Adolf Friedrich Lorenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Adolf Friedrich Lorenz (* 2. Mai 1884 in Rostock; † 13. Juni 1962 in Schwerin) war ein deutscher Denkmalpfleger und Architekt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Friedrich Lorenz war ein Sohn des Rostocker Kaufmanns und Fabrikanten Carl Lorenz. 1901 legte er das Abitur ab und begann ein Studium der Mathematik an der Universität Rostock[1], später an der Technischen Hochschule in Dresden und an der Universität Braunschweig. 1908 wechselte er für ein Hochbaustudium nach München. Mit Auszeichnung erhielt er am 22. Mai 1908 das Diplom der Technischen Hochschule in Braunschweig.[2]

Die berufliche Laufbahn begann Lorenz als Bauführer und Baumeister in Lübz, Güstrow und Ludwigslust. Ab 1924 war er Oberbau- und Regierungsrat in Schwerin. Er wurde 1935 zum Wortführer eines Teils der Rostocker Bevölkerung, der gegen Pläne des NS-Architekten Erich zu Putlitz, die Rostocker Altstadt radikal umzugestalten und die Straßen zu begradigen und zu verbreitern, protestierte. Seine große Arbeitsbegeisterung, verbunden mit einer ausgesprochenen Feinfühligkeit und einem fundierten Fachwissen, waren die Voraussetzungen für die beachtlichen Ergebnisse, die Adolf Friedrich Lorenz sowohl auf dem Gebiet der städtebaulichen Denkmalpflege als auch auf dem der Bewahrung und Restaurierung bedeutender oder auch bescheidenerer Baudenkmale und ihrer baukünstlerischen Details erzielte.[3]

Von 1937 bis 1946 arbeitete Adolf Friedrich Lorenz als Ministerialrat im Rechnungshof des Deutschen Reiches in Potsdam.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm er im Oktober 1946 in Schwerin die Leitung der Bauverwaltung der Mecklenburgischen Landeskirche im Oberkirchenrat bis zu seiner Ruhestandsversetzung 1951.[4] Während seiner Tätigkeit setzte er sich in enger Zusammenarbeit mit dem am 1. Januar 1946 neu gebildeten Landesamt für Denkmalpflege unter Landbaurat a. D. Paul Viering intensiv für die Erhaltung der Reste und für den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Kirchen in Rostock, Wismar und Neubrandenburg ein.[5] Gleichzeitig leitet er schon Maßnahmen und die Planung für deren späteren Wiederaufbau ein.

Von 1946 bis 1953 war Lorenz Bezirkskonservator und Gutachter für denkmalpflegerische Maßnahmen beim Stadtbauamt Rostock. Lorenz war an der Erstellung von Wiederaufbauplänen für die Rostocker Innenstadt beteiligt und gab wertvolle Anregungen, auch für die Gestaltung des damaligen Ernst-Thälmann-Platzes.

1954 erhielt Lorenz einen Lehrauftrag für das Fach Theorie der Denkmalpflege und der Museumskunde an Philosophischen Fakultät der Universität Rostock. Er war auch Mitarbeiter im Institut für Kunstgeschichte der Universität. Seine Arbeit an der Mecklenburgischen Burgenforschung konnte er nicht mehr zum Abschluss bringen.

Bekannt wurde Lorenz für seine zahlreichen Arbeiten zur Baugeschichte von Kirchen in Mecklenburg, wie z. B. der Marienkirche Rostock, dem Kloster Doberan, des Schweriner Doms oder des Güstrower Doms. Insgesamt veröffentlichte er über 50 wissenschaftliche Beiträge.

Sein Nachlass befindet sich im Landeshauptarchiv Schwerin, darunter 2416 Baupläne von Schlössern, Klöstern, Kirchen, Baudenkmälern und Häusern, außerdem 198 Zeichnungen, 44 Fotos und 48 Akten. Weitere Teile seines Nachlasses finden sich im Landeskirchlichen Archiv und im Landesamt für Denkmalpflege. Das Grab von Adolf Friedrich Lorenz liegt auf dem Alten Friedhof Schwerin.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914 Die alte bürgerliche Baukunst in Rostock
  • 1954 Die Marienkirche in Rostock
  • 1954 Der Dom zu Schwerin
  • 1955 Der Dom zu Güstrow
  • 1955 Die St. Georgenkirche zu Wismar
  • 1955 Das Zisterzienserkloster Doberan
  • 1958 Doberan, ein Denkmal norddeutscher Backsteingotik

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Schacht: Das Wirken von Adolf Friedrich Lorenz als Architekt und Denkmalpfleger in Mecklenburg. In: Architektur und Städtebau im südlichen Ostseeraum zwischen 1936 und 1980. Publikation der Beiträge zur Kunsthistorischen Tagung, 8.–10. Februar 2001. Berlin 2002, S. 302–322.
  • Alexander Schacht: "...im Geiste eines traditionsgebundenen, ausgesprochen hansisch-norddeutschen Stadtbildes". Das Wirken von Adolf Friedrich Lorenz (1884-1962) als Architekt und Denkmalpfleger in Rostock. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Bd. 26.2004, S. 55–77.
  • Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 6026.
  • Horst Ende: In der neuen Zeit den Platz für die Denkmalpflege finden – Zur Geschichte des Landesamtes für Denkmalpflege 1946 - 1952. In: KulturERBE in Mecklenburg-Vorpommern. Band 6, Schwerin 2011, ISBN 978-3-935770-34-7, S. 9–34.

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 5.12-5/1 Ministerium der Finanzen. II. Hochbau, A. Allgemeine Verwaltung, B. Bauwesen.
    • LHAS Nachlass Adolf Friedrich Lorenz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im Rostocker Matrikelportal
  2. Hans-Otto Möller: A. F. Lorenz 1884 - 1962. Berlin, 1984.
  3. Hans-Otto Möller: A. F. Lorenz 1884 - 1962. Berlin, 1984.
  4. Friedrich Preßler: Staatliche Bauverwaltung in Mecklenburg. Schwerin, 2011, S. 25. (unveröffentlicht).
  5. Horst Ende: Zur Geschichte des Landesamtes für Denkmalpflege 1946 - 1952. 2011, S. 11.