St. Gallen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt in der Schweiz, zu anderen Bedeutungen siehe St. Gallen (Begriffsklärung).
St. Gallen
Wappen von St. Gallen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: St. Gallen
BFS-Nr.: 3203i1f3f4
Postleitzahl: 9000–9029
UN/LOCODE: CH QGL
Koordinaten: 746265 / 25431047.4233369.377225675Koordinaten: 47° 25′ 24″ N, 9° 22′ 38″ O; CH1903: 746265 / 254310
Höhe: 675 m ü. M.
Fläche: 39,41 km²
Einwohner: i74'111 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1881 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 28,3 % (31. Dezember 2011)[2]
Stadtpräsident: Thomas Scheitlin (FDP)
Website: www.stadt.sg.ch
Luftansicht von St. Gallen

Luftansicht von St. Gallen

Karte
Bodensee Horber Weier Rüütiweier Hoorbacherweier Hauptwiler Weier Bildweier Gübsensee Unterer Burgweier Mannenweier Buebenweier Chrüzweier Wenigerweier Rütiweier Schlossweier Kanton Appenzell Ausserrhoden Kanton Appenzell Ausserrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Häggenschwil Kanton Thurgau Kanton Thurgau Österreich Wahlkreis Rorschach Wahlkreis Rorschach Wahlkreis Rheintal Wahlkreis Toggenburg Wahlkreis Wil Andwil SG Eggersriet Gaiserwald Gossau SG Häggenschwil Muolen St. Gallen Waldkirch SG Wittenbach SG Wittenbach SGKarte von St. Gallen
Über dieses Bild
w
Die Stiftskirche ist das Wahrzeichen der Stadt St. Gallen.
St. Galler Altstadt im Klosterviertel
Multergasse

St. Gallen (schweizerdeutsch Sanggale, französisch Saint-Gall, italienisch San Gallo, rätoromanisch  Sogn Gagl?/i) ist eine politische Gemeinde und der namensgebende Hauptort des Kantons St. Gallen in der Ostschweiz. St. Gallen zählt rund 74'000 Einwohner[3] und ist mit rund 700 m ü. M. eine der höher gelegenen Städte der Schweiz. St. Gallen liegt an der Steinach, einem Fluss, der in den Bodensee mündet.

St. Gallen wurde im 7. Jahrhundert gegründet und gilt heute als das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Ostschweiz. Die Stadt liegt an den Hauptverkehrsachsen (München–)St. MargrethenRorschach–St. Gallen–WinterthurZürich und (Konstanz–)Romanshorn–St. Gallen–RapperswilLuzern und gilt als Tor ins Appenzellerland. Touristisch interessant ist die Stadt aufgrund der Stiftskirche und der Stiftsbibliothek, von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. St. Gallen ist auch für seine Stickereien bekannt. Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) hat in St. Gallen seinen Sitz.

Den Namen hat St. Gallen vom Wandermönch Gallus, weswegen sie auch Gallusstadt genannt wird.

Geografie[Bearbeiten]

St. Gallen besteht neben der alten Stadtgemeinde (bis 1798 freie Reichsstadt und Republik St. Gallen) aus den ursprünglichen Dörfern und Weilern Bruggen, Hafnersberg, Heiligkreuz, Kräzern, Krontal, Lachen, Neudorf, Notkersegg, Riethüsli, Rotmonten, St. Fiden, St. Georgen, Sittertal, Tablat und Winkeln. Die Weiler und Dörfer gehörten zu den Gemeinden Straubenzell und Tablat und wurden 1918 in die Stadt eingemeindet (→ Stadtverschmelzung).

Die Stadt liegt zwischen zwei parallel verlaufenden Hügeln, dem Rosenberg im Norden und dem Freudenberg im Süden. Das Tal liegt auf einer Südwest-Nordost-Achse, dennoch wird umgangssprachlich von einer West-Ost-Achse gesprochen.[4] Das Tal ist im Südwesten durch die tiefe Sitterschlucht begrenzt, im Nordosten fliesst die Steinach aus der Stadt in Richtung Bodensee. Historisch liegt die Stadt an der Steinach, da Gallus an diesem Fluss seine Klause gebaut hat. Ausser in der Mühlenenschlucht und ganz im Nordosten der Stadt ist vom Gewässer allerdings nichts mehr zu sehen. Die Gewässer werden in einem unterirdischen Kanal durch St. Gallen geleitet. Vom Freudenberg, der mit den Drei Weihern ein Naherholungsgebiet anbietet, kann man bei günstiger Sicht einen grossen Teil des Bodensees, den Thurgau sowie den Süden Deutschlands sehen.

Wegen der speziellen Topografie der Stadt wird St. Gallen auch die Stadt der «Tausend Treppen» genannt, da viele Treppen den Freuden- als auch Rosenberg hinauf führen. Die Stadt wird auch mit «Die Stadt im Grünen Ring» bezeichnet, da auf den Hügeln vor der Stadt noch heute ausgedehnte Waldflächen als Naherholungsgebiete dienen.[5]

Geologie[Bearbeiten]

St. Gallen befindet sich im Gebiet der flachen mittelländischen Molasse. Grosse Teile der Stadt befinden sich auf unstabilem Torfboden mit grossem Grundwasseranteil. Viele Gebäude in der Innenstadt (darunter der Bahnhof und die Hauptpost) wurden deshalb auf Pfählen aus Eichenholz gebaut.

Die Hügelketten südwestlich der Stadt gehören zu den Ausläufern des Alpsteins. Die sogenannte aufgerichtete Molasse ist durch deutliche Bergkämme charakterisiert. Die Hügel Richtung Nordosten gehören jedoch zum Bodenseebecken. Sie bilden als flachliegende Molasse Hochflächen aus. Wo hartes Gestein freiliegt (etwa im Sittertobel), besteht dieses vorwiegend aus Nagelfluh, Sandstein oder Mergel.

