Alstonia scholaris

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Alstonia scholaris
Alstonia scholaris

Alstonia scholaris

Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Alstonieae
Gattung: Alstonia
Art: Alstonia scholaris
Wissenschaftlicher Name
Alstonia scholaris
(L.) R.Br.

Alstonia scholaris ist eine Pflanzenart aus der Gattung Alstonia innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie kommt hauptsächlich in den tropischen Regenwäldern Indiens und Südostasiens vor. In diesen Gebieten werden die Pflanzenteile von der einheimischen Bevölkerung in der Volksmedizin und als Aphrodisiakum verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Blanco: Flora de Filipinas
Laubblätter und Blütenstand
Illustration

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alstonia scholaris wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 40 Meter erreichen kann. Die graue Rinde ist beinahe geruchlos, schmeckt stark bitter und fühlt sich kiesig an zwischen den Zähnen. In der Rinde fließt ein klebriger Milchsaft, welcher ebenfalls bitter schmeckt. Alle Pflanzenteile werden als giftig betrachtet.

Die Laubblätter sind meist zu fünft bis siebent (selten viert bis zehnt) in Wirteln am Zweig angeordnet. Die nur 0,5 bis 3 cm langen Blattstiele enden in einer dicken, hakigen Drüse. Die einfachen, ledrigen Blattspreiten weisen eine Länge von 9 bis 20 Zentimetern und eine Breite von 2 bis 5 Zentimetern auf. Auf der Oberseite sind die Blätter glänzend, auf der Unterseite eher gräulich. Die Blattränder sind glatt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich zwischen Juni und November. Die auf einem 2 bis 7 Zentimeter langen Blütenstandsschaft stehenden, behaarten, verzweigten Blütenstände bestehen aus zymösen Teilblütenständen. Die Blütenstiele sind etwa 2 bis 5 Millimeter lang.

Die unscheinbaren und kleinen, zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind 2 Millimeter lang. Die fünf grünlich-gelben Kronblätter sind zu einer etwa 6 Millimeter langen Röhre verwachsen. Die eiförmigen Kronlappen sind 3 bis 5 Millimeter lang. Ein Diskus fehlt (im Gegensatz zu anderen Arten der Gattung). Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden.

Die in Paaren hängenden Balgfrüchte sind leicht gewellt oder gebogen, 30 bis 60 Zentimeter lang, 2 bis 5 mm breit und enthalten viele Samen. Die Samen besitzen einen kurz behaarten Rand und an einem Ende 1,5 bis 2 Zentimeter lange Haare. Die Früchte reifen von Dezember und Mai.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 44 oder 40.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alstonia scholaris ist hauptsächlich in den tropischen Regionen Indiens und Südostasiens heimisch. Weiter kommt sie auch in den tropischen Regenwäldern an der Ostküste Australiens und auf den Salomonen vor. Inzwischen wurde Alstonia scholaris auch in anderen Regionen mit tropischen und subtropischen Verhältnissen eingebürgert.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Holz des Ditabaumes ist zu wenig stabil, um etwas daraus zu machen. Auf Sri Lanka werden aus dem Holz allerdings Särge hergestellt, und auch zur Herstellung von Pergament wurde Alstonia scholaris früher in Südasien verwendet. Aus dem Holz wurden Schreibtafeln für Schulkinder hergestellt, daher auch das Artepitheton scholaris.

Als medizinisches Heilmittel wird hauptsächlich die Rinde verwendet. Sie gilt als Tonikum und als Febrifugum (Antipyretikum). Sie wird in der ayurvedischen Medizin verwendet und bei Fieber, Malaria, Lepra, Hautkrankheiten, Pruritus, Tumoren, chronischen Geschwüren, Asthma, Bronchitis, Gebrechlichkeit und vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Dysenterie (Ruhr) oder Verdauungsschwäche.

Ein Absud der Laubblätter wurde zudem gegen die Beriberi-Krankheit verwendet.

Die Samen werden genutzt, um eine aphrodisische oder psychoaktive Wirkung zu erzielen.

Die Rinde findet man auf Märkten in den asiatischen Regionen in ungefähr 1,5 cm dicken, 3 bis 5 cm breiten und 7 bis 12 cm langen Stücken. Sie hat äußerlich eine braun-rosa Farbe, innen ist sie heller mit leichten gelblichen Streifen oder Körnern. Die Konsistenz ist körnig und spröde.

Kleider aus Wolle oder Baumwolle werden mit Hilfe der Rinde in verschiedenen Gelbtönen gefärbt.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rinde enthält eine Anzahl verschiedener Alkaloide, zum Beispiel Ditamin, Echitenin und Echitamin. Diese Alkaloide dienten als Alternative zum wohlbekannten Chinin, welches unter anderem eine antipyretische (fiebersenkende) Wirkung hat. Diese Stoffe wurden bereits um 1880 entdeckt. Ditamin (C16H19O2) wurde 1875 von Jobst und Hesse zum ersten Mal aus der Rinde gewonnen, es ist ein weißes Pulver, welches leicht bitter schmeckt. Es konnte allerdings nur bei 0,02 % der behandelten Rinde gewonnen werden und kam deswegen nie in den allgemeinen Gebrauch als Antipyretikum. Echitamin wurde von Harnack zum ersten Mal aus der Rinde gewonnen, und Hesse war es wiederum, welcher die Formel entdeckte, nämlich C22H28N2O4. Hesse war es auch, der das braune, amorphe Alkaloid Echitenin (C20H27NO4) entdeckte. Neben diesen Alkaloiden wurden noch weitere verschiedene Stoffe aus der Rinde gewonnen, darunter Fettsäuren, kristallisierende Säuren und verschiedene fettig-harzige Substanzen, welche nahe verwandt sind mit Harzen von anderen Pflanzen. Aufgrund der geringen Konzentrationen der Inhaltsstoffe ist Alstonia scholaris nicht sehr effektiv im Vergleich zu Alstonia constricta.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gattungsname Alstonia ehrt den Edinburgher Botanik-Professor Charles Alston (1685 bis 1760). Die Gattung Alstonia umfasst ungefähr 43 Arten, welche in allen tropischen Gebieten verbreitet sind. Oft sind sie schwerlich von Alstonia scholaris zu unterscheiden und werden deswegen wahrscheinlich oft miteinander verwechselt. Die bekannteste Pflanzenart der gleichen Gattung ist der Fieberbaum (Alstonia constricta).

Das Artepitheton scholaris leitet sich vom lateinischen Wort für Schule ab, da das Holz traditionellerweise als Schreibtafel verwendet wurde. Alstonia scholaris ist bei den Einheimischen weitläufig als Teufelsbaum bekannt und wird als Wohnsitz des Teufels betrachtet. Deswegen sitzen oder laufen die Angehörigen gewisser Stämme nur widerwillig unter diesen Bäumen.

Es sind einige Synonyme für Alstonia scholaris (L.) R.Br. vorhanden: Echites malabarica Lam., Echites scholaris L., Pala scholaris (L.) Roberty.

Es gibt eine Reihe weiterer Trivialnamen (Auswahl): Australian Quinine Bark tree, Bitter-bark tree, Blackboard tree, Chatian (Hindi), Chatiun, Chattiyan, Chhatim (Bengali), chhation, Daivappala, Devil tree, Devil’s tree, Dirita, Dita (Tagalot), Dita Bark Tree, Ditta, Dotik (Tetum), Elilampala, Elilappalai, Maddale (Kannada, Südindien), Milky pine (Australien) Nandani, Pala (Malayam, Tamil), Palai, Palimara, Pulai, Saittan ka jat, Saptaparna (Sanskrit « siebenblättrig »), Saptachadah, Saptaparnah, Saptaparni, Satvin (Marathi « siebenblättrig »), Schulholzbaum, Shaitan (Arabisch « Teufel »), Shaitan wood, Tanitan, Weiss.

Rechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland unterliegt Alstonia scholaris nicht dem BtMG.

Weitere Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alstonia scholaris – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alstonia scholaris bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis