Aalkistensee

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Aalkistensee
Aalkistensee The Lake House.jpg
Aalkistensee im Winter
Geographische Lage Kraichgau
Zuflüsse Salzach
Abfluss Salzach
Ufernaher Ort Bretten, Maulbronn
Daten
Koordinaten 48° 59′ 37″ N, 8° 45′ 40″ OKoordinaten: 48° 59′ 37″ N, 8° 45′ 40″ O
Höhe über Meeresspiegel 227 m ü. NHN[1]
Fläche 12,06 ha[1]
Maximale Tiefe 1,5 m[2]
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Naturschutzgebiet „Aalkistensee“

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Aalkistensee, Maulbronn.JPG
Lage Maulbronn, Ölbronn-Dürrn, Enzkreis, Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 50,5 ha
Kennung 2.042
WDPA-ID 81249
Geographische Lage 49° 0′ N, 8° 46′ O
f2

Der Aalkistensee (älterer Name Aalküstensee)[3] ist ein See im Enzkreis in der Nähe von Maulbronn und Bretten im Kraichgau in Baden-Württemberg. Er liegt in dem gleichnamigen Naturschutzgebiet.

See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Untersuchungen von Seesedimenten entstand der See vermutlich durch einen Erdfall, der durch Auslaugungsprozesse im Gipskeuper verursacht wurde. Die Sedimentation setzte gegen Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. während des Übergangs von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit ein.[2] Mönche des nahegelegenen Klosters Maulbronn stauten den See durch einen Erddamm, der heute sechs Meter[4] hoch ist, weiter auf. Der von der Salzach durchflossene See wurde im Jahr 1553 unter dem Namen Unterefflinger See erwähnt. Der heutige Name des Sees geht auf die Praxis der Mönche zurück, im See Aale für die Fastentage in hölzernen Reusen, sogenannten Aalkisten, aufzubewahren.

Die Fischzucht im See wurde 1967 aufgegeben, da das Wasser zu stark verschmutzt war. Das Abwasser Maulbronns wurde bis 1953 ungeklärt, bis 1978 nur mechanisch gereinigt in die Salzach eingeleitet. Mittlerweile überdeckte Sedimente im See enthalten giftige Schwermetalle, die dem Abwasser der Galvanik-Industrie in Maulbronn entstammten. Um 1997 wurde der Damm des Sees saniert, da er als zu niedrig und zu steil eingestuft wurde. Bei der Sanierung wurden alte Bäume und kulturhistorisch wertvolle Bauwerke entfernt.[5]

In der Nordwestecke des Sees liegt die Aalkistenmühle, die das aus dem See abfließende Wasser nutzte.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Aalkistensee erstreckt sich über die gesamte Fläche des Sees sowie darüber hinaus. Entlang der Salzach erstreckt sich das Gebiet östlich bis zur Bundesstraße 35; im Süden bis zur Bahntrasse der Westbahn. Das 50,5 ha große Gebiet (Schutzgebietnummer 2.042) wurde mit Verordnung vom 21. Dezember 1979 unter Schutz gestellt und wird dem Naturraum des Kraichgaus und des Stromberg-Heuchelberg zugerechnet. Als wesentlicher Schutzzweck wurde die Erhaltung des Sees mit den ihn umgebenden, unterschiedlichen Feuchtgebieten und Hangzonen in ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit genannt, wobei sich die Schutzwürdigkeit neben der überregionalen Bedeutung als Brut- und Rastplatz für Vögel und als Amphibienlaichgewässer aus der Bedeutung des Gebiets als Lebensraum artenreicher Pflanzen- und Tiergesellschaften und der Bedeutung des Sees als Standort großflächiger Schilfbestände, in seinem Uferbereich als Wuchsort gefährdeter Pflanzenarten wie Teichampfer und Sumpf-Greiskraut ergibt.

Heute kann man am See zahlreiche Vogelarten beobachten, beispielsweise Gründel- und Tauchenten, Blässhühner, Silber- und Graureiher, Haubentaucher, Schwäne und Wildgänse.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Wolf: Aalkistensee. In: Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe. Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-5172-7, S. 186–189.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Naturschutzgebiet Aalkistensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karte des Aalkistensees auf: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  2. a b Manfred Rösch, Elske Fischer: Die Maulbronner Klosterweiher – Spiegel von vier Jahrtausenden Kulturlandschaftsgeschichte. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Heft 46/4, 2017, S. 282–287, hier S. 284 (PDF, 747 kB).
  3. Württembergische Flurkarte, Blatt NW XLVII 19, Stand 1835, beim Staatsarchiv Ludwigsburg
  4. Steckbrief RHB Aalkistensee bei der LUBW (abgerufen am 9. Juli 2019).
  5. Wolf, Aalkistensee, S. 187, 189.