15-cm-sIG 33 (Sfl.) auf Pz. 38 (t) „Grille“

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15cm sIG 33 (Sfl.) auf Pz. 38 (t)
Grille Ausf. H.jpg

„Grille“ Ausf. H, die erste Bauausführung

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 5 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer, Funker/Beifahrer)
Länge 4,61 m
Breite 2,16 m
Höhe 2,40 m
Masse 11,5 Tonnen (Gefechtsgewicht)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung max. 25 mm
Hauptbewaffnung 15cm sIG 33
Sekundärbewaffnung 2× MG 42
Beweglichkeit
Antrieb Praga EPA/2
125 PS
Federung Blattfeder
Geschwindigkeit 47 km/h (Straße)
Leistung/Gewicht 9,2
Reichweite 185 km (Straße)
„Grille“ Ausf. K, ausgestellt im US Army Ordnance Museum, Aberdeen

Das 15-cm-sIG 33 (Sfl.) auf Pz. 38 (t) „Grille“ war eine auf dem Fahrgestell des Panzerkampfwagen 38 (t) aufbauende Selbstfahrlafette mit einem schweren 15-cm-Infanteriegeschütz. Sie wurde von der deutschen Wehrmacht von 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eingesetzt. Eine weitere offizielle Bezeichnung war Geschützwagen 38 für sIG 33 (Sf.) und Sd.Kfz. 138/1 Grille.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. März 1942 trafen sich Vertreter der Böhmisch-Mährischen Maschinenfabrik AG (BMM) in Berlin mit den Mitarbeitern des Heereswaffenamtes. Bei dieser Besprechung wurde vom Waffenamt unter anderem der Wunsch geäußert, dass BMM auch ein Fahrzeug mit 15-cm-sIG 33 als Selbstfahrlafette auf Basis des Panzerkampfwagen 38 (t) entwickeln sollte. Da man mit dem Geschütz bereits auf anderen Fahrgestellen grundsätzlich positive Erfahrungen gesammelt hatte, doch die bisherigen Fahrgestelle, das schwere Geschütz nur unzureichend mobilisiert hatten, suchte man nach einer neuen Lösung.

Die Entwicklung lief vom März 1942 bis zum Februar 1943. Dabei war die Berliner Firma Alkett, die bereits mit 15-cm-Selbstfahrlafetten Erfahrungen gemacht hatte, beteiligt.

Erhebliche Entwicklungsarbeit entfiel auf die Anpassung der Geschützlafette an das BMM-Fahrzeug.

Ausführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15-cm-sIG 33 (Sfl.) auf Pz. 38 (t) Ausf. H „Grille“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Version der Grille basierte auf einem für Selbstfahrlafetten leicht modifizierten Fahrwerk des Panzerkampfwagen 38(t) Ausf. H mit hinten eingebautem Motor bezeichnet als Geschützwagen 38. Die Wanne wurde mit geringen Änderungen übernommen, der nach vorne verlegte Aufbau wurde um die 15-cm-Haubitze sIG 33 herumgezogen und war lediglich nach oben offen. Von Februar bis Juni 1943 wurden insgesamt 200 Fahrzeuge (einschließlich eines Prototyps) bei BMM in Prag produziert, weitere zehn folgten im November 1943. Die Bezeichnung lautete „15-cm-schweres Infanteriegeschütz 33 (Sf.) auf Panzerkampfwagen 38(t) Ausf. H“ (Sd.Kfz. 138/1).

15-cm-sIG 33 (Sfl.) auf GW 38 „Grille“ Ausf. K[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zweite Baulos der Grille basierte auf einem speziell für Selbstfahrlafetten umkonstruierten Fahrwerk des Panzers 38(t) mit stark verändertem Wannenaufbau, nunmehr als Geschützwagen 38 Ausf. M bezeichnet. Diese für den Panzerjäger Marder III entworfene Wanne, dessen Motor sich nun in der Mitte befand, wurde mit geringen Modifikationen für die Grille und den Flakpanzer 38(t) übernommen. Durch die Verlegung des Motors konnte die 150-mm-Haubitze im hinteren Bereich des Fahrzeugs befestigt werden, was der Balance des Fahrzeugs zugutekam. Von November 1943 bis Juni 1944 wurden 160 Grille Ausf. K hergestellt, weitere 9 folgten im November 1944 und etwa 24 im Jahr 1945. Dazu wurden 93 Munitionsträger Grille von Januar bis Mai 1944 gebaut.[1] Blieb eine Grille liegen, konnten die Feldwartungstruppen die Haubitze ausbauen und auf einen Munitionsträger montieren, wodurch wieder eine einsatzfähige Grille zur Verfügung stand. Die Bezeichnung lautete „15-cm-schweres Infanteriegeschütz 33 (Sf.) auf Geschützwagen 38 Ausf. M“ (Sd.Kfz. 138/1) Ausf. K.

Geschützwagen Grille mit 3-cm-Flak 38/103[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ein Fahrzeug ohne das 15-cm-Infanteriegeschütz mit einer Flugabwehrwaffe versehen.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schwachstellen im Kampf zeigten sich die dünne Panzerung und der geringe Munitionsvorrat, wobei für letzteres die Munitionsträger Grille geschaffen wurden. Die Grillen wurden in den Panzergrenadier-Regimentern der Panzer-Divisionen in jeweils einer Kompanie zu je sechs Geschützen zusammengefasst.[2]

Technische Daten Grille Ausführung K[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gefechtsgewicht: ca. 12 t
  • Länge: 4,84 m
  • Breite: 2,14 m
  • Höhe: 2,4 m
  • Motor: Sechszylinder-Benzinmotor, 150 PS
  • Fahrwerk: Kette 4 Laufrollen, 2 Stützrollen
  • Geschwindigkeit: 42 km/h
  • Reichweite: 190 km
  • Bewaffnung: eine 15-cm-Haubitze 15 sIG 33, ein oder zwei 9-mm-MP oder 7,92-mm-MG
  • Munitionsvorrat: Kanone 18 Schuss, 500 Schuss MP/MG
  • Panzerung: Wanne 11–15 mm, Kampfraum 10 mm
  • Besatzung: 5 Mann

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • George Forty: World War Two Armoured Fighting Vehicles & Self-Propelled Artillery. 1st Edition Auflage. Osprey, London 1996, ISBN 1-85532-582-9, S. 208.
  • Vladimír Francev, Charles K. Kliment: Marder III & Grille 1. Auflage. MBI - Miroslav Bílý Verlag, Prag 1999, ISBN 80-902238-5-0
  • Walter Spielberger: Die Panzerkampfwagen 35 (t) und 38 (t) Militärfahrzeuge Band 11, 2. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-87943-708-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marder III & Grille von Vladimir Francev und Charles K. Kliment, MBI series books 1999, ISBN 80-902238-5-0.
  2. Leo Niehorster: German World War II Organizational Series. Volume 5/I. The Military Press, 2004, S. 52 (englisch, Online [PDF; 1,5 MB; abgerufen am 25. Dezember 2021]).
Zeitliche Übersicht zur Fertigung deutscher Artillerie-Selbstfahrlafetten.
  • Angabe von Geschützvarianten
  • Bezeichnung der Selbstfahrlafetten
  • Entwicklungsphase
  • Produktionsphase