Al Martino

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Al Martino, 2005

Al Martino (* 7. Oktober 1927 in Philadelphia, Pennsylvania; † 13. Oktober 2009 in Springfield, Pennsylvania; eigentlich Alfred Cini) war ein US-amerikanischer Sänger.

Leben[Bearbeiten]

Alfred Cini wurde als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er folgte beruflich zunächst seinem Vater und arbeitete im Familienbetrieb als Maurer und schlug sich in Nebenjobs als Boxer und in Bars durch.

Er freundete sich mit dem sechs Jahre älteren Sänger Mario Lanza an. Spätestens nach dessen Durchbruch als gefeierter Opernstar entschloss sich Cini, eine Karriere als Sänger zu beginnen. Als Künstlername entwarf er Al Martino, indem er seinen Vornamen kürzte und den Familiennamen seines Großvaters annahm.

Zunächst trat er in einigen Nachtbars in Philadelphia auf. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er bei den Marines im Pazifik und nahm unter anderem an der Schlacht um Iwojima teil, bei der er verwundet wurde. 1948 holte ihn Mario Lanza nach New York. Nach dem Gewinn eines Talentwettbewerbes erhielt er 1950 einen Vertrag bei dem kleinen Plattenlabel BBS. 1952 erschien Martinos erste Single, Here in My Heart. Sie wurde zu einem Welterfolg und war am 14. November 1952 der erste Nummer-eins-Hit in der neu geschaffenen britischen Hitparade. Daraufhin bot ihm Capitol Records, damals eine der größten Plattenfirmen der USA, einen Vertrag an. Auf Capitol erschienen weitere Hits wie Take My Heart, Now und Rachel.

Diese Erfolge machten die US-amerikanische La Cosa Nostra auf Martino aufmerksam.

„The mob came to Philadelphia from New York and told him they wanted to buy my contract, first in a gentlemanly way and then forcefully, …“
„Der Mob kam von New York nach Philadelphia, um ihm [dem Manager] zu sagen, dass sie meinen Vertrag wollten; zuerst freundlich, dann nachdrücklich.“

Al Martino[1]
Martino im Jahre 1952 als sein "Here in My Heart" die Musikcharts erreichte.

Al Martino kaufte sich mit 75.000 US-Dollar frei, zog es aber vor, die nächsten sieben Jahre in England zu verbringen, wodurch die US-Karriere zunächst abbrach. Erst nach dem Tod des involvierten Mobsters konnte er in den USA seine Karriere fortsetzen. 1965 landete er mit Spanish Eyes, einer Komposition, die Bert Kaempfert eigentlich für Freddy Quinn geschrieben hatte, einen weiteren internationalen Erfolg und Evergreen.

Seine Erfahrung mit der US-amerikanischen Cosa Nostra konnte er dann 1972 in seiner Rolle als Johnny Fontane in Francis Ford Coppolas Spielfilm Der Pate verarbeiten, in dem er einen Sänger spielte, der mit Hilfe der Mafia eine Filmkarriere machen möchte. 1974 spielte er dieselbe Rolle in Der Pate – Teil II und 1990 in Der Pate – Teil III.

Im September 1993 erzielte Al Martino mit dem von Dieter Bohlen produzierten Album The Voice to Your Heart einen großen Erfolg. Eine geplante Deutschland-Tournee im September 2007 zusammen mit dem deutschen Volksmusiker Heino zugunsten des Vereins Herzenswünsche e.V. , einer Organisation, die krebskranken Kindern Wünsche erfüllt, wurde jedoch abgesagt.

Privates[Bearbeiten]

Al Martino war 41 Jahre mit seiner Frau Judi verheiratet und hatte zwei Töchter und einen Sohn. Alison, Alana und Alfred. Er starb an Herzversagen.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Al Martino/Diskografie

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3][4] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1962 The Exciting Voice of Al Martino 109
(6 Wo.)
1963 I Love You Because 7
(60 Wo.)
1963 Painted, Tainted Rose 9
(44 Wo.)
1964 Living a Lie 13
(28 Wo.)
1964 The Italian Voice of Al Martino 57
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1963
1964 I Love You More and More Every Day /
Tears and Roses
31
(25 Wo.)
1965 We Could 41
(15 Wo.)
1965 Somebody Else Is Taking My Place 42
(12 Wo.)
1966 My Cherie 19
(47 Wo.)
1966 Spanish Eyes 29
(4 Wo.)
8 Gold
(73 Wo.)
Charteintritt in Deutschland erst im März 1967
1966 Think I’ll Go Somewhere and
Cry Myself to Sleep
116
(6 Wo.)
1967 This Is Love 57
(13 Wo.)
1967 This Love for You 99
(12 Wo.)
1967 Daddy’s Little Girl 23
(21 Wo.)
1968 Mary in the Morning 63
(21 Wo.)
1968 This Is Al Martino 129
(4 Wo.)
1968 Love Is Blue 34
(4 Wo.)
56
(17 Wo.)
1969 Sausalito 189
(4 Wo.)
1969 Jean 196
(2 Wo.)
1970 Can’t Help Falling in Love 184
(5 Wo.)
1970 My Heart Sings 172
(6 Wo.)
1972 Love Theme from „The Godfather“ 138
(10 Wo.)
Soundtrack zum Film Der Pate
1975 To the Door of the Sun 129
(8 Wo.)

Trivia[Bearbeiten]

  • Die deutsche Schlagersängerin Kristina Bach widmete Martino und seinen Liedern den Titel Hörst Du denn noch immer Al Martino?[5]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Gangster Rap.(Al Martino tells of personal experiences with the 'mob') (Brief Article) im Los Angeles Magazine vom 1 Juli 2000 von Scott Huver (englisch)
  2. Chartquellen: DE Singles DE Alben AT UK US
  3. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  4. Gold-/Platin-Datenbank US
  5. Hörst du denn noch immer Al Martino. last.fm, abgerufen am 25. Mai 2014 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]