Medienhaus Aachen

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Medienhaus Aachen Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Rechtsform GmbH
Gründung 1975
Sitz Aachen, Deutschland
Leitung Andreas Müller (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl 186[1]
Umsatz 60,78 Mio. EUR[1]
Branche Medien / Dienstleistungen
Website www.medienhausaachen.de
Stand: 24. Januar 2020

Vorderansicht des Medienhaus Aachen
Gebäude Medienhaus Aachen
Zeitungen im Medienhaus Aachen

Die Medienhaus Aachen GmbH, bis 2019 Zeitungsverlag Aachen GmbH, ist ein regionales Medienunternehmen im Raum Aachen-Heinsberg-Düren. Die publizistischen Kernprodukte des Verlages sind die beiden Tageszeitungen Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aachener Zeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausgabe der Aachener Volkszeitung erschien am 6. März 1946, zunächst zweimal wöchentlich mit vier Seiten Umfang und einer Auflage von 53.000 Exemplaren. Die britische Militärregierung erteilte den Gründern Johannes Ernst, Jakob Schmitz, Albert Maas sowie Josef Hofmann die Lizenz Nr. 8 nach dem Zweiten Weltkrieg für die Herausgabe einer christlich-demokratischen Tageszeitung. Trotz schwieriger materieller Lage entstanden im Regierungsbezirk Aachen sieben Lokalausgaben. Ab 1948 wurde die Volkszeitung auf einer eigenen Rotation gedruckt und ab 1950 erschien sie an sechs Tagen in der Woche. Mit der Einweihung des Verlagsgebäudes an der Theaterstraße im März 1951 war die Aufbauphase abgeschlossen. Zum 50. Jahrestag der Lizenzerteilung am 6. März 1996 wurde aus der Aachener Volkszeitung die Aachener Zeitung.[2]

Aachener Nachrichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der letzten Kriegsmonate, nach dem Einmarsch alliierter Truppen in Aachen, erschien die erste, nicht mehr von Nationalsozialisten kontrollierte Zeitung: die Aachener Nachrichten. Mit der ersten Ausgabe vom 24. Januar 1945 verband die Militärregierung die Hoffnung, dass „die Aachener Nachrichten den Anfang für den Wiederaufbau einer freien deutschen Presse bilden“. Amerikanische Presseoffiziere kontrollierten anfangs den Inhalt des Blattes, am 27. Juni 1945 gingen die Aachener Nachrichten mit der Lizenz Nr. 1 in deutsche Hände über. Dadurch sollte an die Tradition des 1872 gegründeten Aachener Anzeigers und des 1878 gegründeten Politischen Tagesblatts, das bis September 1944 erschienen war, angeknüpft werden. Beide waren durch das Wirken der Verlegerfamilien La Ruelle und Cerfontaine geprägt. 1996 trat die Rheinische Post Mediengruppe in die Herausgeber-Gesellschaft der Aachener Nachrichten ein und löste die Nachfahren der Gründergeneration der Familie Cerfontaine ab.[3]

Zeitungsverlag Aachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 1975 entschieden sich die Herausgeber Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten die beiden Tageszeitungen zusammenzuführen. Das Konzept sah eine Zusammenlegung des Anzeigengeschäfts und der Verwaltung sowie eine gemeinsame Nutzung technischer Anlagen und Vertriebsorganisationen vor. Die Redaktionen beider Tageszeitungen blieben weiterhin eigenständig und im Wettbewerb zueinander bestehen. Im Mai 1975 wurde die Zeitungsverlag Aachen GmbH gegründet. Heute hält die Aachener Verlagsgesellschaft 70 Prozent der Anteile und die Aachener Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (100%-Tochter der Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH) 30 %. Die Aachener Verlagsgesellschaft gehört wiederum zu 100 Prozent den Gründerfamilien der Aachener Zeitung Ernst, Hofmann und Maas. Im Jahr 2003 machte die wirtschaftliche Entwicklung der Tageszeitungen in Deutschland auch bei den Aachener Zeitungen Einschnitte in die Strukturen erforderlich, um die Existenz der beiden Titel zu sichern. Realisiert wurde eine teilweise Zusammenlegung des Mantels sowie einzelner Lokalteile beider Tageszeitungen.[4]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Medienhaus Aachen ist spezialisiert auf verschiedene Mediengattungen. Die Wurzeln liegen im traditionellen Zeitungsgeschäft, zu dem im Laufe der Jahre weitere gedruckte Produkte, wie Anzeigenblätter und Magazine, aber auch digitale Medien hinzugekommen sind.

Print[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Tageszeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die publizistischen Kernprodukte des Zeitungsverlags Aachen sind die Tageszeitungen „ Aachener Nachrichten “ und „ Aachener Zeitung “. Beide Zeitungen erscheinen mit zusammen 17 Lokalausgaben im Rheinischen Format in der Städteregion Aachen, dem Kreis Düren und dem Kreis Heinsberg. Mit rund 100.000 Exemplaren erreichen sie nach Eigenangaben täglich ca. 300.000 Leser.[5]

Anzeigenblätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Anzeigenblätter „Super Sonntag“ und „Super Mittwoch“ werden von den Tochterunternehmen Super Sonntag Verlag GmbH und Verlag Aachener Anzeigenblatt GmbH & Co. KG veröffentlicht. Jeden Sonntag werden rund eine halbe Millionen des „Super Sonntag“ in die Haushalte der Städteregion Aachen sowie der Kreise Heinsberg und Düren geliefert. Mit wöchentlich rund 230.000 Exemplaren erscheint der „Super Mittwoch“ in der Städteregion Aachen.[6]

Magazine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die print’n’press Verlag GmbH ist eine Tochterfirma des Medienhaus Aachen, in dem monatlich Magazine veröffentlicht werden. Das Stadtmagazin „Klenkes“ bietet Inhalte um die Themen Kultur & Veranstaltungen. Mit den jährlich erscheinenden Magazinen "GastroGuide Euregio", " FreizeitGuide Euregio " und zwei Line Extensions in Richtung Wandern und Radfahren, spezialisierte sich der Verlag auf Themen, wie Gastronomie und Freizeit aus Aachen und der Euregio.[7][8][9]

Digitale Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

aachener-Zeitung.de und aachener-nachrichten.de[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Online-Nachrichten-Portalen www.aachener-zeitung.de und www.aachener-nachrichten.de wird der Online-Auftritt der beiden Tageszeitungen dargestellt. Täglich werden lokale und regionale Themen aufbereitet. Die Portale sind für mobile Endgeräte optimiert und bieten multimediale Inhalte wie Bilder und Videos. Dabei werden monatlich rund 1 Mio. Unique User erreicht. Im September 2013 führte das Medienhaus auf seinen Online-Angeboten Bezahlinhalte nach dem Freemium-Modell ein. Vor allem regionale Inhalte sind seitdem nur noch gegen Bezahlung (Abo oder Tagespass) zugänglich. Es besteht die Möglichkeit, in einer vierwöchigen Probe Bezahlinhalte von AZ/AN zu lesen.[10][11]

ePaper und ePaper-Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Printausgaben der Tageszeitungen „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“ sowie der Anzeigenblätter „Super Sonntag“ und „Super Mittwoch“ stehen den Abonnenten auch als ePaper im Internet zur Verfügung. Die entsprechenden Apps machen das Lesen der digitalen Ausgabe über mobile Endgeräte möglich.

