1000 Arten Regen zu beschreiben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Originaltitel1000 Arten Regen zu beschreiben
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge91 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieIsabel Prahl
DrehbuchKarin Kaçi
ProduktionMelanie Andernach,
Knut Losen
MusikVolker Bertelmann aka Hauschka
KameraAndreas Köhler
SchnittDaniel Scheuch
Besetzung

1000 Arten Regen zu beschreiben (englischer Titel: Different Kinds of Rain) ist das Langfilmdebüt von Isabel Prahl. Weltpremiere feierte der Film beim Tallinn Black Nights Film Festival 2017 und wurde in der Kategorie First Features Competition ausgezeichnet (Best Film).[2] Der Film startete am 29. März 2018 in den deutschen Kinos.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mike, der gerade 18 geworden ist, hat sich in seinem Zimmer eingeschlossen. Seine Eltern Susanne und Thomas und seine Schwester Miriam sind ratlos wegen seines Verhaltens. Oft stehen sie vor seiner Zimmertür. Da Mike allerdings bereits volljährig ist und sich freiwillig dazu entschlossen hat, nicht mehr am Leben außerhalb seines Zimmers teilzunehmen, gibt es für seine Familie keine Möglichkeit, ihn zu einem anderen Verhalten zu zwingen. Der Zuschauer wird jedoch immer wieder in Szenen katapultiert, die verschiedene Versuche der Familienmitglieder zeigen an Mike heranzukommen bzw. ihn umzustimmen. Die einzige Kommunikationsform zwischen Zimmerinsasse und Außenwelt findet dabei scheinbar nur noch über Zettel mit kurzen Notizen statt, die unter der Tür hindurch ausgetauscht werden. Auf ihnen wird oft Belangloses über Regenereignisse mitgeteilt, so beispielsweise: 3. Mai, 10:53 Uhr: Platzregen in Hannover. 1000 Arten Regen zu beschreiben handelt davon, wie sich die Familienstruktur durch den Entschluss eines einzelnen Familienmitglieds ändern kann und welche langfristigen Auswirkungen dieses Extremverhalten hat. Letztlich findet die Familie keine befriedigende Lösung für den Konflikt und beschließt auf radikale Weise mit Mikes Selbstisolation klarzukommen. Die letzte Nachricht, die Miriam ihrem Bruder unter der Tür durchschiebt, lautet: Lieber Mike, Regen, der auf Haut fällt, ist der schönste Regen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist das Langfilmdebüt von Isa Prahl (Regie) und wurde in Köln an 27 Drehtagen gedreht. Das Drehbuch ist von Karin Kaçi. Für die Kamera ist Andreas Köhler verantwortlich und den Schnitt machte Daniel Scheuch. Die Filmmusik stammt von Volker Bertelmann aka Hauschka, der für die Filmmusik des Films Lion – Der lange Weg nach Hause sowohl eine Oscar-Nominierung als auch eine Golden-Globe-Nominierung erhielt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film bezieht sich auf das aus Japan bekannte Phänomen Hikikomori, das sich auch in Westeuropa verbreitet.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Britta Schmeis schreibt bei epd Film: „Ihr erster Langfilm gelingt durch reduzierte Dialoge, eine großartige Kamera, eindrückliche Musik (Volker Bertelmann aka Hauschka) und grandiose Schauspieler“.[5]

„Was als leise erzähltes Familiendrama beginnt, wandelt sich zum fast hysterischen Film, in dem zuerst der Humor und dann der Verstand der Figuren auf der Strecke bleibt. Trotz starker Darsteller und einer kongenialen Kamera strapaziert eine überdeutliche, symbolhafte Inszenierung das Interesse, Zwischentöne wahrzunehmen und innere Not zu erspüren.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bester Film beim Tallinn Black Nights Film Festival 2017 in der Kategorie First Features Competition[7]
  • Beste Filmmusik beim Festival International du Film d’Aubagne 2018 in der Feature Film Competition[8]
  • Nominierung für den MFG-Star Baden-Baden 2018[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für 1000 Arten Regen zu beschreiben. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 175774/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. https://www.filmstiftung.de/news/tallinn-auszeichnung-fuer-1000-arten-den-regen/
  3. http://www.filmstarts.de/kritiken/259701.html
  4. Inhalt auf der offiziellen Website zum Film. Abgerufen am 7. April 2018
  5. http://www.epd-film.de/filmkritiken/1000-arten-regen-zu-beschreiben
  6. 1000 Arten Regen zu beschreiben. Filmdienst, abgerufen am 16. Mai 2018.
  7. https://www.filmstiftung.de/news/tallinn-auszeichnung-fuer-1000-arten-den-regen/
  8. http://festival2018.aubagne-filmfest.fr/en/competitions/prize-list
  9. Fernsehfilmfestival Baden-Baden. Abgerufen am 16. Oktober 2018.