Alexander Wurzer

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Alexander J. Wurzer (* 15. April 1969 in München) ist ein deutscher Unternehmensberater und Professor für IP-Management am CEIPI[1] (Centre d’Études Internationales de la Propriété Intellectuelle; dt: „Zentrum für internationale Studien zum geistigen Eigentum“) der Universität Strasbourg.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzer studierte Physik sowie Mikro- und Molekularbiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München und promovierte an der Fakultät für Physik zum Dr. rer. nat.[2] Seit Mitte der 1990er Jahre ist er im Bereich IP-Management (IP = engl. intellectual propertygeistiges Eigentum oder Schutzrecht) für internationale Institutionen und Unternehmen tätig.

Wurzer ist geschäftsführender Gesellschafter der Wurzer & Kollegen GmbH,[3] eines Beratungsunternehmens für strategisches IP-Management. Er berät Industrieunternehmen bei der IP Strategieentwicklung und deren Umsetzung im betrieblichen IP-Management.

Seit 2003 leitet Wurzer das Steinbeis-Transfer-Institut für Intellectual Property Management[4] der Steinbeis-Hochschule Berlin. Sein Forschungsinteresse gilt der Ökonomie und dem Management von Technologie und Innovationen sowie allen Fragen zur Wertschöpfung durch IP. Er ist international anerkannter Gutachter für IP-Bewertung, insbesondere bei FRAND-Themen und Lizenztransaktionen. Seit 2004 ist er regelmäßig für die Europäische Patentakademie als Referent in der Fortbildung tätig.

Seit 2006 ist Wurzer Studiengangsleiter am Centre d’Etudes Internationales de la Propriété Industrielle (CEIPI)[1] der Universität Strasbourg. Er leitet den Master-Studiengang „Intellectual Property Law and Management“ (MIPLM).[5] 2007 wurde er zum Professeur Associé an der Universität Strasbourg berufen. Darüber hinaus lehrt er als Dozent für Patentbewertung und -management an zahlreichen internationalen Universitäten und Institutionen.[6]

Am 6. Juni 2007 referierte Wurzer beim G8-Gipfel in Heiligendamm unter dem Titel „Price Tags for Patents“ über die DIN77100 – Grundsätze ordnungsgemäßer Patentbewertung.[7] Von 2009 bis 2010 war er Herausgeber des Journals „IP Manager: Journal of the Knowledge Economy“.[8]

2010 leitete er als Referent im Rahmen des Ausbildungsprogramms ECAP III (EU-ASEAN Project on the Protection of Intellectual Property Rights)[9] das Seminar „IP Valuation and Technology Transfer“ in Bangkok, Hanoi, Jakarta.[10]

2013 war er Mitglied der Expertengruppe „Intellectual Property Valuation“ der Europäischen Kommission.[11]

Wurzer unterstützt zum IP-Management unter anderem den European IPR Helpdesk, die APEG (Asian Patent Expert Group) des Europäischen Patentamts, das Japanische Patentamt und den Verband der freiberuflichen Europäischen und Schweizer Patentanwälte (VIPS) durch Beratung, Schulung, Vorträge und die Vermittlung von Studienergebnissen.

2015–2016 war Wurzer Mitglied der Reflexionsgruppe für die nationale IP-Strategie Österreichs, die im Februar 2017 veröffentlicht wurde.[12]

Seit 2015 ist er Sprecher des Dieselkuratoriums[13] sowie Mitglied des International Institute for IP Management (I3PM).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzer wurde 2002 zum Fellow der Alta Scuola Politecnica der Technischen Universitäten Mailand und Turin ernannt.[14] Seit 2009 wurde er jährlich von der Zeitschrift Intellectual Asset Management (IAM) als einer der „World’s Leading IP Strategists“ ausgezeichnet.[15]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzer beschäftigt sich mit der Entwicklung betrieblicher Managementsysteme für Intellectual Property (IP, geistiges Eigentum). Dem liegt die Überlegung zugrunde, dass IP in industriellen Geschäftsmodellen[16] erheblich zur wirtschaftlichen Wertbildung beitragen kann. Arbeitsschwerpunkt ist die konkrete Ausgestaltung von IP-Strategien und IP sowie die betriebliche Implementierung von IP-Managementsystemen zur Umsetzung von Wettbewerbsstrategien.[17]

