Alpla

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ALPLA Group

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1955
Sitz Hard, Osterreich Österreich
Leitung
  • Philipp Lehner CEO
  • Nicolas Lehner CCO
  • Ricardo Rehm CFO
  • Klaus Allgäuer CTO
  • Walter Ritzer COO
Mitarbeiterzahl 22.100 (2021)[1]
Umsatz 4,00 Mrd. € (2021)[1]
Branche Verpackungsmittelhersteller
Website www.alpla.com
Stand: 24. Februar 2022
Die Alpla Gruppe weltweit[2]
Werk Fußach

Die ALPLA Group (kurz Alpla) ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit dem Hauptsitz in der österreichischen Marktgemeinde Hard, das Kunststoffverpackungen, wie Kunststoffflaschen für die Getränkeindustrie, entwickelt und produziert und das 2021 rund 22.100 Mitarbeiter (davon rund 1.430 in Vorarlberg, Österreich) in 177 Produktionsstätten in 45 Ländern beschäftigte.[3] CEO des Unternehmens ist Philipp Lehner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im Jahr 1955 als „Alpenplastik Lehner Alwin OHG“ von Alwin (1932–2018)[4] und Helmuth Lehner gegründet

Im Jahr 1988 erhielt Alpla von der Firma Beiersdorf AG den Auftrag mehrschichtige Zwei-Schicht-Flaschen, welche durch das Extrusionsblasformen hergestellt werden, zu entwickeln.[5] Mehrschichtige Flaschen waren auch die Grundlage für die Foaming Technologie für die Produktion von Kunststoffflaschen. Bei diesem mikrozellularen Verfahren, an dem Alpla, Unilever und MuCell jahrelang geforscht haben, wird ein Gas in die mittlere Schicht der Flaschenwand eingespritzt. Dadurch entstehen Blasen im Material. Der Kunststoffverbrauch und das Gewicht reduzieren sich um bis zu 15 Prozent. So spart Unilever bei Duschgel-Flaschen, die im Werk Lübeck für den europäischen Markt hergestellt werden, rund 275 Tonnen Kunststoff.[6]

Im Bereich Recycling übernahm Alpla 2011 den Mehrheitsanteil an der niederösterreichischen PET Recycling Team GmbH (PRT). Nachdem sich Alpla bereits mehrere Jahre zuvor im Rahmen eines Joint Ventures mit The Coca-Cola Company an einem mexikanischen Wiederverwertungsbetrieb beteiligt hatte, war dies das erste entsprechende Engagement in Europa. Im Jahr 2012 investierte das Unternehmen in den Bau eines weiteren PET-Recyclingwerks in Radomsko (Südpolen). 75 Mitarbeiter recyceln dort jährlich ca. 50.000 Tonnen PET-Flaschen. Ausgestattet ist das Werk mit zwei Sortier- und Waschlinien sowie einer Extrusionslinie. Die Jahresleistung liegt bei rund 13.500 Tonnen lebensmitteltaugliches rPET und 33.600 Tonnen Flakes (nicht lebensmitteltauglich).

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpla baut weltweit Fabriken in der Nähe, oder sogar in den Räumlichkeiten der Kunden (sogenannte „Inhouse Werke“), um die Transportkosten für die Hohlkörper möglichst gering zu halten. Rund 68 Werke von Alpla werden direkt bei der Abfüllanlage des Kunden betrieben. Für den Endverbraucher ist oft nicht ersichtlich, woher die Verpackung seines Gutes kommt. Das Einzige, was auf die Herkunft der Flaschen hinweist, ist ein am Verschluss oder am Boden der Flasche kaum sichtbares, rechteckiges „a“.

Durch die hausinterne Forschung und Entwicklung, besonders im Bereich von Extrusionsblasformen, sowie durch die Anwendung unterschiedlicher Herstellungsverfahren ist es Alpla möglich, Kundenwünsche gezielt umzusetzen. Eine der Kernkompetenzen ist die Systemlieferung von Kunststoffflaschen mit Verschluss welches vom Design der Flasche, über die Produktion samt Formenbau bis hin zur vollautomatischen Verpackungsmaschine reicht.

Weiters war das österreichische Unternehmen Vorreiter beim Umstieg von PVC zu PET, in Gestalt der ersten zweistufigen PET-Flasche.

Weiters beteiligt sich das Unternehmen neben The Coca-Cola Company und Danone an einer Entwicklungsplattform von Avantium, einem niederländischen Chemiekonzern, für den bio-basierten Kunststoff PEF (Polyethylenfuranoat), einer möglichen nächsten Generation von Kunststoff für Getränkeflaschen.

Im Februar 2022 präsentierte Alpla mit dem Tethered Cap-Verschluss eine neuartige Lösung für Einweg-Getränkeverpackungen, bei der die Verschlüsse untrennbar mit der Verpackung verbunden bleiben, wie es die EU ab 2021 vorschreibt.[7]

Lehrlingsausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpla bildet seit vielen Jahren in der eigenen Lehrwerkstatt Lehrlinge in sechs verschiedenen Lehrberufen aus. Jährlich beginnen 17 bis 20 15-Jährige ihre Karriere bei Alpla. Die Lehrzeit variiert je nach Beruf und beträgt in der Regel drei bis vier Jahre. Momentan werden an den Hauptstandorten Hard und Fußach 76 Lehrlinge ausgebildet. Weltweit sind es 243 (Deutschland, Mexiko, China, Indien und Polen).

Momentan werden folgende Lehrberufe ausgebildet

Alpla bildet die Lehrlinge nach dem dualen System aus. Das heißt, dass die Lehrlinge parallel in Betrieb und Berufsschule ausgebildet werden.

Aufgrund von kaum vorhandener, praktischer Berufsausbildung in Ländern mit wichtigen Produktionsstandorten der Firma (wie z. B. Mexiko oder China), wurde die Lehrausbildung – nach österreichischem Vorbild – kurzerhand kopiert. In Mexiko startete die Vorarlberger Firma 2012 die Lehrlingsausbildung für Metalltechnik und Kunststoffformgebung. Zum Abschluss erhalten die jungen Fachkräfte ein offiziell anerkanntes Doppelzeugnis: ein mexikanisches und ein europäisches Zertifikat. Seit 2013 läuft mit anfänglicher Unterstützung durch Wirtschaftsförderungsinstitut International bei Alpla und dem oberösterreichischen Spritzgießmaschinenbauer Engel Austria auch ein österreichisch-chinesisches Pilotprojekt zur Etablierung einer Lehrausbildung für die gleichen Berufe in Shanghai. Am 17. Juni 2017 schlossen dort elf chinesische Lehrlinge ihre Lehrabschlussprüfung laut Österreichischem System erfolgreich ab.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2015 begründete Alpla zusammen mit neun anderen Vorarlberger Unternehmen das „Klimaneutralitätsbündnis 2025“[8] mit dem Ziel, ihre gesamten Aktivitäten bis zum Jahr 2025 zu 100 Prozent klimaneutral zu gestalten.[9]

Alpla ist Hauptsponsor des auch in der Marktgemeinde Hard heimischen Handballclubs Alpla HC Hard.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: ALPLA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Alpla-Webauftritt, Abschnitt Daten und Fakten. Abgerufen am 24. Februar 2022.
  2. Weltweit für unsere Kunden vor Ort. ALPLA, abgerufen am 5. Juli 2017.
  3. Daten & Fakten. Abgerufen am 17. November 2021.
  4. Andreas Scalet: Alwin Lehner im Alter von 86 Jahren gestorben. In: Vol.at. 13. Juni 2018, abgerufen am 17. November 2021.
  5. Innovationen, die Geschichte(n) schreiben | ALPLA. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 13. April 2017; abgerufen am 12. April 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.alpla.com
  6. Mikrozellularer Erfolg für den Alpla-Konzern. In: Vorarlberger Nachrichten | VN.AT. (vn.at [abgerufen am 1. Juli 2017]).
  7. Alpla: Die Geshcichte des Verschlusses. 8. Februar 2022, abgerufen am 23. Mai 2022.
  8. Klimaneutral wirtschaften | Klimaneutralitätsbündnis 2025. Abgerufen am 12. April 2017.
  9. Vorarlberger Unternehmen gründen Klimaneutralitätsbündnis (9. Januar 2015)