Kulmbacher Brauerei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007007007
Gründung 1846
Sitz Kulmbach, Deutschland

Leitung

  • Markus Stodden,
    Vorstandssprecher
  • Otto Zejmon,
    Vorstand Finanzen
  • Jörg Lehmann,
    Vorstand Technik
Mitarbeiter 882 (Jahresdurchschnitt 2016) [1]
Umsatz 220,7 Mio. [1]
Branche Bierbrauerei
Website www.kulmbacher.de
Stand: 31. Dezember 2016

Aktie über 2000 Mark der Ersten Kulmbacher Actien-Exportbier-Brauerei (EKU) vom 1. September 1923
Sudhaus der Kulmbacher Brauerei AG

Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft mit Sitz in Kulmbach ist ein deutsches Brauereiunternehmen, das 1846 als Reichelbräu durch Johann W. Reichel, Johann K. Scheiding und Johann M. Hübner gegründet wurde. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erfolgte bereits 1895.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 erfolgten Unternehmenserweiterungen, dabei wurden 1980 und 1984 mit den Firmen Sandlerbräu und Mönchshof-Bräu weitere Biersorten ins Sortiment aufgenommen.

1986 übernahm die Schörghuber Unternehmensgruppe 49,9 % des Aktienkapitals. 1987 begann die Produktion von Kapuzinerweißbier. In den 1990er Jahren erfolgte die Übernahme der Sternquell-Brauerei Plauen, der Braustolz-Brauerei Chemnitz, der Ersten Kulmbacher Aktienbrauerei (EKU) sowie eine Mehrheitsbeteiligung an den Bad Brambacher Mineralquellen. Seit 1996 sind EKU, Reichel, Sandler und Mönchshof in der Kulmbacher Brauerei AG vereinigt.

1996 und 1997 erlangte Kulmbacher bundesweite Bekanntheit durch "Die Lange Kulmbacher Filmnacht". Diese bestand aus drei aufeinanderfolgenden werbefreien Hollywood-Spielfilmen im privaten Fernsehsender SAT1. Moderiert wurde das Format von Thomas Gottschalk.

2002 überstieg nach Inbetriebnahme einer neuen Bügelverschlussanlage und Filteranlage der Getränkeausstoß erstmals drei Millionen Hektoliter.

2002 wurden die Coburger Brauereien Sturm und Scheidmantel übernommen. Sie wurden zur Coburger Brauerei zusammengeschlossen, jedoch wurden die Biere von Sturm und Scheidmantel anschließend noch einige Jahre unter eigenen Namen verkauft.

Seit 2003 wurden mit der Privatbrauerei Scherdel in Hof und dem Erwerb der Aktienmehrheit (90,7 %) an der Würzburger Hofbräu AG erneut zwei Unternehmen in die Kulmbacher Gruppe integriert.

Die Kulmbacher Brauerei AG führt in ihrem Firmenzeichen das Stadtwappen. Dieses wurde der Reichelbräu 1926 durch den Kulmbacher Stadtrat genehmigt. Sechs Jahre später erschien das erste Reichelbräu Edelherb auf dem deutschen Markt.

Seit der Saison 2006/2007 ist Kulmbacher das offizielle Bier des 1. FC Nürnberg und darf im Grundig-Stadion ausgeschenkt werden. Die Brauerei erwarb damit auch die Werberechte und darf mit dem Verein werben. Die Brauerei ist Ausrichter der Kulmbacher Bierwoche (auch Kulmbacher Bierfest), zu der jährlich 100.000 Besucher kommen. Veranstaltet wird die Bierwoche von der Stadt Kulmbach und der Kulmbacher Brauerei. Die erste Kulmbacher Bierwoche fand 1939 statt. Veranstaltet wurde sie zunächst vom Kulmbacher Verkehrsverband, der mit dieser Aktion für die Stadt und ihre Errungenschaften im Bereich der Nahrungsmittelindustrie wie Bier und Wurstwaren werben wollte.

Mit Wirkung zum 12. Januar 2010 wurde die Notierung der Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse eingestellt. Mit Wirkung zum 30. November 2010 folgte die Einstellung im regulierten Markt der Börse München. Seither sind die Aktien des Unternehmens im Segment m:access der Börse München notiert.[2]

Im Dezember 2012 gab die Kulmbacher Brauerei AG bekannt, dass sich der Vorstand neu formiert: Markus Stodden, Vorstand Vertrieb/Marketing, ist seit 1. Januar 2013 Sprecher des Vorstands und Otto Zejmon Vorstand Finanzen. Seit 1. Mai 2013 komplettiert Jörg Lehmann den Vorstand der Kulmbacher Brauerei AG als Vorstand Technik.[3]

2015 wurden die Markenrechte des insolventen Brauhauses Schweinfurt übernommen.[4]

Unternehmensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulmbacher Brauerei AG ist mehrheitlich (63,8 %) im Besitz der BHI Brauholding International. Zweitgrößter Aktionär mit 25,8 % ist die Kulmbacher Ireks-Gruppe.[5]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulmbacher Gruppe setzte 2016 insgesamt knapp 3,2 Millionen Hektoliter Getränke ab:

In der Konzern-Bilanz 2016 wurden folgende 13 Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis einbezogen (in Klammern die Prozentangaben der Beteiligung durch die Kulmbacher Brauerei AG):