Ganz wesentlich auf Wurzers Initiative und Arbeiten ging die Schaffung einer Deutschen Norm zur ordnungsgemäßen monetären Bewertung von Patenten zurück (DIN 77100),[18] des Weiteren eine DIN-SPEC für die Dienstleistungsqualität im IP-Management (DIN SPEC 1060).[19] Auf europäischer Ebene engagierte er sich für die Etablierung des IP-Managers als eigenes Berufsbild. Dabei handelt es sich um die Schnittstelle zwischen dem gewerblichen Rechtsschutz und dem unternehmerisch-betriebswirtschaftlichen Einsatz von IP.[20]

Wurzer ist Autor zahlreicher Publikationen in nationalen und internationalen Fachmedien.

Mitgliedschaften / Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzer ist seit 2010 Vorstand des Deutschen Instituts für Erfindungswesen e.V., dort Sprecher des Dieselkuratoriums[13] zur Verleihung der Dieselmedaille. Er ist Chairman der IP Service World,[21] sowie Obmann des DIN-Normenausschuss Dienstleistungen für die Qualität im IP Management[22]. Ferner gehört er dem Arbeitskreis für Patentbewertung der Licensing Executives Society (LES)[23] an.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher:

  • mit Theo Grünewald und Wolfgang Berres: Die 360°IP-Strategie: So sichern Sie Ihren Innovationserfolg langfristig. Vahlen Verlag, München 2016, ISBN 978-3-8006-5158-0.
  • Mittelstand – Motor und Zukunft der deutschen Wirtschaft. Springer Verlag, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-658-09049-4.
  • mit Jutta Menninger: Bewertungsstandards für Patente und Marken. Wiley Verlag, Weinheim 2014, ISBN 978-3-527-50632-3.
  • mit Theo Grünewald und Dieter Reinhardt: Valuation of Patents. Wolters Kluwer Verlag, Alphen aan den Rijn 2012, ISBN 978-90-411-2723-5.
  • mit Theo Grünewald: Monetäre Patentbewertung nach DIN 77100. Beuth Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-410-21821-0.
  • mit Theo Grünewald, Malte Köllner, Karl Petersen und Christian Zwirner: Bilanzierung von Patenten. Carl Heymanns Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-452-27206-5.
  • mit Dieter Reinhardt: Handbuch der Patentbewertung. 2. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-452-26174-8.
  • IP-Manager. Carl Heymanns Verlag, 2009, ISBN 978-3-452-27040-5.
  • mit Lorenz Kaiser (Hrsg.): 1. Erg.-Lieferung: Handbuch Internationaler Know-how-Schutz. Bundesanzeiger Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-89817-942-3.
  • Patentmanagement – Ein Praxisleitfaden für den Mittelstand. RKW Verlag, Eschborn 2004, ISBN 3-89644-226-0.
  • Wettbewerbsvorteile durch Patentinformationen. 2. Auflage. FIZ – Fachinformationszentrum, Karlsruhe 2003, ISBN 3-88127-105-8.

Aufsätze:

  • mit Wolfgang Berres, Rolf-Jürgen Krämer: Organisatorische Umsetzung einer Patentstrategie – ein Fallbeispiel. In: Mitteilungen der deutschen Patentanwälte. Wolters Kluwer Verlag, Alphen aan den Rijn 2015.
  • mit Kai Schäffner: Patent Küchenmaschine. In: Harvard Business Manager. manager magazin Verlagsgesellschaft, Hamburg 2015.
  • mit Norbert Wieselhuber: Informationsbedarf im Aufsichtsrat zur Bewertung der Innovationsleistung des Unternehmens. In: BOARD – Zeitschrift für Aufsichtsräte in Deutschland. Bundesanzeiger Verlag, Köln 2014.
  • mit Theo Grünewald: Das latente Risiko Patentübersetzung. In: Mitteilungen der deutschen Patentanwälte. Wolters Kluwer Verlag, Alphen aan den Rijn 2014.
  • Optimizing the Translation of Patent Applications. In: Intellectual Asset Management Magazin (iam). Globe Business Media Group, London 2013.
  • Der Patent-Tsunami wütet. Der weltweite Patentkampf in der Elektroindustrie nimmt kein Ende. In: Innovationsmanager. Frankfurt Business Media, 2012.
  • mit Theo Grünewald und Brörn Stübiger: Patente in der Unternehmensfinanzierung. In: Mitteilungen der deutschen Patentanwälte. Wolters Kluwer Verlag, Alphen aan den Rijn 2011.
  • Know how Schutz als Teil des Compliance Managements. In: Corporate Compliance Zeitschrift (CCZ). C.H. Beck Verlag, München 2009.
  • mit Stephan Hundertmark: Contribution on IP Management: IP management – Key Skills in a Knowledge Economy. In: Journal of Korean Law. Law Research Institute of Seoul International University, Seoul 2009.
  • mit Stephan Hundertmark und Patrik Sullivan: Patente – Mythos und Wirklichkeit. In: Harvard Business Manager. manager magazin Verlagsgesellschaft, Hamburg 2009.
  • mit Patrik Sullivan: Ten Common Myths about Intangibles Value and Valuation. In: Intellectual Asset Management Magazin (iam). Globe Business Media Group, London 2009.
  • IP-Management – Schlüsselkompetenzen in einer Wissensökonomie. In: GRUR. Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, Köln 2008.
  • mit Stephan Hundertmark und Dieter Reinhardt: Portfoliosteuerung im strategischen Patentmanagement. In: Mitteilungen der deutschen Patentanwälte. Wolters Kluwer Verlag, Alphen aan den Rijn 2007.
  • mit Carl Frey und Stephan Hundertmark: IP Management – A Question of Perspectives. In: Intellectual Asset Management Magazin (iam). Globe Business Media Group, London 2007.
  • mit Dieter Reinhardt: Patent Portfolio Management – Value and Quality-Based Patent Portfolio Management. In: les Nouvelles. Licensing Executives Society, Washington D.C. 2006.
  • mit Stephan Hundertmark: Value-Oriented IP management. Think About the Value Realization Process. In: Intellectual Asset Management Magazin (iam). Globe Business Media Group, London 2006.
  • mit Lorenz Kaiser: Patente, Produkte und Profite. In: Harvard Business Manager. manager magazin Verlagsgesellschaft, Hamburg 2006.
  • Wertorientiertes Patent-Portfolio. In: Mitteilungen der deutschen Patentanwälte. Wolters Kluwer Verlag, Alphen aan den Rijn 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Centre d’Etudes Internationales de la Propriété Industrielle
  2. Dissertation von Alexander J. Wurzer in der Universitätsbibliothek der LMU
  3. Profil von Alexander J. Wurzer auf der Webseite der Wurzer & Kollegen GmbH
  4. Steinbeis-Transfer-Institute für Intellectual Property Management
  5. Master-Studiengang „Intellectual Property Law and Management“ (MIPLM)
  6. Beraterliste der Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO (PDF)
  7. Referat auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007
  8. Auszug aus dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  9. ECAP III (EU-ASEAN Project on the Protection of Intellectual Property Rights)
  10. „ECAP III supports Intellectual Property as the backbone of economic success“ (4. November 2010)
  11. Schlussbericht der Expert Group on Intellectual Property Valuation (PDF)
  12. Intellectual Property Strategie für Österreich (PDF)
  13. a b Dieselkuratorium - Deutsches Institut für Erfindungswesen e.V. Abgerufen am 6. Juli 2017 (deutsch).
  14. Fellowship – Alta Scuola Politecnica, Politecnico di Milano
  15. IAM 300 World’s Leading IP Strategists
  16. Siehe „Patentmanagement – Ein Praxisleitfaden für den Mittelstand“; RKW Verlag, 2004
  17. Siehe „Patente, Produkte und Profite“, Harvard Business Manager, 2006
  18. DIN 77100 (Memento vom 12. März 2015 im Webarchiv archive.is)
  19. Neue DIN-SPEC zum Intellectual Property Management (Memento vom 12. März 2015 im Webarchiv archive.is) DIN SPEC 1060
  20. R. Ghafele, A. J. Wurzer: The clash of mindsets. In: IAM Magazine. Juni/Juli 2006.
  21. Advisory Board der IP Service World. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  22. DIN-Normenausschuss Dienstleistungen für die Qualität im IP Management NA 159-01-27 AA. Abgerufen am 6. Juli 2017 (deutsch).
  23. LES-Arbeitsgruppe IP-Bewertung. Abgerufen am 6. Juli 2017 (deutsch).