Alceste (Gluck)

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Werkdaten
Titel: Alceste
Originalsprache: Italienisch
Musik: Christoph Willibald Gluck
Libretto: Ranieri de’ Calzabigi
Uraufführung: 26. Dezember 1767
Ort der Uraufführung: Wien
Spieldauer: ca. 2 1/4 Stunden
Personen
Werkdaten
Titel: Alceste
Originalsprache: Französisch
Musik: Christoph Willibald Gluck
Libretto: Ranieri de’ Calzabigi, Umdichtung nach dem ital. Vorbild von François Gand-Leblanc
Uraufführung: 6. Dezember 1778
Ort der Uraufführung: Paris
Spieldauer: ca. 2 1/4 Stunden
Personen
  • Alceste (Sopran)
  • Admète (Tenor)
  • Eumelo und Aspasio, Kinder Alcestes (stumme Rollen)
  • Évandre (Haute-Contre)
  • Ein Herold (Bass)
  • Oberpriester Apollos (Bass)
  • Hercule (Bass)
  • Das Orakel (Bass)
  • Vier Chorführer (Sopran, Alt, Tenor, Bass)
  • Volk von Pherae, Frauen der Alkestis, Priester und Höllengeister, Götter der Unterwelt

Alceste ist der Name einer Oper in drei Akten. Komponiert wurde sie von Christoph Willibald Gluck auf ein Libretto von Ranieri de’ Calzabigi. Im Jahre 1767 wurde diese Oper in Wien uraufgeführt. Gluck schrieb ebenfalls eine Version in französischer Sprache, die zehn Jahre später in Paris Weltpremiere hatte. Die „Pariser Fassung“ unterscheidet sich nicht nur textlich von der „Wiener Uraufführung“, sondern ist auch eine musikalische Neubearbeitung des Werkes.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie handelt von der Sage der Alkestis. König Admetos liegt im Sterben, die Götter aber versprechen, sein Leben zu schonen, wenn sich an seiner Statt jemand anderes opfert. Königin Alceste willigt ein. Sie stirbt trotz des Flehens von Admetos, lieber ihn zu nehmen. Herkules jedoch gelobt, beide zu retten. Er steigt in die Unterwelt und befreit Alceste; gleichzeitig beschützt er Admetos, so dass am Ende beide glücklich weiterleben können.

1. Akt: Ein Herold verkündet dem vor dem Königspalast harrenden Volke, dass für den sterbenden Admet keine Hilfe mehr zu erhoffen sei. Im Verein mit der Königin Alceste und ihren beiden Söhnen fleht das Volk die Götter um Erbarmen an. Verwandlung: Im Apollotempel beten und opfern die Königin und das Volk. Das Orakel verkündet: „Dem Styx ist Admetos geweiht, wenn ein andrer für ihn nicht zum Opfer sich beut.“ Alceste ist bereit, sich für den Gatten zu opfern. Der Oberpriester verkündet ihr, dass die Götter das Opfer annehmen.

2. Akt: Das Volk umringt jubelnd den genesenden König. Als er fragt, wer sich für ihn geopfert habe, rät man ihm, sich des Lebens zu freuen, ohne danach zu fragen. Doch bemerkt er, dass Alceste von einem geheimen Kummer bedrückt ist. Auf sein Drängen gesteht sie ihm ihr Geheimnis. Doch ohne sie will auch er nicht leben, er will versuchen, das Entsetzliche zu verhindern.

3. Akt: Vor dem Palast trauert das Volk über das Schicksal des Königshauses. Da kehrt Herakles nach langer Wanderschaft bei seinem Freunde Admet ein. Als man ihm das Los Alcestens berichtet, beschließt er, den Göttern zum Trotz ihnen die Königin zu entreißen. Verwandlung: Vor den Pforten der Unterwelt ist Alceste bereit, sich zu opfern. Die Todesgötter weisen sie zurück bis nach Sonnenuntergang. Admetos tritt hinzu und ist entschlossen, mit seiner Gattin zu sterben. Während die beiden Gatten sich noch von ihren Entschlüssen abzubringen suchen, naht bei hereinbrechender Dunkelheit Thanatos und lässt Alceste entführen. Den nachstürzenden Admet hält Herakles zurück, der nun selber in die Unterwelt eindringt und in wildem Kampfe den Todesgöttern ihr Opfer entreißt. Apollo vereint aufs neue Alceste und Admetos, die von dem jubelnden Volk umringt werden.

Instrumentierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Italienische Fassung: 2 Flöten, Chalumeau, 2 Oboen, 2 Englisch Hörner, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Streicher, Basso continuo
  • Französische Fassung: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Streicher, Basso continuo, Bühnenmusik: Trompete

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Italienisch: Trattner, Wien (1769); Neuausgabe Bärenreiter, Kassel (Gluck-Gesamtausgabe)
  • Französisch: Bureau d'abonnement musical, Paris (1776); Neuausgabe Bärenreiter, Kassel (Gluck-Gesamtausgabe)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Willibald Gluck (Komponist), Rudolf Gerber (Hrsg.): Alkestis. Pariser Fassung („Alceste“). Bärenreiter, Kassel 1971 (Vorwort der Partitur).
  • Leo Melitz: Führer durch die Opern. Globus-Verlag, Berlin 1914, S. 30.
  • Horst Seeger: Opernlexikon. Heinrichshofens-Verlag, Wilhelmshaven 1979, ISBN 3-7959-0271-1, S. 22.

Einspielungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998 Arnold Östman; Chor & Orchester des Drottningholm Theaters. Admète: Justin Lavender, Alceste: Teresa Ringholz, Apollo: Lars Martinsson, Aspasia: Emelie Clausen, Banditore: Matthias Nilsson, Eumelo: Adam Giertz, Evandre: Jonas Dergerfeldt, Grand-Prêtre: Lars Martinsson, Ismene: Miriam Treichl, L'Oracle: Johan Lilja. Naxos (3 CD 146'55)
  • 1999 John Eliot Gardiner; English Baroque Soloists; Monteverdi Choir. Admète: Paul Groves, Alceste: Anne Sofie von Otter, Apollo: Ludovic Tézier, Coryphée: Katharina Fuge, Joanne Lunn, Evandre: Yann Beuron, Grand-Prêtre: Dietrich Henschel, Herald: Ludovic Tézier, Hercules: Dietrich Henschel, L'Oracle: Nicholas Testé, Thanatos: Nicholas Testé, Philips 470 293-2 (2 CD 134'35 live London); Arthaus/Naxos 100160 (DVD live Paris)

Inszenierungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alceste (Gluck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien