Świerklaniec

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Świerklaniec
Wappen von Świerklaniec
Świerklaniec (Polen)
Świerklaniec
Świerklaniec
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Tarnowskie Góry
Geographische Lage: 50° 27′ N, 18° 56′ OKoordinaten: 50° 27′ 0″ N, 18° 56′ 0″ O
Einwohner: 3600
Postleitzahl: 42-622
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: STA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Tarnowskie GórySiewierz
Schienenweg: Bytom–Tarnowskie Góry
Bahnhof Nakło Śląskie
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 4 Ortschaften
4 Schulzenämter
Fläche: 44,26 km²
Einwohner: 11.952
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2413072
Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindevorsteher: Marek Cyl[2]
Adresse: ul. Młyńska 3
42-622 Świerklaniec
Webpräsenz: www.swierklaniec.i-gmina.pl



Hauptstraße in Świerklaniec

Świerklaniec (deutsch: Neudeck) ist ein Dorf und Sitz einer Landgemeinde in der Woiwodschaft Schlesien in Südpolen. Świerklaniec ist von Kattowitz rund 30 km entfernt. Die Gemeinde Świerklaniec besteht aus vier Ortsteilen und hat rund 11.000 Einwohner auf einer Fläche von 44,3 km², während im Ort selbst etwa 3.500 Menschen leben. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind das teilweise erhaltene Schloss Neudeck sowie das Schloss im Ortsteil Nakło.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

See in Chechło

Świerklaniec liegt am Nordrand der Oberschlesischen Platte 5 km nördlich von Piekary Śląskie und 7 km östlich der Kreisstadt Tarnowskie Góry. Östlich von Świerklaniec erstreckt sich das Staubecken Kozłowa Góra, der zusammen mit der Brynica (Brinitza) die Ostgrenze der Gemeinde und des historischen Oberschlesien markiert. Die Gemeinde hat eine Fläche von 44,3 km² und ist zu 43 % von Wald (hauptsächlich Kiefern) bedeckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Schloss Neudeck.

Die Geschichte des Ortes Świerklaniec ist stark mit der des örtlichen Schlosses verbunden. Ein erster Herrschaftssitz wurde im 11. Jahrhundert errichtet. 1477 wird der Name der Grenzburg Swiklenczy erstmals erwähnt. Im Besitz der Hohenzollern war der Ort von 1532 bis 1621. Seit dem Jahre 1629 war Świerklaniec Stammsitz einer Linie des Adelsgeschlechts der Henckel von Donnersmarck; als diese die Ortschaft als Pfand erhielten, wurde auch der Name Neudeck erstmals erwähnt.

Seit 1742 preußisch, wurde der Ort zum 27. März 1873 dem Kreis Tarnowitz angeschlossen. Neudeck stellte ein Rittergut dar, das sich südlich der Straße Tarnowitz–Siewierz und südwestlich des Schlossparks erstreckte und 1885 551 Einwohner zählte.[3] Das Gut Neudeck bildete zudem einen Amtsbezirk, der zuletzt die Landgemeinden Alt Chechlau, Brinitz, Koslowagora, Neu Chechlau und Orzech und die Gutsbezirke Alt Chechlau, Koslowagora, Neudeck und Orzech umfasste.[4]

Heute zählt Świerklaniec über 3.500 Einwohner – die Bebauung erstreckt sich vor allem nördlich der Staatsstraße Tarnowskie Góry–Siewierz. Jedoch stellt dieser Bereich eigentlich den Ort Alt Chechlau (1910: 1.438 Einwohner) dar, der sich nördlich des eigentlichen, viel kleineren Gutsdorfes Neudeck (1910: 503 Einwohner) erstreckte und nun im selbigen aufgegangen ist.[5]

Während bei der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 auf dem Gut Neudeck 279 bzw. fast 80 % der gültigen Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben wurden, stimmten in Alt Chechlau 63 %, in den übrigen Ortsteilen sogar über 80 % für den Anschluss an Polen. So wurde Neudeck samt Umland 1922 Teil Polens und in Świerklaniec umbenannt. Das Schloss und der Ort waren jedoch noch bis 1945 im Besitz der Familie Donnersmarck. In der Zwischenkriegszeit wohnte hier der Präsident der gemischten Kommission für Oberschlesien Felix Calonder und achtete als unabhängiger Beobachter auf die Einhaltung der Rechte der deutschen Minderheit. Eine katholische Kuratie Świerklaniec wurde 1929 eingerichtet, die 1931 zur selbstständigen Pfarrei erhoben wurde. Als Kirche diente erst eine Holzkirche, die 1989 durch die Pfarrkirche Christ König ersetzt wurde. Auf dem Gemeindegebiet wurde zur Wasserversorgung von 1935 bis 1939 ein Reservoir erbaut (Kozłowa Góra). 1945 brannten das neue sowie das alte Schloss ab und beide wurden später abgerissen. Ein künstlicher See entstand 1973 in Nakło-Chechło, der einerseits ebenfalls ein Wasserbehälter ist, andererseits heute auch Erholungszwecken dient.

Zwischen 1954 und 1972 gehörte das Dorf zur Gromada Świerklaniec und von 1975 bis 1998 gehörte es zur Woiwodschaft Katowice.[6][7]

Ehem. Schlosskapelle – heute katholische Filialkirche von Świerklaniec

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neudeck war der Sitz einer Linie des Hauses Donnersmarck; außerdem wurden hier einige Vertreter des Hauses geboren.

Mit dem Ort verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neudecker Weg im Neuköllner Ortsteil Rudow wurde am 19. März 1938 nach dem deutschen Ortsnamen von Świerklaniec benannt.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Świerklaniec umfasst auf einer Fläche von 44,26 km² vier Ortsteile:

  • Świerklaniec (Neudeck)
  • Nakło Śląskie (Naklo)
  • Nowe Chechło (Neu Chechlau)
  • Orzech (Orzech)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Świerklaniec – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Website der Gemeinde, Wójt Gminy, abgerufen am 13. März 2015
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. sch_tarnowitz.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Vgl. territorial.de, abger. am 17. März 2008
  5. Vgl. gemeindeverzeichnis.de, abger. am 17. März 2008, und folgende Karte http://www.posselt-landkarten.de/karte_501.jpg
  6. Verordnung Nr. 23/54 des Wojewódzkiej Rady Narodowej w Stalinogrodzie vom 5. Oktober 1954 über die Aufteilung der Gromadas im Powiat Tarnogórski (Dziennik Urzędowy Wojewódzkiej Rady Narodowej w Stalinogrodzie z dnia 1 grudnia 1954 r., Nr. 10, Poz. 54)
  7. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 802 kB)