Alteromonadaceae

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Alteromonadaceae
Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Gammaproteobacteria
Ordnung: Alteromonadales
Familie: Alteromonadaceae
Wissenschaftlicher Name
Alteromonadaceae
Ivanova & Mikhailov 2001
emend. Ivanova et al. 2004

Die Alteromonadaceae sind eine Familie von Bakterien innerhalb der Gammaproteobacteria.[1] Einige Arten sind psychrophil, sie können auch unter niedrigen Temperaturen, wie 0 °C wachsen. Auch barophile Vertreter sind vorhanden, sie tolerieren hohen Druck.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um gramnegative Bakterien. Die stäbchenförmigen Zellen können gekrümmt oder gerade sein. So handelt es sich bei der Art Alteromonas macleodii um gerade Stäbchen mit den Maßen von 1 × 2–3 µm.[1] Endosporen oder Mikrocysten werden nicht gebildet.[2] Die Zellen sind mit Hilfe einer polaren Geißel beweglich (motil).[1]

Wachstum und Stoffwechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alteromonadaceae sind chemoorgano-heterotroph. Sauerstoff wird als Elektronenakzeptor genutzt, sie führen eine aerobe Atmung durch. Die meisten Arten reagieren Katalase- und Oxidase-positiv. Auch Fermentation kann unter Sauerstoffausschluss als Stoffwechselweg dienen. Zu den anaeroben Gattungen zählt z. B. Alishewanella.[1]

Die meisten Arten verfügen nicht über das Enzym Arginindihydrolase (ADH). Sie sind jedoch in der Lage, Gelatine und Stärke zu hydrolysieren. Sie benötigen Natrium-Ionen zum Wachstum und tolerieren einen Gehalt an Natriumchlorid von 6 bis 8 %.[2] Daher wachsen sie optimal auf Marine-Agar oder in einem anderen, dem Meerwasser nachempfundenen Nährmedium.[1]

Chemotaxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der GC-Gehalt, also der Anteil der Nukleinbasen Guanin und Cytosin in der Bakterien-DNA, liegt im Bereich von 40–48 Molprozent. Das Haupt-Menachinon ist Q-8. Die in den Membranlipiden vorkommenden Fettsäuren sind hauptsächlich Moleküle mit einer geraden Zahl von Kohlenstoffatomen (C16 und C18) und keiner Doppelbindung (gesättigte Fettsäuren) bzw. einer Doppelbindung (ungesättigte Fettsäuren). Es handelt sich um die Fettsäuren mit den Abkürzungen C16:0 (Hexadecansäure, Palmitinsäure), C16:1ω7 (cis-9-Hexadecensäure, Palmitoleinsäure) und C18:1ω7 (cis-11-Octadecensäure, cis-Vaccensäure).[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alteromonadaceae wurden von E. P. Ivanova und V. V. Mikhailov im Jahre 2001 eingeführt.[3] Mehrere Gattungen, wie beispielsweise Colwellia (fakultativ anaerob) oder Shewanella (mit einigen pathogenen Arten) wurden 2004 anderen, neu eingeführten Familien zugeordnet, die alle der Ordnung der Alteromonadales angehören.[2] Die Familie der Alteromonadaceae enthält folgende Gattungen, Alteromonas ist die Typusgattung:[4]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Arten sind psychrophil, sie zeigen unter niedrigen Temperaturen Wachstum. Hierzu zählen z. B. Arten der Gattung Glaciecola.[2] Auch die, nun zu einer eigenen Familie gestellte Gattung Colwellia ist psychrophil, so zeigt die Art C. psychrerythraea bei Temperaturen zwischen 0 und 19 °C Wachstum. Beide Vertreter sind auch barophil, sie zeigt Wachstum unter den extremen Druckverhältnissen von 400 bis 600 MPa.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g George Garrity, Don J. Brenner, Noel R. Krieg, James R. Staley (Hrsg.): Bergey’s Manual of Systematic Bacteriology: Volume 2: The Proteobacteria, Part B: The Gammaproteobacteria. 2. Auflage. Springer-Verlag, New York 2005, ISBN 978-0-387-24144-9.
  2. a b c d e Elena P. Ivanova, Sébastien Flavier, Richard Christen: Phylogenetic relationships among marine Alteromonas-like proteobacteria: emended description of the family Alteromonadaceae and proposal of Pseudoalteromonadaceae fam. nov., Colwelliaceae fam. nov., Shewanellaceae fam. nov., Moritellaceae fam. nov., Ferrimonadaceae fam. nov., Idiomarinaceae fam. nov. and Psychromonadaceae fam. nov. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. Band 54, Nr. 5, September 2004, S. 1773–1788, ISSN 1466-5026. doi:10.1099/ijs.0.02997-0.
  3. E. P. Ivanova, V. V. Mikhailov: A New Family, Alteromonadaceae fam. nov., Including Marine Proteobacteria of the Genera Alteromonas, Pseudoalteromonas, Idiomarina, and Colwellia. In: Mikrobiologiya. (in Russisch) Band 70, 2001, S. 15–23, online (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.maik.rssi.ru.
  4. Jean Euzéby, Aidan C. Parte: Family Alteromonadaceae. In: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN). Abgerufen am 22. November 2016.