FuPa.net[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das regionale Fußballportal FuPa.net ist ein Mitmach-Portal für Amateurfußballer. Im März 2013 hat das Medienhaus Zeitungsverlag Aachen die Plattform für den Fußballverband Mittelrhein gemeinsam mit dem Kölner Stadt-Anzeiger und dem Bonner Generalanzeiger herausgebracht. Die Betreuung des Portals und der Amateur-Fußballer der Region Aachen-Düren-Heinsberg liegt beim Medienhaus in Aachen. Nutzer stellen Berichte, Fotos, Live-Ticker und Vereinsinformationen ein. Insgesamt 6 Millionen Sichtkontakte pro Monat erfolgen auf dem Online-Portal.[12]

Aachen-gedenkt.de / Aachen-gratuliert.de[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Portale aachen-gedenkt.de und aachen-gratuliert.de bieten Nutzern die Gelegenheit, online ihre Familienanzeigen zu veröffentlichen. Nutzer haben dort die Möglichkeit, online zu kondolieren oder Glückwünsche zu schicken. Zusätzlich bieten die Portale themenbezogene Informationen und Kontakte über Branchenverzeichnisse.[13][14]

OecherDeal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ziel des Aufbaus einer regionalen Online-Couponing-Site gründete das Medienhaus Aachen im Juni 2011 gemeinsam mit dem Aachener Unternehmer Markus Hahmann von der Linnepe das Unternehmen DealWorx GmbH & Co. KG. Auf der Plattform www.oecherdeal.de werden täglich Gutscheine zu vergünstigten Aktivitäten, Waren und anderen Dienstleistungen angeboten. Die Zusammenarbeit zwischen Gründer und regionalem Verlag führte seitdem zu einem Wachstum des Dealgeschäfts, das auf die Region ausgeweitet wurde. Neben oecherdeal.de existieren die Schwester-Plattformen heinsbergerdeal.de , duerenerdeal.de und beldeal.be (für Ostbelgien). Seit Ende 2012 wird die Dealportallösung zudem auch als Software-as-a-Service von anderen regionalen Tageszeitungsverlagen eingesetzt.[15]

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag hält Anteile an dem lokalen Radiosender Antenne AC sowie über die PFD Pressefunk GmbH einen 5% Anteil an dem regionalen Radiosender 100’5 Das Hitradio.

Dienstleistungen/Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medienhaus Aachen Dialog GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hundertprozentige Tochterfirma des Medienhaus Aachen beschäftigt sich mit der telefonischen und persönlichen Kundenbetreuung. Es gehen Kundenanliegen von Abonnenten der Tageszeitungen Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten ein, ebenso wie Anzeigeninserate und Anfragen nach Veranstaltungstickets. Die Kundenanliegen werden in unterschiedlichen Teams bearbeitet. Ein eigenes Telefonieteam bearbeitet die Anzeigenannahme für die Tageszeitung und die Anzeigenblätter Super Sonntag und Super Mittwoch sowie das Tageszeitungs-Abonnement.

In verschiedenen Servicestellen ist das Medienhaus persönlich für die Kunden ansprechbar. Hier können ebenfalls Anzeigen aufgegeben werden, Abos bestellt oder geändert werden und Tickets für Veranstaltungen gekauft werden. Die Übersicht über die Servicestellen des Medienhaus Aachen zeigt, an welchen Standorten Tickets verkauft werden. An diesen Standorten können Kunden ebenfalls Anzeigen aufgeben oder ein Abo abschließen.

Euregio Druck GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Euregio Druck GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Aachener Verlagsgesellschaft mbH. Im Rollenoffset-Zeitungsdruck werden täglich die Printprodukte, wie „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“ sowie die Anzeigenblätter produziert. Auf den Produktionsanlagen werden in zwei Drucktürmen mit je acht Druckstellen Zeitungen und zeitungsähnliche Produkte hergestellt. Mit einer Geschwindigkeit von 12,75 Metern pro Sekunde lassen sich auf den Druckmaschinen 45.000 Zeitungen pro Stunde drucken.[16] 

