Altenburger Brauerei

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Altenburger Brauerei GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1871
Sitz Altenburg, Deutschland
Leitung Ulrich und Bastian Leikeim[1]
Mitarbeiterzahl 50
Branche Brauerei
Website www.brauerei-altenburg.de

Die Altenburger Brauerei ist eine historische Bierbrauerei, die im Jahr 1871 gegründet wurde und in der ostthüringischen Skat- und Residenzstadt Altenburg ihren Sitz hat. Sie gehört zur privaten Brauerei Leikeim in Altenkunstadt/Oberfranken und seit 2016 sind Andreas, Bastian und Anna Leikeim die Gesellschafter des Unternehmens.[2] Die heutige Altenburger Brauerei befindet sich in der Brauereistraße 20 im Stadtteil Kauerndorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauereiweihnachtsmarkt
Kupferkessel im Sudhaus
Brauerei mit Sudhaus links

Die genauen Anfänge der Brautradition im Altenburger Land sind nicht nachzuvollziehen. Allerdings wurde im Jahr 1256 eine Bannmeile zur Förderung hiesiger Biere um die Stadt erhoben. Insgesamt existierten zur Zeit des Herzogtums Sachsen-Altenburg 59 Brauereien im Altenburger Land.

Nachdem im Jahr 1830 das erste Kommunbrauhaus in Altenburger entstand, wurde die erste Brauerei 1871 am Großen Teich gegründet.[3] Die Brauerei in Kauerndorf wurde als zweite Brauerei der Stadt 1872 erbaut. Am 31. Juli des Jahres 1871 hatten sieben Altenburger Bürger die Idee, eine Actienbrauerei zu gründen. Das Grundstück des Rittergutes Kauerndorf wurde vom Gutsbesitzer Hermann Herold (1821–1885) erworben. Im Juli 1873 begann hier der Braubetrieb, zuerst mit Braunbier. Das Lager Urtyp Hell folgte im Oktober des gleichen Jahres. Aufgrund des gesteigerten Absatzes wurden bereits zwei Jahre später neue Braupfannen eingebaut. Dies deckte die Jahresproduktion bis 130.000 Hektoliter ab, die 1896 bereits erreicht wurden. Im August 1883 wurde der 500.000. Hektoliter Bier verkauft. 1898 erhielt die Brauerei auf der Verbandstagung des sächsischen Gastwirtschaftsvereins eine Goldmedaille und den Ehrenpreis der Stadt Meerane.[4]

1901 entstanden zwei weitere Biersorten, nämlich das Bayrisch und das Böhmisch Bier. Zu einer Erweiterung der Braukapazität kam es im Jahr 1905,[5] als Bier in Flaschen auch an Privatkunden geliefert wurde. Das hatte auch die Erweiterung des Betriebes zur Folge. So erfolgte 1912/1913 der Bau des neuen Sudhauses nach der technischen Konzeption des Ingenieurs Theodor Ganzenmüller aus Weihenstephan, das eines der modernsten Sudhäuser Europas war und eine Ausschlagkapazität von 230.000 Hektolitern hatte.

Im Zuge der Hyperinflation musste 1921 die Altenburger Brauerei wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten mit dem Brauverein Gera und anschließend mit der Leipziger Brauerei zu Reudnitz Riebeck & Co. AG fusionieren.

Während des Zweiten Weltkrieges verringerte sich der Ausstoß bis 1949 auf 30.000 Hektoliter in dem Jahr. Ein Jahr zuvor wurde die Brauerei ein VEB und 1968 an das Getränkekombinat Leipzig angeschlossen.[6] Bis zum Jahr 1990 wurden jährlich 330.000 Hektoliter Bier und alkoholfreie Getränke produziert. Im selben Jahr wurde ein Kooperationsvertrag mit der Kulmbacher Aktienbrauerei geschlossen.

Nach der Wiedervereinigung verlor die Altenburger Brauerei stark an Absatz. Der ostdeutsche Biermarkt wurde von Westbiermarken übersättigt. So sank die Produktion auf knapp 10.000 hl ab. Daraufhin kaufte das Brauhaus Leikeim aus Altenkunstadt in Oberfranken die Brauerei. Die Brauerei strebte eine behutsame Modernisierung an, ohne dabei den traditionellen Kern und seine regionale Verbundenheit zu verlieren und steigerte so die Absatzzahlen. Aufgrund des steigenden Umsatzes wurden so im Jahr 2003 neue Gärtanks angeschafft, welche die Gärkeller ersetzten. 2014 monierte der Deutsche Werberat eine Plakatkampagne der Brauerei als frauendiskriminierend. Die Brauerei verzichtete nur teilweise auf die Plakatwerbung, so dass der Werberat eine Rüge aussprach.[7]

Im Januar 2017 präsentierte sich die Brauerei in einem komplett überarbeiteten Markenauftritt, der die Verbundenheit zur Region und zum Osten Deutschlands deutlich macht und das Bier moderner und frischer wirken lässt. Nichtsdestotrotz hält die Altenburger Brauerei an dem Traditionsbier fest, nach wie vor gibt es das Bier in wiederverschließbaren Bügelflaschen, aber nicht mehr aus Keramik, sondern der Umwelt zuliebe aus Kunststoff.[8] Die Werbung, welche vor allem in den Regionen Leipzig, Chemnitz, Dresden und Altenburg ausgespielt wurde, ist noch immer humorvoll und jugendlich, verzichtet aber auf Anspielungen wie in der Vergangenheit. Mit diesen Investitionen versucht das Unternehmen auch die Region Altenburg weiter zu stärken, wie auch schon durch die Vielzahl an Unterstützungen von regionalen Vereinen.[9]

Der Geschäftsführer Bastian Leikeim nimmt als Mitglied des deutschen Nationalteams 2019 an der Weltmeisterschaft der Biersommeliers in Rimini teil.[10]

Heutige Nutzung der Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brauerei erhielt die Architektur ihres Gebäudekomplexes, weshalb dieser heutzutage unter Denkmalschutz steht. Die historischen Gebäude sind im Industriestil des Historismus gebaut und das Sudhaus weist Einflüsse von Jugendstil und Neobarock auf. Aus diesem Grund nutzt die Brauerei neben der Produktion und Abfüllung der verschiedenen Biersorten die Räumlichkeiten auch für Besucher. Die Brauerei sowie das historische 5-Geräte-Sudwerk kann auch bei laufender Produktion besichtigt werden. Darüber hinaus werden die Räumlichkeiten der Brauerei für Veranstaltungen und Konzerte genutzt. Unter anderem haben neun Vereine ihren Sitz auf dem Brauereigelände und es haben sich auch schon einige Paare trauen lassen.

Die Altenburger Brauerei GmbH unterhält ein Museum zur Geschichte des Bieres und der regionalen Braukunst mit deren Bedeutung sowie den Rohstoffen und der Produktion des Bieres.

Blick ins Brauereimuseum

Sortiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Temporär erhältliches Bier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August 2011 – Bier des Monats Altenburger Premium
  • 2012 – Bier des Jahres[12]
  • Juli 2014 – Bier des Monats Altenburger Bock
  • 2016 – IFS- Zertifikat für die Qualität der Produktionsabläufe
  • Regelmäßige Prämierung durch die DLG[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Altenburger Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum (Memento vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)
  2. Generationenwechsel bei den Leikeims
  3. ´Grillmeister, Uwe: 125 Jahre Altenburger Brauerei. E. Reinhard Verlag, 1996, S. 5.
  4. ´Grillmeister, Uwe: 125 Jahre Altenburger Brauerei. E. Reinhard Verlag, 1996, S. 11,14.
  5. ´Grillmeister, Uwe: 125 Jahre Altenburger Brauerei. E. Reinhard Verlag, 1996, S. 15.
  6. ´Grillmeister, Uwe: 125 Jahre Altenburger Brauerei. E. Reinhard Verlag, 1996, S. 38.
  7. https://www.werberat.de/content/frauendiskriminierende-plakatwerbung-geruegt-bowlinganbieter-brauerei-und-geruestbaufirma-im Deutscher Werberat
  8. http://www.about-drinks.com/geradlinig-authentisch-unabhaengig-neuer-markenauftritt-der-altenburger-brauerei/ Neuer Markenauftritt
  9. http://svrositz.de/2015/12/altenburger-brauerei-verlaengert-vertrag-mit-dem-sv-rositz/ Altenburger Brauerei Sponsor des SV Rositz
  10. Leipziger Volkszeitung vom 20. Oktober 2018
  11. Abg-Info.de: Neue Bierspezialität bei der Altenburger Brauerei. Abgerufen am 21. August 2017.
  12. http://m.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Das-beste-Bier-Deutschlands-kommt-aus-Altenburg-1968822240Das beste Bier Deutschlands
  13. http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Drei-Ostthueringer-Biere-gehoeren-zu-den-besten-weltweit-141201023

Koordinaten: 51° 0′ 0,9″ N, 12° 26′ 12,1″ O