Angelika Nebel

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Angelika Nebel

Angelika Nebel (* 16. August 1947 in West-Berlin) ist eine deutsche Pianistin, Klavierpädagogin und Hochschulprofessorin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelika Nebel stammt aus einer musikalischen Familie. Sie erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von 8 Jahren bei dem Berliner Organisten und Pianisten Walter Dickmann, der ihr früh den Weg zu J. S. Bach eröffnete. Mit 10 Jahren wurde sie vom Städtischen Konservatorium Berlin aufgenommen. Hier erhielt sie Unterricht im Klavierspiel bei Hans Reichert und in Musiktheorie bei Walter Dickmann. Ihr Musikstudium begann sie mit 16 Jahren bei Jürgen Uhde an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, setzte es bei Werner Hoppstock an der Städtischen Akademie für Tonkunst Darmstadt fort. Eine künstlerische Prägung erhielt sie ab 1968 während ihres Studiums bei Hans Leygraf an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover, das sie 1973 mit dem Konzertexamen abschloss.

1978 wurde sie Dozentin an Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt am Main. 1981 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. 1995 wurde sie als Professorin an die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf berufen, wo sie bis 2014 wirkte. Schon während ihrer Studienzeit begann Angelika Nebel zu konzertieren. Sie gab zahlreiche Konzerte im europäischen Raum – in Deutschland, Belgien, Österreich, Italien, Tschechien, Spanien, Schweden, Schweiz, Lettland – und in Südkorea.

Eine umfangreiche Zusammenarbeit entwickelte sich mit deutschen und weiteren europäischen Rundfunk- und Fernsehanstalten, wie DLF, hr2, NDR, SFB, SR, SWR, WDR, Radio Bremen, ZDF Mainz, Radio Zürich, Radio Stockholm und Spanischer Rundfunk Madrid.

Angelika Nebel konzertierte bei verschiedenen Festivals, wie den Darmstädter Tagen für zeitgenössische Musik (1970), Frankfurt Feste in der Alten Oper (1982), in der Semperoper Dresden im Rahmen der 2. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik (1988), beim Robert Schumann-Fest Düsseldorf (2000), dem 7. Klevischen Kultursommer (2005), bei den Bad Hersfelder Festspielkonzerten (2012) und dem Rheingau-Musik-Festival (2015). Sie gab Meisterkurse in Bad Hersfeld, Essen, Riga/Lettland und in Südkorea. Zu ihrem umfangreichen Schülerkreis gehören Vita Gajevska, Su-Youn Jung, Yumin Kim, Ulrich Murtfeld, An-hoon Song und Wagner Stefani d’Aragona Malheiro Prado.

In den 1980er Jahren gehörte Angelika Nebel zu den Pionierinnen, die sich den Kompositionen von Clara Schumann widmeten, die bis dahin im Konzert- und Schallplattenbereich nahezu unbekannt waren. Darüber hinaus spielte sie zahlreiche Kompositionen von Komponistinnen wie Cécile Chaminade, Harriet Cohen, Violeta Dinescu, Fanny Hensel, Myra Hess und Elinor Remick Warren in Konzerten, CD- und Rundfunkaufnahmen.

Über einige Jahre widmete sich Angelika Nebel insbesondere der Musik des 20. Jahrhunderts. Dies führte zu Uraufführungen und Widmungen von Werken von Komponisten und Bearbeitern wie Hans Darmstadt, Klaus Kühnl, Mathias Spahlinger, Wagner Stefani d’Aragona Malheiro Prado und Frank Zabel.

Sie würdigte das Schaffen des spanischen Komponisten Padre Antonio Soler (1729–1783), dessen umfangreiches Sonatenwerk sie in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Konzertpianisten und Musikforscher Frederick Marvin entdeckte, es in Konzerten in Deutschland und Spanien bekannt machte und eine CD und einen Artikel über seine Klaviermusik veröffentlichte.

In den Jahren 2009 bis 2018 gab Angelika Nebel fünf CDs mit Bach-Transkriptionen heraus.

