Kassensturz (Fernsehsendung)

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Kassensturz ist eine Fernsehsendung, die vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) – ausser in den Sommermonaten – wöchentlich auf SRF 1 ausgestrahlt wird und sich mit Themen rund um den Konsumentenschutz befasst. Eine regelmässige Zusammenarbeit besteht mit der Schwestersendung A bon entendeur von Télévision Suisse Romande und mit Espresso, dem Konsumentenmagazin von Radio SRF 1.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendung wurde am 4. Januar 1974 zum ersten Mal ausgestrahlt; gegründet wurde sie von Roger Schawinski. Die Sendung konnte sich rasch mit Produktvergleichen und Enthüllungen profilieren. Legendär sind beispielsweise der Ende der 1970er-Jahre durch die Stiftung für Konsumentenschutz aufgedeckte «Ravioli-Skandal», der Bericht über Mineralwasser ohne Mineralstoffe oder die Enttarnung von überzuckerten Weinen. Das Magazin war dabei nie ein klassisches Wirtschaftsmagazin, im Vordergrund standen immer konkrete Themen des Konsumentenschutzes. Noch heute zählt der Kassensturz zu den erfolgreichsten Schweizer Fernsehsendungen.

Anfangs der 1990er-Jahre lancierte das Magazin die Konsumentenzeitschrift K-Tipp. Ende der 1990er-Jahre zerstritten sich die Produzenten des K-Tipp mit dem Kassensturz. In der Folge arbeitete die Redaktion des Kassensturz mit der neu gegründeten Konsumentenzeitschrift Saldo zusammen. Im Herbst 2004 wurde die Zusammenarbeit mit Saldo beendet; neu standen den Kassensturz-Redaktoren zwei Seiten im K-Tipp zur Verfügung. Im Juni 2010 wurde auch die Medienpartnerschaft mit dem K-Tipp eingestellt, mit der Begründung, im Internetzeitalter erreiche man heute die meisten Zuschauer auch ohne Printprodukt.[1]

Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1974 bis 1977 moderierte Roger Schawinski. Zwischen 1976 und 1986 wechselte die Leitung der Sendung mehrfach; Moderatoren waren André Francioli (1977–78), Walter Rüegg (1979–80), Peter Wettler (1980–82) und Beat Hurni (1982–86). Ab 1986 wurde der Kassensturz für zehn Jahre von den Journalisten Hans Räz und Urs P. Gasche geleitet und moderiert, zwischen 1996 und 2005 lag die Leitung in den Händen von Hansjörg Utz. Moderiert wird die Sendung heute von Ueli Schmezer und Kathrin Winzenried, Leiter ist Wolfgang Wettstein. Mit dem Kassensturz wird auch Peter Kner, die Off-Sprecherstimme, verbunden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sendung wird tendenziöse Berichterstattung durch gezieltes Hervorrufen von Empörung beim Publikum sowie durch eine ebenso gezielte Darstellung von Opfer- und Täterrolle vorgeworfen. Die Beiträge folgen hierbei oft dem gleichen Aufbau, in dem die Opfer- und Täterrollen noch zusätzlich akzentuiert werden. Die Selbstverantwortung der Konsumenten geht hierbei oft unter.[2]

Die jeweils in der Sendung gezeigten Testresultate stehen in der Kritik, lediglich Werbebeiträge für das (kostenpflichtige) Konsumentenmagazin K-Tipp zu sein. Die detaillierten Testergebnisse sind auf der Website des Kassensturz nicht abrufbar.[2] Bereits im Jahr 2000 kam das Bundesgericht, nach einer Beschwerde der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) zum Schluss, dass die SRG die Sendung Kassensturz als Werbeplattform für die Konsumentenzeitschrift Saldo missbraucht und verbotene Schleichwerbung betrieben hat.[3]

Das Magazin musste in den letzten Jahren wegen seiner umstrittenen Methoden weitere Gerichtsurteile zu seinen Ungunsten hinnehmen: 2006 unterlag der Kassensturz bzw. die SRG vor Bundesgericht wegen eines im Januar 2005 ausgestrahlten, rund neunminütigen Beitrages über den Wert von MBA-Lehrgängen. Die Hälfte eines darin gezeigten Filmberichts befasste sich nur mit einer bestimmten MBA-Schule, die darin in einem negativen Licht dargestellt wurde. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass der umstrittene Beitrag Programmbestimmungen verletzt hat. Im Hinblick auf die Schwere der Vorwürfe seien die Grenzen eines noch zulässigen, anwaltschaftlich konzipierten Berichts überschritten worden.[4]

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Im Oktober 2008 entschied das Bundesgericht im Fall eines im Februar 2003 mit Hilfe von heimlichen Filmaufnahmen ausgestrahlten Beitrages gegen den Kassensturz. Laut Bundesgericht lässt sich das fragliche Vorgehen nicht mit der Wahrung berechtigter Interessen oder mit den journalistischen Berufspflichten rechtfertigen.[5]

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«Grabschaffäre»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Februar 2006[6] und am 19. Dezember 2006[7] strahlte Kassensturz zwei Beiträge über Schönheitschirurgen aus. In einem Beitrag wurde gezeigt, wie ein prominenter Schönheitschirurg die nackten Brüste einer 19-jährigen berührt hatte, was die Boulevardblätter als «Grabschen» bezeichneten. SF-Chefredaktor Ueli Haldimann hatte vor der Ausstrahlung für die umstrittenen Filmbeiträge sein ausdrückliches Einverständnis zum Senden gegeben.[8]

Folgende Teile scheinen seit 2009 nicht mehr aktuell zu sein: Urteil Bezirksgericht 2009: [6] Wurde Fall weitergezogen? Urteile?.
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Bereits im September 2007 hatte die UBI eine Beschwerde gegen die Sendung gutgeheissen. Sie kam zum Schluss, dass versteckt gefilmte Aufnahmen nicht hätten ausgestrahlt werden dürfen[9]. Die Zürcher Staatsanwaltschaft reichte darauf eine Klage gegen vier SF-Mitarbeiter – darunter Chefredaktor Ueli Haldimann – ein.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Kassensturz» und «K-Tipp» beenden Medienpartnerschaft, Mitteilung von SF DRS vom 15. Juni 2010
  2. a b TV-Kritik: Affe gut, Ospel bös, Artikel im Tages-Anzeiger vom 15. Oktober 2008
  3. Bundeskanzlei - VPB
  4. NZZ-Artikel auf medienethik.ch (PDF; 12 KB)
  5. Kassensturz: Heimliche Aufnahmen unzulässig, Artikel im Tages-Anzeiger vom 16. Oktober 2008
  6. Promi-Schönheitschirurg würde selbst Teenager Brust vergrössern. Schweizer Fernsehen, abgerufen am 28. Februar 2009.
  7. Unglaublich: Schönheitschirurgen wollen Miss Argovia operieren. Schweizer Fernsehen, abgerufen am 28. Februar 2009.
  8. a b SF-Verantwortliche wegen "Kassensturz"-Beitrag angeklagt. persoenlich.com, abgerufen am 28. Februar 2009.
  9. «Kassensturz» hätte verdeckt gefilmte Bilder nicht senden dürfen. news.ch, abgerufen am 28. Februar 2009.