  • Bad Brambacher Mineralquellen GmbH & Co. Betriebs KG, Bad Brambach (85 %)
  • Braustolz GmbH, Chemnitz (100 %) Seit 2017 ist die Brauerei in Chemnitz geschlossen. Die Marke Braustolz wird ab sofort in Plauen gebraut und abgefüllt.[6]
  • Erfrischungs-Getränke Union Kulmbacher Gruppe GmbH, Kulmbach (100 %)
  • Getränke Logistik SQ GmbH, Plauen
  • Keiler Bier GmbH, Lohr am Main (100 %)
  • Kulmbacher Getränke Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Kulmbach (100 %)
  • Markgrafen-Getränkevertrieb-GmbH, Kulmbach (100 %)
  • Markgrafen Heimdienst GmbH, Kulmbach (100 %)
  • Scherdel Bier GmbH & Co. KG, Hof (100 %)
  • Sternla Bier GmbH, Würzburg (100 %)
  • Sternquell-Brauerei GmbH, Plauen (100 %)
  • Vogtländische Getränkeindustrie GmbH, Bad Brambach (100 %)
  • Würzburger Hofbräu GmbH, Würzburg (100 %)

Zusätzlich wurde folgende Minderheitsbeteiligung at equity in der Bilanz bewertet:

Acht weitere Gesellschaften wurden aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert.[1]:

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2007 gab es einen Eklat mit anwesenden Vertretern des Mehrheitsaktionärs Brau Holding International. In einer kurz darauf anberaumten Aufsichtsratssitzung wurde die Ablösung der beiden Vorstände Jürgen Brinkmann (Vorstandsvorsitzender) und Stephan Gimpel-Henning (Vorstand für Technik) mit Wirkung zum 4. Juni 2008 durch Peter Pöschl und Hans P. van Zon beschlossen. Zunächst wurde unter der neuen dreiköpfigen Vorstandschaft (Markus Stodden blieb Vorstand) kein neuer Vorstandsvorsitzender bestimmt.[7][8]

Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben leichten und alkoholfreien Bieren werden folgende Sorten produziert, meist in der 0,5-l-Flasche:

EKU 28 (Brauereiintern: 'Kulminator Urtyp Hell')
  • Kulmbacher Edelherb
  • Kulmbacher Gold (0,33 l)
  • Kulmbacher Eisbock (0,33 l)
  • Kulmbacher Lager
  • Kulmbacher Festbier
  • Kulmbacher Export
  • Kulmbacher Feinmild
  • Kulmbacher Radler mit Limette
  • Mönchshof Kellerbier
  • Mönchshof Kulmquell
  • Mönchshof Lager
  • Mönchshof Landbier
  • Mönchshof Original
  • Mönchshof Schwarzbier
  • Mönchshof Bockbier
  • Mönchshof Maibock
  • Mönchshof Historisches Märzen
  • Mönchshof Weihnachtsbier
  • Mönchshof Museumsbier
  • Mönchshof Festbier
  • Mönchshof Bayerisch Hell
  • Mönchshof Natur Radler
  • EKU Pils
  • EKU Hell
  • EKU Export
  • EKU Festbier
  • EKU 28 (Starkbier; 0,33 l)
  • EKU Radler
  • Kapuziner Weißbier
  • Kapuziner Kellerweizen
  • Kapuziner Weißbier Kristall
  • Kapuziner Weißbier Dunkel
  • Kapuziner Winter-Weißbier
  • Kapuziner Weißbier Leicht
  • Kapuziner Weißbier Alkoholfrei
  • Kapuziner Weißbier-Radler

Kulmbacher Bier ist eine von der EU geschützte geographische Angabe.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Geiger: Culmbacher, Kulmbacher über alle Grenzen – wie Kulmbach Bierstadt wurde. Guttenberg 2013, 216 Seiten, ISBN 978-3-00-043038-1
  • Helmut Geiger: Kulmbacher Biergeschichte(n) – Historisches, Wissenswertes, Interessantes, Unterhaltsames, Lustiges und Skurriles aus mehr als 15 Jahrzehnten Brauereivergangenheit in der Bierstadt Kulmbach. Guttenberg 2012, 204 Seiten, ISBN 978-3-00-039414-0
  • Helmut Geiger: Vom Bierbrauen im Landkreis Kulmbach. Guttenberg 2011, 209 Seiten, ISBN 978-3-00-033612-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2016. Abgerufen am 24. Dezember 2017.
  2. Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft: Ad-hoc-Meldung nach § 15 WpHG. 15. Oktober 2010, abgerufen am 17. Mai 2011.
  3. Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft: Dr. Jörg Lehmann wird neuer Vorstand Technik. 5. Juni 2013, abgerufen am 1. Januar 2013.
  4. http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/brauhaus-schweinfurt-insolvenz-102.html (Memento vom 5. März 2015 im Internet Archive)
  5. Aktionärsstruktur, auf www.kulmbacher.de, abgerufen am 16. April 2016
  6. Ende einer Ära: Braustolz macht dicht. In: TAG24. (tag24.de [abgerufen am 8. Januar 2018]).
  7. Birgit Dengel: Schörghuber greift durch bei Kulmbacher, Financial Times Deutschland vom 5. Juni 2008.
  8. Ad-hoc-Meldung der Kulmbacher Brauerei AG.
  9. http://ec.europa.eu/agriculture/quality/door/registeredName.html?denominationId=377

Koordinaten: 50° 6′ 22,7″ N, 11° 26′ 33,2″ O