In der Pandemie etablierte sie ab Juni 2020 die „Studio-Konzerte im Westend“ mit zahlreichen kontinuierlichen Konzerten auch für nur wenige Gäste.

Angelika Nebel lebt in Frankfurt am Main.

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Haydn; Johannes Brahms; Olivier Messiaen; Cristóbal Halffter. Electrola, Köln 1985.
  • Clara Schumann. Klavierwerke. Pädagogischer Verlag Schwann-Bagel, Düsseldorf 1987, DNB 351997237.
  • Joseph Haydn. Acht Sonaten. amphion records, Karlsruhe 2001.
  • Antonio Soler. Sonaten. amphion records, Karlsruhe 2002.
  • Robert Schumann – neu zu entdecken. Szenen, Arabeske, Balladen, Gesänge für Klavier. ars musici
  • Bach-Transkriptionen für Klavier. Wiederentdeckte Annäherungen an einen Genius. Bach Transcriptions for Piano. Rediscovered Treatments of a Genius. ars musici 2009.
  • Bach Metamorphosis. Transcriptions by W. Braunfels, C. Tausig, R. Vaughan Williams and others. hänssler CLASSIC im SCM-Verlag, Holzgerlingen 2013, DNB 1030295808.
  • Bach Illuminationes. Transcriptions by F. Liszt, D. Kabalevsky, A. Nebel, W. Whittaker, W. Prado and others. hänssler CLASSIC im SCM-Verlag, Holzgerlingen 2014, DNB 1062974743.
  • Bach Transcriptions – Opus magnum I. hänssler CLASSIC, Neuhausen 2017, DNB 1181445604.
  • Bach Transcriptions – Opus magnum II. hänssler CLASSIC, Neuhausen 2018, DNB 1172390770.

Transkriptionen von Werken J. S. Bachs für Klavier solo und 2 Klaviere

  • „Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ“ BWV 639, 2013.
  • Adagio, aus der Orgeltoccata BWV 564, 2013.
  • „Kommst Du nun, Jesu, vom Himmel herunter“ BWV 650, 2014.
  • „Jesu, nimm dich deiner Glieder“ BWV 40, 2016.
  • Thema und 3 Variationen über „Willst du dein Herz mir schenken“ BWV 518, 2016.
  • „Meine Seele erhebt den Herren“ BWV 648, 2020.
  • „Nun komm der Heiden Heiland“, aus der gleichnamigen Kantate BWV 62 für 2 Klaviere (gemeinsam mit Wagner Stefani d’Aragona Malheiro Prado), 2014.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clara Wieck-Schumann. Ein Weg durch ihr Klavierwerk. In: Üben & Musizieren, H. 5 / 1988 (Oktober).
  • Joseph Haydn: Acht Sonaten. In: Booklet zur gleichnamigen CD-Kassette, 2000.
  • Vom Montserrat zu El Escorial: Antonio Soler. In: Booklet zur CD Antonio Soler. Sonaten, 2002.
  • Wilde Blumen aus El Escorial. Die Klaviermusik von Padre Antonio Soler (1729-1783). In: Üben & Musizieren, H. 3 / 2004 (Juni/Juli).
  • Grundlegende Prinzipien methodischen Übens. Bericht über den Meisterkurs mit Prof. Hans Leygraf. In: Consequenzen. Hrsg. Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, Jg. 3 / WS 2004/05, Ausgabe 6.
  • Fanny Hensel-Mendelssohn: Drei Stücke zu vier Händen. Hrsg. von Barbara Gabler. Furore-Verlag, Kassel 1990 (fue 120). Von A. Nebel mit spieltechnischen Hinweisen versehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Illuminationes: Bach beleuchtet und erleuchtend. Ein Gespräch mit Professorin Angelika Nebel zum Erscheinen ihrer neuen CD. In: NMZ 2015/04, S. 46.
  • Ute-Gabriela Schneppat: Grund zum Feiern. Ein Jahr Studio-Konzerte im Frankfurter Westend. NMZ 7/8/2021

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]