Angelika Ebbinghaus

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Angelika Ebbinghaus (geboren 26. August 1945 in Würzburg) ist eine Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und erwarb einen Doktorgrad im Fach Geschichtswissenschaft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Studie Arbeiter und Arbeitswissenschaft. Zur Entstehung der „Wissenschaftlichen Betriebsführung“ wurde sie 1982 an der Universität Hamburg zum Dr. phil. promoviert. Sie setzt sich insbesondere mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Aufsehen erregten ihre Arbeiten zur Medizin im Nationalsozialismus und ihre Darstellung von Frauenbiographien im Nationalsozialismus, in der Frauen nicht nur als Opfer, sondern auch als verantwortliche Täterinnen der nationalsozialistischen Verbrechen betrachtet wurden.

Sie gründete 1984 mit Karl Heinz Roth und anderen die Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts. Jahrzehntelang war sie die verantwortliche Herausgeberin von 1999 – Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts heraus. Von 2003 bis Ende 2007 erschien die Druckausgabe unter dem neuen Namen Sozial.Geschichte. Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts. 2009 begann die digitale Ausgabe unter dem Titel Sozial.Geschichte Online. 2021 ist das Heft 29 von Sozial.Geschichte Online erschienen.

In neueren Arbeiten setzt Ebbinghaus sich mit der Geschichte der 68er-Bewegung auseinander und untersucht die sozialen Bewegungen und Revolten der ausgehenden 1960er Jahre als ein globales Phänomen.[1] Ebbinghaus war Mitglied im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), der operaistisch inspirierten Gruppe Proletarische Front im Umfeld der Zeitschrift Autonomie und Aktivistin der Hamburger Frauenbewegung.[2] Sie war 1976 maßgeblich an der Gründung des ersten autonomen Frauenhauses in Hamburg beteiligt.[3] Ebbinghaus ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze

  • Die Ermordung psychisch kranker Menschen in der Sowjetunion. Dokumentation. Zusammengestellt und übersetzt mit Gerd Preissler. In: Götz Aly (Hrsg.): Aussonderung und Tod: die klinische Hinrichtung der Unbrauchbaren (= Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik). Rotbuch-Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-88022-950-3, S. 75–107.
  • Mit Karl Heinz Roth: Die Opfer und die Täter der kriegschirurgischen Experimente in den Konzentrationslagern. In: Christoph Kopke (Hrsg.): Medizin und Verbrechen. Klemm und Oelschläger, Ulm 2001, ISBN 3-932577-32-9, S. 320, 258–286.
  • Mit Karl Heinz Roth: Vernichtungsforschung. Der Nobelpreisträger Richard Kuhn, die Kaiser Wilhelm-Gesellschaft und die Entwicklung von Nervenkampfstoffen während des „Dritten Reiches“. In: Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. 1 (2002), S. 15–50.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angelika Ebbinghaus: Gab es ein globales 1968? In: Peter Birke, Gottfried Oy (Hrsg.): Alte Linke - Neue Linke? Die sozialen Kämpfe der 1968er Jahre in der Diskussion. Karl Dietz Verlag Berlin 2009.
  2. Karl Heinz Roth, Marcel van der Linden, Heinrich Senfft: Vorwort in Angelika Ebbinghaus: Ein anderer Kompass, Berlin/Hamburg 2010, S. 7–19.
  3. Ulrike Schaz: Juli 1976: Das Private ist politisch. Wie in Hamburg das erste autonome Frauenhaus entstand. In: Ebbinghaus 2010, S. 44–51.
  4. Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates. In: Attac. Abgerufen am 13. Juli 2018.