.ausgestrahlt

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.ausgestrahlt
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Zweck: Anti-Atomkraft-Bewegung Unterstützung erneuerbarer Energie
Vorsitz: Matthias Weyland, Nora Lohmeyer
Geschäftsführer: Jochen Stay
Gründungsdatum: 2008
Sitz: Hamburg
Website: www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt e. V. ist eine bundesweit tätige Nichtregierungsorganisation in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins mit Sitz in Hamburg. Seit seiner Gründung im Jahr 2008 beteiligt sich der Verein an der Organisation der Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland, entwickelt gewaltfreie Protest-Aktionen, unterstützt Demonstrationen und stellt örtlichen Anti-Atom-Initiativen sowie Einzelpersonenen Argumente und Materialien zu den Themen Atomkraft und Atompolitik zur Verfügung.

Ziele und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transparent von .ausgestrahlt bei der Anti-Atom-Demonstration am 5. Sept. 2009 in Berlin
2010 bilden 120.000 Menschen eine 120 km lange Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel.
Nach dem Super-Gau in Fukushima gehen im März 2011 bundesweit 250.000 Menschen in vier Städten auf die Straße.
Berlin 2012, Aktion gegen die Endlagerung von radioaktivem Müll in Gorleben
Gefakte E.ON-Transparente im Rahmen der "Bad Bank"-Kampagne 2014

Oberstes Ziel ist die Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke. Des Weiteren setzt sich .ausgestrahlt für mehr Transparenz, Bürgerbeteiligung und Sicherheit beim Transport sowie der Lagerung von Atommüll ein. Der Verein verfügt über keine eigenen Lokalgruppen, nimmt aber innerhalb der Anti-Atomkraft-Bewegung eine bedeutende koordinierende Rolle ein und weist eine hohe Medienpräsenz auf. Pressesprecher ist Jochen Stay, der zuvor als Sprecher des Bündnisses "X-tausendmal quer" agierte[1]. Zusammen mit Stefan Diefenbach-Trommer leitete er in den ersten sechs Jahren das Büro der Organisation. Viermal im Jahr publiziert der Verein ein 24-seitiges Magazin[2] mit atompolitischen Themen (Auflage Stand Mai 2015: 51.000 Stück). Darüber hinaus äußert sich der Verein in der Presse regelmäßig zu tagesaktuellen atompolitischen Nachrichten.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Förderbeiträge. Einmalig 2009 förderte die Bewegungsstiftung den Verein mit 13.000 Euro[3].

