Zungenbrecher
Ein Zungenbrecher ist eine bestimmte Wortfolge, deren schnelle, wiederholte Aussprache selbst Muttersprachlern schwerfällt. Oft handelt es sich um ähnliche Wörter, die aufeinander folgen, sich aber in bestimmten Silben unterscheiden. Auch Alliterationen sind häufig. Einige Zungenbrecher sind allerdings eher aufgrund ihrer ungewöhnlichen Wortzusammenstellung (Satzbau) schwierig und erfordern deshalb eine höhere Konzentration. Zungenbrecher werden einerseits zur Belustigung aufgesagt, dienen aber andererseits auch professionellen Sprechern wie Fernseh- und Rundfunkmoderatoren als Artikulationsübung.
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[Bearbeiten] Beispiele
- Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.
- Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz.
- In Ulm, um Ulm, und um Ulm herum.
- Denn der, der den Dänen dient, der dient den Dänen.
- Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.
- Der Whiskeymixer mixt den Whiskey. Den Whiskey mixt der Whiskeymixer.
- Im dichten Fichtendickicht picken die flinken Finken tüchtig.
- Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten.
- Der Gockel glotzt die Glucke an, die Glucke glotzt den Gockel an.
- Der Kaplan klebt klappbare Pappplakate an.
- Zwischen zwei Zwetschgenzweigen sitzen zwei zwitschernde Schwalben.
- Fromme Frösche fressen frische Frühlingszwiebeln, aber freche Frösche fressen frische Früchte.
- Der Leutnant von Leuthen befahl seinen Leuten nicht eher zu läuten, bis der Leutnant von Leuthen seinen Leuten das Läuten befahl.
- Willi Willinger aus Willingen will Wiener Würstchen, Wiener Würstchen will Willi Willinger aus Willingen.
- Zehn zahme Ziegen ziehen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
- Sechzig tschechische Chemiker checken rechnerisch technische Schemata.
- Der fiese friesische Fliesenleger fliest mit fiesem, friesischen Fliesenkleber.
- Wenn Hessen in Essen Essen essen, essen Hessen Essen in Essen.
- Wenn hinter Fliegen Fliegen fliegen, fliegen Fliegen Fliegen nach.
- Wenn hinter Robben Robben robben, robben Robben Robben nach.
- Wenn hinter Griechen Griechen kriechen, kriechen Griechen Griechen nach.
- Die Katze tritt die Treppe krumm.
Beispiele richtig gesprochen anhören?/i
Beispiele mit Fehlern gesprochen anhören?/i
[Bearbeiten] Beispiele (bewusste Versprecher)
Hinter der Aufforderung, spaßeshalber einen Zungenbrecher aufzusagen, steckt häufig die Absicht, den Sprecher zum ungewollten Aussprechen bestimmter Wörter zu bringen. So führt beispielsweise das wiederholte Aufsagen des Satzes „Im dichten Fichtendickicht wachsen dicke Fichten dicht an dicht.“ fast zwangsläufig dazu, dass irgendwann das Wort ficken fällt. Eine ähnliche Falle lauert etwa in dem Zungenbrecher „Der Whiskeymixer mixt Whiskey an der Whiskeymixerbar.“
Etwas weniger anstößig ist die Aufforderung, 10 x hintereinander „Teppich“ („Ich Depp“) zu sagen.
[Bearbeiten] Beispiele (Dialekt)
Manche oberdeutsche Dialekte (etwa Bairisch) haben im Laufe ihrer Entwicklung durch Verlust unbetonter Vokale verschiedentlich Konsonantenhäufungen hervorgebracht, die sich gut zur Bildung von Zungenbrechern eignen. Hier einige Beispiele aus dem Schweizerdeutschen:
- De Paapscht hät z'Schpiez s'Schpäckschpickpschteck z'schpaat pschtellt. („Der Papst hat in Spiez das Speck-Spick-Besteck zu spät bestellt.“)
- Schträäzt's z'Züri? („Regnet es in Zürich?“ – viermal [ts] in Folge.)
- S'choge cheibe Chuchichäschtli chlämmt. („Die Küchenschublade klemmt.“)
- Gang gäng gredi gäge Gümlige go gugge, g'ob Göde Gödel's Geranium gäng no gäge Gümlige gugge. („Geh immer direkt nach Gümligen und schau, ob Göde Gödels Geranien immer noch nach Gümligen schauen.“)
- Z Schwyz am Ziit schiind d Sunne, und schiind si nid z Schwyz, so schiind si z Brunne. („In Schwyz scheint die Sonne an die Kirchenuhr, und scheint sie nicht in Schwyz, so scheint sie in Brunnen.“)
- Dür drü düri lähri Röhrli lehrä d'Lüüt rächte redä. ("Durch drei dürre lehre Strohhalme lernen die Leute richtig zu sprechen")
Zudem:
- Schelle Se net an sellerer Schell, selle Schell schellt net, schelle Se an sellerer Schell, selle Schell schellt. (Dialektspruch aus dem Badischen)
[Bearbeiten] Literatur
- Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0.
- Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 6. überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim u. a. 2007, ISBN 978-3-411-05506-7.
- Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. 3. neubearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-476-02056-8.