Isuzu Gemini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Isuzu Gemini
Produktionszeitraum: 1974–2000
Klasse: Untere Mittelklasse, Kompaktklasse
Karosserieversionen: Limousine, Coupé, Kombilimousine

Der Isuzu Gemini war ein von 1974 bis 2000 gebautes Modell des japanischen Autoherstellers Isuzu.

Gemini (1974–1987)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Generation
Isuzu Gemini PF Osaka JPN 001.jpg
Produktionszeitraum: 1974–1987
Karosserieversionen: Limousine, Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,6–1,8 Liter
(75–92 kW)
Dieselmotoren:
1,8 Liter
(38–54 kW)
Länge: 4130 mm
Breite: 1570 mm
Höhe: 1360 mm
Radstand: 2405 mm
Leergewicht: 925–955 kg
Isuzu Gemini 1. Serie

Der erste Gemini ging aus der seit 1971 bestehenden Zusammenarbeit mit General Motors hervor, was auch seine äußerliche Ähnlichkeit zum Opel Kadett und diversen anderen Fahrzeugen belegt. Allerdings fanden die bewährten Motoren und das Fahrwerk aus dem Vorgänger Isuzu Bellett im Gemini Verwendung; zudem besaß er ein eigenständiges Interieur mit anderen Türverriegelern, womit von Badge-Engineering hier nur bedingt gesprochen werden kann. Der Gemini, der bis 1975 noch als Bellett Gemini verkauft wurde, war als viertürige Stufenhecklimousine und als zweitüriges Coupé erhältlich. Exportiert wurde der Gemini unter anderem nach Australien und Neuseeland (Isuzu Gemini), nach Thailand (Opel Gemini) und in die USA (Buick Opel). In Australien und Neuseeland standen auch Kombi- und Lieferwagenversionen im Angebot.

Die erste Modellgeneration zählte zur weltweit verzweigten GM-Modellfamilie auf Basis der sogenannten T-Plattform, zu der Opel Kadett C, Chevrolet Chevette, Vauxhall Chevette, der argentinische Opel K 180, der australische Holden Gemini und Pontiac T1000 zählten. Die Isuzu-Version (interne Bezeichnung PF50/60 und PFD60) erschien im November 1974, zunächst mit 1600 cm³-Vierzylinder-Benziner (Typ PF50), 1977 wurde die 1,8-Liter-Version als Benziner nachgeschoben (Typ PF60). Im Jahr 1979 lancierte das Werk die Dieselvariante mit 1817 cm³-Vierzylinder (Typ PFD60).

Die ursprünglichen Rundscheinwerfer wurden bei einem ersten Facelift im Juni 1977 durch eckige Einheiten ersetzt, die ab 1979 wiederum Rundscheinwerfern wichen. 1981 wurde dem Gemini ein umfassendes Facelift mit neuen Front- und Heckpartien zuteil. 1979 kamen die Luxusversion ZZ mit 1,8-Liter-DOHC-Motor oder dem neuen Dieselmotor ins Programm; letzterer erwies sich im Gefolge der sogenannten zweiten Ölkrise 1979 als sehr beliebt. Ab 1982 gab es den Gemini auch mit Turbodieselmotor, der laut Werk über die weltweit erste elektronische Steuerung verfügte.

In den USA wurde der Gemini von April 1976 bis Herbst 1979 als Buick Opel vermarktet, danach von Isuzu selbst unter der Bezeichnung I-Mark verkauft.

Die Produktion der regulären Modelle lief Ende 1985 aus, der Gemini ZZ wurde noch bis Februar 1987 hergestellt. Insgesamt entstanden vom Gemini der ersten Generation 768.535 Exemplare.

Isuzu Gemini 1600 1600S 1800 1800 DOHC Diesel
Motor: 4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt)
Hubraum: 1584 cm³ 1818 cm³ 1818 cm³
Bohrung × Hub: 82 × 75 mm 84 × 82 mm 84 × 82 mm
Leistung bei 1/min: 69 kW
(94 SAE-PS)
bei 5400
73,5 kW
(100 SAE-PS)
bei 6000
81 kW
(110 SAE-PS)
bei 5600
95,5 kW
(130 SAE-PS)
bei 6400
45 kW
(61 SAE-PS)
bei 5000
Max. Drehmoment bei 1/min: 133 Nm bei 3800 137 Nm bei 4000 152 Nm bei 4000 162 Nm bei 5000 110 Nm bei 2000
Verdichtung: 8,7:1 8,5:1 9,0:1 21,0:1
Gemischaufbereitung: 1 Fallstrom-Doppelvergaser Diesel-Einspritzpumpe
Ventilsteuerung: OHC, Antrieb über Kette DOHC, Antrieb über Kette OHC, Antrieb über Kette
Kühlung: Wasserkühlung
Getriebe: 4- oder 5-Gang-Getriebe
a.W. (außer 1800 DOHC) Dreigang-Automatik
Hinterradantrieb
Radaufhängung vorn: Obere und untere Querlenker, Schraubenfedern
Radaufhängung hinten: Starrachse, Längslenker, Panhardstab, Schraubenfedern
Bremsen: Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten, a.W. Servo
1800 DOHC Scheibenbremsen rundum
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Karosserie: Stahlblech, selbsttragend
Spurweite vorn/hinten: 1300/1305 mm
1800 DOHC: 1305/1320 mm
Radstand: 2405 mm
Abmessungen: 4235 × 1570 × 1340–1365 mm
Leergewicht: 925–945 kg 950 kg 985 kg 980 kg
Höchstgeschwindigkeit (Werk): 160 km/h 170 km/h ca. 175 km/h 180 km/h 120 km/h
0–100 km/h: n.a.
Verbrauch (Liter/100 km): 8–13 S 9–14 S 10–15 S 7–11 D

Isuzu Gemini II (1985–1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Generation
Isuzu Gemini Limousine (1985–1987)

Isuzu Gemini Limousine (1985–1987)

Produktionszeitraum: 1985–1990
Karosserieversionen: Limousine,
Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,6 Liter
(53–99 kW)
Dieselmotor:
1,5 Liter (38 kW)
Länge: 3998–4082 mm
Breite: 1613–1615 mm
Höhe: 1321–1374 mm
Radstand: 2400 mm
Leergewicht:

Im Mai 1985 gab es ein von Grund auf neues Modell mit Frontantrieb. Die Karosserie war von Giorgio Giugiaro entworfen, sie erinnerte ein wenig an den Isuzu Piazza. Der als FF Gemini bezeichnete Wagen wurde auch in der Bundesrepublik über ein eigenständiges Isuzu-Vertriebsnetz angeboten, zunächst nur mit 1,5 Liter Diesel oder 1,7 Liter Turbodieselmotor, ab 1988 auch als GTI mit 1,6-Liter-Ottomotor und 135 PS (99 kW). 1987 gab es Änderungen an Front und Heck und einen überarbeitetem Innenraum.

1990 wurde der Verkauf von Isuzu-PKW in Deutschland eingestellt.[1]

Der Gemini wurde es in den USA als Isuzu I-Mark verkauft. Er wurde auch als Chevrolet Spectrum angeboten (ab 1989 Geo Spectrum) sowie in Kanada als Pontiac Sunburst.

Isuzu Gemini III (1990–1993)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Generation
Isuzu Gemini 1.7 CC Diesel 1992 (15622167317).jpg
Produktionszeitraum: 1990–1993
Karosserieversionen: Limousine,
Kombilimousine,
Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,5–1,8 Liter (52–110 kW)
Dieselmotor:
1,7 Liter (65 kW)
Länge: 4150–4191 mm
Breite: 1679–1694 mm
Höhe: 1374 mm
Radstand: 2451 mm
Leergewicht:

Ab März 1990 wurde die dritte Generation angeboten, mit nun strömungsgünstigerer und modernerer Karosserie. In den USA erfolgte ein Namenswechsel von Isuzu I-Mark zu Isuzu Stylus. In Europa wurde das Modell nur noch mit Rechtslenkung in Großbritannien und in Irland angeboten. Eine abgeleitete Coupé-Version wurde als zweite Generation des Isuzu Impulse oder Isuzu Piazza eingeführt. In den USA wurde diese Version auch als Geo Storm vermarktet, die Schrägheckvariante des Gemini wurde als Geo Storm Wagonback angeboten. Als Antrieb standen Ottomotoren mit 1,5 Liter, 1,6 Liter und 1,8 Liter sowie der 1,7 Liter Turbodiesel aus dem Vorgänger zur Wahl.

Da Isuzu sich ab Mitte der 1990er Jahre auf den Bau von Nutzfahrzeugen beschränkte, wurde kein neuer Pkw mehr entwickelt und der Gemini III im Laufe von 1993 nach 406.625 gebauten Exemplaren weltweit eingestellt.

Isuzu Gemini IV (1993–1996)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isuzu Gemini IV

1993 erschien ein neues Gemini-Modell, die Limousine gleicht weitgehend dem Honda Domani und wurde im Auftrag bei Honda gebaut.

Heckansicht

Isuzu Gemini V (1997–2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ISUZU GEMINI 5
Heckansicht

Auch die fünfte Generation wurde bei Honda gebaut, sie war eine Version des auf der Honda-Domani-Limousine basierenden Honda Integra SJ (EK3) und wurde bis Mitte 2000 ohne Nachfolger produziert.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Automobil Revue Katalognummer 1982 (technische Daten)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Isuzu Gemini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Besonders hinterhältig. In: Der Spiegel. 1. April 1990, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. Oktober 2022]).