Kampagnen und Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Verein war Mitveranstalter einer Großdemonstration am 5. September in Berlin unter dem Motto Mal richtig abschalten - Atomkraft? Nein danke!. Die Demonstration sollte im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 für einen vollständigen Atomausstieg werben und war mit geschätzten 50.000 Demonstranten eine der teilnehmerstärksten Anti-Atomkraft-Demonstrationen.[4]
  • Zum Auftakt der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP nach der Bundestagswahl 2009 organisierte .ausgestrahlt gemeinsam mit Campact und dem BUND in Berlin und in weiteren Orten ein „Warmlaufen für den Widerstand“ als Protest gegen die mögliche Abkehr der neuen Regierung vom Ausstieg aus der Kernenergie.[5] Es folgte eine von der Organisation .ausgestrahlt organisierte „Belagerung“ der Koalitionsverhandlungen.[6]
  • Am 24. April 2010 veranstaltete .ausgestrahlt zusammen mit vielen weiteren Gruppierungen eine 120 km lange Aktions- und Menschenkette gegen Atomkraft unter dem Motto KETTENreAKTION! - Atomkraft abschalten! zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel.[7] Über 120.000 Menschen nahmen teil, damit übertraf die Aktion die Großdemonstration vom 5. September 2009.[8]
  • Am 18. September 2010 veranstaltete .ausgestrahlt zusammen mit weiteren Partnern eine Großdemonstration unter dem Motto Atomkraft - Schluss jetzt! gegen die Pläne zur Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken der schwarz-gelben Bundesregierung an welcher über 100.000 Menschen teilnahmen.[9]
  • Am 26. März 2011 veranstaltete .ausgestrahlt zusammen mit weiteren Partnern vier Großdemonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München unter dem Motto Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten! an denen nach Schätzungen insgesamt über 250.000 Menschen teilnahmen, davon etwa 100.000 in Berlin.[10][11]
  • Am 30. Mai 2011 kritisierte der Vereinden von der schwarz-gelben Koalition avisierten Ausstiegsbeschluss.[12]
  • Anlässlich des ersten Fukushima-Jahrestages rief die Organisation 2012 bundesweit zu Mahnwachen auf. Mehr als 50.000 Menschen gingen daraufhin auf die Straßen.[13]
  • Im Juni 2012 rief die Organisation zu einer öffentlichen Twitter-Aktion an den neuen Umweltminister Peter Altmaier auf.[14] Mit weiteren Kampagnen forderte .ausgestrahlt die sofortige Stilllegung des umstrittenen AKW Brokdorf sowie die Beendigung von Subventionen für Atomkraftwerke.
  • Die Organisation kritisierte 2013 die Verhandlungen von Bund und Ländern um das neue Standortauswahlgesetz.[15][16] Sprecher Jochen Stay forderte beim Grünen Bundesparteitag die Ablehnung des zur Abstimmung stehenden Gesetzentwurfs.[17] Als einer von 140 Umweltverbänden und Initiativen boykottierte .ausgestrahlt das von Umweltminister Altmaier eingesetzte Bürgerforum zum Gesetz.[18]
  • Im März 2014 war .ausgestrahlt Mitinitiator einer Atommüll-Tagung.[19] Hier diskutierten verschiedene Umweltverbände ihre Teilnahme an der geplanten, vom deutschen Bundestag eingesetzten „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“; .ausgestrahlt aber auch Greenpeace entschieden sich gegen die Teilnahme. Stattdessen übernahm .ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay in den Sitzungen die Rolle des unabhängigen Beobachters und kommentierte auf Twitter die Sitzungen von der Zuschauertribüne.
  • Am 10. Mai 2014 war der Verein Mit-Organisator der Berliner Großdemonstration Energiewende nicht kentern lassen, an der rund 20.000 Menschen auf Wasser- und Landwegen in Berlin teilnahmen.[20]
  • Im Sommer 2014 organisierte .ausgestrahlt zusammen mit Bündnispartnern Proteste gegen eine geplante Verschiebung von Atommüll aus dem deutschen AKW Jülich in die USA.[21]
  • 2015 bezog .ausgestrahlt mit satirischen E.ON-Anzeigen kritisch Stellung zu den geplanten Plänen des Strom-Konzerns, sein Geschäft mit konventionell-fossiler Energieerzeugung auszulagern.[22] Neben Flyern, Postkarten und Plakaten wurden auch zwei Werbespots gedreht. Kinos zeigten die Spots in ihrem Vorprogramm und bei youtube erreichten sie mehr als 36.000 Klicks.
  • Am 5. November 2015 übergab .ausgestrahlt zusammen mit dem Umweltinstitut München über 130.000 Unterschriften der Aktion „Keine Bad Bank für AKW“ den Vorsitzenden der neuen Atom-Finanz-Kommission, Jürgen Trittin und Matthias Platzeck.
  • Zum 5. Jahrestag des Super-GAUs in Fukushima und zum 30. Jahrestag von Tschernobyl rief .ausgestrahlt im März 2016 zu den "NIE WIEDER Wochen" auf, um weitere solcher Katastrophen zu verhindern. In über 200 Städten fanden Mahnwachen statt.
  • Zur Vorstellung des Abschlussberichts der Atommüll-Kommission stellte .ausgestrahlt zusammen mit der BI Lüchow-Dannenberg und der AG Schacht Konrad einen Reader mit dem Titel „Atommüll-Kommission am Ende – Konflikte ungelöst“ vor. Auf 132 Seiten analysierten die Anti-Atomkraft-Initiativen die Arbeit und die Ergebnisse der Kommission. Auf der dazugehörigen Bundespressekonferenz verdeutlichte Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt, die Kritik an dem Kommissionsbericht auch vor den anwesenden Journalisten.
  • Zusammen mit Campact und dem Umweltinstitut München protestierte .ausgestrahlt gegen das Steuer-Schlupfloch im Zusammenhang mit dem am 31. Dezember 2016 ausgelaufenen Gesetz zur Kernbrennstoffsteuer.[23] Im .ausgestrahlt Magazin Ausgabe 33 wird das Problem der Zwischenlagerung hochradioaktiven Atommülls beschrieben. [24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: .ausgestrahlt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-11/portrait-stay
  2. bisher erschienen: https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/rundbrief-abonnieren.html#c1817
  3. Die Bewegungsstiftung unterstützt ».ausgestrahlt« mit einem Zuschuss von 13.000 Euro: https://www.bewegungsstiftung.de/foerderprojekte2009.html
  4. Es geht wieder los Artikel aus der taz vom 7. September 2009
  5. Wir-Klimaretter.de: Laufend gegen Atomkraft Artikel vom 5. Oktober 2009
  6. Die Zeit: Krawall war gestern Artikel vom 24. Oktober 2009
  7. Offizielle Internetpräsenz der Aktion
  8. Die Zeit: Kettenreaktion gegen Atomkraft Artikel vom 24. April 2010
  9. Die Zeit: Zehntausende protestierten gegen Atomkraft Artikel vom 18. September 2010
  10. Internetseite der Veranstalter
  11. Berliner Morgenpost: 100.000 Menschen bei Berliner Anti-Atom-Demo Artikel vom 26. März 2011
  12. sueddeutsche.de: "Die Hintertürchen sind riesige Tore für die Atomkonzerne"
  13. ausgestrahlt: 50.000 fordern: Atomanlagen jetzt abschalten
  14. taz: Twitter-Minister Altmaier stillgelegt Artikel vom 7. Juni 2012
  15. Standortauswahlgesetz (27. Juli 2013)
  16. Klimaretter.info: Endlagersuche-Pathos löst Probleme nicht
  17. Youtube: Jochen Stay zum Endlagersuchgesetz Rede vor dem Bundesparteitag der Grünen am 28. April 2013, ca. 10 Minuten
  18. taz: Beteiligung fast ohne Bürger Artikel vom 31. Mai 2013
  19. Dokumentation Tagung Atommüll. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutscher Naturschutzring, ehemals im Original, abgerufen am 20. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.dnr.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  20. Berliner Zeitung: In hundert Booten für die Energiewende Artikel vom 10. Mai 2014
  21. WDR.de: Atommüll aus Jülich (Memento vom 14. Juni 2015 im Internet Archive), Artikel vom 8. Juli 2014
  22. Spiegel-Online: Die Angst vor der atomaren Bad Bank Artikel vom 1. Dezember 2014
  23. Steuertrick der Atomkonzerne endlich stoppen, abgerufen am 7. Januar 2017
  24. .ausgestrahlt Magazin Nov./Dez. 2016/Jan. 2017 Ausgabe 33, abgerufen am 7. Januar 2017