Amalie Fößel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Amalie Fößel (* 27. September 1960) ist eine deutsche Historikerin.

Amalie Fößel studierte Geschichte, Germanistik, Soziologie und Politologie an der Universität Erlangen Nürnberg. 1987 erfolgte die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien. Von 1988 bis 1992 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Bayreuth. In Bayreuth wurde sie mit einer von Peter Segl angeregten und betreuten Arbeit über die ortliebischen Ketzer promoviert.[1] Von 1992 bis 1998 war Fößel wissenschaftliche Assistentin. 1998 erfolgte die Habilitation und die Venia legendi für die Fächer Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften. Von 1998 bis 2002 war sie Oberassistentin. Von 2001 bis 2008 vertrat Fößel verschiedene Lehrstühle in München (LMU), Saarbrücken, Bayreuth, Regensburg und Essen. Seit Sommersemester 2008 lehrt sie als Professorin für Geschichte des Mittelalters an der Universität Duisburg-Essen.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Politische Geschichte und Verfassungsgeschichte des Mittelalters, das Königinnentum und die weibliche Herrschaft im mittelalterlichen Europa, die Devianz, die Häresie, die religiösen Lebensformen und Weltbilder, die Beginen sowie die Diplomatik. Ihre Habilitationsschrift Die Königin im mittelalterlichen Reich wurde zum Standardwerk. Mit der Arbeit wurde erstmals eine umfassende Übersicht über Funktionen und Wirkungsbereiche der Königin vom 10. bis 15. Jahrhundert vorgelegt.[2] Der zeitliche Rahmen der Untersuchung umfasst das 10. bis 15. Jahrhundert und hat die Untersuchung von rund 40 römisch-deutschen Königinnen in dieser Zeit zum Gegenstand. Ausführlich befasste sie sich mit den Krönungen der Herrscherinnen, ihrer Titel, ihrer Funktionen am Hofe, bei der Rechtsprechung und bei der Herrschaftspraxis.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Die Königin im mittelalterlichen Reich. Herrschaftsausübung, Herrschaftsrechte, Handlungsspielräume (= Mittelalter-Forschungen. Bd. 4). Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-534-15141-0 (Digitalisat; Teilweise zugleich: Bayreuth, Universität, Habilitations-Schrift, 1997/1998 unter dem Titel: Nostri thori nostrique regni consors imperatrix augusta.).
  • mit Anette Hettinger: Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Religiöse Lebensformen von Frauen im Mittelalter (= Historisches Seminar. NF Bd. 12). Schulz-Kirchner, Idstein 2000, ISBN 3-8248-0032-2.
  • Die Ortlieber. Eine spiritualistische Ketzergruppe im 13. Jahrhundert (= Monumenta Germaniae Historica. Studien und Texte. Bd. 7). Hahn, Hannover 1993, ISBN 3-7752-5407-2 (Zugleich: Bayreuth, Universität, Dissertation, 1992).

Herausgeberschaften

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu die Besprechung von Sabine Schmolinsky in: Historische Zeitschrift 261 (1995), S. 539–540.
  2. Vgl. dazu die Besprechungen von Sven Rabeler in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 49 (2001), S. 259–260; Ekkehard Eickhoff: Kein Hemd vom letzten Ritter. Mächtig ohne Amt: Amalie Fößel über Königinnen im Mittelalter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2001, Nr. 68, S. 73; Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 57 (2001), S. 726 (online); Knut Görich in: Zeitschrift für Historische Forschung Bd. 31 (2004), S. 122–123; Traute Endemann in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 53 (2003), S. 333–335.