Klima[Bearbeiten]

St. Gallen liegt in der gemässigten Klimazone mit vorherrschend wechselhaftem Westwindwetter. Da die Hügel der Stadt die ersten Erhebungen für Wolkenformationen aus West bis Nordost sind, kommt es oft zu tagelangem Stauregen oder Schneefall. Die Wolken stauen besonders im Alpsteingebirge, und es kommt zu Niederschlag. Bei Nord- oder Nordostwind herrscht in der Gallusstadt Bisenlage, es wird also sehr kalt. Dies ist meist mit Hochnebel verbunden, da sich die kalten, feuchten Luftmassen am Boden festsetzen, während in höheren Regionen schönes Wetter herrscht (→ Temperaturinversion). Die grosse Wassermasse des Bodensees unterstützt noch zusätzlich die Bildung von Nebel, besonders im Herbst und Winter (→ Bodenseeklima).

Im Sommer prägen häufige und langanhaltende Niederschläge das Wetter, insbesondere auch starke Abendgewitter. Bei Hochnebellage, die besonders im Herbst oft vorkommt, kann die Stadt mehr oder weniger betroffen sein. Aufgrund ihrer hohen Lage gibt es Tage, an denen sie gerade oberhalb der Nebelschicht zu liegen kommt, an anderen Tagen löst sich diese im Laufe des Tages auf, manchmal bleibt es auch tagelang grau. Bei Südföhn ist es hingegen sonnig und warm. Mit Föhnunterstützung kann die Temperatur 10 °C und mehr in wenigen Stunden steigen, obwohl die Stadt nicht im Haupteinflussgebiet des Südwindes liegt. Im Winter fällt der Niederschlag als Schnee, der in Schattenlagen bis in den April hinein liegen bleiben kann.

Die Durchschnittstemperatur liegt bei 8,3 °C, die mittlere Temperatur im Juli liegt bei 16 °C, jene im Januar bei −1,8 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 1'250 mm, wobei der grösste Teil im Sommer fällt.[6]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt teilt sich heute in drei Stadtkreise (West, Centrum sowie Ost) auf, welche wiederum in Quartiergruppen und Quartiere unterteilt sind.

Kreis Quartiergruppe BFS-Code Quartiere
Kreis West

Der Stadtkreis West erstreckt sich
von Lachen, Schoren bzw. Haggen
bis nach Winkeln und ins Gründenmoos.

Winkeln 3203011 Hafnersberg
Breitfeld – Gründenmoos
Winkeln Nord
Winkeln Süd
Naherholungsgebiet Gübsensee
Chräzeren
Altenwegen
Bruggen 3203012 Sittertobel
Bruggen – Zürcherstrasse
Boppartshof – Hinterberg
Haggen – Oberstrasse – Langweid
Moos – Waldacker – Lerchenfeld
Lachen 3203013 Vonwil – Lachen – Sömmerli – Schoren
Kreis Centrum

Das Zentrum streckt sich vom Rosenberg
in die Innenstadt bis nach St. Georgen
beziehungsweise Riethüsli.

Rosenberg 3203021 Hölzli – Joosrüti
Rosenberg – Kreuzbleiche
Riethüsli 3203022 Riethüsli
St. Georgen 3203023 St. Georgen – Bernegg
St. Georgen – Bach
Stuelegg – Rüti
Innenstadt 3203024 St. Leonhard-Ost
Altstadt
Nordostquartier 3203025 St. Jakob
Südostquartier 3203026 Linsebühl – Dreilinden
Kreis Ost

Der Stadtkreis Ost beginnt bei St. Fiden
und erstreckt sich in Richtung Rotmonten
wie auch Notkersegg sowie Neudorf.

Rotmonten 3203031 Rotmonten
Langgass–Heiligkreuz 3203032 Langgass – Heiligkreuz
St. Fiden 3203033 St. Fiden – Krontal
Notkersegg 3203034 Notkersegg
Kurzegg – Rank
Hub – Schaugentobel
Neudorf 3203035 Achslen – Wilen
Stephanshorn – Zil – Kesselhalden – Guggeien

Quartiere von St. Gallen

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an das Gebiet der Stadt St. Gallen: Gossau im Westen, Gaiserwald und Wittenbach im Norden, im Osten Mörschwil, Untereggen und Eggersriet. Im Süden grenzt die Stadt an den Kanton Appenzell Ausserrhoden mit den Gemeinden Herisau, Stein, Teufen und Speicher.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründungslegende um den Heiligen Gallus wird ins Jahr 612 nach Christus datiert. Die Gründung der Abtei St. Gallen ist für das Jahr 719 durch Otmar nachgewiesen. Auch zur Umbettung des vom benachbarten Bischof verurteilten Otmars gibt es eine weitere Legende. 1180 wurde St. Gallen zur Reichsstadt. 1291 gewährte Abt Wilhelm von Montfort den Burgern der Stadt die in einer «Handfeste» niedergelegten Rechte. 1319 wurde mit den Städten Lindau und Überlingen ein Bund gegründet, der im Verlauf der folgenden Jahrhunderte in die Bodenseeregion hinein ausgeweitet wurde. 1349 brach in der Stadt die Pest aus. Die Appenzeller und die Schwyzern schlossen 1403 ein Landrecht, um den Freiheitskampf gegen den Fürstabt zu führen. Erst König Ruprecht erklärte den Bodensee-Bund für aufgelöst. Am 23. Juni 1454 schworen die St. Galler den Beitritt zur Eidgenossenschaft, wofür sie dem Abt 1457 eine Ablöse bezahlen mussten.

Die von der Stadt angenommene Reformation führte zu einem langjährigen Streit zwischen Bürgerschaft/Stadt und dem Fürstabt im Klosterhof, dem das ganze, nun katholische Umland gehörte. Beigelegt wurde dieser Streit erst nach der Gründung des Kantons. Auch im Dreissigjährigen Krieg kam es 1629 und 1635 erneut zu einer Pestseuche. Ihr erlagen 2'420 bzw. 1'000 Personen, also über ein Fünftel der Stadtbevölkerung. Im Westfälischen Frieden erhielten 1648 beide St. Gallen die formelle und endgültige Unabhängigkeit vom Deutschen Reich. Noch im 19. Jahrhundert gab es tiefe konfessionelle Gräben zwischen Stadt und den Vorortgemeinden. 1798 brachte die Helvetik der Schweiz neue Kantonsaufteilungen. Die Gebiete der Fürstabtei, der Stadt St. Gallen und auch Appenzells, wurden zum Kanton Säntis zusammengefasst, 1803 wurde der Ringkanton St. Gallen gebildet. Der Abt war mit einem grossen Teil des klösterlichen Vermögens nach Wien geflohen. Der danach für 113 Kirchgemeinden gebildete katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen war 1847 als Organisation aller Katholiken des Kantons gegründet worden und übernahm das Eigentum am Klostergebäude und an den religiösen Gegenständen des Klosters. Der katholische Konfessionsteil ist bis heute z. B. für die Finanzierung der Geistlichen im Kanton und für die Oberaufsicht über die Katholische Sekundarschule zuständig.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt St. Gallen begann bereits in der Reformationszeit mit dem Aufschwung der Ostschweizer Textilindustrie. Um 1810 und nach 1922 kam es zu grossen Krisen in der Textilindustrie. 1816 war als Folge einer Textilkrise eine Hungersnot ausgebrochen, welche circa zweitausend Opfer forderte. Nach den 1930er-Jahren und der Weltwirtschaftskrise, welche die St. Galler Stickerei hart traf, wanderten 13'000 Einwohner ab.

1852 beschlossen Stadt und Kanton die Mitfinanzierung der vier Jahre später fertiggestellten Eisenbahnlinie von Zürich über Wil nach St. Gallen und weiter nach Rorschach. 1897 wurde die elektrische Trambahn eingeweiht. Neben der St. Galler Spitze trugen Banken und Versicherungen zum weiteren Aufschwung bei. Heute bildet St. Gallen das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Ostschweiz und des Alpenrheins. Eine Besonderheit aus der Geschichte sind die drei bis heute existierenden Bürgerrechte: St. Gallen, Tablat und Straubenzell.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Staatsangehörigkeit von Ausländern Ende 2011[7]
Total 20'684
DeutschlandDeutschland Deutschland 5'118
Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro 3'231
ItalienItalien Italien 2'587
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 1'093
OsterreichÖsterreich Österreich 952
PortugalPortugal Portugal 870
MazedonienMazedonien Mazedonien 787
TurkeiTürkei Türkei 780
SpanienSpanien Spanien 585
KroatienKroatien Kroatien 530
übriges Europa 1'621
Asien/Naher Osten 1'382
Afrika 669
Amerika 448
übrige/staatenlos 31

Offiziell leben in der Stadt rund 73'544 Personen (Stand: Dezember 2012). 20'684 der in St. Gallen gemeldeten Einwohner, besitzen keinen Schweizer Pass. Die grösste Einwandergruppe kommt aus Deutschland, gefolgt von Personen aus Serbien und Montenegro sowie Italien. Per 31. Dezember 2011 belief sich der Ausländeranteil auf 28,3 Prozent.[2]

In der Agglomeration St. Gallen leben gegenwärtig 150'000 Personen. Die Agglomeration umfasst z. B. die Nachbargemeinden Gossau und Herisau.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Amts- und Verkehrssprache Deutsch, welche im alltäglichen Umgang überwiegend als St.-Galler-Deutsch gesprochen wird, benützen gemäss der Volkszählung 2000 83,0 % der Einwohner als Hauptsprache. Unter den zahlreichen weiteren verwendeten Hauptsprachen sind die Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens (4,0 %), Italienisch (3,7 %), Spanisch (1,1 %) und Französisch (0,8 %) am weitesten verbreitet. 6,9 % der Bevölkerung bezeichnen eine andere Sprache als Hauptsprache.

Religionen, Konfessionen[Bearbeiten]

Konfessionsbild der Stadt St. Gallen (Stand: Volkszählung 2000)

Seit der Reformation unter Vadian galt die Stadt St. Gallen als ein Zentrum und Hochburg des Protestantismus in der Schweiz, obwohl das gesamte Umland unter der Obhut der Fürstabtei katholisch blieb. Durch die Stadtverschmelzung im Jahr 1918 wurden die katholischen Vororte Tablatt und Straubenzell eingemeindet. Bis etwa 1950 blieben die Anteile der Römisch-Katholiken und der Evangelisch-Reformierten praktisch konstant bei je knapp 50 %. Danach fällt der Anteil der Reformierten bis auf 27 % im Jahr 2000 und 21.9 % im Jahr 2012[8], während der Anteil der Katholiken mit 44 % im Jahr 2000 und 38.4 % im Jahr 2012 weniger stark zurück ging. Ferner zählt man 2012 unter den über 15-jährigen: Andere christliche Gemeinschaften 8.1 %, Islamische Gemeinschaften 8.0 % und Konfessionslose 21.0 %.[9]

Soziales[Bearbeiten]

Im Dezember 2011 waren laut der Fachstelle für Statistik 1'183 Personen in der Stadt St. Gallen als arbeitslos gemeldet. Im Jahresdurchschnitt waren rund 6,95 % auf der Suche nach einer Stelle. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2011 durchschnittlich 3,0 %. Ende 2011 waren 2'898 Sozialhilfefälle-Dossiers beim Sozialamt offen. 2011 hat die Stadt St. Gallen rund 21,8 Millionen Franken für Sozialhilfe aufgewendet.

Politik[Bearbeiten]

Stadtparlament[Bearbeiten]

6
18
1
2
4
12
1
10
9
18 12 10 
Von 63 Sitzen entfallen auf:

Die Legislative der Stadt ist das Stadtparlament, dessen 63 Mitglieder alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Das Stadtparlament trifft sich monatlich zu öffentlichen Sitzungen im Waaghaus beim Marktplatz.

Sitzverteilung im Stadtparlament St. Gallen
CVP SP FDP SVP Grüne glp[10] EVP PFG* BDP Total
2005–2008 12 17 13 11 7 2 1 63
2009–2012 13 15 12 11 5 4 2 1 63
2013–2016[11] 12 18 10 9 6 4 2 1 1 63

* Politische Frauengruppe St. Gallen

Stadtrat[Bearbeiten]

Der aus fünf Mitgliedern bestehende Stadtrat bildet die Exekutive und wird ebenfalls für jeweils vier Jahre vom Volk gewählt. Die fünf Mitglieder des Stadtrates sind je für eine Direktion zuständig. Der Stadtpräsident ist gleichzeitig Mitglied des Stadtrats. St. Gallens Stadtrat wurde mit folgenden Personen besetzt:

Stadtrat Partei Direktion
Thomas Scheitlin FDP Inneres und Finanzen
Nino Cozzio CVP Soziales und Sicherheit
Patrizia Adam CVP Bau und Planung
Fredy Brunner FDP Technische Betriebe
Markus Buschor Parteilos Schule und Sport

Thomas Scheitlin, Fredy Brunner und Nino Cozzio stellten sich im November 2012 einer Gesamterneuerungswahl und wurden wiedergewählt. Thomas Scheitlin wurde in seiner Funktion als Stadtpräsident bestätigt. Patrizia Adam und der parteilose Markus Buschor kandidierten für den Stadtrat und wurden im November 2012 vom St. Galler Stimmvolk gewählt. Erstmals in der Geschichte St.Gallens, wurde ein parteiloser Kandidat in den Stadtrat gewählt und erstmals, ist die SP nicht im Stadtrat vertreten.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Stadtverwaltung ist auf mehrere Gebäude in der Stadt verteilt. Das markanteste ist das mit einer Glasfassade eingekleidete Hochhaus im Ostflügel des Bahnhof St. Gallen. Es wurde in den Jahren 2006/2007 für 48 Millionen Franken umfassend renoviert und umgebaut.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt führt keine explizit bekannten Städtepartnerschaften, ist jedoch als Kantonshauptstadt über die verschiedenen internationalen Partnerschaften des Kantons mit verschiedenen Regionen in Ost- und Mitteleuropa sowie in Norditalien und deren Städte verbunden.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt St. Gallen

Das Wappen der Stadt St. Gallen erinnert an die Legende von Gallus und dem Bären. Es zeigt einen aufrecht stehenden, männlichen Bären mit einem goldenen Halsband. Kaiser Friedrich III. hatte im Jahre 1475 der Stadt das Privileg zugesprochen, ihrem Bären ein goldenes Halsband umzuhängen, als Dank für die Unterstützung in den Burgunderkriegen.[12] Deutlich sind die Klauen, die Zähne und das Geschlechtskennzeichen zu sehen.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Haupt- und Bibliotheksgebäude der Universität St. Gallen

St. Gallen gilt als wirtschaftliches Zentrum der Ostschweiz. Einige Versicherungen, darunter vor allem die Helvetia Versicherungen, und von den national verbreiteten Banken die Raiffeisen Schweiz und die Notenstein Privatbank haben hier ihren Sitz, dazu Regionalbanken wie die St.Galler Kantonalbank, die Acrevis Bank sowie die Vadian Bank. Diese Unternehmen rekrutieren oft Abgänger der Universität St. Gallen, die als eine der führenden Wirtschaftshochschulen Europas gilt und viele ausländische Studenten und Dozierende anzieht.

2008 waren auf dem Stadtgebiet 4'789 Firmen gemeldet, die 53'729 Vollzeitstellenäquivalente beschäftigten. Fast die Hälfte der Stellen entfiel dabei auf Mittel- und Grossbetriebe mit mehr als 50 Mitarbeitenden.[14] Über 85 % der Betriebe in der Stadt sind im Dienstleistungssektor tätig – hauptsächlich im Handels- und Informatikbereich.[15]

Die Textilindustrie mit der St. Galler Stickerei ist der historisch bedeutendste Industriezweig. Die St. Galler Stickerei – hat zwar seit dem Ersten Weltkrieg an Bedeutung eingebüsst – produziert aber immer noch ein wichtiges Exportprodukt.

Auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Gallusstadt. 2011 verbuchten die St. Galler Hotels knapp 169'920 Logiernächte. 86'070 Gäste kamen aus der Schweiz und rund 83'850 aus dem Ausland.[16]

Verglichen mit anderen Schweizer Städten sind die Mieten in St. Gallen verhältnismässig günstig. Eine 5-Zimmer-Wohnung kann für durchschnittlich 1'269 Franken im Monat (Jahr 2000) gemietet werden, während dafür in Zürich 700 Franken mehr ausgegeben werden müssten. Im Vergleich mit anderen Städten der Schweiz sind die Mietpreise günstig.[17] Dafür sind die Löhne in St. Gallen tendenziell tiefer und der Steuerfuss höher als z. B. in Zürich. St. Galler Unternehmen sind vorwiegend im Dienstleistungssektor tätig. Hochqualifizierte technisch ausgebildete Personen haben deshalb nur ein begrenztes Arbeitsplatzangebot in St. Gallen. Diese arbeiten mehrheitlich im Raum Zürich.

Unterhalb der Stadt verlaufen der Rosenberg- und der Stephanshorn-Autobahntunnel, die seit der Eröffnung 1987 die Stadt vom Durchgangsverkehr entlasten. Das Zentrum ist über vier Ausfahrten der städtischen Autobahn zu erreichen.

Die grosse Zentrumsfunktion mit ihren teilweise negativen sozialen und finanziellen Auswirkungen sowie die hohe Steuer- und Verkehrsbelastung haben dazu geführt, dass viele gute Steuerzahler aus der Stadt in die grünen und steuergünstigen Agglomerationsgemeinden gezogen sind. Die bevorzugten Destinationen der Wegzügler liegen nahe genug an der Stadt, um vom Zentrumsangebot (Kinos, Theater, Musik; aber auch Arbeit) trotzdem profitieren zu können. Der Teufelskreis konnte teilweise dadurch gebrochen werden, dass mit den umliegenden Gemeinden und dem Kanton Ausgleichszahlungen für die Zentrumsleistungen vereinbart wurden (→ Finanzausgleich), die jedoch nur rund die Hälfte der Zentrumslasten decken.[18][19]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Alter Trolleybus der VBSG

Die Stadt St. Gallen wurde 1856 mit der Eröffnung der Strecke St. Gallen Winkeln – St. Gallen der St.-Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn erstmals an das Bahnnetz angeschlossen.

Der Bahnhof St. Gallen wurde vom Architekten Alexander von Senger realisiert. Der St. Galler Bahnhof verbindet die Ostschweiz mit den umliegenden Regionen. So verfügt St. Gallen über einen gut ausgebauten Fernverkehr von St. Gallen über Zürich bis nach Genf. Auch das Rheintal sowie das Bünderland werden mit der Bahnstrecke St. Gallen–Chur gut erschlossen. St. Gallen ist das Ostschweizer-Zentrum der S-Bahn St. Gallen. Der Flughafen Zürich ist mit Zug oder Auto innert einer Stunde zu erreichen. Der kleinere Flughafen St. Gallen-Altenrhein, ist innert 20 Minuten mit dem Auto erreichbar. Er bietet vor allem Flüge nach Wien an.

Neben dem Bahnhof St. Gallen verfügt St. Gallen über drei weitere Bahnhöfe der Schweizerischen Bundesbahnen, St. Gallen St. Fiden, St. Gallen Bruggen und St. Gallen Winkeln sowie den Bahnhof St. Gallen Haggen der Südostbahn, ehem. BT. Daneben verbinden die Appenzeller Bahnen St. Gallen mit Speicher und Trogen sowie Gais und Appenzell.

In der Stadt verkehrt der Trolleybus St. Gallen, der – wie die ergänzenden Autobus-Linien – durch die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen (VBSG) betrieben werden. Die Mühleggbahn verbindet die Stadt mit dem Stadtteil St. Georgen. Bis 1957 verfügte St. Gallen zudem über eine Trambahn, die Strassenbahn St. Gallen. Im Jahr 2009 wurden die alten VBSG-Busse durch 66 neue ersetzt. Dafür wurden rund 60 Millionen Franken investiert. Heute hat St. Gallen die modernste Busflotte der Schweiz.

Versorgungsinfrastruktur[Bearbeiten]

Die Strom-, Wasser- und Erdgas- sowie in einem kleineren Rahmen die Fernwärmeversorgung wird von den Sankt Galler Stadtwerken besorgt. Es ist geplant, grosse Teile der Stadt durch ein Geothermie-Heizkraftwerk zu beheizen.

Trinkwasser bezieht die Stadt seit 1895 aus dem Bodensee. 1993 war sie Mitbegründerin der RWSG (Regionale Wasserversorgung St. Gallen AG), welcher Fassung, Aufbereitung, Transport und Verteilung des Trinkwassers für derzeit 12 Gemeinden in der Region obliegt. Dazu betreibt sie die Seewasserwerke Riet und Frasnacht.

Schulwesen[Bearbeiten]

Gemälde von Markus Baldegger in der Realschule Buchental

Das Kloster St. Gallen war, entsprechend seiner Benediktusregel, schon sehr früh eine wichtige Bildungsstätte. Die von Othmar eingeführte Ordensregel verlangte von den Mönchen eine gute Schulbildung und Kenntnisse in Schrift und Latein. Die Klosterschule blieb bis zur Säkularisation des Klosters 1803/1805 bestehen und bildete Novizen aber auch weltliche Schüler aus. Nach einem kurzen Unterbruch wurde als Nachfolger dieser Klosterschule die Katholische Kantonssekundarschule St. Gallen in denselben Räumen eröffnet. Im Laufe des Mittelalters, beeinflusst durch die konfessionelle Trennung der Stadt vom Kloster, war auch in der Stadt eine Schule eröffnet worden (seit dem 16. Jahrhundert im vormaligen Kloster St. Katharina untergebracht).

Grössere Veränderungen im st.gallischen Schulwesen ergaben sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts, beeinflusst zum einen durch das – als Ergebnis des wirtschaftlichen Aufschwungs im Textilwesen – starke Bevölkerungswachstum, zum anderen durch die Übernahme des Schulwesens durch die neue politische Gemeinde. In kurzer Zeit wurden viele neue Schulhäuser auf städtischem Gebiet und in den damaligen Vorortgemeinden Straubenzell und Tablat errichtet und das Schulwesen grundsätzlich reformiert. Aus konfessionell getrennten Schulen wurde ein modernenes überkonfessionelles Schulwesen mit verschiedenen Stufen errichtet.

Bildung, Hochschulen und Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

In der Folge der steigenden Anforderungen an die Schüler durch die Wirtschaft, besonders im Kauf- und Bankwesen, das für die Textilindustrie zentral war, wurden

Dazu kommen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die meisten Touristen kommen nach St. Gallen, um die barocke Stiftskirche aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Dazu gehört ein Besuch der Stiftsbibliothek mit ihren alten Handschriften. Als besonderer Publikumsmagnet gilt – obwohl eigentlich gar nicht zum Umfeld passend – Schepenese, eine ägyptische Mumie. Beim weiteren Gang durch die Altstadt fallen die kunstvoll verzierten Erker auf, die von den Reisen der St. Galler Textilkaufleute des 18. und 19. Jahrhunderts in alle Welt berichten. Sie erinnern an die Bedeutung St. Gallens im Leinwand- und Stickereigewerbe. Südlich des Klosters fährt die Mühleggbahn die Besucher durch die Mülenenschlucht ins Naherholungsgebiet Drei Weieren. Von dort hat man bei schönem Wetter einen ausgezeichneten Blick über die ganze Stadt, bis zum Bodensee und hinüber ans deutsche Ufer.

Wenige Gehminuten östlich des Stadtzentrums findet sich in und um den Stadtpark das heutige kulturelle Zentrum der Stadt. Im Theater St. Gallen werden grosse Stücke der Gegenwart und der Vergangenheit aufgeführt. Gleich daneben findet sich die Tonhalle, in der die Konzerte des Sinfonieorchesters St. Gallen und zahlreiche Gastkonzerte stattfinden. In unmittelbarer Nähe zu Theater und Tonhalle sind drei Museen angesiedelt: das Historische und Völkerkundemuseum mit Ausstellungen zu Kunst und Kultur von Stadt und Region, das Kunstmuseum sowie das Naturmuseum, in dem die Naturwissenschaften anschaulich erklärt werden – vom echten Dinosaurierfossil bis zum Laser.

