Amerikanischer Amberbaum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Amerikanischer Amberbaum

Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Altingiaceae
Gattung: Amberbäume (Liquidambar)
Art: Amerikanischer Amberbaum
Wissenschaftlicher Name
Liquidambar styraciflua
L.
Liquidambar styraciflua Fruchtverbände

Der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua), auch Seesternbaum genannt, ist eine Laubbaumart aus der Gattung der Amberbäume (Liquidambar); diese wird in der kleinen Familie der Altingiaceae innerhalb der Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales) eingeordnet. Oft wird die Gattung Liquidambar weniger differenziert zur Familie Hamamelidaceae (Zaubernussgewächse) gerechnet.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amerikanische Amberbaum kommt in Nordamerika häufig in Auwäldern vor. Der Lebensraum des Amerikanischen Amberbaums erstreckt sich von New York bis Nicaragua. Dort wird der Amberbaum auch stark forstwirtschaftlich genutzt. Er besiedelt häufig Auenböden mit periodischen Überschwemmungen und tonigen Böden, kommt aber auch problemlos mit steinigen und kargen Böden zurecht. So besiedelt er sogar mexikanische Höhenlagen mit geröllartigen und trockenen Böden. Neben seinem Vorkommen in Wäldern wird er als Straßenbaum, Alleebaum und Parkbaum genutzt.[1]

Der Seesternbaum wird in Europa seit 1688 als Zierbaum angepflanzt. Es gibt einige Kulturformen.[2] Aufgrund seiner Resistenz gegenüber Wärme, Trockenheit, Überschwemmungen und Abgasen wird er zunehmend im innerstädtischen Bereich gepflanzt, da er dem Klimawandel vielfach besser widersteht als einheimische Baumarten.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amerikanische Amberbaum ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 45 Meter (in Mitteleuropa 10 bis 20 Meter) erreicht und einen kegelförmigen bis zylindrischen Wuchs besitzt. Die Borke ist zunächst rotbraun und leicht rissig bis schuppig, später graubraun und mehr oder weniger furchig; am älteren Holz bilden sich Korkleisten. Die Zweige und Äste an jüngeren Pflanzen bilden manchmal korkige und flügelige Auswüchse aus.

Das einfache Laub ist ahornähnlich, handförmig gespalten und fünf- bis siebenlappig, etwa 10 bis 20 Zentimeter lang und nahezu ebenso breit. Die Blattlappen besitzen manchmal größeren Zähne oder kleinere Lappen. Die meist kahlen Blätter sind am Rand gesägt und langstielig. Wenn man die Blätter zerreibt, verströmen sie einen angenehmen süßlichen Duft. Bekannt ist der Amerikanische Amberbaum für seine farbenprächtige, erst gelbe und dann orange bis rote Herbstfärbung. Die Nebenblätter sind abfallend.

Liquidambar styraciflua ist einhäusig gemischtgeschlechtlich monözisch. Die Blüten sind also eingeschlechtlich und auch ohne Blütenhülle. Sie stehen jeweils in eingeschlechtlichen Blütenständen zusammen. Die grünlichen männlichen Blüten, mit einem oder mehreren behaarten Deckblättern und einigen, kugelig angeordneten Staubblättern, stehen in aufrechten traubig-ährigen Blütenständen und fallen nach der Anthese ab. Die gelb-grünen weiblichen Blüten, mit oft einigen Staminodien, stehen in gestielten Köpfchen mit kleinen, abfallenden Hochblättern. Der zweikammerige Fruchtknoten ist halbunterständig mit ein oder meist zwei Griffeln mit langen Narben. Um den oberen, freien Teil des Fruchtknotens herum sind minimale, kahle, höckrige und fleischige Strukturen (Phyllome, Papillae) ausgebildet. Die Mannbarkeit beträgt 20–30 Jahre.

Die kugeligen, verholzten und stacheligen Kapselfruchtverbände sind mit den holzigen Griffeln 2,5–4 Zentimeter groß. Sie hängen an langen Stielen herab und die einzelnen, mehrsamigen Kapseln öffnen sich zweiklappig. Die flachen, mit Flügel 8–10 Millimeter langen Samen sind einseitig geflügelt, wobei auch ungeflügelte und unfruchtbare Samen enthalten sind. Die leeren Fruchtverbände bleiben meist noch lange am Baum hängen.

Der Amerikanische Amberbaum hat die Chromosomenzahl 2n = 32.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Furnier des Amerikanischen Amberbaums

Bei Verwundung tritt am Baum ein Harz aus (Styrax), das früher in den USA zur Kaugummiherstellung genutzt wurde – daher stammt die gängige Bezeichnung „American Sweetgum“. Es wird auch zur Parfümierung von Seifen und Kosmetika, Tabak und Parfums und die Herstellung von Klebstoffen verwendet.[4]

Das Satinholz des Amberbaums erinnert an Walnussholz und zeichnet sich durch einen anhaltenden würzigen Duft aus. Es wird von Kunsttischlern geschätzt, die Zweige des Baumes sind gesuchte Wünschelruten.

Zuchtformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde eine Vielzahl von Cultivaren gezüchtet; diese haben meist unterschiedliche Blattformen und -farben. Hier eine Auswahl:[5][6]

  • Andrew Henson
  • Aurea: Dies ist vermutlich nur ein Verkaufsname für die Sorte Variegata.
  • Aurora
  • Burgundy
  • Ellen
  • Festival
  • Frosty
  • Golden Sun
  • Golden Treasure
  • Goldmember
  • Gum Ball
  • Happy Daze
  • Jennifer Carol
  • Kia
  • Kirsten
  • Lane Roberts
  • Manon
  • Moonbeam
  • Moraine
  • Naree
  • Ocanee
  • Paarl
  • Palo Alto
  • Parasol
  • Pendula
  • Penwood
  • Rotundiloba
  • Silver King: mit weiß-grün panaschierten Blättern
  • Simone
  • Slender Silhouette
  • Stared
  • Thea
  • Variegata
  • Worplesdon

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amberbaum (Liquidambar styraciflua) als Baum und Forstpflanze im Klimawandel. Abgerufen am 27. Oktober 2020.
  2. Amerikanischer Amberbaum. Abgerufen am 27. Oktober 2020.
  3. Bastian Ludwig: Sie trotzen dem Klimawandel und sorgen für Indian Summer: Amber-Bäume in Kassel. Abgerufen am 27. Oktober 2020.
  4. Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) bei Baumkunde.
  5. Sorten bei Plantentuin Esveld.
  6. Kurzbeschreibung der Art und einiger Sorten bei Website of Arthur Lee Jacobson (englisch).