lediglich eine Grundidee darstellte. Wegen der Ähnlichkeit der Stadtanlage mit dem Umriss eines Flugzeugs und der Bezeichnung Plano Piloto wird vielfach fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der Plan auf die Darstellung eines Flugzeugs zurückgeht.

Umsetzung[Bearbeiten]

Mit der Umgestaltung wurde am 22. Oktober 1956 begonnen. Als erstes Gebäude wurde ein provisorischer Präsidentenpalast gebaut (der Catetinho). Bereits am 21. April 1960 war die Planhauptstadt weitgehend fertiggestellt und wurde von Präsident Kubitschek eingeweiht. Brasília löste damit Rio de Janeiro als neue Hauptstadt des Landes ab.

Zunächst wurden die Ministerien errichtet. Dann sollten andere zentrale Institutionen übersiedeln. Die Angehörigen der alten Familien, die seit Generationen in Rio de Janeiro wohnten, widersetzten sich jedoch dem Umzug nach Brasilia. Die Regierung setzte deshalb den 7. September 1972 als Datum fest, bis zu dem jeder Staatsbeamte bei Strafe des Verlustes seiner Stellung und jeder Diplomat bei Androhung des Verlustes seiner Immunität in Brasilia Wohnung zu nehmen hatte. Dies führte im letzten Augenblick zu einem Wettrennen um die wenigen leeren Wohnungen.

Am 21. April 1962 wurde die Universität Brasília eröffnet. Wenig später, am 31. Mai 1962, wurde nach zehn Jahren Aufbau die Kathedrale eingeweiht. 1967 wurde der Fernsehturm Brasília fertiggestellt, 1977 das Postamt, 1978 der Stadtpark und 1981 die Zentralbank.

Seit 1987 steht Brasília auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. 1992 ist mit dem Bau der Metrô Brasília begonnen worden und am 31. März 2001 konnte der erste Streckenabschnitt offiziell eingeweiht werden. Im März 2008 wurde der Stadt der Titel der Kulturhauptstadt Amerikas 2008 verliehen.

Die Erbauer Brasilias werden als Candangos bezeichnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Verwaltungsregion Brasília ist mit 205.030 Einwohnern (2008) und einer Fläche von 472,12 Quadratkilometer hinter Ceilândia (361.601 Einwohner), Taguatinga (274.221 Einwohner) und Planaltina (217.086 Einwohner) nur die viertgrößte im Bundesdistrikt. Die meisten Bewohner leben in den Vorstädten und ländlichen Regionen außerhalb der Kernstadt.

Die Bevölkerungsentwicklung des Distrito Federal do Brasil nahm in den letzten fünf Jahrzehnten eine rasante Entwicklung. Lebten 1950 erst 36.000 Menschen dort, waren es mit 2.455.903 im Jahre 2007 rund 68-mal soviel. Der Bundesdistrikt hat eine Fläche von 5802 Quadratkilometern. Er ist somit etwas kleiner als der Kanton Bern und mehr als doppelt so groß wie das Saarland. Er hat eine Bevölkerungsdichte von 422 Einwohnern je Quadratkilometer.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Der Rückgang der Bevölkerung in der Verwaltungsregion Brasília um über 180.000 Menschen zwischen 1985 und 1991 ist auf administrative Maßnahmen und Zwangsumsiedlungen von Menschen mit niedrigem oder keinem Einkommen in die Satellitenstädte in der Umgebung der Kernstadt zurückzuführen.

Verwaltungsregion Brasília
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1959 28.020 1985 396.207
1960 68.665 1991 213.760
1964 90.582 1996 199.020
1970 156.668 2000 198.422
1975 202.775 2005 199.062
1977 236.411 2008 205.030
1980 316.058 2010 204.835
Distrito Federal do Brasil
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1950 36.000 1996 1.821.946
1960 140.165 2000 2.051.146
1970 537.492 2007 2.455.903
1980 1.176.935 2009 2.606.885
1991 1.601.094 2012 2.946.635

Entwicklung der Wohnsituation[Bearbeiten]

In der Verwaltungsregion Brasília leben heute vor allem Menschen der Mittel- und Oberschicht. Für die Arbeiter, die überwiegend aus dem Nordosten des Landes kamen und die Hauptstadt aufgebaut haben, war in der Planung kein Platz vorgesehen. Der größte Teil von ihnen lebt heute in den Satellitenstädten rund um die Kernstadt. Die Industrie, für die große Areale des Bundesdistriktes freigehalten worden waren, hat sich nicht angesiedelt.

