Ölbronn-Dürrn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ölbronn-Dürrn
Ölbronn-Dürrn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ölbronn-Dürrn hervorgehoben
Koordinaten: 48° 57′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 291 m ü. NHN
Fläche: 15,64 km²
Einwohner: 3347 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 214 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75248
Vorwahlen: 07043 (Ölbronn), 07237 (Dürrn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 075
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 53
75248 Ölbronn-Dürrn
Webpräsenz: www.oelbronn-duerrn.de
Bürgermeister: Norbert Holme
Lage der Gemeinde Ölbronn-Dürrn im Enzkreis
Birkenfeld Eisingen Engelsbrand Friolzheim Heimsheim Illingen Ispringen Kieselbronn Knittlingen Knittlingen Knittlingen Knittlingen Maulbronn Mönsheim Mühlacker Neuenbürg Neuhausen Niefern-Öschelbronn Ötisheim Sternenfels Tiefenbronn Wiernsheim Wimsheim Wurmberg Wurmberg Keltern Remchingen Straubenhardt Neulingen Kämpfelbach Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Königsbach-SteinKarte
Über dieses Bild
Die Dorfkirche von Dürrn

Ölbronn-Dürrn ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa zwölf Kilometer von der Kreisstadt Pforzheim entfernt, zwischen Kraichgau und Stromberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ölbronn-Dürrn besteht aus den beiden Ortsteilen Ölbronn (1575 Einwohner am 30. November 2013[2]) und Dürrn (1782 Einwohner). Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den ehemaligen Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Bezeichnung erfolgt in der Form „Ölbronn-Dürrn Ortsteil …“.[3]

Zum Ortsteil Dürrn gehören das Dorf Dürrn, die Höfe Waldhof und Karlshäuserhof. Zum Ortsteil Ölbronn gehören das Dorf Ölbronn und die Orte Erlen und Lerchenmühle.
Im Ortsteil Dürrn liegt die Wüstung Dagolfingen und im Ortsteil Ölbronn liegen die Wüstungen Rothsalmbach und Mulinshusen sowie eine abgegangene »Burg«.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Knittlingen, Maulbronn, Ötisheim, Kieselbronn und Neulingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte und Antike

Nach keltischer und römischer Siedlung wurde das Gebiet um Ölbronn und Dürrn im 3. Jahrhundert alemannisch und im 5. Jahrhundert fränkisch.

Vor dem Rathaus in Dürrn steht ein römischer Herkulesgedenkstein, der auf Gemarkung Dürrn gefunden worden war.

Ölbronn

Die älteste bekannte Nennung Elebrunne stammt von 1244, die Bedeutung des Ortsnamens ist unbekannt. Möglicherweise handelt es sich bei Ölbronn um eine planmäßig angelegte, hochmittelalterliche Nachfolgesiedlung des abgegangenen Mühlhausen. Dies könnte die für die Region seltene angerartige Siedlungsanlage erklären. Mühlhausen lag im Bereich der heutigen Flur Brühl, Nennungen sind aus dem 8. und 9. Jahrhundert bekannt.

Aus enzbergischem und niefernschem Besitz ging die Ortsherrschaft Ölbronns im 13. Jahrhundert auf das damals unter pfälzischer Schirmherrschaft stehende Kloster Maulbronn über. 1504 eroberte das Herzogtum Württemberg das maulbronnische Klosterterritorium, zu dem Ölbronn zusammen mit zahlreichen anderen Dörfern weiterhin gehörte. Während der Reformation hob Württemberg das Kloster auf, und aus dem Klosterterritorium wurde das württembergische Klosteramt Maulbronn.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Ölbronn 1622 nahezu komplett zerstört, einzig das Gebäude in der Oberen Steinbeisstraße 32 (datiert mit 1562) könnte das Inferno überlebt haben.

Anfang des 19. Jahrhunderts entstand aus dem Klosteramt Maulbronn das Oberamt Maulbronn. 1938 wurde das Oberamt Maulbronn aufgelöst, und Ölbronn wurde Teil des Landkreises Vaihingen. Mit der Auflösung des Landkreises Vaihingen 1972 kam Ölbronn zum Enzkreis.

Dürrn

Das Dorf Dürrn entstand möglicherweise auf ursprünglich Kieselbronner Gemarkung und war lange Zeit politisch und kirchlich mit Kieselbronn vereinigt. Kieselbronn und Dürrn besaßen einen gemeinsamen Schultheiß, und für das 15. und 16. Jahrhundert ist die Bezeichnung Kieseldürrn belegt.

Die älteste bekannte Nennung Thurri stammt von 1240 und bedeutet Turm (möglicherweise ein Hinweis auf eine lokale Burg oder auf die Gemarkungsgrenze zwischen Kieselbronn und dem abgegangenen Mühlhausen).

Zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert war die Ortsherrschaft in Dürrn zwei- bis dreigeteilt. Die Markgrafschaft Baden-Durlach kaufte 1687 den württembergischen und den neuneckischen Teil, 1730 den leutrumschen Teil. Der Karlshäuser Hof (Schloss Karlshausen) gehörte zum leutrumschen Ortsteil. Dürrn gehörte dann zum badischen Oberamt Pforzheim (seit 1936 Landkreis Pforzheim, seit 1972 Enzkreis).

Ölbronn-Dürrn

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg schlossen sich am 1. Juli 1974 die altbadische Gemeinde Dürrn und die altwürttembergische Gemeinde Ölbronn zur neuen Gemeinde Ölbronn-Dürrn zusammen. Die Einwohner nennen ihre Gemeinde deshalb gerne das „Ländle im Kleinformat“.

Kirchliche Geschichte

Beide Orte lagen in Mittelalter und Früher Neuzeit im Gebiet der fränkischen Diözese Speyer. Sowohl Dürrn als auch Ölbronn wurden im 16. Jahrhundert während der Reformation lutherisch-evangelisch.

Ölbronn hatte seit 1244 eine eigene Pfarrei, zuvor hatte es zur Pfarrgemeinde Bauschlott gehört. Zur heutigen evangelischen Pfarrei Ölbronn gehört auch Kleinvillars. 1969 wurde die katholische Heiligkreuzkirche errichtet.

Dürrn gehörte anfangs zur Pfarrei Kieselbronn. 1490 wurde die Dürrner Kapelle privilegiert. Dürrn erhielt 1656 eine eigene Pfarrei, die allerdings zeitweise wieder mit Kieselbronn zusammengelegt war.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Ölbronn-Dürrn führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,1 % (2009: 54,3 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2009
FWV 56,0 % 7 53,5 %, 6 Sitze
Aktive Bürger (AB) 44,0 % 5 46,5 %, 6 Sitze

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölbronn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Ölbronn

Ölbronn ist erstmals 1244 als Elebrunnen urkundlich erwähnt worden. Man nimmt heute an, dass es die Nachfolgesiedlung des wahrscheinlich 926 zerstörten Dorfes Mühlhausen, das erstmals 790 im Lorscher Codex erwähnt wurde, ist. Ölbronn war Zehntdorf des Klosters Maulbronn und gehörte mit diesem zur Kurpfalz. Aufgrund des bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieges kam es 1504 an Württemberg. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Ölbronn am 13. Juli 1622 von kroatischen Truppen niedergebrannt und über 500 Bewohner wurden getötet. 1853 erhielt der Ort einen Bahnhof an der Strecke MühlackerBruchsal.

Dürrn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Dürrn

Dürrn wurde erstmals 1240 urkundlich erwähnt, dürfte jedoch älter sein. Das Dorf war in Besitz des Klosters Maulbronn. Nach Aufhebung des Klosters infolge der Reformation war die Gemeinde teils württembergisch teils badisch, ehe die Markgrafen von Baden 1687 auch den württembergischen Anteil erwarben. Die evangelische Kirche wurde 1738 errichtet. Außerhalb von Dürrn befand sich schon sehr früh eine Siedlung, welche den Namen Thalfingen/Tailfingen/Dagolfingen trug.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ölbronn-Dürrner Fußballverein heißt SG Ölbronn-Dürrn. Die beiden Vereine TSV Ölbronn und 1. FC Dürrn haben sich 2000 zur Spielgemeinschaft zusammengeschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Ölbronn liegt an der württembergischen Westbahn und wird von der Linie S 9 der Stadtbahn Karlsruhe bedient. Im Stunden-Takt verkehren die Züge nach Mühlacker und Bruchsal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Haßpacher: Ein Dorf an der Grenze. Chronik von Ölbronn
  • Barbara Knodel: Zwerland – Eine Frau, ein Dorf im Schatten der Hakenkreuzfahne

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ölbronn-Dürrn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. „Ölbronn-Dürrn - Zahlen und Fakten“
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Ölbronn-Dürrn vom 25. Juli 2008 (PDF; abgerufen am 25. August 2009)
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 572–573
  5. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes