Amtseinführung des Präsidenten der Vereinigten Staaten

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Donald Trump legte am 20. Januar 2017 seinen Amtseid als Präsident der Vereinigten Staaten vor dem Obersten Richter John Roberts ab.

Die Amtseinführung des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist die mit einer Inauguration beginnende Amtszeit des Präsidenten. Der Zeitpunkt der Amtseinführung wurde 1933 (in Kraft ab der Vereidigung 1937) auf den 20. Januar nach der Präsidentschaftswahl festgelegt.

Amtseid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Art. II, Sec. 1 der Verfassung der Vereinigten Staaten leistet der Präsident bei Amtsantritt folgenden Eid (Oath of office of the President of the United States):

“I (Name) do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.”

„Ich, [Name], schwöre [oder bekräftige] feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde.“

Eine religiöse Bekräftigung ist nicht obligatorisch, aber in Form von So help me God („So wahr mir Gott helfe“) üblich.

Amtszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der amerikanischen Verfassung ist im ersten Absatz des 20. Zusatzartikels die Amtslaufzeit vorgegeben. Demnach beginnt die Amtszeit des Präsidenten und Vize-Präsidenten um 12.00 Uhr mittags des 20. Januar, auch wenn, wie bei der Amtseinführung von Barack Obama am 20. Januar 2009 geschehen, der Amtseid erst einige Minuten später abgelegt wird. Die Amtseinführung kann auch an Samstagen oder Sonntagen stattfinden. Der Amtseid wird in Anwesenheit des Inauguration Committee abgelegt. Dem Amtsbeginn eines US-Präsidenten geht ein Präsidentschaftsübergang voraus.

Antrittsrede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Antrittsrede des amtierenden Präsidenten Donald Trump.

Nach der Vereidigung erfolgt in der Regel die Amtsantrittsrede, die so genannte Inaugural Address. Insgesamt haben bis heute 37 Präsidenten 54 Amtsantrittsreden gehalten. Bislang haben lediglich vier Präsidenten keine Inaugural Address gehalten: John Tyler, Millard Fillmore, Andrew Johnson und Chester A. Arthur, die alle auf einen Amtsinhaber folgten, der während seiner Amtszeit gestorben war. Gerald Ford, der 1974 ebenfalls während einer laufenden Amtsperiode auf den zurückgetretenen Richard Nixon folgte, sprach die Amerikaner nach der Ablegung seines Amtseides über das Fernsehen an. Die kürzeste Rede hielt der erste Präsident der Vereinigten Staaten, George Washington, mit 135 Wörtern. Die längste Rede hielt William Henry Harrison 1841 mit 8.495 Wörtern.

Die erste Amtseinführung eines US-Präsidenten fand am 30. April 1789 mit George Washington in der Federal Hall in New York City statt. Thomas Jefferson war 1801 der erste Präsident, der in der neu erbauten Stadt Washington, D.C. vereidigt wurde, das in diesem Jahr zur Hauptstadt ernannt wurde. Seitdem fanden mit einigen Ausnahmen fast alle Amtseinführungen in Washington statt.

Seit der zweiten Amtseinführung Thomas Jeffersons am 4. März 1805 paradierte jeder US-Präsident nach der Ablegung des Amtseides die Strecke vom Kapitol bis zum Weißen Haus über die Pennsylvania Avenue. Die einzige Ausnahme von dieser Tradition gab es bei der zweiten Amtseinführung Ronald Reagans am 20. Januar 1985, weil wegen einer Kältewelle in Teilen Nordamerikas sämtliche Feierlichkeiten im Weißen Haus stattfanden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amtseinführung des Präsidenten der Vereinigten Staaten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2017 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien