Albert König

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Albert König

Albert König (* 22. März 1881 in Eschede; † 5. Februar 1944 in Unterlüß) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzschnitt seiner Vermählungsanzeige
Ehemaliges Wohnhaus von Albert König, jetzt das Albert-König-Museum, Unterlüß

Albert König wurde als Sohn des Dorfschmieds Albert Christoph König und seiner Frau Caroline in Eschede in der Südheide geboren. Der Vater war aus Ostpreußen zugewandert, die Mutter kam aus Baden. Er wuchs in ärmlichsten Verhältnissen auf. 1887 lebte er mit der Mutter und seinen Geschwistern in Königsberg. 1889 bis 1895 arbeitete er neben dem Schulunterricht in der Nähe von Eschede als Hütejunge. Von 1903 bis 1905 leistete König seinen Militärdienst ab. Von 1915 an diente er im Ersten Weltkrieg in Masuren als Soldat. Am 27. September 1919 heiratete er die Lehrerin Dorothea Borsdorff. Im Jahr 1927 zog König in sein neu erbautes Haus nach Unterlüß im Landkreis Celle. Hier lebte und arbeitete er dann völlig zurückgezogen als Holzschneider und Maler.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch beginnt er 1895 eine Lehre bei einem Escheder Dekorationsmaler. 1901 erfolgte eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. 1909 besucht er in München die private Zeichenschule Heymann, im Dezember 1910 geht er nach Berlin. Dort schließen sich Malstudien bei Lovis Corinth, einem der wichtigsten und einflussreichsten Vertreter des deutschen Impressionismus, und bei Georg Tappert in Berlin an. Mit dem fast gleichaltrigen Tappert blieb er sein Leben lang befreundet. Im Sommer 1911 kommt König nach Eschede zurück und arbeitet jetzt als freischaffender Künstler. 1913 wird er Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Seine einzige größere Reise, durch die er neue Eindrücke finden wollte, führte ihn 1924 bis nach Sizilien. 1932 erhielt König ein Stipendium der Deutschen Albrecht-Dürer-Stiftung in Höhe von 400 Reichsmark. Eine in den 30er Jahren geforderte Aufnahme in die Reichskulturkammer lehnte er ab.

Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wacholder im Schnee (um 1915)
Sonne, die durch Wolken bricht (1921)

Am Beginn seines Wirkens zeigen seine Arbeiten Einflüsse des Pointillismus. 1911 kehrte er nach Eschede zurück, es entstehen seine ersten Holzschnitte und Linolschnitte, die ihm auch internationale Anerkennung einbringen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges setzte König sich mit dem Expressionismus auseinander. 1928 entstehen die ersten Baumporträts und Baumgruppen in Bleistifttechnik. Ab Mitte der 1930er Jahre zeichnete König viele Naturstudien in den Kieselgurgruben in der Nähe von Unterlüß (→ Kieselgurgruben in der Lüneburger Heide). 1932 entstehen seine ersten Bäume und Baumgruppen in Öl- und Temperamalerei mit einer gänzlich eigenen Formen- und Bildersprache. Anhand zuvor gefertigten detaillierten Zeichnungen entstehen dann im Atelier die großen Landschaften, Baumgruppen, Bäume und die zum Teil märchenhaft verfremdeten Darstellungen der Kieselgurgruben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 wird er auf der Internationalen Kunstausstellung in Amsterdam mit einer Bronzemedaille im Bereich Graphik ausgezeichnet. Sowohl in dem letzten Wohnort Unterlüß als auch in seinem Geburtsort Eschede ist jeweils eine Straße nach ihm benannt.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1941 findet aus Anlass seines 60. Geburtstages eine Sonderausstellung im Vaterländischen Museum, heute Bomann-Museum in Celle statt. Es wurden 46 Baumbilder und sieben Kieselgurlandschaften von ihm gezeigt. 1981, an seinem 100. Geburtstag, wurden seine Werke in der Gotischen Halle im Celler Schloss und in der Galerie im Museum in Oldendorf gezeigt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flohr-Mühle (1916)

Durch testamentarische Verfügung seiner Witwe gelangte der gesamte künstlerische Nachlass von etwa 1.800 Arbeiten sowie das Wohnhaus des Malers und Graphikers in den Besitz der Gemeinde Unterlüß, mit der Auflage, ein Kunstmuseum zu errichten, das den Namen Albert-König-Museum tragen sollte. Frau König wurden hierfür im März 1982 die Ehrenbürgerrechte der Gemeinde Unterlüß verliehen. Am 19. Juni 1987 wurde dieses Museum eröffnet. Durch Schenkungen, Dauerleihgaben und Ankäufe hat das Museum inzwischen über 12.000 Arbeiten des Künstlers im Archiv. Die wechselnden Ausstellungen behandeln jeweils abgeschlossene Themen aus seinem Schaffen. Das ehemalige Wohnhaus, in dem neben Königs Arbeitszimmer und einem Teil seiner Arbeiten auch wechselnde Ausstellungen anderer Künstler gezeigt werden, wird später um eine Ausstellungshalle erweitert. Im Erweiterungsbau ist die Dauerausstellung „Kieselgur – Die Erlebnisausstellung“ zu sehen.[1] Auch die Kunsthalle Bremen, die Hamburger Kunsthalle, das Altonaer Museum, das Kunstmuseum Düsseldorf, das Bomann-Museum Celle, das Helms-Museum Harburg und das Museum Schloss Holdenstedt sind im Besitz von Werken des Künstlers.

Häufig bemalten Künstler ihre Leinwände mehrmals, oder so wie hier, einfach auf der Rückseite, oft aus Sparsamkeitsgründen. Die Leinwände waren relativ teuer. Der Besitzer musste sich entscheiden, welche Seite er als Bild zeigen will. Das Bild „Flohr-Mühle“, 1916 gemalt, nahm König und malte 1927 auf der anderen Leinwandseite das Bild „Lupinenstrauß“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert König – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert-König-Museum, Unterlüß