Arno Babadschanjan

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Babadschanjan auf einer armenischen Briefmarke (1997)

Arno Harutjuni Babadschanjan (armenisch Առնո Հարությունի Բաբաջանյան; russisch Арно Арутюнович Бабаджанян; auch: Babadzhanian, Babadjanian; * 22. Januar 1921 in Jerewan; † 11. November 1983 in Moskau)[A 1][1][2] war ein armenischer Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Babadschanjan nahm ab 1938 Kompositionsunterricht in Moskau bei Wissarion Schebalin[2] und studierte am Konservatorium von Jerewan bei Vardkes Talian. 1947 ging er ans Moskauer Konservatorium, wo er Klavierschüler von Konstantin Igumnow wurde. Daneben studierte er Komposition bei Heinrich Litinski. 1950 kehrte er nach Armenien zurück, wo er als Lehrer und Pianist wirkte.

Arno Babjanyan's plaque, Yerevan.JPG

Er übernahm die Leitung einer Klavierklasse am Konservatorium in Jerewan und wirkte dort sowie ab 1956 in Moskau als Hochschullehrer, Komponist und Pianist.[2] Als Pianist ging er bei verschiedenen internationalen Musikwettbewerben als Preisträger hervor. 1952 wurde er in den Vorstand des Komponistenverbandes der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik gewählt und 1962 mit dem Titel »Volkskünstler der Armenischen SSR« ausgezeichnet. Babadschanjan gehörte zu den führenden Musikerpersönlichkeiten der Armenischen SSR. Sein kompositorisches Schaffen lässt den stilistischen Einfluss seines Landsmannes Aram Chatschaturjan erkennen.

Im Jahr 1950 entstand eines der bekanntesten Werke Babadschanjans, die Armenische Rhapsodie für zwei Klaviere. 1952 entstand ein Klaviertrio, 1954 die Poem-Rhapsodie für Orchester. 1959 folgte eine Sonate für Violine und Klavier und das Mstislaw Rostropowitsch gewidmete Cellokonzert. Außerdem komponierte er weitere kammermusikalische Werke sowie Lieder und Filmmusik. 1981 entstand ein Nocturne für Klavier und sinfonisches Jazzensemble. Während er sich zunächst an der armenischen Volksmusik orientierte, öffnete er sich seit Ende der 1950er Jahre entschieden musikalischen Neuerungen und löste sich von der Tonalität. Am 9. März 2001 wurde der Asteroid (9017) Babadzhanyan nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arno Arutjunowitsch Babadshanjan: Musik in Geschichte und Gegenwart. S. 4173, MGG (alt) Bd. 15, S. 367, Bärenreiter, 1986.
  • Arno (Arutjunovic) Babajanyan: Musik in Geschichte und Gegenwart MGG (neu) Personenteil 1, 1241–1242, Bärenreiter, 1999.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arno Babajanian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Als Todesdatum nennen die meisten Quellen den 11. November 1983, nur vereinzelt den 15. November. Als Sterbeort geben einige Quellen Moskau, andere Jerewan an, wo sich sein Grab befindet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie in der Großen Russischen Enzyklopädie
  2. a b c Georg Geodakyan: Babaĵanyan, Arno. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 1 (Aagard – Baez). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 1999, ISBN 3-7618-1111-X (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  3. a b c d e f Arno Babadschanjan – Biografie. Abgerufen am 28. April 2018 (russisch).