Baghdida

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Baghdida
Lage
Baghdida (Irak)
Baghdida
Baghdida
Koordinaten 36° 16′ N, 43° 23′ OKoordinaten: 36° 16′ N, 43° 23′ O
Staat IrakIrak Irak
Gouvernement Ninawa
Distrikt al-Hamdaniya
Basisdaten
Einwohner 50,000 (2012)[1]
Stadtansicht von Baghdida, in der Mitte links die syrisch-katholische Kirche al-Tahira (كنيسة الطاهرة الكبرى, Kirche der Unbefleckten Empfängnis), März 2009
Stadtansicht von Baghdida, in der Mitte links die syrisch-katholische Kirche al-Tahira (كنيسة الطاهرة الكبرى, Kirche der Unbefleckten Empfängnis), März 2009
Kirchen in al-Hamdaniya/Baghdeda,
1.: Kirche von Sarkis und Bakos, 2.: Kirche von Mart Schmony,
3.: Kirche von Sankt Gorgis
Figuren der Balawat-Tore, ausgestellt im Britischen Museum

Baghdida (arabisch بغديدا, DMG Baġdīdā, aramäisch ܒܓܕܝܕܐ Baghdeda) oder Bachdida (بخديدا, DMG Baḫdīdā), auch bekannt unter dem Namen Karakosch (kurdisch Qaraqosh قەرەقۆش), ist eine assyrische Stadt im Irak und Zentrum des Distrikts al-Hamdaniya (arabisch الحمدانية, DMG al-Ḥamdānīya).

Sie befindet sich etwa 32 km südöstlich von Mossul in der Ninive-Ebene in der Provinz Ninawa. Die Stadt liegt nahe den antiken assyrischen Städten Nimrud und Ninive.

98 % der Bewohner der Stadt sind Christen und gehören der Syrisch-katholischen Kirche und der Syrisch-Orthodoxen Kirche an. Die christlichen Einwohner nennen die Stadt Baghdeda. Nördlich des Ortes befindet sich das Kloster des Sankt Johannes von Dailam.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang August 2014 eroberten Kämpfer der Terrorgruppe Daesch (Islamischer Staat, IS) die Stadt und zwangen viele der christlichen Bewohner zur Flucht.[2][3] Das im Ort befindliche Mar-Behnam-Kloster wurde vom IS zerstört. Am 18. Oktober 2016 flohen infolge der Schlacht um Mossul die IS-Kämpfer kampflos aus der Stadt vor den anrückenden irakischen Streitkräften.[4]

Vor der Eroberung Baghdidas durch Daesch machten die rund 50.000 Christen etwa 97 % der Bevölkerung aus. Etwa 9000 Familien – fast die gesamte Bevölkerung – flohen vor den Islamisten, großenteils nach Ankawa bei Erbil. Hier kamen etwa 15.000 Menschen im Flüchtlingslager Mart Shmoni und rund 4000 im Einkaufszentrum von Ankawa unter. Nach der Vertreibung der Islamisten kehrten bis April 2018 etwa 5000 christliche Familien nach Baghdida zurück.[5]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bakhdida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ishtartv.com
  2. Irak - Massenflucht vor Terror des Islamischen Staats. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. August 2014 (FAZ.net).
  3. Eine Krippe gesucht in FAZ vom 24. Dezember 2014, Seite 10
  4. Irakische Armee erobert Karakosch vom IS zurück. In: Zeit Online, 19. Oktober 2016 (zeit.de).
  5. Zara Sarvarian: Iraq’s Assyrian Christians: persecution and resurgence. World Watch Monitor, 4. April 2018.