Kirchen[Bearbeiten]

Vollständige Liste siehe: Liste der Sakralbauten in der Stadt St. Gallen

Im Kloster und …
… in der keine hundert Meter entfernten St. Laurenzenkirche wurde während Jahrhunderten die Politik von Fürstabtei und Stadt St. Gallen bestimmt.
  • Im Stiftsbezirk befindet sich die Stiftskirche St. Gallus und Othmar, heute auch Kathedrale des Bistums St. Gallen. Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt.
  • Die reformierte Kirche St. Laurenzen in der Innenstadt wurde 1851 neugotisch umgebaut, im Kern stammt dieses Bauwerk von 1413 bis 1422.
  • In der Irervorstadt befinden sich zwei weitere reformierte Kirchen, die Pfarrkirche St. Mangen mit romanischem Kern und die Kirche St. Katharina des ehemaligen Dominikanerinnenklosters.
  • In der nordöstlichen Vorstadt steht die Katholische Kirche St. Fiden, welche von Johann Ferdinand Beer 1777 im Barockstil errichtet wurde.
  • Am westlichen Ende des Bahnhofs steht die Kirche St. Leonhard. Früher evangelische Kirche der westlichen Vororte, dann Kulturzentrum; Ende 2007 durch einen Dachstockbrand schwer beschädigt.
  • Die reformierte Kirche in Heiligkreuz ist ein neubarocker Bau mit Jugendstileinflüssen, erbaut von den einheimischen Architekten Curjel und Moser.
  • Katholische Dreifaltigkeits-Kirche Heiligkreuz, erbaut 1950 in der Typologie der frühchristlichen Basilika, Architekten: Johannes Scheier, Willi Schregenberger, Oskar Müller.
  • Reformierte Kirche Linsebühl, ein imposanter Neurenaissancebau aus dem Jahr 1897.
  • Katholische Kirche St.Otmar, erbaut 1908 im Stil der Neugotik, Architekt: August Hardegger
  • Katholische Kirche St. Martin im Stadtteil Bruggen; die 1936 erbaute Betonkirche war für die damalige Zeit hochmodern.
  • Reformierte Kirche Bruggen, erbaut 1903 im Jugendstil, Architekten: Curjel und Moser, Karlsruhe/St. Gallen
  • Die römisch-katholische Kirche Winkeln, erbaut um 1959 von den einheimischen Architekten Ernest Brantschen und Alphons Weisser.

Theater[Bearbeiten]

  • Im Theater St. Gallen werden Opern, Operetten, Ballett, Musicals und Schauspiele aufgeführt.
  • Das Figurentheater St. Gallen zeigt Stücke für Kinder und Erwachsene.
  • Die Kellerbühne – das Kleinkunst-Theater in St. Gallen.

Museen[Bearbeiten]

Im Stiftsbezirk
Im Museumsviertel
  • Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen (Sammlungen zur regionalen Frühgeschichte, Stadtgeschichte, Volkskunst, Kulturgeschichte sowie völkerkundliche Sammlungen aus aller Welt). Neoklassizisitischer Walmdachbau mit breit gelagertem westlichem Eingangstrakt und Freitreppe. 1914–1921 von Völki & Bridler, Winterthur, sowie Carl Adolf Lang für die Ortsbürgergemeinde St. Gallen errichtet.
  • Kunstmuseum St. Gallen (Malerei und Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts) und Naturmuseum (naturkundliche Sammlung). Der spätere Maler Emil Nolde arbeitete von 1892–1898 als Zeichnungslehrer an der Gewerbeschule für die St. Galler Stickerei.
Sonstige Museen
  • Kunsthalle St. Gallen (nationale und internationale moderne Kunst)
  • Textilmuseum St. Gallen (historische Spitzen, Stickereien und Gewebe, Textilkunst)
  • Projektraum exex (zeitgenössische Kunst)
  • Museum im Lagerhaus (schweizerische naive Kunst und art brut)
  • Point Jaune museum (Mail Art, Postpostismus)

Musik[Bearbeiten]

  • Das Sinfonieorchester St. Gallen gibt neben dem Dienst im Theater St. Gallen zahlreiche sinfonische Konzerte in der Tonhalle. Auch Gastkonzerte und Kammerkonzerte sind dort zu hören. Von 1996 bis 2008 war Jiří Kout Chefdirigent, seit 2008 ist es David Stern.
  • Die St. Galler DomMusik führt die Internationalen Domorgelkonzerte und diverse weitere Orchester- und Chorkonzerte durch. Der Kirchenmusiker Martin Vogt war von 1823–1837 Domorganist und Musiklehrer am katholischen Gymnasium.
  • Auch verschiedene Blasmusikvereine geben regelmässig Konzerte in der Tonhalle. Darunter mit der Knabenmusik der Stadt St. Gallen eine der grössten Blasmusikformationen der Schweiz.
  • Die Grabenhalle ist Schauplatz vieler Rock/Indie/Alternative/Reggae-Konzerte.
  • Die bekannteste Gruppe, welche im St.-Galler-Dialekt singt, ist die Mundartrockband Piggnigg.

Bauwerke[Bearbeiten]

Prachtserker des Café Pelikan
  • Stiftsbezirk mit Stiftsbibliothek und Stiftskirche (UNESCO-Weltkulturerbe)
  • Altstadt mit über hundert Erkern, z. T. mehrstöckig, bemalt oder aus Holz geschnitzt (Prachtserker)
  • Drei Weieren (künstliche Weiher aus der Hochblüte der Textilindustrie mit Jugendstil-Badehäusern; Anfahrt mit der Mühleggbahn von 1893)
  • Bank Wegelin, bis zur Einstellung des Betriebs 2013 älteste Bank der Schweiz, gegründet 1741.
  • Tröckneturm Schönenwegen; der Turm wurde 1828 erbaut und in seinem Inneren wurden frisch gefärbte Stoffbahnen zum Trocknen aufgehängt.
  • Stickereibörse, prachtvolles Gebäude mit dem Handelsgott Hermes auf dem Dach.
  • Volksbad St. Gallen, das zweitälteste Hallenbad der Schweiz aus dem Jahre 1906. Neu und einzigartig zur damaligen Zeit war die gewölbte Betondecke über dem Schwimmbecken nach dem System des französischen Bauingenieurs François Hennebique.
  • Karlstor, das einzige verbleibende Tor der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Mit einem kunstvollen Relief verziert.
  • Sporthalle der gewerblichen Berufsschule. Der 50 × 26 m große Stahlbau wurde 2006 mit begrüntem Dach errichtet. Am 24. Februar 2009 stürzte das Dach unter extrem grosser Schneelast ein.
  • Notrufzentrale und Buswartehalle des spanischen Architekten Santiago Calatrava.
  • 1992 erhielt die Stadt St. Gallen den Wakkerpreis.

Parks[Bearbeiten]

  • Wildpark Peter und Paul, Zoo-ähnlicher Wildpark mit grossen Gehegen für einheimische Tiere wie Steinbock oder Murmeltier, freier Eintritt.
  • Stadtpark beim Theater, Naherholungsgebiet im Stadtzentrum; mit grosser Vogel-Volière mit seltenen Vögeln und Enten.
  • Im Osten der Stadt befindet sich der botanische Garten.
  • Kantonsschulpark, Parkanlage bei der Kantonsschule am Burggraben, in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten als Drogenumschlagplatz.
  • Kreuzbleichepark, Sportplatz

Regelmässige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, am St. Gallen Symposium (2010)
  • OLMA, die traditionelle Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung im Herbst sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen der Olma Messen St. Gallen
  • OpenAir St. Gallen im Sittertobel
  • Die vom Theater St. Gallen ausgerichteten St. Galler Festspiele bestehen aus einer Freilicht-Opernproduktion und einem Rahmenprogramm mit Konzerten und Tanzdarbietungen
  • St. Galler Kinderfest, ursprünglich ein Präsentationsumzug der Textilindustrie, heute ein Zusammenkommen vieler St. Galler mit einem Umzug und Darbietungen verschiedener Schulhäuser und ihrer Kinder. Es findet alle drei Jahre statt. Die bislang letzte Durchführung erfolgte am 21. Juni 2012.
  • Das St. Gallen Symposium findet jedes Jahr im Mai an der Universität St. Gallen statt und zählt zu den führenden Wirtschaftskonferenzen Europas. Besondere Zielsetzung ist dabei der Dialog zwischen den Generationen.
  • New Orleans Jazz Festival, St. Galler Fest und Gassenfest sind alljährliche Veranstaltungen, die in den Gassen der Altstadt stattfinden.
  • Römpel-Feuer: In der Nacht vor Silvester gehen in der alten Gemeinde Straubenzell (heute St. Gallen West) die maskierten Römpler um. Mit Lärm und dem «Römpel», einer Puppe, die Schrecken einflössen soll, versuchen sie aufs neue Jahr alles Böse, personifiziert in der Sagengestalt des schwarzen Rappensteiners, zu verscheuchen. Das Römperfeuer, der Höhepunkt des Brauches, findet jeweils am Abend des 30. Dezember hinter der St.-Martins-Kirche Bruggen statt.
  • Pantalla Latina: Seit 2009 findet jeweils im November im Kino Corso ein Lateinamerikanisches Filmfestival statt.
  • Der St. Galler Altstadtlauf fand von 1984 bis 2008 insgesamt 25-mal jeweils Ende September statt. In 35 Kategorien, von 330 Metern (für Dreijährige) bis zu 8810 Metern (Hauptklasse) wurde der schnellste St. Galler Läufer ermittelt. Nach dem Jubiläumslauf 2008 musste der Altstadtlauf eingestellt werden, da sich nicht genügend Sponsoren fanden.[20]

Panorama[Bearbeiten]

Panoramabild von St. Gallen

Sport[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Der Fussballclub FC St. Gallen (FCSG), der älteste Fussballclub der Schweiz und Kontinentaleuropas spielt in der Super League,[21] der höchsten schweizerischen Liga, der SC Brühl St. Gallen spielt in der 1. Liga Promotion, der dritthöchsten Fussball-Liga. Ebenfalls in St. Gallen ansässig ist der FC Winkeln (2. Liga). Weitere Fussballclubs aus der Gallusstadt sind der im Jahre 1910 gegründete FC Fortuna, der FC Rotmonten und der FC St. Otmar St. Gallen. Die Blue Stars St. Gallen, die in den 1900er-Jahren in der höchsten Liga spielten, wurden aufgelöst.

Handball hat in St. Gallen einen hohen Stellenwert. Der Handballclub TSV St. Otmar St. Gallen spielt in der höchsten Handballliga der Schweiz, der Swiss Handball League, mit und ist seit 1964 sieben mal Schweizer Meister geworden, zuletzt in der Saison 2001. Der BTV St. Gallen wurde in den 1960er Jahren zweimal Schweizer Meister und spielt aktuell in der 3. Liga. Weiter gibt es den LC Brühl. Er ist der Frauenverein und spielt in der Nationalliga A. Mit 26 Meister- und 5 Cuptiteln ist der Verein der erfolgreichste Frauen-Handballverein der Schweiz. Weiter gibt es noch die Vereine HC Bruggen, den HC Stadtbären 05 und den SV Fides.

In St. Gallen gibt es noch weitere Vereine wie St. Galler Badminton Bären, STV St. Gallen Volley (Volleyball), St. Gallen Vipers (American Football), UHC Waldkirch-St. Gallen (Unihockey), RFC The Bishops St. Gallen Rugby, CC St. Galler Bär (Curling), EHC St. Gallen (Eishockey), BBC Uni St. Gallen (Basketball), TV St. Georgen (Geräteturnen und Leichtathletik) und noch einige mehr.

Sportstätten[Bearbeiten]

Am 14. September 2005 erfolgte nach fast zehnjähriger Planung im Westen der Stadt der Spatenstich zur rund 410 Millionen Franken teuren AFG Arena mit einem Fassungsvermögen von 21'000 Zuschauern. Davon entfallen 16'000 auf Sitzplätze und 5'000 auf Stehplätze. Bei europäischen Spielen beträgt die Kapazität 18'000 Sitzplätze. Die AFG Arena hat das Stadion Espenmoos abgelöst, das jetzt als Breitensportanlage genutzt wird.

Am 30. Mai 2008 fand das erste Spiel im neuen Stadion statt, welches die Schweiz mit 3:0 gegen Liechtenstein gewann.

Ausserdem gibt es in St. Gallen einen Rollerpark (Skatepark) mit drei Bowls und einem grossen Street-Teil. Er befindet sich bei der Sportanlage Kreuzbleiche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: St. Gallen – Übersicht zu den Artikeln über die Stadt und den Kanton St. Gallen

Literatur[Bearbeiten]

Ältere Darstellungen[Bearbeiten]

  • Georg Leonhard Hartmann: Geschichte der Stadt St. Gallen. Hartmann, St. Gallen 1818, 510 Seiten online.
  • Johann Jakob Bernet: Verdienstvolle Männer der Stadt Sankt Gallen in Bildnissen und kurzen Lebensnachrichten. Wegelin und Wartmann, St. Gallen 1830; Rezension. Unveränderter Neudruck, mit einem Nachwort von Peter Wegelin herausgegeben unter dem Titel: Verdienstvolle Männer, Bürgermeister und Dekane der Stadt St. Gallen in Bildnissen und kurzen Lebensnachrichten, Verlagsgemeinschaft St. Gallen, St. Gallen 1986, 340 Seiten (Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vadiana, Nr. 14).
  • August Naef: Chronik oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft St. Gallen. Mit Inbegriff der damit in Verbindung stehenden appenzellischen Begebenheiten. Von der ältesten bis auf die neuere Zeit. Scheitlin, St. Gallen / Schulthess, Zürich 1850
  • Gottlieb Felder: Die Stadt St. Gallen und ihre Umgebung. Natur und Geschichte, Leben und Einrichtungen in Vergangenheit und Gegenwart. Eine Heimatkunde. Band 1 (so vollständig). Fehr, St. Gallen 1916
  • August Hardegger, Salomon Schlatter, Traugott Schiess: Die Baudenkmäler der Stadt St. Gallen. Fehr, St. Gallen 1922

Neuere Werke[Bearbeiten]

  • Daniel Ammann (Fotos), Marcel Elseneret (Texte): St. Gallen. Stadtporträt. Klosterstadt - Geschichte, Kultur, Szene, Landschaft. AS, Zürich 1999, ISBN 3-905111-37-3.
  • Johannes Duft, Ernst Ziegler, Karl Künzler: St. Gallen. Kloster und Stadt. In: Schweizer Heimatbücher Band 187, Haupt, Bern 1984, ISBN 3-258-03263-7.
  • Ernst Ehrenzeller; Walter-und-Verena-Spühl-Stiftung (Hrsg.): Geschichte der Stadt St. Gallen. VGS - Verlagsgemeinschaft, St. Gallen 1988, ISBN 3-7291-1047-0.
  • Gesellschaft für schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen. Die Stadt St. Gallen. In: Kunstdenkmäler der Schweiz. [2 Bände], Birkhäuser Verlag:
    • Kunstdenkmäler der Schweiz 37: Band I: Geschichte, Befestigungen, Kirchen [ohne Stift] und Wohnbauten. Birkhäuser, Basel 1957
    • Kunstdenkmäler der Schweiz 45: Band II: Das Stift. Birkhäuser, Basel 1961.
    • INSA St. Gallen. Architektur und Städtebau 1850–1920. GSK Bern/Historisches Museum St. Gallen 2003 (Erstausgabe 1996), ISBN 3-9520597-2-2.
  • Nathalie Bodenmüller, Dorothee Guggenheimer, Johannes Huber, Marcel Mayer, Stefan Sonderegger, Daniel Studer, Rolf Wirth: St. Galler Stadtführer mit Stiftsbezirk. 4. veränderte und erweiterte Auflage, St. Gallen-Bodensee Tourismus / Typotron, St. Gallen 2010 (Erstausgabe 2007), ISBN 978-3-908151-44-9.
  • Peter Röllin: St. Gallen – Stadtveränderung und Stadterlebnis im 19. Jahrhundert. VGS, St. Gallen 1981, ISBN 3-7291-1014-4.
  • Peter Röllin / Kunstverein St. Gallen und Stiftung St. Galler Museen (Hrsg.): Stickerei-Zeit. Kultur und Kunst in St. Gallen 1870-1930.VGS Verlagsgemeinschaft St. Gallen 1989, 2. Auflage 1990., ISBN 3-7291-1052-7
  • Hans Stricker: Unsere Stadt St. Gallen. Eine geographisch-geschichtliche Heimatkunde. 2., überarbeitete Auflage, Schulverwaltung, St. Gallen, St. Gallen 1979 (Erstauflage 1970, ohne ISBN).

Belletristik[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Gallen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: St. Gallen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Jahrbuch 2012 komplett (PDF, 3,5 MB). Fachstelle für Statistik Kanton St. Gallen. Vom 3. Oktober 2012. Abgerufen am 25. Dezember 2012.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStändige Wohnbevölkerung Stadt St. Gallen nach Geschlecht, Zivilstand, Konfession. Abgerufen am 23. Juni 2012.
  4. St. Galler Tagblatt, 24. Oktober 2012
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatOrtsbürgergemeinde St. Gallen: Leben im Grünen Ring. Abgerufen am 2. November 2008.
  6. Klimadiagramm der Stadt St. Gallen; Meteoschweiz
  7. Statistisches Jahrbuch der Stadt St. Gallen 2010 (PDF)
  8. Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit, 2012. Bundesamt für Statistik, 1. Januar 2012, abgerufen am 6. April 2014 (xls).
  9. Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit, 2012. Bundesamt für Statistik, 1. Januar 2012, abgerufen am 6. April 2014 (xls).
  10. Die Grünliberale Partei hatte sich im Verlauf der vorhergehenden Amtsperiode von der Grünen Partei abgespalten
  11. http://www.stadt.sg.ch/home/verwaltung-politik/demokratie-politik/abstimmungen-wahlen/wahlen-legislatur-2009-2012/stadtparlament_081/_jcr_content/Par/downloadlist_0/DownloadListPar/download.ocFile/STP%202012%20Sitzverteilung.pdf
  12. http://www.ass-stgallen.ch/Stadtgeschichte.html
  13. Reglement über das Stadtwappen (PDF; 32 kB)
  14. Statistisches Jahrbuch der Stadt St. Gallen 2010: Betriebe und Beschäftigungsvolumen nach Betriebsgrössenklassen 2001 bis 2008 (PDF)
  15. Statistisches Jahrbuch der Stadt St. Gallen 2010: Betriebe nach Wirtschaftszweigen 2001 bis 2008 (PDF)
  16. [1] (PDF; 3,7 MB)
  17. Statistisches Jahrbuch der Stadt St. Gallen 2010: Durchschnittliche monatliche Nettopreise der Miet- und Genossenschaftswohnungen nach Zimmerzahl sowie Mietklassen, 2000 (PDF)
  18. Studie Zentrumslasten (Kurzfassung) (PDF), 2000
  19. Stellungnahme Der neue Finanzausgleich aus Sicht der Stadt St. Gallen
  20. http://www.altstadtlauf.ch/
  21. fussball.ch: St. Gallen macht Aufstieg perfekt. fussball.ch. 13. Mai 2012. Abgerufen am 13. Mai 2012.