annabelle (Zeitschrift)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
annabelle
Annabelle-Logo.svg
Beschreibung Frauenzeitschrift
Sprache deutsch
Verlag Tamedia AG (Schweiz)
Erstausgabe 1. März 1938
Erscheinungsweise 18 × jährlich
Verkaufte Auflage
(WEMF-Auflagebulletin 2017[1])
42'443 (Vj. 45'473) Exemplare
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagebulletin 2017) 42'526 (Vj. 51'255) Exemplare
Reichweite (WEMF MACH Basic 2017-I) 0,252 (Vj. 0,218) Mio. Leser
Chefredaktorin Silvia Binggeli
Weblink www.annabelle.ch
ZDB 820613-2

Annabelle (Eigenschreibweise: annabelle) ist eine 1938 gegründete Schweizer Frauenzeitschrift. Sie war damit die erste typische Frauenzeitschrift im deutschsprachigen Gebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Annabelle von zwei Machern der fünf Jahre zuvor ins Leben gerufenen Weltwoche, Karl von Schumacher und Manuel Gasser. Sie sollte ein zweites Standbein der beiden Verleger sein.

Die erste Chefredaktorin war die von der Sekretärin zur Redaktorin aufgestiegene Mabel Zuppinger («Claudine», 1897–1978), die die Zeitschrift von der Gründung an über 20 Jahre lang leitete. Sie wurde 1960 durch Eva Maria Borer abgelöst, welche die Zeitschrift professionalisierte und die Doppelspitze mit einem männlichen Co-Chefredaktor einführte. Co-Chefredaktor war von April bis September 1966 Hans Gmür, danach übernahm Gmür die eigentliche Chefredaktion allein, und Borer war noch bis Ende 1973 als Chefredaktorin für Human Relations verantwortlich. Im April 1970 übernahm Walter Bosch die Chefredaktion. Von 1964 bis 1967 gab es auch eine weitere Redaktion in München mit dem Chefredaktor Ulrich Klever. Von 1975 bis 1978 war Suzanne Speich Chefredaktorin einer weitgehend erneuerten Redaktion.[2]

1978 kaufte der damalige Besitzer der Annabelle Max Frey, der die Zeitschrift 1968 erworben hatte, die deutschsprachige Ausgabe der Zeitschrift Elle und fusionierte sie mit der Annabelle zur annabelle/Elle. Chefredaktorin wurde die Chefredaktorin der Elle, Charlotte Peter. Speich und Peter wollten die Zeitschrift eigentlich zusammen führen, aber Max Frey und sein Berater und annabelle-Kolumnist Werner Wollenberger lehnten das ab, Wollenberger wurde statt dessen Co-Chefredaktor. Ende Februar 1980 traten Peter und Wollenberger zurück, nachdem sich die beiden «im Kleinkrieg zerrieben» hatten.[3] Peter war noch bis Februar 1981 «Beratende Chefredaktorin» und bis Februar 1982 Ressortleiterin Reisen, Wollenberger bis zu seiner schweren Erkrankung im Mai 1980 Kolumnist. Chefredaktor wurde René Bortolani. 1980 ging die 1947 gegründete Zeitschrift Frau aus dem Albis-Verlag hälftig an die annabelle/Elle und die femina von Conzett und Huber und wurde Anfang 1981 in die beiden Zeitschriften integriert; damit sich die Abonnenten für die eine oder andere entscheiden konnten, wurden ihnen eine Zeitlang beide Zeitschriften zugestellt. Die annabelle/Elle erschien bis Oktober 1981 mit dem Aufdruck «Jetzt mit ‹Frau›», danach entfiel auch der Untertitel Elle.[4]

Im September 1981 kaufte der Verlag des Tages-Anzeigers die femina, Ende 1981 im Rahmen des «Zürcher Pressehandels»[5] die annabelle und vereinigte sie im September 1982 zur annabelle-femina. Chefredaktor René Bortolani schied aus und wurde bis März 1983 interimsweise durch den früheren Chefredaktor des Tages-Anzeigers Walter Stutzer (und Sithara Atasoy als Mitglied der Chefredaktion) ersetzt. Da die Tages-Anzeiger AG beim Kauf der femina die Übernahme von deren Redaktion vertraglich zugesichert hatte, während der Erwerb der Verlagsrechte der annabelle keine derartige Verpflichtung enthielt, wurde die Redaktion weitgehend ausgewechselt; sechs Mitglieder der zwölf- bis fünfzehnköpfigen annabelle-Redaktion wurden auf freiwilliger Basis übernommen.[6] Unter anderen schieden die früheren Chefredaktorinnen Eva Maria Borer und Charlotte Peter aus.[2]

Von März 1983 bis Anfang 1984 war Sybille Dallach Chefredaktorin. Ab Oktober übernahm jedoch de facto Sithara Atasoy (mit Unterstützung von Wolfgang Wörnhard) die Chefredaktion von der als abwesend gemeldeten Dallach. Von Januar 1984 bis Oktober 1984 war Werner Ehrensperger Chefredaktor, Dallach, Atasoy und Wörnhard schieden aus. Von November 1984 bis März 1986 war Fridolin Luchsinger Chefredaktor, von März 1986 bis Juli 1988 Benita Cantieni. Im Juli 1988 wurde Gina Gysin Chefredaktorin. 1998 übernahm TA-Media von Vogt-Schild/Habegger die Frauenzeitschrift Orella und integrierte sie in die annabelle (zunächst als annabelle Création).[7] 1999 entfiel femina im Titelkopf. Nächste Chefredaktorinnen waren Angela Oelckers (1996–1999), Christa Löpfe (1999–2004) und Lisa Feldmann (2004–2013). Aktuelle Chefredaktorin ist seit dem 1. Juli 2013 Silvia Binggeli.[8]

Zuerst erschien die annabelle einmal pro Monat, ab 1962 (mit Unterbrüchen) alle zwei Wochen und ab 2016 18 Mal im Jahr.

Die Zeitschrift annabelle lanciert immer wieder politische Themen, so entstand beispielsweise 2006 die Petition «Keine Schusswaffen zu Hause».[9] 2012 machte sich das Magazin stark für eine auf fünf Jahre befristete Frauenquote von dreissig Prozent in der operativen Unternehmensführung für Betriebe mit mindestens 200 Mitarbeitenden.[10]

Seit 1982 wird sie von der Tamedia AG herausgegeben und hat 2017 eine Reichweite von 252'000 (Vj. 218'000) Leserinnen (WEMF MACH Basic 2017-I). Sie erscheint 18 Mal im Jahr mit einer WEMF-beglaubigten Auflage von 42'443 (Vj. 45'473) verkauften bzw. 42'526 (Vj. 51'255) verbreiteten Exemplaren.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Schweizer Rapperin Steff la Cheffe beschäftigte sich 2010 in ihrem Debütalbum im Lied Annabelle satirisch mit Frauenzeitschriften.
  • Zum 70-Jahr-Jubiläum der Zeitschrift erschien am 4. September 2008 eine 400-seitige Sonderausgabe mit einem Rückblick auf die bewegte Geschichte der annabelle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b WEMF-Auflagebulletin 2017, S. 33 (PDF; 640 kB).
  2. a b Melanie Hediger: Das Bild der Schweizer Frau in Schweizer Zeitschriften. Academic Press Fribourg/Paulusverlag, Freiburg 2004, ISBN 3-7278-1505-1, S. 61 f. (zugleich Lizentiatsarbeit Universität Freiburg).
  3. René Bortolani: «Den ganzen klassischen Frauenballast etwas abwerfen». In: Visionen. Chefredaktorinnen und Chefredaktoren im Gespräch. In: Mariana Christen, Johanna Gisler und Martin Heller (Hrsg.): Ganz Annabelle. Eine Zeitschrift als Freundin. Chronos Verlag/Museum für Gestaltung, Zürich 1992, ISBN 3-905311-00-3, S. 166.
  4. Johanna Gisler und Mariana Christen: Ein halbes Jahrhundert Annabelle: Von der Institution zur Zeitschrift unter vielen. In: Mariana Christen, Johanna Gisler und Martin Heller (Hrsg): Ganz Annabelle. Eine Zeitschrift als Freundin. Chronos Verlag/Edition Museum für Gestaltung, Zürich 1992, ISBN 3-905311-00-3, S. 8 ff.
  5. Christian Mensch: «Jean Frey legte die Eier. Ringier machte daraus eine Hühnerfarm.» In: Weltwoche. Nr. 2, 2002.
  6. Fusion von «Annabelle» und «Femina». Tages-Anzeiger AG verschmilzt Erworbenes. In: Neue Zürcher Zeitung. 2. Juni 1982, S. 32.
  7. Chronik 1996–1999 (Memento vom 5. April 2016 im Internet Archive). Tamedia.
  8. Julia Heim: Silvia Binggeli wird die neue Chefredaktorin der «Annabelle». In: annabelle. 24. April 2013.
  9. Helene Aecherli: Schusswaffen – Von der annabelle-Petition bis zur Volksinitiative (Memento vom 9. Januar 2011 im Internet Archive). In: annabelle. 8. Dezember 2010.
  10. Frauenquote. In: annabelle. 16. November 2012 (Dossier).