Medienhaus Aachen Event GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemals als Euregio Messen GmbH auf dem Markt tätig, wurde die hundertprozentige Tochterfirma im Dezember 2019 in die Medienhaus Aachen Event GmbH umbenannt. Sie veranstaltet Veranstaltungen und Messen in der Region Aachen-Düren-Heinsberg. Zu den Formaten zählen die jährlich stattfindende „Euregio Wirtschaftsschau“ in Aachen sowie die Design- und Lifestyle Messe „Geschmackvoll“ und die „RegioHochzeit“. Außerdem soll eine Haustiermesse von der Medienhaus Aachen Event GmbH angeboten werden. Bei Pfote & Co soll es um das tierische Wohl und allem, was damit zusammenhängt, gehen. Die Medienhaus Akademie widmet sich dem Thema Fort- und Weiterbildung. In Seminaren werden verschiedene Trainings, Workshops und Vorträge angeboten, die an Professionals, Quereinsteiger oder Berufsanfänger gerichtet sind.[17]

Euregio MH Boten GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Euregio MH Boten ist eine hundertprozentige Tochter der Medienhaus Aachen GmbH, das auf Postdienstleistungen spezialisiert ist. Mit der Marke Brief- und Paketdienst Aachen-Düren-Heinsberg werden 800 regionale Kunden betreut. Täglich werden insgesamt bis zu 80.000 Sendungen in der Sortierzentrale sortiert und verteilt. Neben dem Post- und Paketversand zählen außerdem Zusatzleistungen wie das Drucken, Falzen und Kuvertieren von Sendungen zum Service des Brief- und Paketdienstes.[18]

Leiharbeitsfirma MPE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Verlag künftig neue Mitarbeiter in der eigens gegründeten Leiharbeitsfirma Medien-Personalservice Euregio (MPE) anstellen will.[19] Das Gehalt der Mitarbeiter soll laut Betriebsrat 20 Prozent unter dem Redakteurstarif liegen. Nach Angaben der Geschäftsführung sollen mit dem neuen Unternehmen nicht nur Möglichkeiten genutzt werden, um Kosten zu senken. Es sei auch geplant, für andere Medienunternehmen tätig zu werden.

Parteispende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aachener Verlagsgesellschaft mbH spendete im Jahr 1994 einen Betrag von 16.872,57Euro an die CDU.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zeitungsverlag Aachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ZEITUNGSVERLAG AACHEN Gesellschaft mit beschränkter Haftung Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 im elektronischen Bundesanzeiger
  2. Meilensteine. In: Medienhaus Aachen. Abgerufen am 24. Januar 2020 (deutsch).
  3. Meilensteine. In: Medienhaus Aachen. Abgerufen am 24. Januar 2020 (deutsch).
  4. Meilensteine. In: Medienhaus Aachen. Abgerufen am 24. Januar 2020 (deutsch).
  5. Medienhaus Aachen - Angebotsübersicht 2020. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  6. Super Sonntag. In: Super Sonntag. Abgerufen am 24. Januar 2020 (amerikanisches Englisch).
  7. Stadtmagazin für Aachen und Euregio - klenkes.de. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  8. GastroGuide für Aachen und Euregio - gastroguide-euregio.de. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  9. FreizeitGuide für Aachen und Euregio - freizeitguide-euregio.de. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  10. Aktuelle Nachrichten | Aachener Zeitung. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  11. Aktuelle Nachrichten | Aachener Nachrichten. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  12. FuPa Westrhein. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  13. Nach Familienanzeigen suchen - Alle Trauerfälle. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  14. Nach Familienanzeigen suchen - Alle fröhlichen Anzeigen. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  15. DealWorx Dealgeber-Portal. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  16. Startseite - Willkommen bei der Euregio Druck GmbH. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  17. https://medienhausaachen-event.de/. Abgerufen am 24. Januar 2020 (deutsch).
  18. Brief- und Paketdienst Aachen-Düren-Heinsberg. Abgerufen am 24. Januar 2020 (deutsch).
  19. Monika Lungmus: „Leiharbeit mit Ex-Volos“, in: journalist, März 2010, S. 32
  20. TAZ Parteispenden Watch: TAZ Parteispenden Watch 2010