Alte Veste

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Alte Veste
Alte Veste von Südwest

Alte Veste von Südwest

Alternativname(n): früher „Burg Berch“
Entstehungszeit: vor 1300
Burgentyp: Motte in Ortslage
Erhaltungszustand: Ruine, wieder aufgebauter Turm
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Zirndorf
Geographische Lage 49° 27′ 11,5″ N, 10° 57′ 57,9″ OKoordinaten: 49° 27′ 11,5″ N, 10° 57′ 57,9″ O
Alte Veste (Bayern)
Alte Veste

Die Alte Veste, früher auch Burg Berch genannt, ist ein Ortsteil der Stadt Zirndorf, dessen Zentrum ein von Ruinenresten umgebener Aussichtsturm ist. Dieser liegt im Wald nördlich von Zirndorf im mittelfränkischen Landkreis Fürth am höchsten Punkt des Rosenberges (östlichster Ausläufer des Cadolzburger Rückens).

Alte Veste in einer Zeichnung aus dem Jahre 1705

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Überlieferungen der Befestigung belegen eine im 13. Jahrhundert bestehende Turmhügelburg (Motte) mit der damaligen Bezeichnung Burg Berch.

Am 29. April 1306 verkaufte der Zirndorfer Reichsministeriale Heinrich von Berg die Alte Veste an den Burggrafen von Nürnberg. Bereits zuvor hatte er sie an den Nürnberger Finanzmann Groß verpfändet.

In den Wirren des Städtekriegs von 1387 bis 1389 wurden die vorhandenen Wehranlagen im Jahr 1388 von den Nürnbergern geschleift.[1]

17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlacht an der Alten Veste: Der Höhenzug rund um die Burgruine war 1632 im Dreißigjährigen Krieg für einige Tage Schauplatz einer Schlacht zwischen den kaisertreuen Truppen unter Wallenstein und den schwedischen Truppen unter König Gustav II. Adolf von Schweden. Die schwedischen Truppen, die in Nürnberg lagerten, griffen die Stellungen Wallensteins in Zirndorf und Umgebung aus dem Osten an. Wallenstein hatte im Westen von Nürnberg ein riesiges Feldlager mit über 50.000 Söldnern nebst Tross anlegen und befestigen lassen. Nach zwei Tagen schweren Gefechts und Tausenden von Toten auf beiden Seiten wurde die Schlacht durch die Schweden abgebrochen. Nach Ansicht der Historiker hat Wallenstein in der Schlacht gesiegt, da die bislang siegreichen Schweden sie nicht gewinnen konnten.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht erfolgte am 24. August 1832 die feierliche Grundsteinlegung zum Bau eines Aussichtsturmes, welcher 1839 fertiggestellt wurde. Die Festschrift erstellte der damalige Erste Bürgermeister von Nürnberg, Jakob Friedrich Binder. Der Turm diente Einwohnern von Fürth und Nürnberg als Naherholungsort und wurde durch die Ausgabe von Aktien finanziert.

20. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aussichtsturm und das darunterliegende Gewölbe wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Wehrmacht als Luftabwehrstützpunkt und zur Kriegsfabrikation genutzt. Die Keller können heute nicht mehr betreten werden und die Eingänge sind vermauert. Der Vestner Turm wurde am 17. April 1945 kurz vor dem Einmarsch der alliierten Truppen durch die Wehrmacht gesprengt.[2]

1979/80 wurde ein neuer Turm auf dem Platz im Wald erbaut, dessen Einweihung am 17. September 1980 stattfand. Der Turm hat sich schon längst als Wahrzeichen Zirndorfs etabliert.

Noch heute kann man um den Turm die rechteckigen Grundmauern des geschleiften Wehrturms erkennen. Der wieder aufgebaute Turm selbst ist ein beliebter und kostenlos begehbarer Aussichtspunkt – bei gutem Wetter hat man einen exzellenten Blick auf Zirndorf, Fürth, Nürnberg und sogar auf die Fränkische Schweiz im Nordosten und das Altmühltal im Süden. Im umliegenden Waldgebiet kann man auf einem beschilderten Rundgang die Stätten des Dreißigjährigen Krieges einsehen, so z. B. (nur 400 Meter entfernt) einen nachgebauten Teil einer Artillerie-Schanze der wallensteinschen Verteidigungsanlagen. In der Nähe des Aussichtsturms befindet sich der Gasthof Alte Veste. Der zweigeschoßige, langgestreckte, Sandsteinquaderbau stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist ein ausgewiesenes Baudenkmal (D-5-73-134-53).

Der Turm wird von der Feuerwehr als Relaisfunkstelle für den BOS-Funk benutzt.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Mahr: Wallensteins Lager. Die Schlacht an der Alten Veste 1632. Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 1980, ISBN 3-920701-57-7.
  • Helmut Mahr: Wallenstein vor Nürnberg 1632. Neustadt (Aisch) 1982.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Veste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Mahr: Die Alte Veste bis zu ihrer Zerstörung 1388. In: Fürther Heimatblätter. Band 30, Nr. 1. Verein für Heimatforschung Alt-Fürth, Fürth 1980.
  2. Walter Popp: Die Sprengung des Aussichtsturmes auf der Alten Veste 1945. In: Fürther Heimatblätter. Band 30, Nr. 1. Verein für Heimatforschung Alt-Fürth, Fürth 1980.