Administration des chemins de fer d’Alsace et de Lorraine

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Streckennetz der AL 1919

Die Administration des chemins de fer d'Alsace et de Lorraine (AL) betrieb von 1919 bis 1937 das Eisenbahnnetz in Elsass und Lothringen.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Netz war bis 1871 Bestandteil der französischen privaten Eisenbahngesellschaft Chemin de fer de l’Est (EST). Mit dem Friedensvertrag nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurden deren Aktionäre 1871 mit 325 Mio. Francs durch den französischen Staat entschädigt und die Eisenbahn an das Deutsche Reich abgetreten. Dieses betrieb die Bahn als StaatsbahnReichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Elsaß-Lothringen wieder französisch. Die EST wollte in der angespannten finanziellen Situation nach dem Kriegsende dessen Eisenbahnnetz, das sie wegen des dortigen Rechtsverkehrs und der den deutschen Normen entsprechenden Signalisation als zu „germanisiert“ empfand, aber nicht wieder betreiben.[1] Daher übernahm es der Staat, der es ab dem 19. Juni 1919 als zweite französische Staatsbahn betrieb.[Anm. 1] Die Signalisation wurde wieder französisch, der Rechtsverkehr hingegen beibehalten.[1]

Nach der letzten Bestandsaufnahme vor der Verstaatlichung hatte die AL 1937 2.320 km Eisenbahnstrecken, 1.332 Lokomotiven, 45.967 Güterwagen, 3.390 Personenwagen, 34 Triebwagen und 83 Postwagen und beschäftigte 39.039 Bedienstete.

Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Verstaatlichung aller großen Eisenbahnen Frankreichs zum 1. Januar 1938 wurde die AL in die Société nationale des chemins de fer français (SNCF) eingegliedert und Bestandteil von deren Region 1 (Ost). Die AL war bei der Verstaatlichung die einzige Gesellschaft mit einer positiven Bilanz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die erste französische Staatsbahn war die ETAT (1878–1937).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Didier Janssoone: L’Histoire des chemins de fer pour les nuls. Éditions First, Paris 2015, ISBN 978-2-7540-5928-2, S. 40.