Airen (Autor)

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Airen (2016)

Airen[1] (* 1981 in München)[2] ist ein deutscher Blogger, Journalist und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airen wuchs in Oberbayern auf, machte im Jahr 2001 Abitur und zog zum Wirtschaftsstudium nach Frankfurt (Oder), das er 2006 als Bachelor of International Business Administration abschloss. Danach absolvierte er ein Praktikum bei einer Berliner Unternehmensberatung und war dann zwei Jahre in deren Filiale in Mexiko-Stadt tätig. Heute lebt er mit seiner mexikanischen Ehefrau Nancy[3] und dem gemeinsamen Kind wieder in Mexiko.

Literarischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er seit 2003 Blogs anderer Autoren gelesen hatte, begann er 2004 seinen eigenen Blog unter dem Pseudonym Airen. Zunächst wechselten Ort (zuletzt: airen.wordpress.com) und Themen. Mit der Zeit wurden seine Erlebnisse in der Berliner Techno-Club-Kultur zum Hauptthema. Der 2004 eröffnete Szene-Club Berghain spielte darin eine wichtige Rolle. 2008 brachte er seine Blogeinträge in Buchform, kurz bevor er nach Mexiko zog.[4] Im August 2009 erschien der überarbeitete Text[5] unter dem Titel Strobo bei dem Berliner Kleinverlag SuKuLTuR in einer Erstauflage von 1000 Exemplaren.[6] Das Buch blieb zunächst weitgehend unbeachtet von der Literaturszene und der größeren Öffentlichkeit. Zumindest der Münchener Blogger Deef Pirmasens nahm davon Notiz und vertonte für seinen Blog Die Gefühlskonserve ein Kapitel aus Strobo (LabOraTory: In der Hölle) als Podcast und gewann damit den internationalen Best of Blog-Award der Deutschen Welle. Außerdem veranstaltete er in München eine multimediale Lesung: STROBO – Airens Technoprosa aus dem Berghain.[7] Im Herbst 2010 erschien Strobo als Hörbuch, gelesen von Deef Pirmasens. Airens zweiter Band I Am Airen Man, der auf Notizen aus seiner Zeit in Mexiko basiert, ist Ende März 2010 im Blumenbar Verlag erschienen. Kritiker halten das Buch für das literarisch stärkere.[1][8][9][10] Von Februar 2011 bis Mai 2012 führte Airen von Mexiko aus für den Musikexpress das Blog Attacke Azteka. Mittlerweile schreibt Airen regelmäßig für das Feuilleton und den Reiseteil von Frankfurter Allgemeine Zeitung[11] und Welt am Sonntag[12].

Hegemann-Plagiatsaffäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deef Pirmasens wies am 5. Februar 2010[13] nach, dass die bis dahin von prominenten Feuilletonisten gelobte 17-jährige Autorin Helene Hegemann in ihrem Debütroman Axolotl Roadkill Passagen aus Strobo ohne Quellenangabe abgeschrieben hatte.[14] Hegemann selbst räumte dies umgehend ein und entschuldigte sich, verteidigte jedoch ihre literarische Vorgehensweise.[15] Hegemanns Verlag Ullstein bemühte sich eilig um eine nachträgliche Abdruckgenehmigung. Da Airen und sein Verlag Hegemanns Roman grundsätzlich schätzten und ihrer jungen Karriere nicht im Wege stehen wollten,[16] einigte man sich nach kurzen Verhandlungen ohne juristische Schritte auf eine Geldzahlung und Quellenangabe in zukünftigen Auflagen (in der damals aktuellen 2. Auflage von Axolotl Roadkill war Airen kurz vor Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe bereits zumindest in die Danksagungen aufgenommen worden). Außerdem kündigte der Ullstein Verlag an, Strobo selbst als Taschenbuch herauszubringen.[17] Der Band erschien im Oktober 2010.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Seinen bürgerlichen Namen hält Airen bislang geheim. In einem Artikel in der Welt am Sonntag wird immerhin insinuiert, dass er „einen für Kinder der 1980er-Jahre ganz typischen zweisilbigen Vornamen trägt“ (Andreas Rosenfelder: „So krass ist nur das ungelebte Leben“, in: WamS, 28. März 2010).
  2. „Jetzt kommt der Airen Man“@1@2Vorlage:Toter Link/www.fnp.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Frankfurter Neue Presse online, 27. März 2010
  3. Gerrit Bartels: „Ja zum Leichtsinn“, tagesspiegel.de, 29. März 2010
  4. Tobias Rüther im Interview mit Airen: „Das habe ich erlebt, nicht Helene Hegemann“ In: FAZ online, 12. Februar 2010
  5. Franziska Felber im Gespräch mit Marc Degens: „Strobo: Der Blog, das Buch, Airens erster Roman“, satt.org, 31. März 2010
  6. cultureagency.wordpress.com Korrespondenz des Bloggers Steffen Dittmar mit dem Verlag
  7. Video auf gefuehlskonserve.de
  8. „Geburt eines Schriftstellers“, Der Spiegel Nr. 13/2010, 29. März 2010
  9. Andrea Hünniger: „Danke, Helene Hegemann“, Die Zeit, Nr. 16/2010, 15. April 2010
  10. „Out of Rosenheim“, Süddeutsche Zeitung Nr. 87/2010, 16. April 2010
  11. Airen schaut Bachmannpreis: „Klagenfurt international“, 31. März 2010
  12. Mainau auf mexikanisch, so schön und so gefährlich: [1] , 24. Juni 2015
  13. Vgl. Chronik der Ereignisse bei perlentaucher.de, 18. März 2010
  14. Deef Pirmasens: „Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?“, gefühlskonserve.de, 5. Februar 2010
  15. „‚Axolotl Roadkill‘: Helene Hegemann und Ullstein Verlegerin Dr. Siv Bublitz antworten auf Plagiatsvorwurf“, buchmarkt.de, 7. Februar 2010
  16. „Helene Hegemann und Airen – Interview mit ‚Strobo‘-Verleger Frank Maleu“, spreeblick.de, 8. Februar 2010
  17. Gerrit Bartels: „Jugend klaut: Ullstein bringt ‚Strobo‘ als Taschenbuch heraus“, tagesspiegel.de, 14. Februar 2010