Klaus Dörner

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Klaus Dörner (* 22. November 1933 in Duisburg) ist ein deutscher Mediziner und Psychiater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörner studierte Medizin, Soziologie und Geschichte und habilitierte an der Psychiatrischen Universitätsklinik Hamburg. Von 1980 bis 1996 war er ärztlicher Leiter der Westfälischen Klinik in Gütersloh für Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie. An der Universität Witten/Herdecke lehrte er Psychiatrie.

Seit 2003 ist er Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Verheiratet war Dörner in erster Ehe mit einer Historikerin und Lektorin, seit 1974 in zweiter Ehe mit einer Krankenschwester.

2007 wurde er mit dem Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung ausgezeichnet, 2014 erhielt er den ConSozial Wissenschaftspreis für sein Lebenswerk.

Klaus Dörner engagierte sich in regem Austausch mit Krankenschwestern für die Pflege in Deutschland,[1][2] so zum Beispiel mit der Frankfurter Fachkrankenschwester für Psychiatrische Pflege, Hilde Schädle-Deininger oder dem oesterreichischen Pflegewissenschaftler Erwin Böhm.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Wahninhalte phasischer Psychosen (mit F. J. M. Winzenried). Enke, Stuttgart 1964.
  • Die Hochschulpsychiatrie. Sozialpsychiatrische Beiträge zur Hochschulforschung. Stand und Kritik. Enke, Stuttgart 1967.
  • Bürger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1969; 3. Auflage 1995, ISBN 3-434-46227-9.
  • Diagnosen der Psychiatrie. Über die Vermeidungen der Psychiatrie und Medizin. Campus, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-593-32513-6.
  • Irren ist menschlich oder Lehrbuch der Psychiatrie, Psychotherapie (mit Ursula Plog). Psychiatrie-Verlag, Wunstorf 1978; Neuausgabe 2002 mit Ursula Plog, Christine Teller und Frank Wendt, ISBN 978-3-88414-510-4 (Rezension von Annemarie Jost. In: socialnet Rezensionen vom 2. Juli 2002)
  • Der Krieg gegen die psychisch Kranken. Nach „Holocaust“ Erkennen, Trauern, Begegnen. Psychiatrie-Verlag, Rehburg-Loccum 1980; 2. A. Bonn 1989, ISBN 3-88414-018-3.
  • Zum Menschenbild in Begegnung und Partnerschaft. Beiträge zur dynamischen Psychopathologie W. Th. Winklers. Enke, Stuttgart 1987, ISBN 3-432-96821-3.
  • Tödliches Mitleid. Zur Sozialen Frage der Unerträglichkeit des Lebens. Jakob van Hoddis, Gütersloh 1988; Paranus, Neumünster 2002, ISBN 3-926200-86-3.
  • Kieselsteine. Ausgewählte Schriften. Jakob van Hoddis, Gütersloh 1996, ISBN 3-926278-31-5 bzw. ISBN 3-926200-72-3 (Paranus).
  • Anfänge der Sozialpsychiatrie. Bericht über eine Reise durch die sozialpsychiatrischen Pioniereinrichtungen der Bundesrepublik im Jahre 1968 (mit Ursula Plog). Das Narrenschiff, Bonn 1999, ISBN 3-88414-289-5.
  • Der gute Arzt. Lehrbuch der ärztlichen Grundhaltung. Schattauer, Stuttgart 2001; 2. überarb. A. 2003, ISBN 3-7945-2250-8.
  • Vernichten und Heilen. Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Folgen (mit Angelika Ebbinghaus). Aufbau, Berlin 2002, ISBN 3-7466-8095-6.
  • Die Gesundheitsfalle. Woran unsere Medizin krankt. Zwölf Thesen zu ihrer Heilung. Econ, München 2003, ISBN 3-430-12241-4; Taschenbuchausgabe als Das Gesundheitsdilemma. Ullstein, Berlin 2004, ISBN 3-548-36705-4.
  • Leben und sterben, wo ich hingehöre. Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem. Paranus, Neumünster 2007, ISBN 978-3-926200-91-4. (Über Freunde und Nachbarn als Wahlverwandte, die heute mit den Pflegende Angehörigen zu nennen sind, wenn Pflegekultur Freundschaft und Familienbeziehung fortsetzen soll. Sie vergrößern in zunehmendem Umfang die Verlässlichkeit einer Versorgung in den eigenen vier Wänden. Rezension von Kurt Witterstätter, in: socialnet vom 27. Juni 2007.)
  • Helfende Berufe im Markt-Doping. Wie sich Bürger- und Profi-Helfer nur gemeinsam aus der Gesundheitssfalle befreien. Paranus, Neumünster 2008, ISBN 978-3-926200-98-3. (Rezension von Barbara Hellige, in: socialnet vom 24. Juni 2008.)
  • Helfensbedürftig. Heimfrei ins Dienstleistungsjahrhundert. Paranus, Neumünster 2012, ISBN 978-3-940636-18-8.

Herausgeberschaft:

  • Sozialpsychiatrie. Psychisches Leiden zwischen Integration und Emanzipation (mit Ursula Plog). Luchterhand, Neuwied 1972; 2. korr. Auflage 1973, ISBN 3-472-61066-2.
  • Gemeindepsychiatrie. Gemeindegesundheit zwischen Psychiatrie und Umweltschutz. Kohlhammer, Stuttgart 1979, ISBN 3-17-005097-4.
  • Freispruch der Familie. Wie Angehörige psychiatrischer Patienten sich in Gruppen von Not und Einsamkeit, von Schuld und Last frei-sprechen Psychiatrie-Verlag, Wunstorf 1982; Neuausgabe 1995, Reprint Köln 2014, ISBN 978-3-86739-141-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich Geyer: Trübsinn und Raserei. Die Anfänge der Psychiatrie in Deutschland, C.H. Beck München 2014, zu Klaus Dörner und der Sozialen Psychiatrie S. 307-309. ISBN 978-3-406-66790-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Dörner Engagement für Schwesternschule Universität Heidelberg Inge Vollstedt
  2. Helen Kohlen (Pflegewiss. Fak. Hochschule Vallendar): Hilde Steppe gedenken. 10. Todestag am 23. 04. 2009 Ffm. mit Festvortrag Klaus Dörner, In: Pflege&Gesellschaft, Zeitschrift für Pflegewissenschaft, Juventa Weinheim 3, 2009, S. 288; Verantwortlich für das Heft : Ulrike Höhmann.