Alfred Kühne (Schauspieler)

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Alfred Kühne, gebürtig Alfred Kuhe, (* 12. August 1872 in Wien[1]; † nach 1938) war ein österreichischer Schauspieler und Hörspielsprecher.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühen Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gebürtige Wiener, Sohn des jüdischen Ehepaars Philipp Kuhe und Rosalie Sali Kuhe, begann seine Bühnenlaufbahn im Alter von zwanzig Jahren im unweit gelegenen St. Pölten. Es folgten Wanderjahre durch die Österreich-ungarische Provinz, und Alfred Kuhe, der sich den Künstlernahmen Kühne zulegte, trat zunächst mit jeweils einer Spielzeit an Spielstätten in Czernowitz, Pilsen, Kronstadt, Meran und Hermannstadt auf, ehe er 1899 nach Wien heimkehrte, um einer Verpflichtung an das von Franz von Jauner geleitete Carl-Theater nachzukommen. Anschließend, zur Jahrhundertwende, ging er in die k.u.k.-Provinz, nach Laibach, zurück, ehe er sich im Jahre 1901 in Berlin niederließ.

Kühnes deutsche Karriere startete mit einer Verpflichtung als Schauspieler und Sänger an Hans Oberländers Kleinkunstbühne Schall und Rauch Unter den Linden. Hier blieb er auch kurze Zeit, als Max Reinhardt die künstlerische Gesamtleitung übernahm. Nach einem Intermezzo an Herman Hallers Vaudeville-Ensemble folgte Kühne 1905 einem Ruf an das von Louise Dumont geleitete Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er zwei Spielzeiten blieb. Wieder zurück in Berlin, schloss sich Kühne 1907 dem von Alfred Halm geleiteten Neuen Schauspielhaus an. Anschließend wirkte er bis Kriegsausbruch 1914 singend und schauspielernd in den Ensembles des Neuen Operetten-Theater und der Berliner Theater. Letztgenannten Bühnen blieb der Wiener Künstler auch die gesamten Kriegsjahren sowie die frühe Nachkriegszeit verbunden.

Beim Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jenen Jahren, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, trat Alfred Kühne auch erstmals vor die Kamera. Er war 1913/14 Partner Asta Nielsens in der berühmten Groteskkomödie Engelein sowie in Vordertreppe – Hintertreppe und auch der Ernst Lubitschs in den übermütigen Lustspielen Der Stolz der Firma und Die Firma heiratet. Es folgten bis in die frühen 1920er Jahre hinweg weitere Filmrollen, die den hochgewachsenen Wiener Künstler mit dem markanten Gesicht mit kleinen Rollen an die Seite beliebter Filmdarsteller jener Zeit wie Anna Müller-Lincke, Erich Kaiser-Titz, Mady Christians, Conrad Veidt und Erna Morena führten. Nach 1921 konzentrierte sich Alfred Kühne erneut ganz auf seine Theaterarbeit und kehrte nur noch einmal, für eine Nebenrolle in dem Sensationsfilm Bezwinger der 1000 Gefahren (1927) zurück. Regie führte hier Harry Piel, mit dem er sechs Jahre zuvor bereits den Zweiteiler Der Fürst der Berge gemeinsam gedreht hatte.

Rückkehr zum Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Weimarer Republik ging Alfred Kühne wieder verstärkt auf Gastspielreisen. Tourneen führten ihn durch ganz Deutschland, er nahm aber auch immer mal wieder Festengagements an wie etwa an die Operette des Berliner Central-Theater und das Theater am Nollendorfplatz, sein letztes reichsdeutsches Festengagement in der Spielzeit 1931/32. Seine jüdische Herkunft führte ab 1933 schlagartig zur Ausgrenzung in Hitler-Deutschland, und Alfred Kühne begab sich in die Tschechoslowakei, wo er ab August 1933 bis in den Sommer 1938, nur unterbrochen von einem Intermezzo 1934/35 in Brüx, ausschließlich am Neuen Stadttheater von Teplitz-Schönau wirkte. Dort sah man ihn in so unterschiedlichen Stücken wie Molières Der eingebildete Kranke und Roda-Rodas Der Feldherrnhügel.

In der Emigration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rollenfach des mittlerweile über Sechzigjährigen war nach all den Jahren am Theater das der „Pères nobles“ geworden. Entsprechende Parts waren der Narr in William Shakespeares Was ihr wollt, der Sir John Pontefract in Oscar Wildes Eine Frau ohne Bedeutung, der Dörfling in Heinrich von Kleists Der Prinz von Homburg, der Zenturione in Friedrich Schillers Fiesco, der Wiegeland in Henrik Ibsens Die Stützen der Gesellschaft, der Herzog von Alba in Schillers Don Karlos und der Onkel William in George Bernard Shaws Der Teufelschüler. Auch in der Emigration setzte man Kühne immer wieder gern als Sänger ein, beispielsweise in der Spielzeit 1936/37 in Der Zarewitsch, Auf der grüne Wiese und als Graf Bitowski in Wiener Blut. Einhergehend mit der Annexion des Sudetenlandes 1938 wurde Alfred Kühne aus der Reichstheaterkammer ausgeschlossen. Anschließend verliert sich seine Spur. Eine Deportation in ein nationalsozialistisches Konzentrationslager kann nach derzeitiger Quellenlage ausgeschlossen werden.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1926: Kurt Kraatz, Georg Okonkowski: Polnische Wirtschaft. Posse mit Gesang in 3 Akten (Stempansky, auf Rittergut „Groß-Karschau“) - Regie: Alfred Braun (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – Funk-Stunde Berlin, Sendespielbühne - Abteilung: Schauspiel)
  • 1926: Ludwig Anzengruber: Heimg'funden. Weihnachtskomödie in drei Akten - Regie: Alfred Braun (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – Funk-Stunde Berlin, Sendespielbühne - Abteilung: Schauspiel)
  • 1927: Ferdinand Raimund: Der Verschwender – Regie: Alfred Braun (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – Funk-Stunde Berlin, Sendespielbühne - Abteilung: Schauspiel)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Kühne auf geni.com