Staatsoper Stuttgart

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Die Staatsoper Stuttgart

Die Staatsoper Stuttgart zählt zu den bedeutendsten europäischen Opernhäusern und ist zugleich Teil des größten Mehrspartenhauses Europas.[1]

Die Hauptspielstätte befindet sich im Stuttgarter Schlossgarten. Die Staatsoper Stuttgart wurde mehrfach als „Opernhaus des Jahres“ sowie für den „Chor des Jahres“ ausgezeichnet.[2] Seit der Saison 2018/19 sind Viktor Schoner als Intendant sowie Cornelius Meister als Generalmusikdirektor an der Staatsoper Stuttgart tätig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Staatsoper Stuttgart reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als erste Aufführungen im Neuen Lusthaus stattfanden. Das Singspiel Der Raub der Proserpina unter der Leitung des Hofkapellmeisters Samuel Capricornus (1660) gilt dort als erste Opernaufführung. Über die Jahre erlebte die Oper einige Veränderungen ihrer Spielstätten. Das Neue Lusthaus wurde 1750 zum Opernhaus sowie 1811/1845 zum Königlichen Hoftheater umgebaut. Im Jahr 1902 brannten die Hoftheater nieder, woraufhin der Münchner Architekt Max Littmann von 1909 bis 1912 ein Zweihaustheater (bestehend aus Großem und Kleinem Haus) am heutigen Standort im Schlossgarten erbauen ließ. Das Stuttgarter Theater ist eines der bedeutendsten architektonischen Werke von Littmann. Eine der ersten Aufführungen, die nach der Einweihung stattfand, war die Uraufführung von Richard Strauss' Ariadne auf Naxos im Jahr 1912, dirigiert vom Komponisten selbst. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in Württembergische Landestheater. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kleine Haus zerstört, das Große Haus blieb erhalten.[3]

Insgesamt rund 230.000 Besucher zählt allein die Staatsoper Stuttgart in der Saison, davon bilden rund 16.000 einen festen Abonnentenstamm. Das Opernhaus verfügt über 1.404 Plätze.[4]

Junge Oper im Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junge Oper im Nord (JOiN) – ursprünglich Junge Oper Stuttgart – entstand während der Intendanz von Klaus Zehelein und Pamela Rosenberg. Seit dem Gründungsjahr 1997 haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit an der Umsetzung von Opern-Projekten hinter und auf der Bühne mitzuarbeiten. Den Beginn machte die Aufführung von Der gestiefelte Kater von César A. Cui.[5] Seit der Spielzeit 2018/2019 hat die Junge Oper eine eigene Spielstätte im Stuttgarter Norden und tritt seither unter dem Namen Junge Oper im Nord (JOiN) auf.[6] Die künstlerische Leitung liegt bei Elena Tzavara.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bezeichnete das JOiN als "Musterbeispiel für viele Häuser mit ähnlichen Konzepten in ganz Europa."[7]

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Foyer im I. Rang, Staatsoper Stuttgart
Blick von der Bühne in den Zuschauerraum, Staatsoper Stuttgart

Uraufführungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftragswerke der Jungen Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P.A.G.S.! von Andreas Breitscheid und Manfred Weiß, 18. und 19. November 1999
  • Erwin, das Naturtalent von Mike Svoboda und Manfred Weiß, 19. November 2005
  • Träumer von Matthias Heep und Tim Staffel, 15. Juni 2007
  • Der unsichtbare Vater von Juliane Klein und Barbara Tacchini, 1. März 2009
  • The Rage of Life – Lebenswut von Elena Kats-Chernin und Igor Bauersima, 12. November 2010, in Koproduktion mit der Vlaamse Opera Antwerpen/Gent
  • Momo von Matthias Heep und Barbara Tacchini, 6. Juni 2013
  • stop listening start screaming von Jorge Sánchez-Chiong, Ensemble-Texte nach einem Drehbuch von Brigitte Wilfing, 21. Juni 2014
  • KRIEG. Stell dir vor, er wäre hier von Marius Felix Lange nach dem gleichnamigen Buch von Janne Teller und mit Gedichtinseln von Nora Gomringer, 27. April 2018
  • Antigone-Tribunal von Leo Dick nach Slavoj Žižek, 9. März 2019
  • Nesenbach von Susanne Hinkelbein, 3. Juli 2021
  • Holle! von Sebastian Schwab nach Motiven des Grimmschen Märchens Frau Holle, 10. November 2021

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generalintendanz

Seit 1994 gehört die Staatsoper Stuttgart neben Schauspiel Stuttgart und Stuttgarter Ballett dem weltweit größten Drei-Sparten-Theater an – ein deutschlandweit einzigartiges Modell. Die drei Sparten werden künstlerisch und wirtschaftlich vom jeweiligen Intendanten geführt, die spartenübergreifende Geschäftsführung übernimmt der Geschäftsführende Intendant.

Intendanz der Staatsoper Stuttgart

Generalmusikdirektoren der Staatsoper Stuttgart

Bekannte Ensemble-Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

aktuell

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vadim Jendreyko: Die singende Stadt, 10. Februar 2011, Dokumentarfilm
  • Lillian Rosa, Marcus Richardt: Das Haus der guten Geister, 5. November 2020, Dokumentarfilm

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Zehelein (Hrsg.): Fünfzehn Spielzeiten an der Staatsoper Stuttgart 1991–2006. Ein Arbeitsbericht. raumzeit 3, Stuttgart 2006, ISBN 3-9811007-6-X.
  • Ute Becker: Die Oper in Stuttgart. 75 Jahre Littmann-Bau. DVA, Stuttgart 1987, ISBN 3-421-06379-6.
  • Ulrich Drüner: 400 Jahre Staatsorchester Stuttgart. Staatstheater Stuttgart, Stuttgart 1994. (Festschrift)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatsoper Stuttgart: Über uns | Staatsoper Stuttgart. Abgerufen am 16. März 2022.
  2. Nach zehn Jahren wieder „Opernhaus des Jahres“: Stuttgarts Oper: Anders als alle anderen. In: Stuttgarter Zeitung. Abgerufen am 18. März 2022.
  3. Staatstheater Stuttgart, Wolfgang Gönnenwein (Hrsg.): Die Oper in Stuttgart. 75 Jahre Littmann-Bau. DVA, Stuttgart 1987.
  4. Staatsoper Stuttgart: Über uns | Staatsoper Stuttgart. Abgerufen am 16. März 2022.
  5. Tina Hartmann, Julia Maschke (Hrsg.): forever young. 20 Jahre Junge Oper Stuttgart. avedition GmbH, Stuttgart 2017, S. 13.
  6. Staatsoper Stuttgart: Über JOiN | Staatsoper Stuttgart. Abgerufen am 16. März 2022.
  7. forever young. 20 Jahre Junge Oper Stuttgart. In: Tina Hartmann, Julia Maschke. avedition GmbH, Stuttgart 2017, S. 6.