Andrej Kiska

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Andrej Kiska (* 2. Februar 1963 in Poprad, Tschechoslowakei) ist seit 2014 der vierte Präsident der Slowakei und der erste in diesem Posten, der niemals Mitglied der kommunistischen Partei gewesen war. Zudem ist er ein bekannter slowakischer Philanthrop und ehemaliger Unternehmer.

Andrej Kiska (2014)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiska studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Bratislava. Nach dem Abschluss war er bei einem Energieunternehmen angestellt. 1990 ging Kiska als Auswanderer in die USA, wo er unter anderem auf dem Bau und an einer Tankstelle arbeitete. Nach zwei Jahren kehrte er in die Slowakei zurück und begann seine Laufbahn als Unternehmer im Schmuckhandel. Später gründete und leitete er zusammen mit seinem Bruder die Kreditinstitute „Tatracredit“, „Triangel“ und „Quatro“. 2005 verkaufte Kiska seine Firmenanteile für mehrere Millionen Euro an die Všeobecná úverová banka.

Seit dem Jahr 2006 widmete sich Kiska karitativer Arbeit und war Mitbegründer der Hilfsorganisation Dobrý Anjel (Guter Engel), die Familien mit kranken Kindern finanziell unterstützt.[1]

Bei der slowakischen Präsidentschaftswahl 2014 erreichte Kiska in der ersten Runde mit 24 % der Stimmen den zweiten Platz hinter dem Regierungskandidaten und Ministerpräsidenten Robert Fico. Fico und Kiska traten am 29. März 2014 in einer Stichwahl gegeneinander an,[2] wobei Kiska sich in dieser mit 59,38 % gegen Fico mit 40,61 % durchsetzte.[3] Am 15. Juni 2014 trat Kiska das Amt des Präsidenten an.[4] Als Präsident wolle er Korruption und Justizversagen, das marode Gesundheits- und Sozialsystem ändern, sagte Kiska, obwohl der Präsident in der Slowakei hauptsächlich eine repräsentative Funktion hat.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiska spricht sich für eine Anerkennung Kosovos durch die Slowakei aus[5] und befürwortet vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine 2014 eine harte Linie gegenüber Russland.[6] Zum slowakischen „Familien“-Referendum im Februar 2015, welches sich präventiv gegen das Adoptions- wie Eherecht homosexueller Paare sowie für das Recht von Eltern aussprach, ihre Kinder vom Sexualunterricht in der Schule abmelden zu dürfen, äußerte sich Kiska dahingehend, dass er gegen das Ehe- wie Adoptionsrecht homosexueller Paare stimmen werde. Gleichzeitig erklärte Kiska auch, dass er gegen das Recht von Eltern stimmen werde, deren Kinder vom Sexualunterricht abmelden zu dürfen.

„Die Ehe ist für mich ein Bund zwischen Mann und Frau, ich glaube jedoch, dass Menschen des gleichen Geschlechts, die zusammenleben, die Möglichkeit haben sollten, einige Aspekte ihres Zusammenlebens abzuwickeln.“

Andrej Kiska im November 2014[7]

Bei der europäischen Flüchtlingskrise stellt sich Kiska – anders als die slowakische Regierung – auf die Seite der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und plädiert für die Aufnahme einer größeren Anzahl von Flüchtlingen durch die Slowakei.[8]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiska ist zum zweiten Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe hat er einen Sohn (* 1985) und eine Tochter (* 1990). Seit 2003 ist er mit Martina Kisková geb. Živorová verheiratet. Aus der zweiten Ehe hat er zwei Söhne und eine Tochter.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cesta manažéra z pekla, alebo, Ako robiť charitu úspešne a so srdcom. Selbstverlag: Andrej Kiska, Poprad 2011, ISBN 978-80-97064-29-7.
  • Vezmi život do svojich rúk: rady k úspechu a šťastiu od manažéra a filantropa, spoluzakladateľa Triangla, Quatra a Dobrého Anjela. Alert, Košice 2013, ISBN 978-80-97122-34-8 (= Úspešní manažéri, Band 2).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andrej Kiska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Millionär Andrej Kiska könnte Präsident der Slowakei werden. In: derstandard.at, 16. März 2014.
  2. Katrin Lischko: Slowakei: Premier Fico muss gegen Millionär Kiska in die Stichwahl. In: derstandard.at, vom 16. März 2014.
  3. Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen auf www.ta3.com (slowakisch)
  4. Ein Hoffnungsträger vor Hindernissen. In: tagesschau.de. 15. Juni 2014, abgerufen am 15. Juni 2014.
  5. Fico a Kiska se v debatě pohádali o Kosovo i o hříchy z minulosti. In: www.E15.cz, abgerufen am 16. März 2013.
  6. Stefan Heinlein: Vom Selfmade-Millionär zum Präsidenten. auf www.deutschlandfunk.de, 13. Juni 2014, 21:27.
  7. Kiska v referende odmietne sobáše gejov aj adopcie. In: www.sme.sk, 12. November 2014, abgerufen am 8. Februar 2015.
  8. Interview mit Andrej Kiska vom 16. Oktober 2015 in "Die Welt".