Rauvolfioideae

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Rauvolfioideae
Karanda-Pflaume (Carissa edulis)

Karanda-Pflaume (Carissa edulis)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Wissenschaftlicher Name
Rauvolfioideae
Kostel.

Die Rauvolfioideae sind eine Unterfamilie in der Pflanzenfamilie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tribus Willughbeieae: Illustration von Landolphia watsoniana aus Köhler's Medizinalpflanzen
Tribus Alstonieae: Illustration von Alstonia constricta

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind verholzende Pflanzen, die als Sträucher, Bäume oder Lianen wachsen, oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die meist gegenständig angeordneten Laubblätter sind einfach.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronblätter sind röhrig verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf zusammenhängenden Staubblättern vorhanden. Die Pollenkörner sind porat. Die zwei Fruchtblätter sind frei (apokarp) oder verwachsen (synkarp).

Es werden Beeren, Steinfrüchte oder Balgfrüchte gebildet.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tribus Alstonieae: Alstonia scholaris
Tribus Alyxieae: Alyxia oliviformis
Tribus Aspidospermeae: Aspidosperma quebracho-blanco
Tribus Carisseae: Acokanthera oblongifolia
Tribus Melodineae: Melodinus australis fruchtend
Tribus Plumerieae: Allamanda schottii
Tribus Plumerieae: Selbstmordbaum (Cerbera odollam)
Tribus Tabernaemontaneae: Zierlicher Krötenbaum (Tabernaemontana elegans)
Tribus Vinceae: Kopsia fruticosa
Tribus Vinceae: Indische Schlangenwurzel (Rauvolfia serpentina)
Tribus Vinceae: Blüte des Kleinen Immergrün (Vinca minor)
Unterfamilie Rauvolfioideae, incertae sedis: Amsonia orientalis

Der erste Verwendung zur Gruppierung der Familie – noch als „Rauwolfieae“ – erfolgte 1834 durch Vincenz Franz Kosteletzky.[1] Die Unterfamilie Rauvolfioideae wird in zehn Tribus gegliedert. Sie umfasste 2007 83[2] Gattungen und enthält seit 2010 79[3] Gattungen:

  • Tribus Alyxieae G.Don: Sie enthält etwa sieben Gattungen:
  • Tribus Carisseae Dumort.: Sie enthält etwa zwei Gattungen:
  • Tribus Hunterieae Miers: Sie enthält etwa vier Gattungen:
    • Gonioma E.Mey.: Die zwei Arten kommen im südlichen Afrika und auf Madagaskar vor.[4]
    • Hunteria Roxb.: Die etwa zwölf Arten sien vom tropischen Afrika bis ins westliche Malesien verbreitet.[4]
    • Picralima Pierre: Es gibt nur eine Art:
    • Pleiocarpa Benth.: Die etwa sechs Arten kommen im tropischen Afrika vor.[4]
  • Tribus Melodineae G.Don: Sie enthält etwa vier Gattungen:
    • Craspidospermum Bojer ex A.DC.: Es gibt nur eine Art:
    • Melodinus J.R.Forst. & G.Forst.: Die etwa 24 Arten sind vom tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln im westlichen Pazifik verbreitet.[4]
    • Stephanostegia Baill.: Die etwa zwei Arten kommen auf Madagaskar vor.[4]
  • Tribus Plumerieae E.Mey.: Sie enthält etwa zehn Gattungen:
    • Dschungelglocken (Allamanda L.): Die etwa 15 Arten sind in der Neotropis verbreitet.[4]
    • Anechites Griseb.: Es gibt nur eine Art:
    • Cameraria L.: Die etwa sieben Arten sind vom südöstlichen Mexiko bis Zentralamerika und auf karibischen Inseln verbreitet.[4]
    • Cerbera L.: Die etwa sechs Arten kommen in Tansania und von den Inseln im westlichen Indischen Ozean bis zu den Inseln im westlichen Pazifik vor.[4]
    • Cerberiopsis Vieill. ex Pancher & Sébert: Die etwa drei Arten kommen nur in Neukaledonien vor.[4]
    • Himatanthus Willd. ex Schult.: Die etwa neun Arten sind vom tropischen Zentral- und tropischen Südamerika verbreitet.[4]
    • Mortoniella Woodson: Es gibt nur eine Art:
    • Plumeria L.: Die etwa 19 Arten sind von Mexiko über Zentralamerika bis ins nördliche Südamerika und von Florida bis zu den karibischen Inseln verbreitet.[4]
    • Skytanthus Meyen: Die etwa drei Arten sind von Peru bis Chile und in Brasilien verbreitet.[4]
    • Thevetia L.: Die etwa drei Arten sind in Kuba und von Mexiko bis ins tropische Südamerika verbreitet.[4]
  • Tribus Tabernaemontaneae G.Don: Sie wird in zwei Subtribus gegliedert:[3]
    • Subtribus Ambelaniinae (Pichon ex Boiteau & al.) A.O.Simões & M.E.Endress: Die etwa sieben Arten sind in der Neotropis verbreitet:
      • Ambelania Aubl.: Die etwa drei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[4]
      • Macoubea Aubl.: Die etwa drei Arten sind vom tropischen Zentral- bis tropischen Südamerika verbreitet.[4]
      • Molongum Pichon: Die etwa drei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[4]
      • Mucoa Zarucchi: Die etwa zwei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[4]
      • Neocouma Pierre: Die etwa gibt zwei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[4]
      • Rhigospira Miers: Es gibt nur eine Art:
      • Spongiosperma Zarucchi: Die etwa sechs Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[4]
    • Subtribus Tabernaemontaninae K.Schum.:
      • Callichilia Stapf: Die etwa sechs Arten sind im tropischen Westafrika und Zentralafrika verbreitet.[4]
      • Calocrater K.Schum.: Es gibt nur eine Art:
      • Carvalhoa K.Schum.: Die zwei Arten kommen im östlichen und südlichen tropischen Afrika vor.[4]
      • Crioceras Pierre: Es gibt nur eine Art:
      • Schizozygia Baill.: Es gibt nur eine Art:
      • Tabernaemontana L. (Syn.: Anacampta Miers, Anartia Miers, Bonafousia A.DC., Camerunia (Pichon) Boiteau, Capuronetta Markgr., Clerkia Neck., Codonemma Miers, Conopharyngia G.Don, Domkeocarpa Markgr., Ervatamia (A.DC.) Stapf, Gabunia K.Schum., Hazunta Pichon, Leptopharyngia (Stapf) Boiteau, Merizadenia Miers, Muntafara Pichon, Ochronerium Baill., Odontostigma A.Rich., Oistanthera Markgr., Pagiantha Markgr., Pandaca Noronha ex Thouars, Pandacastrum Pichon, Peschiera A.DC., Phrissocarpus Miers, Pterotaberna Stapf, Protogabunia Boiteau, Quadricasaea Woodson, Reichardia Dennst., Rejoua Gaudich., Sarcopharyngia (Stapf) Boiteau, Stemmadenia Benth., Stenosolen (Müll.Arg.) Markgr., Taberna Miers, Testudipes Markgr., Woytkowskia Woodson): Die etwa 120 Arten sind in den Tropen und Subtropen verbreitet.[4][3]
      • Tabernanthe Baill.: Die zwei Arten kommen von Kamerun bis Angola vor.[4]
      • Voacanga Thouars: Die etwa 13 Arten sind vom tropischen bis südlichen Afrika, auf Madagaskar und von Malesien bis Queensland verbreitet.[4] Darunter beispielsweise:
  • Tribus Willughbeieae A.DC.: Sie enthält etwa 18 Gattungen:
    • Ancylobothrys Pierre: Die etwa sieben Arten sind vom tropischen bis ins südlichen Afrika und auf Madagaskar verbreitet.[4]
    • Bousigonia Pierre: Die etwa drei Arten sind von Indochina bis ins südliche China verbreitet.[4]
    • Chamaeclitandra (Stapf) Pichon: Es gibt nur eine Art:
    • Clitandra Benth.: Es gibt nur eine Art:
    • Couma Aubl.: Die etwa fünf Arten sind von Zentralamerika bis ins tropische Südamerika verbreitet.[4]
    • Cyclocotyla Stapf: Es gibt nur eine Art:
    • Cylindropsis Pierre: Es gibt nur eine Art:
    • Dictyophleba Pierre: Die etwa sechs Arten kommen im tropischen Afrika und auf den Komoren vor.[4]
    • Hancornia Gomes: Es gibt nur eine Art:
    • Lacmellea H.Karst.: Die etwa 24 Arten sind von Zentralamerika bis ins tropische Südamerika verbreitet.[4]
    • Landolphia P.Beauv.: Die etwa 63 Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika und in Madagaskar verbreitet.[4]
    • Leuconotis Jack: Die etwa vier Arten sind von Indochina bis ins westliche Malesien verbreitet.[4]
    • Orthopichonia H.Huber: Die etwa sechs Arten sind vom tropischen Westafrika bis zum Sudan verbreitet.[4]
    • Pacouria Aubl.: Die etwa drei Arten kommen im tropischen Südamerika vor.[4]
    • Parahancornia Ducke: Die etwa sieben Arten kommen im tropischen Südamerika vor.[4]
    • Saba (Pichon) Pichon: Die etwa drei Arten kommen im tropischen Afrika, auf den Komoren und in Madagaskar vor.[4]
    • Vahadenia Stapf: Die etwa zwei Arten kommen vom tropischen Westafrika bis Angola vor.[4]
    • Willughbeia Roxb.: Die etwa 16 Arten sind im tropischen Asien verbreitet.[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vincenz Franz Kosteletzky: Allgemeine Medizinisch-Pharmazeutische Flora. Band 3, H. Hoff, Mannheim 1834, S. 1054. Eingescannt bei der Heinrich Heine Universität Düsseldorf.
  2. Mary E. Endress, Sigrid Liede-Schumann, Ulrich Meve: Advances in Apocynaceae: The enlightenment, an Introduction. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 94, Nummer 2, 2007, S. 259–267 doi:10.3417/0026-6493(2007)94[259:AIATEA]2.0.CO;2.
  3. a b c André O. Simões, Mary E. Endress, Elena Conti: Systematics and character evolution of Tabernaemontaneae (Apocynaceae, Rauvolfioideae) based on molecular and morphological evidence. In: Taxon. Band 59, Nummer 3, 2010, S. 772–790, (online).
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt Rafaël Govaerts (Hrsg.): Apocynaceae. In: World Checklist of Selected Plant Families = WCSP - The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. . Abgerufen am 10. November 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André O. Simões, Tatyana Livshultz, Elena Conti, Mary E. Endresss: Phylogeny and systematics of the Rauvolfioideae (Apocynaceae) based on molecular and morphological evidence. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 94, Nummer 2, 2007, S. 268–297. JSTOR 40035745

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rauvolfioideae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien