Alois Lugger (Politiker, 1912)

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Büste Alois Luggers im Olympischen Dorf in Innsbruck

Alois Lugger (* 11. Juli 1912 in Brixen, Südtirol; † 11. August 2005 in Innsbruck) war ein österreichischer Politiker (ÖVP). Lugger war Bürgermeister der Stadt Innsbruck, Abgeordneter zum Tiroler Landtag sowie Landesrat in der Tiroler Landesregierung. 1974 kandidierte er erfolglos bei den Bundespräsidentenwahlen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Matura am Gymnasium in Kufstein studierte Lugger Jurisprudenz und Staatswissenschaft an der Universität Innsbruck und promovierte dort 1935 und 1936. Er wurde Sekretär des Landeshauptmanns von Tirol. 1938 wurde er aus politischen Gründen entlassen und erhielt Arbeitsverbot für Österreich.

Nach 1945 wurde er Beamter im Stadtmagistrat Innsbruck. Seine politische Laufbahn begann 1947 als Tiroler Landesrat. Diese Funktion übte er 1947 bis 1949 und 1953 bis 1954 aus. Von 1949 bis 1979 war er Tiroler Landtagsabgeordneter, 1965 bis 1979 Tiroler Landtagspräsident.

Über 27 Jahre, von 1956 bis 1983, war er Innsbrucker Bürgermeister und holte in dieser Zeit zweimal, 1964 und 1976, die Olympischen Winterspiele in die Stadt. Im Jahr 1974 war er Bundespräsidentschaftskandidat der ÖVP, unterlag aber Rudolf Kirchschläger.

Sein großes Interesse galt seit Beginn seiner politischen Laufbahn der Entwicklung der Gemeinden und Städte in Europa. So wurde er Vizepräsident des Rates der Gemeinden Europas und 1968 bis 1970 Präsident der Europäischen Kommunalkonferenz. Anlässlich des 85. Geburtstags Luggers stifteten die Stadt Innsbruck und das Land Tirol den Kaiser-Maximilian-Preis als Europapreis für Regional- und Kommunalpolitik.

Mit seiner Frau Luise hatte er vier Kinder. Lugger war Mitglied der katholischen Studentenverbindung Cimbria Kufstein im MKV[1] und der AV Austria Innsbruck im ÖCV. Lugger wurde am 20./21. November 1959 im Wiener Stephansdom in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert. Er war von 1968 bis 1989 Leitender Komtur der Grabesritter in Innsbruck.

Heute ist ihm der DDr.-Alois-Lugger-Platz im Olympischen Dorf gewidmet, auf dem sich seit 2010 eine Büste mit Gedenktafel befindet.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Katholische Couleurstudenten in Österreich“, „Borussen Echo“, 269a, Oktober 1982, S. 11
  2. Josefine Justic: Innsbrucker Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7022-3213-9, S. 239.