Alfonso Corti

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Alfonso Giacomo Gaspare Corti

Alfonso Giacomo Gaspare Corti (* 15. Juni 1822 in Gambarana (Lombardei); † 2. Oktober 1876 in Corvino San Quirico (Lombardei)) war ein italienischer Anatom.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corti wuchs zusammen mit seinem Bruder, dem späteren Diplomaten Luigi Córti, in einer hochadligen Familie des Königreiches Sardinien-Piemont auf. Er studierte ab 1841 Medizin an der Universität Pavia bei Bartolomeo Panizza sowie Mauro Rusconi[1] und wurde stark vom Anatomen Antonio Scarpa beeinflusst. 1847 ging er an die Universität Wien, wo er sein Medizinstudium abschloss, und arbeitete anschließend bei Josef Hyrtl. 1850/1851 wechselte er zu Rudolf Albert Kölliker an die Universität Würzburg, wo er begann, sich mit dem Innenohr der Säugetiere zu befassen. 1851 entdeckte er das eigentliche Rezeptorgebiet im Innenohr, das - auf einen Vorschlag Köllikers von 1854 hin[2] - nach ihm benannte Cortische Organ.

Marchese (Graf) Corti war Mitglied zahlreicher europäischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Im Jahr 1854 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Kley: Alfonso Corti (1822–1876) – Discoverer of the Sensory End Organ of Hearing in Würzburg. In: Journal for Oto-Rhino-Laryngology and its Related Specialities. Band 48, 1986, ISSN 0301-1569, S. 61–67, doi:10.1159/000275847.
  • Helmut Wyklicky, G. Schmidt: Über Alfonso Corti (1822–1876), einige seiner Biographen und seine Beziehung zu Wien. In: Laryngol. Rhinol. Otol. Band 70, 1991, S. 161–163.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer Brömer: Corti, Graf Alfonso. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 275.
  2. Reinhard Hildebrand: Rudolf Albert Koelliker und seine wissenschaftlichen Kontakte zum Ausland. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 2, 1984, S. 101–115; hier: S. 111.
  3. Mitgliedseintrag von Alfonso Giacomo Corti bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 24. September 2017.