Hohe Arbeitslosigkeit und deren soziale Begleiterscheinungen wie hoher Alkohol- und Drogenkonsum sowie ansteigende Kriminalitätsraten prägen das Bild der Vorstädte. Die Lebensqualität in Brasília mit Grünflächen, Versorgungseinrichtungen und guter Infrastruktur ist für die dort lebenden Menschen im Vergleich zu anderen Städten des Landes hoch.

Der Stadt fehlt aber durch wenig vorhandene soziokulturelle Einrichtungen das pulsierende und kulturelle Leben einer Hauptstadt. Die Politiker, Abgeordneten und Angestellten verbringen das Wochenende meistens in anderen Städten des Landes. Die hypermoderne Hauptstadt mit ihren im extravaganten Stil errichteten Gebäuden ist für Brasilien ein Symbol des Fortschritts und bietet mit ihrer klimatischen Beschaffenheit, Lebensqualität, Landschaftsplanung, reicher Vegetation und entschärfter Verkehrssituation noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Kongressgebäude Congresso Nacional (Architekt: Oscar Niemeyer)

Schutzpatron der Stadt ist Johannes Bosco (portugiesisch Dom João Belchior Bosco). Don Bosco hat in einer Prophezeiung am 30. August 1883 von einem „versprochenen Land, in dem Milch und Honig fließen werden“ als Quelle einer neue Zivilisation gesprochen und auch Koordinaten „zwischen den Parallelen 15 und 20“ erwähnt. Darauf nahmen die Gründer der neuen Hauptstadt Brasiliens Bezug.[5]

Der Architekt Lúcio Costa sagte 1968 über Brasilia:

„Alles ist monumental, menschlich, einfach, grandios, asketisch in der Reinheit seiner Formen, die auf das Nötigste reduziert wurden.“[6]

Vieles erinnert an Frank Lloyd Wrights Pläne einer „Lebendigen Stadt“.[6] Anfang des 21. Jahrhunderts ist die Hauptstadt von sozialer und residenzieller Segregation geprägt.[7] Deshalb meinte Oscar Niemeyer 2001 in einem Interview:

„Dieses Experiment war nicht erfolgreich.“[6]

Aufgrund seiner Bedeutung für die Architekturgeschichte gehört Brasília seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zu seiner Entstehungszeit war Brasília ein gepriesenes Modell der architektonischen Moderne. Diese Euphorie hat sich längst gelegt, und heute zeigen sich an vielen Stellen Spuren des Verfalls.

Einen Überblick über die futuristische Hauptstadt gewinnt man von der Aussichtsplattform des 218 Meter hohen Fernsehturms, des höchsten Gebäudes der Stadt. Er steht an der Monumentalachse, in der Nähe des alten Busbahnhofes, dort, wo sich Rumpf und Flügel treffen.

Östlich davon wird die Achse von zwei schlanken Türmen des Parlamentsgebäudes und dem See begrenzt. Westlich davon steht das 1981 fertiggestellte Kubitschek-Denkmal. Im Norden und Süden liegen die Wohnbezirke, Hotels und Einkaufszentren. Etwas außerhalb der dicht bebauten Nord- und Südflügel befinden sich das Sportstadion Estádio Nacional de Brasília, das meteorologische Observatorium, das Autódromo Internacional Nelson Piquet, der Campingplatz und der Tierfriedhof.

Die Monumentalachse vom Fernsehturm Brasilia bis zur Praça dos Três Poderes (Platz der drei Gewalten) ist zu Fuß begehbar. Hinter dem alten Busbahnhof steht links das Nationaltheater und auf der rechten Seite die Kathedrale von Brasilia (pt. Catedral Metropolitana Nossa Senhora Aparecida nach der Basilika in Aparecida; siehe auch Erzbistum Brasília)

Die Esplanada dos Ministérios, die Straße der Ministerien, beginnt hinter der Kathedrale. Der Palácio do Itamaraty spiegelt sich in dem das Gebäude umgebenden Wasserbecken.

Das Parlament, der Congresso Nacional, steht am Ende der Monumentalachse. Auf der anderen Seite, am Praça dos Três Poderes, befinden sich der Präsidentenpalast, der Oberste Gerichtshof und als neuestes Gebäude ein Pantheon zur Erinnerung an Tancredo Neves (1910–1985) – ein Mahnmal für die Demokratie. Auf der linken Seite des Platzes liegt der Amtssitz des Präsidenten, der Palácio do Planalto.

Nahe dem Fernsehturm steht in einem Wohngebiet die Kirche Santuário Dom Bosco, die den Stadtheiligen ehrt, wie auch Niemeyers Kapelle Ermida Dom Bosco am Lago Sul.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die größte Bank Brasiliens, die Banco do Brasil, hat ihren Hauptsitz in Brasília.

Verkehr[Bearbeiten]

Metro Brasília[Bearbeiten]

Der Bau der Metrô Brasília wurde 1992 begonnen, sie wurde 2001 eröffnet und besteht aus zwei Strecken (Linha laranja, deutsch: Orangefarbene Linie und Linha verde, deutsch: Grüne Linie), die zusammen in Form eines Ypsilons den Busbahnhof im Zentrum mit den Vorstädten verbinden. Das Netz ist ca. 45 Kilometer lang und umfasst gegenwärtig 30 Stationen.

Flughafen[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen (portugiesisch: Aeroporto Internacional de Brasília - Presidente Juscelino Kubitschek; IATA-Kürzel: BSB, ICAO: SBBR) hatte im Jahr 2006 rund 9,7 Millionen Passagiere.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Beim Bau der Hauptstadt wurde in großen Dimensionen gedacht, und dementsprechend wurden auch große Autostraßen konzipiert. Entsprechend der Charta von Athen, die modernes Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten unter größtmöglicher Zeitersparnis kombinieren wollte, wurden Fußgänger nicht berücksichtigt.[8] Mit Autos in Tiefgaragen unter allen wichtigen Gebäuden sollten die Einwohner auf schnellstem Wege miteinander verbunden werden.

Siehe auch: Eixo Monumental, Juscelino-Kubitschek-Brücke

Bildung[Bearbeiten]

In Brasilia gibt es derzeit mehr als 114 Hochschulen, die vom MEC (Ministerium für Bildung) anerkannt sind.[9]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lucien Clergue: Brasilia - Der Architekt Oscar Niemeyer und der Fotograf Lucien Clergue. Hatje Cantz, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-7757-3550-6. (in englischer Sprache: ISBN 978-3-7757-3313-7)
  • Robert Cohen (Germanist): Künftiger Ruhm der Retortenstadt Brasília. In: Das Argument. 50. Jg., Nr. 1, 2008, S. 83–92.
  • Carmen Stephan: Brasília Stories. Leben in einer neuen Stadt. Blumenbar, München 2005, ISBN 3-936738-19-X. (mit Fotografien von Gleice Mere)
  • Wolf Donner, Erika Donner: Raumstation Brasilia. Erinnerungen an eine Stadt der Zukunft. Pro Business, Berlin 2004, ISBN 3-937343-91-1. (Erlebnisbericht)
  • Alexander Fils: Brasilia. Moderne Architektur in Brasilien. Beton-Verlag, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7640-0233-6. (zugl. Dissertation, Universität Bochum)
  • Christina Haberlik: 50 Klassiker. Architektur des 20. Jahrhunderts. Gerstenberg, Hildesheim 2001, ISBN 3-8067-2514-4.
  • Felix Richter, Martin Fiegl: Brasília. Alipna, Rio de Janeiro 2004, 85-87467-07-7. (mehrsprachiger Führer)
  • Laurent Vidal: De Nova Lisboa à Brasília. L'invention d'une capitale (XIXe-XXe siècles). IHEAL, Paris 2002, ISBN 2-907163-88-4 (Travaux & mémoires de l'Institut des hautes études de l'Amérique latine, 72). erweiterte Ausgabe einer Dissertation. Université de Paris III, 1995.

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brasília – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Estimativas das populações residentes, em 1º de julho de 2009, segundo os Municípios (PDF; 5,6 MB), IBGE
  2. City Population: Agglomerationen in Brasilien
  3. Universidade Federal de Uberlândia: Brasília: uma metropole singular no Centro-Oeste brasileiro. Vol. 15, No 1 (2000)
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKlima in Brasília, Brasilien. In: wetter-brasilien.de. Abgerufen am 17. April 2014.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBrasília – Ermida Dom Bosco. In: brasilienreise.ch » Distrito Federal, Reiseziele Mittelwesten. sabiá brasilinfo, 16. September 2008, abgerufen am 4. Oktober 2010 (deutsch).
  6. a b c Christina Haberlik: 50 Klassiker. Architektur des 20. Jahrhunderts. Gerstenberg, Hildesheim 2001, ISBN 3-8067-2514-4.
  7. Kunstmarkt.com: Poesie in Stahlbeton, vom 15. Januar 2010.
  8. Filmtext von Brasília. Pilotplan zur Moderne, 1995.
  9. Ser Universitario: Faculdades reconhecidas pelo MEC